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  1. Registriert seit
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    AW: Meine große Liebe ist gestorben - wer muss dies gerade auch erleben?

    Oh je, Katelbach - ich fühle mit dir.

    Kurz nach dem Tod meines Mannes hatte ich einen Traum, bei dem er mich in den Arm nahm und sagte, dass dies alles gar nicht wahr sei. Von dem bösen Erwachen brauche ich dir sicherlich nicht erzählen...

    Das Gleiche ist nach dem Tod unseres Hundes passiert. Ich träumte, wie ich ihn streichelte (seine seidigen Ohren, sein geliebtes Bauchkraulen) aber auf einmal wurde mir noch im Traum bewusst, dass er ja eigentlich tot war, und ich wurde entsetzlich traurig - und da legte der Hund seine Pfote als Trost um mich. Ein weiteres tränenreiches Erwachen.

    Von meinem Mann habe ich dann noch ein einziges Mal geträumt. Am Anfang habe ich jeden Abend darum gefleht, dass er da sein solle, aber...

    Ja, ich kann dich verstehen - es ist einfach grausam!

    Ganz liebe Grüße von

    Antilla

  2. Avatar von fuechsine
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    AW: Meine große Liebe ist gestorben - wer muss dies gerade auch erleben?

    Mir bricht das Herz wieder, wenn ich die vielen Todesmeldungen lese und genau weiß, wie sich die Starre, das Selber-tot-sein und Hinterhergehenwollen anfühlt. Dieses erbarmungslose Nie-Wieder.
    Es gibt keinen Trost.
    Kein Rezept.
    Meine Erfahrung ist, dass man durch diese Hölle gehen muß, unabänderlich, im eigenen Schritttempo. Die Trauerphasen kommen in Wellen, meist erstmal noch schlimmer als zu Anfang. Wenn man wirklich begreift.
    Dann ist es gut, sich vorzunehmen, nur den Tag zu schaffen. Nicht mehr. Und dann wieder einen Tag.
    Und ich konnte nie begreifen, dass es nun mal gut sein sollte. All diese wunderbaren Menschen, die ihr schmerzlich vermißt, sind und waren es wert, dass so heftig um sie getrauert wird.
    Laßt Euch nicht einschränken. Auch das Selbstmitleid um den eigenen Verlust, die nichtgewollte Änderung eures Lebens muß betrauert werden. Mir hat keine fremde Hilfe geholfen, ich wurde immer sofort wütend, wenn mich jemand trösten wollte. Ich war ohne jeden Trost. Nichts hat mich erreicht.
    Ich habe vier Jahre gebraucht, um wieder bewegungsfähig in ein neues Leben aufzubrechen. Aber mein Liebster ist immer bei mir. "Ich trag ihn bei mir, bis der Vorhang fällt". Heute mit Wehmut, ohne Zorn und leiseren Gefühlen.
    Gottseidank kann kein menschliches Wesen die heftigen Schmerzen auf Dauer aushalten. Auch wenn ihr es Euch jetzt noch nicht vorstellen könnt, irgendwann wird es weniger und erträglicher.
    Bis dahin - Kraft für den nächsten Tag
    und mein tiefstes Mitgefühl.


  3. Registriert seit
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    AW: Meine große Liebe ist gestorben - wer muss dies gerade auch erleben?

    Danke für diesen berührenden Beitrag!

  4. Moderation Avatar von katelbach
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    AW: Meine große Liebe ist gestorben - wer muss dies gerade auch erleben?

    Schön fuechsine! Danke.

    Die Wut gegen die, die trösten wollen, kenne ich auch. Umso dankbarer bin ich den Freunden, dass sie sich nicht abgewendet haben, obwohl ich geradezu um mich schlug und biss.

    Ich habe mich auch wieder irgendwie eingerichtet, aber ich bin sehr "anders" geworden. Und nach bald 13 Jahren noch nicht immer ohne Zorn.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin


  5. Registriert seit
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    AW: Meine große Liebe ist gestorben - wer muss dies gerade auch erleben?

    Hallo miteinander,

    heute vor 5 Wochen ist mein geliebter Mann nach 14 Monaten Kampf gegen den Krebs gestorben. Ich will es noch gar nicht wirklich wahrhaben, obwohl ich sein Sterben begleitet, ihn bis zum bitteren Ende zu Hause gepflegt, seinen Leichnam gewaschen habe, dabei war, als unsere Söhne ihn in den Sarg legten. Ich denke, er müsste jeden Augenblick zur Tür herein kommen und alles ist wieder, wie es vorher war.
    Wir waren heute auf den Tag 35 Jahre ein Paar, davon 31 1/2 Jahre verheiratet.
    Ich wünschte mir so sehr unser gemeinsames Leben vor der Krankheit meines Mannes zurück. Ich hatte mich so auf unser neues Leben nach meiner Pensionierung in wenigen Jahren gefreut, Pläne gemacht über gemeinsame Reisen. 8 Monate vor Ausbruch der Krankheit war er in Ruhestand gegangen und es waren wunderbare 8 Monate, in denen wir unter der Woche spontane Ausflüge unternahmen, ich mich freute, dass er zu Hause war, wenn ich von der Arbeit heimkam. Er hatte seinen Ruhestand auch so genossen.

    Danke für alle Eure Beiträge. Da sehe ich, dass ich nicht allein mit diesem Schicksal bin und dass es Hoffnung gibt, dass es irgendwann besser wird, das Leben vielleicht wieder lebenswerter als es im Moment zu sein scheint.

    Miri


  6. Registriert seit
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    AW: Meine große Liebe ist gestorben - wer muss dies gerade auch erleben?

    Hallo Miri,

    ja, das ist wirklich bitter.

    Das mit den gemeinsamen Plänen kenne ich auch. Und dann steht man plötzlich ganz alleine da...

    Den einzigen Trost, den ich geben kann, ist, dass ich sehr gut verstehe, wie es dir gerade geht.

    Hoffentlich hast du jemanden, der dich einfach mal in den Arm nimmt. Das hat z.B. ein Nachbarin gemacht, die spontan vorbei kam - kein blödes Gerede wie andere, sondern mich wortlos umarmt und gesagt, dass sie versteht, wie ich mich gerade fühle.

    Alles Gute von

    Antilla


  7. Registriert seit
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    AW: Meine große Liebe ist gestorben - wer muss dies gerade auch erleben?

    Liebe Lichterkranz,

    ich kann deinen Worten nur voll und ganz zustimmen! Diese Gefühle müssen raus und wollen raus, egal wie unpässlich dies im Außen erscheinen mag.

    Eine Bäckereiverkäuferin, von einer Verkaufskette, die sich "Die mit dem Lächeln" nennen, war gespielt freundlich. Als sie mir , zwischen dem ganzen Gesäuselten "... aber gerne doch, ... ja schön, ... vielleicht noch dies und jenes?" zum Schluss einen wunderschönen guten Tag wünschte, und ich nicht reagierte, ich konnte in der ersten Zeit nie bei fremden Menschen adäquat reagieren, äffte sie mich nach und meinte so zynisch nett, anstelle von mir "... und ihnen auch noch einen wunderschönen Tag!" - Da bin ich im Einkaufszentrum vorm Bäcker ausgerastet. Ich habe sie angebrüllt, was sie mir einen schönen Tag wünscht, mit zeitgleicher Erwartungshaltung, dass ich das auch bei ihr mache. Was das für eine geheuchelte Art sei? Mein Freund sei vor ein paar Tagen gestorben und mir stehe nichts ferner als einer wildfremden Person, die mir aus gewinnmaximierten Interessen ihrer Firma heraus mit Freundlichkeit begegnet in eben dieser gleichsam nur geheuchelten Art entgegen zu treten. Ich habe dabei geheult und getobt und die Nummer ihres Vorgesetzten verlangt. Sie entschuldigte sich und meinte, dass könne sie ja nicht wissen. Ich habe gesagt, das sei mir egal, auch ohne das jemand gestorben ist, brauche man den Käufern nicht zynisch entgegenzutreten, nur weil eigene Erwartungen durch ohnehin erzwungene "Scheißfreundlichkeit" nicht erfüllt werden. Meine ganze Wut entlud sich und ich bereue nichts! - Natürlich habe ich mich nicht bei ihrem Chef beschwert, da ihre Entschuldigung im Prinzip nur signalisierte, dass sie Angst hat ihren Job zu verlieren und auch erst kam, als ich das ins Spiel brachte, aber es war mir ein innerstes Anliegen, diese genormten Umgangsformen zu sprengen.

    Auch bei einem sehr, sehr gutem Freund dessen Zeigefingermentalität mir dann doch schon seit geraumer Zeit zusehens auf die Nerven ging, explodierte ich im Gespräch an diesem Reibungspunkt wie ein Vulkan. Das tat ebenfalls gut und klärte ein für allemal die Fronten.

    Es ist wichtig sich in dieser schlimmen Zeit der Orientierungslosigkeit, wo man sich im Prinzip nur noch durch ein Trümmerfeld bewegt und nicht mehr weiß, wo oben und unten, vorn und hinten, rechts und links ist, das minimal Beständige was in einem noch vorhanden ist, den Rest an Festigkeit in der eigenen Person zu sichern und zu verteidigen und zu sich selbst zu stehen. Andere Sicherheiten sind ja nicht mehr da und auch im Selbst ist leider nur noch wenig davon da. Man ist schockiert, schwer verwundet, verzweifelt, unendlich traurig, orientierungslos...

    Auch ich war zu Beerdigung nicht so gekleidet, wie es erwartet wurde. Ich hab mich auch richtig schick gemacht und zwar nur für meinen verstorbenen Freund und sonst für niemanden.

    Nach außen wurde meine Haltung in den ersten beiden Wochen immer von allen mit "Gott sei Dank doch noch sehr gefasst" bezeichnet. Wenn ich allein war, bin ich auf dem Feldweg zusammengebrochen und hab verzweifelt geschrien: "Ich schaff das nicht, ich schaff das einfach nicht, alles aber das nicht!!!" Ich hab getobt und dabei auf die Erde eingeschlagen - danach ging es mir etwas besser.


  8. Registriert seit
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    AW: Meine große Liebe ist gestorben - wer muss dies gerade auch erleben?

    Liebe Fian,

    ich kann so gut nachvollziehen, was Du schreibst und ich stimme auch Dir absolut zu! Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, Du hättest mich heimlich beobachtet und schreibst von mir! Ich danke Dir so sehr für deine Zeilen, für deinen Mut, denn Du sprichst mir aus der Seele und das gibt mir viel Kraft! Ich kenne Dich nicht aber ich finde Du bist eine ganz ganz tolle Frau!

    Es tut so gut, das das mal Eine aussprichst: diese ganze Heuchelei, die einen zum Rasen bringt und echt den Rest gibt!!!

    In manchen Momenten hab ich gedacht, diese dummen, selbstgerechten Leute um einen herum aushalten zu müssen, die nichts von Einem wissen aber ständig bereit sind, zu verurteilen ist sogar fast noch grausamer als der Verlust selbst!

    Ich habe sehr schnell gemerkt, das ich mich neben diesem unaushaltbaren Schmerz vor allem vor meinen Mitmenschen schützen muss, die beinahe Allesamt was "Schlaues" zu meiner Lage zu sagen haben. Dein Ausraster in der Bäckerei hat mich wirklich berührt und ich finde, das ist das Beste, was man für sich in so einer Lage tun kann! !!!!

    Ich finde das richtig klasse von Dir, auch wenn sich das unter diesen Umständen seltsam anhören mag! Bitte nicht falsch verstehen! Wäre ich da gewesen, ich hätte im Inneren leise applaudiert! Du hast ja so Recht!

    Ich bin auch mehrfach ausgerastet, auch bei einer "guten Freundin" die jetzt keine mehr ist...aber das ist mir völlig egal!

    Bin sogar froh, das ich erkannt habe, was für ein Mensch sie ist.

    Sie war nicht wirklich für mich da, was ich Niemanden vorwerfe in meiner Lage. Aber wenn ein Mensch nicht weis, was er sagen oder tun soll, sollte er sich einfach zurück halten!

    Sie meinte, ich solle mal darüber nachdenken, ob ich meine Gefühlslage so öffentlich zur Schau stellen sollte und außerdem wäre ich eine egoistische Person, denn Sie habe ja auch Probleme, schließlich sei sie im Klausurenstress (3 Tage nach seinem Tod)

    Ich habe Sie zusammengeschrien, was für eine dämlich blöde Kuh sie ist und ich bin normalerweise ein total friedlicher und cooler Mensch.

    Mit fremden Leuten habe ich auch am meisten Probleme....und vor seinem Tod war ich auch immer nett und freundlich aber jetzt habe ich gemerkt, wie gut das tut, einfach zu sagen, was ich denke!

    Vor der Beerdigung war ich bei einem noblen chiki mikki Friseur, der immer säuselnd um einen rumschleicht, mit einem falschen Lächeln und mit einer nicht auszuhaltenden, oberflächlichen Fröhlichkeit...um dir möglichts viele unnötige Produkte und fragwürdige Behandlungen anzudrehen...

    Er so: ach mein Schätzchen (wir kennen uns nicht persönlich..) was machen wir denn nur mit Dir? Da gibt es ja wirklich viel zu tun....geht es auf die Piste? Und weiter, sich selbst gern reden hörend...ach, sweet heart, heute ist ein wunderschöner Tag, der Frühling erwacht, die Blumen blühen, Lächel doch mal!! Also wie man an so einem Tag nicht Lächeln kann...ich könnte Bäume ausreisen...mit so einem Gesicht kriegt man aber keinen Mann..

    Und dann musste ich schlucken, hab gesehen wie mir im Spiegel die Tränen in die Augen schossen ..und beschlossen, jetzt nicht zu heulen. Habe mich im Friseurstuhl zu ihm umgedreht, ihm fest in die Augen gesehen und ohne zu heulen gesagt:

    "Ich muss morgen den Menschen beerdigen, den ich auf der ganzen Welt am meisten geliebt habe. Vor ein paar Tagen war er noch der Mann, mit dem ich mein Leben verbringen wollte, jetzt liegt er in einer kleinen Kiste. Ich möchte morgen für ihn umwerfend schön sein, damit er vom Himmel auf mich herunterlächeln kann. Ich hoffe, Du bekommst das hin".

    Der heuchelnde, säuselnde Friseur war völlig geschockt über meine Offenheit, die übrigen Kunden auch.
    Aber in dem Moment war ich ICH!

    Ja, alles um einen herum schwimmt. Ich weis nicht wer ich bin oder wer ich gestern war. Man wird neu geboren. Und das ist ein sehr schmerzhafter Prozess mit schreien, toben, heulen, ..........

    Was mich am meisten durchdrehen lässt ist meine Liebe zu ihm, die jetzt gefühlsmäßig ins Leere läuft.

    Ich habe verzweifelt nach einem neuen Gefühl, einer Grenzerfahrung, einem Kick oder was auch immer gesucht, das stärker ist als dieser Schmerz. Aber es gibt Nichts.

    Ich möchte noch einmal jede Trauernde da draussen bestärken - liebt Euch selbst! Bleibt Euch selbst treu! Kämpft für Euch selbst! Pfeift auf die Anderen!

    Geheucheltes Mitleid, schlaue Sprüche und Erwartungen von aussen machen Euch nur klein !

    Euer geliebter wunderbarer Mann, hat Euch ! unter allen Frauen ausgewählt! Er hat Euch geliebt, so wie ihr seid!

    Dieser Gedanke hilft mir zumindest. Mein Freund hätte niemals zugelassen, das Andere mir weh tun! Das Andere Idioten mich klein machen!

    Niemand, wirklich Niemand, hat das Recht, Euch zu sagen was ihr zu tun habt !


  9. Registriert seit
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    AW: Meine große Liebe ist gestorben - wer muss dies gerade auch erleben?

    Liebe Lichterkranz,

    deine Friseurbeschreibung ist so plastisch, dass ich lachen musste, weil ich mir den Mann so richtig gut vorstellen konnte und ich finde das auch unglaublich stark von dir, dass du klar und deutlich ausgesprochen hast, wie es dir geht und was du denkst.

    Es ist so unglaublich schwer das Ganze zu ertragen, einen Abschied, den man so zu diesem Zeitpunkt weder erwartet noch gewollt hat. Dieses innere Erdbeben, das sämtliche Grundmauern erschüttert und schließlich zum Einsturz bringt. Ich hab so schlimm in den ersten Wochen dieses Gefühl gehabt, nicht mehr zu wissen, was ich jetzt tun soll, wohin ich gehen soll. Auch mein Freund war nicht nur mein Lebensgefährte und Liebhaber, sondern mein aller-, aller-, allerbester Freund.

    Diese unglaubliche, menschliche Dummheit, die einem dann noch in Beerdigungsinstituten, im Friedhofsamt, bei Trauerrednern und manchmal auch im eigenen Freundeskreis begegnet, ist echt schwer zu ertragen.

    Mir hilft es bei den Menschen, die mich umgeben stark zu selektieren. Ich versuche genau in mich reinzuhorchen, ob mir das gut tut oder nicht. Anzusprechen wie ich denke und was ich fühle. Auch ich wollte weglaufen, habe ein Stellenangebot im Ausland gehabt, dass traumhaft war. Letztendlich konnte und wollte ich nicht von unserem Zuhause weg. Ich war zwei Tage dort und habe nur noch geheult, bin wieder abreist und war zum ersten Mal seit diesem Sonntag, der mich so unendlich traurig gemacht hat, wieder heilfroh daheim zu sein.

    Seine Gefühle herauszulassen, heisst auch, dass man selbst noch lebt und das eben auch fühlen kann. Dazu gehört auch der Wunsch, den ich doch zu einem gewissen Zeitpunkt ehrlicherweise leider auch hatte, nämlich nicht mehr leben zu wollen. Dieses ganze emotionale Chaos setzt meiner Meinung nach auch, so doof das jetzt klingt, eine sehr große Energie frei. Was ich nicht will, ist zynisch und verbittert werden. Traurig sein, ja... Das bin ich ohnehin, aber irgendwie möchte ich einen Weg finden, der nicht in dauerhaften Zynismus und Verbitterung führt. Ich weiß, ich kann allein auch zufrieden sein. Mein Freund fehlt mir jeden Tag so sehr, gerade wenn ich darüber nachdenke, dass ich all die Jahre in denen wir zusammen waren, nie jemanden kennenlernte, der auch nur annähernd so sehr mit mir harmonierte, an ihn "heranreichte" und ich auch jetzt niemanden um mich herum habe, der mich so gut versteht, so hat er mir doch durch seine Gedanken und die Gefühle, die er mir entgegenbrachte und durch seine Sicht auf die Welt, einen großen inneren Schatz mitgegeben.

    Diesen Schatz hab ich noch und damit lässt sich vielleicht auch dieser verdammt schwere Schicksalsrucksack irgendwie tragen. Es gibt dieses beständige Element in uns selber ganz tief drin, wo alles, was wir brauchen vorrätig ist, alles was wir erlebt und gelernt haben, da ist.

    Und ja, ich darf mich auch jetzt über Dinge freuen und über Witze lachen und das tue ich auch.


  10. Registriert seit
    12.06.2011
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    AW: Meine große Liebe ist gestorben - wer muss dies gerade auch erleben?

    Der Schmerz wird immer grösser, auch weil ich mich in der Gegenwart meines Sohnes nicht traue, zu weinen.
    Die Tränen fliessen nur, wenn ich allein bin.

    Mein Mann fehlt mir so sehr. Es ist so schwer, "erwachsen" zu werden, dass heisst, jetzt alle Probleme lösen zu müssen, für deren Lösung mein Mann immer zuständig war.

    Wütend wurde ich, als ein deutsches Behördenfrageblatt mich nur 8 Wochen nach dem Tod meines Mannes, nach 41 jähriger Ehe ohne Scheidung fragte, ob ich seit diesem Todesfall eine neue Ehe oder Lebenspartnerschaft eingegangen sei. Diese Frage finde ich zu diesem Zeitpunkt einfach nur eine bodenlose Frechheit.

    Es ist so schwer, dieses neue Leben anzunehmen müssen, nichts ist mehr, so wie es war.
    Liebe Grüsse
    Macaronesia

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