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  1. Registriert seit
    12.01.2007
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    AW: wieso so verändert nach tragischem trauerfall



    Jeder trauert anders.

    Aber die Gleichung: Freund und Schwager sind nicht so viel wie ein Bruder find ich absolut daneben.

    Und ein Kind benutzen ist was anderes als durch die Anwesenheit eines Kindes getröstet werden.

    Ich bin nach 14 Trauerfällen in einem Jahr in Depressionen gefallen.

    Das ist nur die an sich selbst gerichtete Aggressivität.

    Und trotzdem: Du als Jung-Mutter müsstest besondere Fürsorge erfahren.

    Trauer ist kein Freibrief für jedes schlechte Benehmen.


  2. Registriert seit
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    AW: wieso so verändert nach tragischem trauerfall

    hast du in eine andere kultur hineingeheiratet?

    es klingt ein bisschen so.
    lg
    legrain


  3. Registriert seit
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    AW: wieso so verändert nach tragischem trauerfall

    JustAdrenalin, sag ihm dass Du auch belastet bist und ein Kind auch anstrengend ist gepaart mir der furchtbaren Sondersituation in der ihr Euch befindet. Dass Du dir auch gewünscht hättest dass Euer Familienstart unter einem anderen Stern gestanden hätte. Natürlich willst Du das aushalten, natürlich möchtest Du dass seine Familie Eure Tochter geniessen darf. Aber Du möchtest einfach auch mal nur mit ihm und Eurer Tochter Zeit verbringen, was nicht ausschliessen soll, dass Ihr seine Familie nicht einbezieht. Erkläre vielleicht den Sonntag zu Eurem Familientag, nur für Euch 3....
    Das Leben macht was es will und ich auch!


  4. Registriert seit
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    AW: wieso so verändert nach tragischem trauerfall

    @angie: danke! das sehe ich schon auch so, und dieser vergleich war wirklich ein harter schlag ins gesicht.
    "Trauer ist kein Freibrief für jedes schlechte Benehmen. " GANZ GENAUSO sehe ich das auch. aber wenn ich was sage, bin ich die die das nicht versteht und kein verständnis hat.

    @legrain: lach naja so halb. der vater is rumäne und da sind schon paar leute aber nicht so viele. die mutter ist deutsche, hauptsächlich ist IMMER ihre familienseite anwesend, die alleine schon aus 8-10 leuten besteht.
    heiraten wollen wir eigentlich dieses jahr im september, wobei ich wirklich stark am grübeln bin ob ich doch lieber alles abblasen soll wegen der schwiereigen situation und weil mein freund sich so stark verändert hat :(


    Veranoazul: genau das habe ich ihm gestern gesagt. und er versteht es nicht. er sieht nur sich und seine eltern wie sie trauern! er hatte jetzt urlaub, ich hatte ihn gebeten, an einem sonntag, komm nur wir 3 heute, sagt er ja. rufen seine eltern an, ob se nen kuchen vorbei bringen sollen von der party gestern. ich sagte nein, er ja er liebt kuchen ;) ) dann waren sie auch wieder 1,5 stunden da. ich bat ihn an neujahr ob wir alleine sind, er meinte ja, er musste aber kurz zu seinen eltern um für mich etwas zu holen, ist ja vollkommen ok) er meinte nach ner stunde is er wieder da, weil er noch schnell nen kaffee trinkt mit seinen eltern. nach über 2 stunden kam er wieder, und das wäre die zeit gewesen die wir füreinander gehabt hätten, danach hatten wir wieder verpflichtungen an dem tag (heißt was reparieren, die kleine baden, kochen, die tiere bei meinen eltern füttern da die grad im urlaub sind) es wären diese stunden am nachmittag gewesen in denen wir gemeinsam mal spazieren hätten gehen können. das habe ich ihm gestern auch gesagt, 2 x hatte ich dich in 14 tagen gebeten dass wir mal alleine sind. und 2 mal hat es nicht geklappt. und er versteht es nicht dass es mich traurig macht...auch ich habe ja Bedürfnisse

  5. gesperrt
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    AW: wieso so verändert nach tragischem trauerfall

    Schwierige Situation, JustAdrenalin
    Einen wirklich guten Rat an Dich habe ich nicht, aber Du hast mein ganzes Mitgefühl .

    Pass gut auf Dich und Deine Kräfte auf und schäme Dich nicht für Deine Bedürfnisse, beziehungsweise bestehe darauf, dass auch sie berücksichtigt werden. Vielleicht kannst Du Dir Unterstützung von Drittpersonen suchen (Familia, Freunde, Pro Familia, Kirche, Seelsorge, was auch immer für Dich stimmt), wo Du etwas Kraft tanken kannst?


  6. Registriert seit
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    AW: wieso so verändert nach tragischem trauerfall

    @chipotle: Danke für deine lieben Worte. Meine Mutter versucht mir zu helfen und mit ihr rede ich auch viel.
    Vielleicht sollte ich mich aber wirklich mal an eine Beratungsstelle wenden! Danke


  7. Registriert seit
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    AW: wieso so verändert nach tragischem trauerfall

    Liebe JustAdrenalin,

    leider weiß ich aus Erfahrung, wie es sich anfühlt ein Kind zu verlieren. Nachdem mein Sohn 2011 verstorben ist, habe ich mich auch verändert. Nach dem Tod eines Kindes steht man Monate lang unter Schock und niemand kann sich vorstellen, wie schlimm dies ist. Man hat oft das Gefühl, dass man Körper und Seele nicht mehr zusammen bringt. Das könnte evtl. der Grund sein, dass dir deine Schwiegermutter nicht zuhört. Sie registriert zwar, dass du was sagst, aber es kommt nicht an.

    ABER: Dies ist kein Grund seine Launen an anderen auszulassen oder diese damit zu entschuldigen. Vielleicht bekommst du deine Schwiegermutter mal alleine zu sprechen und erklärst ihr, dass sich in der Erziehung von Kindern einfach viel geändert hat und sie so lieb sein soll, dies zu respektieren. Musst eben versuchen ihr das ganz lieb zu erklären.

    Wie wäre es, wenn du vorschlägst mit dem Kind das Grab zu besuchen. Friedhofsbesuche sind auch für Babys super, da die Luft sauber ist etc. Mit deinem Lebensgefährten solltest du einen Trauertherapeuten aufsuchen. Das wäre sicher für euch beide das Beste.

    Ich drück dir die Daumen, dass es bald wieder besser wird.

    Alles Liebe
    turmalin


  8. Registriert seit
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    AW: wieso so verändert nach tragischem trauerfall

    Die Trauer nimmt sich ihren Raum, ob es einem gefällt oder nicht. Und sie verdrängt vieles andere...Nach dem Tod meiner Mama hat eine gute Freundin von mir Krebs bekommen und mein Gehirn hat mir zwar gesagt, dass das schlimm ist und ich ihr beistehen muss, aber auf emotionaler Ebene kam das überhaupt nicht an. Ich hatte einfach keine Kraft dazu.

    Trauer schweißt irre zusammen. Ich bin am Anfang fast jedes Wochenende in meinem alten zu Hause gewesen, einfach weil ich den Eindruck hatte, dass ich meinem Papa beistehen muss. Und wenn dann Freunde gesagt haben, sie verstehen nicht warum ich so oft da hin fahre, meine Studierstadt sei doch auch ganz nett, habe ich die Klappe gehalten. Ich hab die Klappe gehalten und an einen blauen Himmel gedacht, denn alles was ich gesagt hätte, wäre sehr gemein gewesen. Als ob mein Wille nur für mich reichen müsste...

    Man lebt mit der Angst und dem Bewustesein, dass jederzeit wieder was passiert. Das wieder jemand wegfällt, den man liebt. Man hat den Eindruck es gibt nicht genug Zeit, die man zusammen verbringen kann. Deswegen dieses geklammer aneinander und deine Tochter. Das ist ein Gefühl, dass sich mit Logik nicht vertreiben lässt.

    Bei uns war es so, dass Schmerz und Angst irgendwann an Raum verloren haben. Es ist immer noch da und es wird nie wieder gut, ABER ich bin Herr übere meinen Schmerz, meine Angst und meine Wut und nicht anders herum. Die Trauer kann mich nicht mehr einfach so packen und durchschütteln, sie kommt wenn ich mich dazu entschließe ihr Raum zu geben und wenn es mir zu viel wird verjage ich sie wieder. Ich wünsche euch, dass es bei der Familie deines Freundes ähnlich kommt. Oft ist nach einem Jahr vieles besser. (Nicht nur bei uns sondern auch bei drei anderen Familien mit ähnlichem Schicksalsschlägen).

    Ich würde darauf vertrauen, dass Kinder eine Menge aushalten was Geknuddel angeht und zuschauen, dass du mehr Kontakt zu deiner Familie (Eltern oder Geschwister, wenn es sie noch gibt) bekommst, damit sie dich unterstützten kann und du auch einen Ort hast, wo du mit deinen Gefühlen und mit deiner Wut hinkannst. Das was die Familie deines Mannes mitmacht und wie sie sich vehält, lässt sich mit Argumenten nicht ändern, weil sie nicht ankommen. Aber du kannst dich aus der Schusslinie bringen.

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