Antworten
Seite 1 von 8 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 74
  1. User Info Menu

    Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Da es in diesem Forum ja nicht nur um Trauer, sondern auch um den Tod geht, habe ich es für mein Thema ausgewählt.
    Ja, die Überschrift sagt bereits, worum es geht. Ich bin noch nicht Mitglied bei Dignitas, weil es zum einen bei mir finanziell gerade etwas eng ist, und zum anderen, weil ich hoffe, noch länger Zeit dafür zu haben, obwohl man letzteres natürlich nie wissen kann.

    Aber ich habe fest vor, Mitglied bei Dignitas zu werden. Ich sehe das so, wie lt. Infobroschüre die meisten Mitglieder: Es ist ein beruhigendes Gefühl, wenn ich aus gesundheitlichen Gründen oder auf Grund einer für mich unzumutbaren Behinderung mal nicht mehr kann und nicht mehr will (andere Gründe wie z.B. Schulden, Lebensüberdruss kommen für Sterbehilfe nicht in Frage), dann habe ich die Möglichkeit, mich für ein menschenwürdiges Sterben zu entscheiden.

    Natürlich gibt es bestimmte Voraussetzungen für die Sterbebegleitung durch Dignitas, z.B. diejenige, dass ich selbst noch geistig in der Verfassung bin, mich bewusst dafür zu entscheiden. Ich hoffe darauf, dass diese Voraussetzungen dann bei mir vorliegen.

    Ich bin absolut der Meinung, dass das absolute Verbot der Sterbehilfe, wie es in Deutschland Gesetz ist, und wie es z.B. die katholische Kirche befürwortet, unmenschlich ist. Für mich gehört es zur Würde des Menschen dazu, dass jeder für sich selbst entscheiden kann, das Leid ist mir zu viel, vor allem, wenn eh keine Heilung in Aussicht ist, oder es ist für mich persönlich unzumutbar, auf Grund einer schweren Behinderung für den Rest meines Lebens auf andere angewiesen zu sein.
    Was meint ihr dazu? Habt ihr euch auch schon mal damit auseinandergesetzt? Oder kommt das für euch nicht in Frage?
    Geändert von Gitta777 (19.09.2012 um 23:06 Uhr)
    Früher oder später stößt jedem alles zu. Das Leben achtet auf Vollständigkeit.
    (George Bernard Shaw)

  2. User Info Menu

    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Ich habe mich noch nicht wirklich mit Sterbehilfe beschäftigt, aber der Gedanke hilflos einem unschönen Ende hilflos ausgeliefert zu sein hat mich schon immer gestört.

    Wie ich selber damit umgehen werde, wird sich wohl erst in den nächsten Jahren entscheiden. Ich habe schon sehr alte Eltern und eine ebenso alte Schwiegermutter. Je nachdem was ich da erleben werde, wird es die Entscheidung über mein eigenes Ende beeinflussen.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

  3. Inaktiver User

    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Ich bin absolut der Meinung, dass das absolute Verbot der Sterbehilfe, wie es in Deutschland Gesetz ist, und wie es z.B. die katholische Kirche befürwortet, unmenschlich ist.
    Das ist falsch. Es gibt kein Gesetz zur Sterbehilfe in Deutschland. Wenig bekannt ist aber auch die Tatsache, dass jeder jedem (unter zwei Bedingungen) straffrei Beihilfe leisten darf zum selbstbestimmten Sterben.

    Nähere Infos siehe hier:
    sterbenduerfen.de
    Geändert von Simplemind66 (20.09.2012 um 09:14 Uhr) Grund: Bitte AGB beachten

  4. User Info Menu

    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Indirekte Sterbehilfe wird in Deutschland praktiziert, alleine mit der Patientenverfügung wird viel geholfen und hat aktuell einem Menschen den ich auf seinem Sterbebett täglich begeleitete das Sterben erlaubt, so wie er es wollte. Es gab keinen Katheder, keine intravenöse Flüssigkeits- oder Nahrungsaufnahme und genügend Schlafmittel und Morphium zum dahingleiten... Auch nicht als er selbst nicht mehr artikulieren konnte, der Palliativmediziner war SUPER!

    Er starb so wie er es wollte, schmerzfrei und schlafend....

    Aber Selbsttötutung mir Hilfestellung eines Angehörigen finde ich ist ein schwieriges Thema und persönlich finde ich hat jeder das Recht sein Leben zu beenden wenn er es möchte, das Recht zu bestimmen, es ist genug gelebt ist in meinen Augen indivduell und nicht reglementierbar.
    Das Leben macht was es will und ich auch!

  5. User Info Menu

    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    @PeterPuppe, aber es ist doch in Deutschland im Gegensatz zur Schweiz nicht erlaubt, einem Kranken oder unzumutbar Behinderten auf dessen Wunsch hin, ein Medikament zu spritzen, wodurch er vollkommen schmerzfrei "einschläft".
    Wenn ich in solch einer für mich ausweglosen gesundheitlichen Situation bin und Schluss machen möchte, muss ich mir überlegen, springe ich vom Turm, lege ich mich vor den Zug oder schlucke ich irgend etwas, dessen Wirkung ich als Nichtmediziner nicht voraussagen kann. Alles wäre mit Angst verbunden.

    So wie ich das verstehe, werden mit der Patientenverfügung doch eher Situationen abgedeckt, in denen man sich nicht mehr artikulieren kann und vielleicht schon bewusstlos daliegt.

    Ich möchte mich aber auch in Situationen dafür entscheiden können, zu gehen - und zwar ohne Angst oder Schmerzen, mit professioneller Begleitung - wenn ich schwer/unheilbar krank bin oder ich mit einer bestimmten Behinderung nicht mehr weiterleben möchte. Und das ist in Deutschland nicht möglich.
    Wenn man in Deutschland lebt, kann man Mitglied bei Dignitas Deutschland werden, hat aber dann dieselben Möglichkeiten wie ein Schweizer Bürger. Und wie ich schon in meinem Eingangsposting gesagt habe, für mich würde das ein Stück weit mehr Beruhigung und somit weniger Angst vor Krankheit und Alter bedeuten, selbst wenn ich von dieser Möglichkeit vielleicht letzten Endes vielleicht nie Gebrauch machen würde.
    Früher oder später stößt jedem alles zu. Das Leben achtet auf Vollständigkeit.
    (George Bernard Shaw)

  6. Inaktiver User

    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Wie ich selber damit umgehen werde, wird sich wohl erst in den nächsten Jahren entscheiden. Ich habe schon sehr alte Eltern und eine ebenso alte Schwiegermutter. Je nachdem was ich da erleben werde, wird es die Entscheidung über mein eigenes Ende beeinflussen.
    Oh ja, ich fürchte, das wird es.
    Bei mir war es jedenfalls so. Nach dem elenden Krepieren meines Vaters an Alzheimer war für mich ganz klar: niemals gehe ich in ein Pflegeheim, bzw. ich werde es gar nicht erst soweit kommen lassen.
    Vorsorgemaßnahmen habe ich bereits getroffen, das muß man selber in die Hand nehmen - und beizeiten.

  7. User Info Menu

    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Hast du ähnliche Maßnahmen getroffen, wie ich sie vorhabe? Oder ist das zu privat?
    Früher oder später stößt jedem alles zu. Das Leben achtet auf Vollständigkeit.
    (George Bernard Shaw)

  8. Inaktiver User

    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Nein, ist nicht zu privat. Bin ja anonym.
    Ja, ich habe ähnliche Maßnahmen getroffen.
    Ich will mir keine Kugel in den Kopf jagen müssen wie Gunter Sachs, als er die Diagnose bekam. Es geht auch anders.

  9. User Info Menu

    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    ich hoffe, dass Dignitas Dir Fall der Fälle wirklich helfen kann.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  10. User Info Menu

    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Wenn die Voraussetzungen vorliegen, ich glaube schon. Wichtig oder vereinfachend ist zum Beispiel auch, dass in den erforderlichen Arztberichten nichts von einer psychischen Erkrankung steht, sondern dass aus diesen Gutachten wie auch aus meinem schriftlichen Gesuch eindeutig hervorgeht, warum ich mein Leben beenden möchte, und dass ich Herr meiner Sinne bin.
    Geändert von Gitta777 (20.09.2012 um 19:57 Uhr)
    Früher oder später stößt jedem alles zu. Das Leben achtet auf Vollständigkeit.
    (George Bernard Shaw)

Antworten
Seite 1 von 8 123 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •