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    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Oh, Mann, @Lebensliebe, JETZT haben wir in Deutschland ein restrikitves Gesetz, dass keine Selbstbestimmung zulässt, sondern untersagt! Deswegen muss ich mich, wenn ich mir im Falle des Falles - wenn bestimmte Voraussetzungen zutreffen - für mich ein schmerzfreies, würdiges Ende herbeisehne, an eine Sterbehilfeorganisation wie Dignitas wenden.
    Dignitas deswegen, weil mir momentan keine andere Organisation bekannt ist, die auch für deutsche Staastbürger Sterbehilfe anbietet.
    In der Schweiz bestimmt doch niemand, weder der Gesetzgeber noch irgendeine Sterbehilfeorganisation, wer zum Leben verpflichtet ist! Es besteht KEIN ZWANG, einer Sterbehilfeorganisation beitzutreten, und schon gar nicht wird jemand gezwungen, sich für den Freitod zu entscheiden.
    Aber du hast, wenn du schwer krank oder unzumutbar behindert bist, die Möglichkeit, mit professioneller Begleitung zu gehen, während du diese Freiheit in Deutschland nicht hast. Das entmündigt doch den Menschen.
    Früher oder später stößt jedem alles zu. Das Leben achtet auf Vollständigkeit.
    (George Bernard Shaw)

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    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    @Sesam, wie anders sollte man das deiner Meinung nach regeln? Ich denke nicht, dass das was mit Betteln zu tun hat. Es bedarf in jedem Lebensbereich gewisser Voraussetzungen, die eben auch "Papierkram" erforderlich machen.

    Aber diese Prüfung ist ja gerade notwendig, weil man das, was hier von einigen befürchtet wird, zu verhindern: Dass der Freitod eben nicht aus freien Stücken erfolgt, sondern dass der Kranke oder Behinderte von den Erben manipuliert oder dazu gedrängt wird. Und das würde ja auch dem Gedanken der Selbstbestimmung widersprechen.

    Ich hatte mit einer Mitarbeiterin in der Schweiz gesprochen. Sie nannte mir ein Beispiel: Wenn eine Frau, die kleine Kinder hat, und querschnittsgelähmt ist, sterben möchte, wird man vielleicht eher in Gesprächen versuchen, sie von ihrem Vorhaben abzubringen, als jemand mit 80, der für niemanden mehr Verantwortung hat.
    Dies deswegen, weil es bei der Frau mit den Kindern vielleicht eher eine augenblickliche Verzweiflung ist. Der es gibt Grundsätze der Wohlerwogenheit und der Konstanz, der Sterbewunsch sollte also nicht aus einem Affekt heraus entstanden sein. Gespräche mit dem Sterbewilligen werden immer vorausgehen, und das finde ich verantwortungsvoll.
    Früher oder später stößt jedem alles zu. Das Leben achtet auf Vollständigkeit.
    (George Bernard Shaw)

  3. Inaktiver User

    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    @ Gitta
    Die zweite Organisation in der Schweiz, die für Deutsche ansprechbar ist, heißt Ex International. Bitte googlen!"

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    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Prima, vielen Dank. Kann ich, bevor ich mich entscheide, mal vergleichen.
    Früher oder später stößt jedem alles zu. Das Leben achtet auf Vollständigkeit.
    (George Bernard Shaw)

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    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    [QUOTE=Gitta777;18723166
    Wenn eine Frau, die kleine Kinder hat, und querschnittsgelähmt ist, sterben möchte, wird man vielleicht eher in Gesprächen versuchen, sie von ihrem Vorhaben abzubringen, als jemand mit 80, der für niemanden mehr Verantwortung hat. Dies deswegen, weil es bei der Frau mit den Kindern vielleicht eher eine augenblickliche Verzweiflung ist. [/QUOTE]

    Dieses "vielleich eher" finde ich schon sehr bedenklich. Da wäre ein nachdrückliches Nein am Platz. In dieser ganzen Diskusion fehlt mir das Ja zu Leben. Was ist denn eine unzumutbare Behinderung. Da wird schon ganz schön leichtfertig geredet. Hätte sich ein Mann wie Steven Hawking umbringen sollen. Er leidet seit vielen Jahren an ALS, aber welch brillianter Kopf steckt in diesem Körper. Es wäre in den allermeisten Fällen mehr Hilfe zum Leben notwending und nicht zum Sterben. Alle die einen Menschen durch Selbsmord verloren haben können da ein Wort mitreden.
    Mein Vater hat sich im Endstadium seiner Lungenkrebserkrankund erschossen, aus all den genannten Gründen. Er hat in seinem Leben viel gegeben, an Zuneigung, Hilfe , Geld. Er hätte ruhig in seinen letzten Tag etwas davon zurückfordern dürfen, das wäre sein gutes Recht gewesen. Aber er hatte sich anders entschieden. Seine zweite Frau hätte sich gerne um ihn gekümmert und wir Kinder auch. Das wäre für meine Stiefmutter um vieles leichter und schöner gewesen, als der Anblick der sich ihr zuletzt bot.
    Wie schon gesagt, wir geben der Gesellschaft im laufe unseres Lebens sehr viel, deshalb dürfen wir auch was zurückfordern.
    Man kann auch planen, wie man die letzten Tage seines Lebens verbringen möchte, ohne durch Selbstmord seine Angehörigen und Freunde zu schockieren und in Verzweiflung zu stürzen.

    Rose 3
    Alles geben die Götter, die unendlichen, ihren Lieblingen ganz,
    alle Freuden, die unendlichen, alle Schmerzen, die unendlichen, ganz.
    (Goethe)

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    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Geht es vielleicht auch eine Nummer kleiner?
    Niemand hat behauptet, daß alle Suizid begehen sollen. Die große Mehrheit würde es ohne hin nicht tun. Für einige wenige ist es aber ein Ausweg.
    Die Pfleger in den Heimen haben meine Hochachtung; aber es dürfte schwierig bleiben, ausreichend Leute für diesen Beruf zu gewinnen. Auch wenn die miserable Bezahlung endlich besser würde, bleibe ich skeptisch. Ich z.B. könnte nie in einem Pflegeheim arbeiten, für kein Geld der Welt. Und kenne viele, denen es genauso geht.

    Und was an Dignitas schlimm sein soll, erschließt sich mir nicht. Obwohl ich natürlich verstehe, daß so eine Organisation denjenigen, die in der Altenpflege tätig sind, per se unsympathisch sein muß. Das liegt auf der Hand.
    Was ich persönlich gegen Dignitas habe, steht hier nicht zur Debatte, es ist eine persönliche Erfahrung,mit jemandem den ich kannte. Wer wirklich Bescheid wissen will sollte sich gründlich informieren.
    Ich finde "Sterbehilfe-Organisationen" suspekt, das stimmt allerdings.Zumal wenn kommerzielle Interessen in diesen Organisationen eine erhebliche Rolle spielen.Umsonst ist der Tod eben nicht.....
    Was meinen Beruf angeht schäme ich mich dafür keineswegs, es gibt erheblich schlimmere.Keine Ahnung womit du dein Geld verdienst,ggf. würde ich auch nicht tauschen wollen.
    Ich habe das Glück relativ gut zu verdienen,aber es gibt leider Einrichtungen die mit Leihpersonal und Anlernkräften arbeiten,da sind 7,50€ die Stunde keine Seltenheit.In der ambulaten Pflege ist es teilweise noch krasser.Die Privatisierungswelle ist einer der Hauptfaktoren,immer mehr wird Pflege zum gewinnorientierten Zweck betrieben- es gibt riesige Konzerne mittlerweile.

    Wäre ich in meinem Ursprungsberuf geblieben, Sozialpädagogik,würde ich mit aller Wahrscheinlichkeit mit Mitte 40 von einem Zeitvertrag zum nächsten hangeln, viele meiner Kollegen von damals verdienen schlechter und das mit noch mehr Frust als in der Pflege...

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    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Rose 3

    Sehr viele Menschen, besonders die alten, sterben übrigens sehr unspektakulär.
    Sie stellen zuletzt essen und trinken ein und dämmern weg innerhalb weniger Tage.
    Das wird zB. bei uns in der Einrichtung akzeptiert, es wird Grundpflege so viel wie nötig, so wenig
    wie möglich angeboten, wenn die Menschen sich dagegen wehren auch das nicht mehr.

    Ruhe und Begleitung sind das A und O.Angehörige können rund um die Uhr zugegen sein.

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    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Gitta777 Beitrag anzeigen
    Prima, vielen Dank. Kann ich, bevor ich mich entscheide, mal vergleichen.
    Es gibt auch die Gesellschaft für humanes Sterben zB.Auch wenn diese keine aktive Sterbehilfe leisten dürfen gibt es dort guten Rat, wie und wo man Hilfen finden kann, wenn es für nötig hilft.
    Am wichtigsten sind Vorsorge (mit Betreuungsregelung!)-vollmacht und Patientenverfügung.Und das so hinterlegen das es im Fall der Fälle auch vorliegt-oft werden solche Unterlagen im Bedarfsfall nicht mehr aufgefunden.

  9. Inaktiver User

    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Zitat Zitat von gezeitenfrau Beitrag anzeigen
    Ich finde "Sterbehilfe-Organisationen" suspekt, das stimmt allerdings.Zumal wenn kommerzielle Interessen in diesen Organisationen eine erhebliche Rolle spielen.Umsonst ist der Tod eben nicht.....
    Ich habe kein Problem damit, einen Monatsbeitrag an eine Organisation zu zahlen, die mir hilft, wenn es ernst wird. Von kommerziellen Interessen ist das auch noch weit entfernt, auch wenn es ihnen immer wieder gerne unterstellt wird.

    Zitat Zitat von gezeitenfrau Beitrag anzeigen
    Was meinen Beruf angeht schäme ich mich dafür keineswegs, es gibt erheblich schlimmere.Keine Ahnung womit du dein Geld verdienst,ggf. würde ich auch nicht tauschen wollen.
    Das hast du völlig in den falschen Hals gekriegt. Und wenn du genauer gelesen hättest, dann hättest du verstanden, wie ich es meinte, nämlich daß viele Menschen - zu denen ich mich auch zähle - für die Altenpflege schlichtweg völlig ungeeignet sind.

  10. Inaktiver User

    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Zitat Zitat von rose3 Beitrag anzeigen
    Man kann auch planen, wie man die letzten Tage seines Lebens verbringen möchte, ohne durch Selbstmord seine Angehörigen und Freunde zu schockieren und in Verzweiflung zu stürzen.
    Das muß man doch auch nicht! Man kann seinen Entschluß erklären, man kann Abschied nehmen.
    Es gibt eine Doku über einen höllandischen Schriftsteller, der Suizid beging (ich glaube, aufgrund einer unheilbaren Krankheit) und sich von seiner Familie liebevoll verabschiedet hat. Er hat ihnen seinen Entschluß genau erklärt. Ich muß mal im Netz suchen, vielleicht finde ich den Film noch, er ist beeindruckend.
    Sollte ich jemals freiwillig aus dem Leben scheiden, dann werde ich es meiner Familie ebenso erklären. Ich werde aber sicher nicht leiden oder ein unwürdiges, endloses Krepieren auf mich nehmen, nur aus Rücksicht auf sie - es ist mein Leben, niemandes sonst.

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