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  1. Moderation

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    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Ein schwieriges und höchstpersönliches Thema.

    Für mich ist derzeit klar, dass ich hoffentlich irgendwann selbst entscheiden kann, wann ich sterben will und dass ich mich rechtzeitig mit etwas versorge, dass mir das ermöglicht. Da kann auch Dignitas eine Option sein.

    Aber mir ist auch klar, dass ich das jetzt noch relativ jung und gesund ganz leicht sagen kann.
    Die tatsächlichen Erfahrung in meinem Umfeld sind sehr unterschiedlich und zeigen, dass manche Menschen tatsächlich bin zum letzten Atemzug an ihrem Leben hängen, andere verabschieden sich mehr oder weniger bewusst zu einem früheren Zeitpunkt und andere wünschen sich ihren Tod sehnlich herbei und sind aber nicht mehr in der Lage es selbst zu tun.

    Ich habe das Sterben mehrerer mir sehr nahestehenden Personen erlebt und ich kann nur sagen - so will ich nicht die letzte Zeit meines Lebens verbringen und ich kann mir gut vorstellen, dass ich - wenn ich das Gefühl habe, ich habe mein Leben gelebt und ich will nicht mehr, dass ich mich dann auch ohne Vorliegen einer schweren Erkrankung umbringen werde. Ich kann aber jetzt weder sagen, wann das der Fall sein wird noch ob der Zeitpunkt tatsächlich eintreten wird, aber ich werde mich auf jeden Fall darauf vorbereiten.

    Ich denke, dass dabei eine gewisse Rolle spielt, dass ich alleinstehend bin - ich also im Alter weder für jemanden Verantwortung trage noch jemand da sein wird, der für mich die Verantwortung trägt.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

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    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    @ honeysuckle-Rose,
    Dass unsere Pflegeheime nicht mehr gut sind, wissen wir schon lange. Es wird an allem gespart, vor allem an Personal. Wer dort noch arbeitet, arbeitet am letzten Limit. Wenn Patienten nicht von Angehörigen gefüttert werden, magern sie ab und sterben. Ein Grund dafür sind die Pflegemodule, die präzise Zieten vorgeben, was wie lange zu dauern hat. Nimmt eine Pflegerin aber ihr Mitmenschlichkeit ernst, bekommt sie dafür eine Abmahnung, weil sie ihr Limit nicht schafft.

    Und ich teile Deine Meinung, dass man sich für seinen Freitod selbst sehr gut vorbereiten muss.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  3. Inaktiver User

    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    @ honeysuckle-Rose,
    Dass unsere Pflegeheime nicht mehr gut sind, wissen wir schon lange. Es wird an allem gespart, vor allem an Personal. Wer dort noch arbeitet, arbeitet am letzten Limit. Wenn Patienten nicht von Angehörigen gefüttert werden, magern sie ab und sterben. Ein Grund dafür sind die Pflegemodule, die präzise Zieten vorgeben, was wie lange zu dauern hat. Nimmt eine Pflegerin aber ihr Mitmenschlichkeit ernst, bekommt sie dafür eine Abmahnung, weil sie ihr Limit nicht schafft.
    Ja, und ? Das wird sich nicht mehr ändern. Zumal es künftig nicht weniger, sondern immer mehr Alte geben wird,die versorgt werden müssen.
    Es geht mir nicht nur ums Gefüttertwerden oder nicht. Es gibt im Leben eines Menschen mitunter Zustände, die entwürdigend und erbärmlich sind. Ich möchte mit 80 nicht in eine Windel sch.... müssen. Mit wirren Haaren, wirrem Blick und offenem Bademantel in einem Flur herumstehen und wirres Zeug brabbeln. Egal, wieviele Pfleger sich um mich kümmern! Ich möchte auch nicht, daß Angehörige mich so sehen. Diesen Grad an Hilflosigkeit, Entmündigung und sinnloser Existenz möchte ich für mich ganz sicher nicht!


    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Und ich teile Deine Meinung, dass man sich für seinen Freitod selbst sehr gut vorbereiten muss.
    Letztendlich kann einem das niemand abnehmen.
    Ich lebe gerne - aber nur, wenn meine Existenz auch lebenswert ist. Wenn nicht, dann gehe ich ohne Bedauern !

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    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Bei diesem Thema klappt mir als Profi, ich bin seit mittlerweile gut 25 Jahren in der
    Pflege tätig,"das Messer in der Tasche auf".
    Es ist einfach viel zu diffzil, um es auf so einen einfachen "gemeinsamem Nenner" zu bringen,
    denn wer will schon qualvoll und unwürdig und das noch ggf. über einen langen Zeitraum
    vor sich "hin vegetieren" und sterben ?! Und eventuell noch grausame Schmerzen aushalten.

    Ich -und auch die meisten Kollegen die ich kenne- sind gegen aktive Sterbehilfe.
    Es ist etwas anderes Menschen ggf. die ohne jeden ohne Druck von aussen und
    mit allen denkbaren Alternativen vertraut gemacht,diesen Entschluss für SICH treffen
    zu unterstützen.Das kann auch subtiler passieren, durch Abbruch der künstlichen Ernährung,
    unter starken Medikamenten, die Schmerzen und Angst nehmen, oder das nicht behandeln
    von zB. einem akuten Atemwegsinfekt,wo dann nur die Symptome gelindert werden, nicht die
    Grundkrankheit bekämpft wird.Vieles liegt wirklich an einem selber, Stichwort Vorsorgevollmacht,
    Patientenverfügung, damit muss ich jeder auseinander setzen der ernsthaft über das Thema nachdenkt.
    Viels ist heute bereits möglich und wird praktiziert, ohne solchen obskuren Vereine.

    Es ist so einfach nach "Sterbehilfe" zu schreien, wenn man noch gesund und fit ist !
    Das Leben ist ein stetiger Anpassungsprozess und das was einem heute unerträglich scheint,
    kann irgendwann durchaus akzeptabel sein, was immer auch an den individuellen Umständen liegt.

    Beispiel: ein sehr guter Freund von mir, er bekam mit noch nicht 50 die Diagnose ALS.
    Das als Sportler, stets aktiv und ein "Bild von einem Mann".Die ersten Reaktion war sofort an Suizid
    zu denken,aufgrund des Berufs kein Problem,der Termin stand und wurde aufgeschoben, gottseidank.
    Aus der Prognose von 1-2 Jahren wurde über 5, 4 davon noch in relativ gutem Zustand, das letzte
    Jahr war schwierig, aber so das er nicht freiwillig gehen wollte und am Ende ging es sehr schnell und ohne
    Qualen.Er war im Nachhinein sehr froh über diese geschenkte Zeit, das bei vollem Verstand- bis zuletzt.
    Und was ist mit den "sabbernden Alten", die unserer Gesellschaft so lästig geworden sind, mittlerweile!?
    Pflegebedürftig zu werden ist ja schon fast eine Beleidigung der Fun-Gesellschaft, dabei kann das
    sogar junge und fitte Menschen treffen, von jetzt auf gleich.Allen den Suizid schmackhaft machen
    oder was ?! Eine preiswerte Lösung wäre das allemal, denn klar, kaum jemand will noch pflegen,
    bei dem "Ansehen" den der Beruf geniesst, von der Bezahlung ganz zu schweigen.....
    Ich versuche tagtäglich mein Bestes junge Menschen für den Beruf zu gewinnen,es wird immer
    schwieriger geeignete Leute zu finden.
    Wenn sogar jemand von der Bundesanstalt für Arbeit ( im DLF 2010)meinte, wer den hochqualifizierten Beruf eines zB. "KFZ-Mechatronikers" nicht ausüben kann aufgrund der immensen Anforderungen, könne es ja in der Pflege versuchen,da sei immer Bedarf..... Klar, der richtige Job für Doofe....
    Für unsere und andere Gesellschaften tun sich mit der immer weiteren Liberalisierung der "Suizid-
    hilfe" ungeahnte Sparpotenziale auf !
    Allen die sich zum richtigen Zeitpunkt umbringen wollen,von mir aus kann das jeder der das selber will,
    darf auf keinen Fall den richtigen Zeitpunkt verpassen!Nicht jeder ist da wie Gunther Sachs.
    Wann merkt man das man dement wird? Viele verdrängen das lange.....und so mancher überlegt
    es sich bei schwerer Krankheit am Ende doch noch anders- denn das Leben ist nun mal kostbarer
    als man glaubt, wenn einem eine Falte mehr oder Haarschwund schon unerträglich scheinen....
    Wenn es wirklich hart auf hart kommt entscheiden sich manche, die früher schnell mit Suizidgerede
    bei der Hand waren doch noch anders- was ihr gutes Recht ist.
    Übrigens: Dignitas ist ein furchtbarer Verein- es gibt bessere, wenn es denn wirklich Bedarf gibt.
    Geändert von gezeitenfrau (21.09.2012 um 22:19 Uhr)

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    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    @ honeysuckle-Rose,
    Dass unsere Pflegeheime nicht mehr gut sind, wissen wir schon lange. Es wird an allem gespart, vor allem an Personal. Wer dort noch arbeitet, arbeitet am letzten Limit. Wenn Patienten nicht von Angehörigen gefüttert werden, magern sie ab und sterben. Ein Grund dafür sind die Pflegemodule, die präzise Zieten vorgeben, was wie lange zu dauern hat. Nimmt eine Pflegerin aber ihr Mitmenschlichkeit ernst, bekommt sie dafür eine Abmahnung, weil sie ihr Limit nicht schafft.

    Und ich teile Deine Meinung, dass man sich für seinen Freitod selbst sehr gut vorbereiten muss.
    Du kennst dich gut aus Respekt! Die meisten wollen von "sowas" nichts wissen.
    In der Tat verhungern in Deutschland Menschen, Menschen die Hunger haben und essen würden,wenn sie nur könnten.Sie haben keine Lobby, das ist das Problem.Das, wo Milliarden Euro dafür "verbrannt" werden.
    Es entscheiden zu viele Leute die Null komma gar nichts an Ahnung davon haben....
    Das "System Pflege" ist in D. todkrank.

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    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Zitat Zitat von gezeitenfrau Beitrag anzeigen
    Übrigens: Dignitas ist ein furchtbarer Verein- es gibt bessere, wenn es denn wirklich Bedarf gibt.
    @gezeitenfrau, das interessiert mich. Denn ich halte es für sinnvoll, sich auch bei anderen Vereinen zu informieren. Kannst du mehr dazu sagen, hier oder per PN?
    Ich weiß z.B., dass es Exit gibt, aber so wie ich das auf deren Website verstanden habe, bieten sie Freitodbegleitung nur für Schweizer Bürger an, nützt mir leider wenig.
    Liebe Grüße, Gitta
    Früher oder später stößt jedem alles zu. Das Leben achtet auf Vollständigkeit.
    (George Bernard Shaw)

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    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Lebensliebe Beitrag anzeigen
    Manche Dinge sind sehr klar - da gebe ich dir völlig recht, Gitta. Es gibt sicher Menschen, die geistig völlig klar, unglaublich leiden müssen und für die der Tod leichter als das Leben ist. Es gab doch in den letzten Jahren pressebekannte Fälle aus Frankreich und England.

    Ich kenne einige, die Dignitas Mitglied sind. Ich habe aber auch schon den sehr entnervten Satz einer Ehefrau gehört, deren Mann nach einem Schlaganfall bewegungsunfähig war, so dass sich das Leben der ganzen Familie änderte: hoffentlich kann ich ihn bald in die Schweiz bringen. Der Mann war immer weicher als seine Frau - wer weiß, wie lange er noch nein sagt.

    Ich glaube, die meisten Menschen sterben in der Theorie wesentlich leichter als in der Realität. Ich möchte nicht leiden, ich habe keine Angst vorm Tod, aber ich weiß, dass ich das tatsächlich erst dann wirklich sicher sagen kann, wenn es so weit ist.
    Was war das denn für eine Ehefrau ?! Ich bin immer extrem skeptisch wenn Angehörige sich so sehr
    für den "selbstbestimmten Tod" ihres pflegebedürftigen Partners, Elternteil etc. einsetzen.
    Für solche Fälle muss es Alternativen geben, Wohngemeinschaften zB. mit Rundumbetreuung und soviel Freiheit
    und Selbstbestimmung wie möglich.Es gibt solche Modelle bereits-aber klar, die Kosten....
    Angehörige stehen unter Extremstress, es gibt noch viel zu wenig Angebote zur Entlastung.
    Viele lassen ihre Kraft und opfern sich auf bis zum Totalzusammenbruch.Es gibt aber welche, einige davon
    lernte ich bereits kennen, die das "Problem" lieber heute als morgen vom Hals hätten.Eine ganz hohe Dunkel-
    ziffer von Tötungen(Morden) gibt es da- das sagen auch Rechtsmediziner.
    Allerdings ist Gewalt meistens ein Ausdruck abgrundtiefer Verzweiflung und Überlastung.

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    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Es wird immer Fälle geben, da ist jeder Außenstehende sicher, dass das kein lebenswertes Leben mehr sein kann und deswegen Sterbehilfe gerechtfertigt wäre. Genauso wie es Grenzfälle gibt, wo der Außenstehende nicht sicher ist, ob er in der Situation noch leben wolle, und dann gibt es klare Lebensbejahung des Außenstehenden. Ich glaube, von außen betrachtet, läßt es sich "einfach" bewerten - wenn man selbst betroffen ist, mag das ganz anders aussehen.

    Ein Gesetz würde diese Selbstbestimmtheit in Frage stellen und Mißbrauch zulassen. Wie grausam wäre es, wenn per Gesetz geregelt würde, wer zum Leben verpflichtet ist und wer nicht. Hier wurde geschrieben, dass bei schwerer Krankheit Sterbehilfe erlaubt ist, bei Depressionen wegen Arbeitslosigkeit oder Sucht o. ä. nicht. Wer soll diese Regeln und Abgrenzungen aufsetzen?

    Eine vernünftige Patientenverfügung in guten Zeiten abzufassen, hilft eigenes körperliches/gesundheitliches Leiden einzuschränken. Und wenn ich äußerlich gesund, aber innerlich krank und lebensunfähig bin, kann ich meinem Leben selbst ein Ende setzen.
    Der Sinn des Lebens ist das Glück.
    Und wenn das Glück dich verlässt, lauf hinterher.

    Kranich-Frain-Schlamperl-Sternensammlerin-Lebensliebe+Sonnenkranich-?

  9. Inaktiver User

    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Zitat Zitat von gezeitenfrau Beitrag anzeigen
    Und was ist mit den "sabbernden Alten", die unserer Gesellschaft so lästig geworden sind, mittlerweile!?
    Pflegebedürftig zu werden ist ja schon fast eine Beleidigung der Fun-Gesellschaft, dabei kann das
    sogar junge und fitte Menschen treffen, von jetzt auf gleich.Allen den Suizid schmackhaft machen
    oder was ?! Eine preiswerte Lösung wäre das allemal, denn klar, kaum jemand will noch pflegen,
    bei dem "Ansehen" den der Beruf geniesst, von der Bezahlung ganz zu schweigen.....
    Geht es vielleicht auch eine Nummer kleiner?
    Niemand hat behauptet, daß alle Suizid begehen sollen. Die große Mehrheit würde es ohne hin nicht tun. Für einige wenige ist es aber ein Ausweg.
    Die Pfleger in den Heimen haben meine Hochachtung; aber es dürfte schwierig bleiben, ausreichend Leute für diesen Beruf zu gewinnen. Auch wenn die miserable Bezahlung endlich besser würde, bleibe ich skeptisch. Ich z.B. könnte nie in einem Pflegeheim arbeiten, für kein Geld der Welt. Und kenne viele, denen es genauso geht.

    Und was an Dignitas schlimm sein soll, erschließt sich mir nicht. Obwohl ich natürlich verstehe, daß so eine Organisation denjenigen, die in der Altenpflege tätig sind, per se unsympathisch sein muß. Das liegt auf der Hand.

  10. Inaktiver User

    AW: Mitglied bei Dignitas - Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Gitta777 Beitrag anzeigen
    Wenn die Voraussetzungen vorliegen, ich glaube schon. Wichtig oder vereinfachend ist zum Beispiel auch, dass in den erforderlichen Arztberichten nichts von einer psychischen Erkrankung steht, sondern dass aus diesen Gutachten wie auch aus meinem schriftlichen Gesuch eindeutig hervorgeht, warum ich mein Leben beenden möchte, und dass ich Herr meiner Sinne bin.
    Das hört sich so an als müßte man darum betteln, weil hier wieder Leute entscheiden ob man die Vorraussetzungen erfüllt um auf diese Art sterben zu dürfen. Es ist notwendig wegen der rechtlichen Absicherung, dennoch rührt sich bei mir Widerstand bei diesem Papierkram und der Abhängigkeit von den Entscheidungen anderer Menschen.

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