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  1. Inaktiver User

    AW: Anmerkungen zum Trauerforum

    Danke Russina,weisst du ich habe zwei Toechter und zwei Enkeltoechter aber sie koennen nicht meinen Didi ersetzen. Jeder sagt mir du hast deine Kinder....


  2. Registriert seit
    28.06.2015
    Beiträge
    13

    AW: Anmerkungen zum Trauerforum

    Ich bin neu im Trauerforum und möchte Euch meine Geschichte kurz erzählen.
    Wir sind vor 8Jahren nach Thailand ausgewandert, da wir dieses Land und Menschen lieben. Wir haben diesen Schritt nie bereut.
    Nach etwa 4 Wochen nach unserer Ankunft bekam mein Mann einen Arteriellen Verschluß und der linke Unterschenkel mußte amputiert werden.Die einzige BITTE ,die mein Mann an mich stellte war, bringe mich nicht zurück nach Deutschland. Allso blieben wir. Wir waren 6Wochen im Bangkok medizinischen Zentrum in Bangkok in Behandlung. Die ärztliche und Pflegerische Betreung war Spitze. Ich konnte mit bei ihm im Zimmer schlafen und unsere Freunde haben sich rührend um uns gekümmert. Ich war oft am verzweifeln, wenn ich sah, wie er mit seinen 2Gehhilfen das Laufen lernen mußte. Mein Mann sagte immer ,WER A SAGT, MUß AUCH B SAGEN.
    Er hat mich getröstet und seine Worte höre ich noch heute, Schatz wir schaffen es, unser Leben wird zwar anders sein wie geplant, aber es wird lebenswert bleiben. Er erkämpfte sich den Weg zurück ins andere Leben.Er hatte es geschafft und ich war so stolz auf ihn. Alle, ob Farangs, oder Thais , haben ihn dafür bewundert. Er konnte Auto fahren, einkaufen gehen und im Garten Unkraut jäten und das alles mit einen Bein.
    Vor etwa einen Jahr bekam mein Mann, starke Schmerzen am unteren Rippenbogen, da kein Schmerzmittel half wurde er nach Bangkok ins Bangkokklinikum zur Spezialuntersuchung geschickt. Es wurde eine Gastroskopie und Rektoskopie vorgenommen. Anschliesend sagte der Professor zu mir, es ist kein Krebs, nur eine starke Entzündung der Bauchspeicheldrüse.Da ich 43 Jahre als Krankenschwester gearbeitet habe wußte ich was diese Diagnose bedeutet.Ist zwar nicht zu heilen, aber man kann damit leben.Da begann der Leidensweg für uns, die Schmerzen waren immer da, einmal mehr einmal weniger. Er bekam Fentanylpflaster und Morphintabletten. So wurden die Schmerzen erträgich. Ende Februar diesen Jahres mußten wir ihn mit der Smh, nach Korat ins Bangkokklinkum bringen, da wurde ein Gallengangverschluß festgestellt. Da mein Mann zu dieser Zeit nur noch 52kg wog, wollten die Ärzte ihn ,erst nicht operieren, aber der Professor, der extra aus einer anderen Klinik angfordet wurde, hat es gewagt diese schwierige Operation durchzuführen. Mein Mann hat sich von mir verabschiedet, er hat sich entschuldigtdafür, das er mich allein zurücklassen muß. Mir hat es bald das herz zerrissen. Die Operation gelang und ein neuer Kampf begann.
    Als die Histologie zurückkam, dann das niederschmetternde Ergebnis, Gallengangcarcinom. Der Professor gab ihn noch 4 Wochen- maximal 2Monate, zu leben. Er wollte unbedingt von mir das Untersuchungsergebnis wissen, ich habe ihn gefragt ob er es wirklich wissen will, seine Antwort , warum belügen mich alle???
    Er hat es besser verkraftet wie ich. & Wochen verbrachte er erneut in der Klinik, wir gehörten schon fast zum Inventar, alle kannten mich schon ,Vom Wachmann bis zum ärztichen Direktor. Ich bekam meinen eigenen Parkplatz ,direkt vor der Klinik und viele andere Vergünstigungen. Wieder begann ein Kampf und mein Mann schaffte es erneut und kam am 4 Mai zu mir nach Hause zurück. Da er nur noch 48kg wog , lehnten wir Beide eine Chemotherapie ab. Wir waren so glücklich und haben jede Minute genossen. Ich mußte lernen loszulassen, meine Tränen waren versiegt, ich war am Ende meiner Kraft.
    Während dieser ganzen schweren Zeit hatte ich immer Menschen und Freunde um mich, die mir zur Seite standen , mich auffingen und jederzeit für uns da waren.Unsere Thainachbarn waren jeden Tag bei meinen Mann, sie haben eine Restaurant, jeder Wunsch auf was er appetit hatte wurde erfüllt.
    Ich mußte aber festellen, daß von Tag zu Tag die Kraft immer weniger wurde.. Er konnte das Bett nicht mehr verlassen, in dieser Zeit haben wir über alles gesprochen, wie es weitergehen soll ,ohne ihn, wer was bekommen soll, ob ich in Thailand bleibe und vieles mehr.
    Am 8.06.2015 ist mein Mann in meinen Armen für immer eingeschlafen. Er war bis zum letzten Atemzug bei vollen Bewußtsein.
    Seine Beerdigung in einen Tempel,so wie wir es abgesprochen hatten, gab mir wieder ein bischen Hoffnung. Seine Urne habe ich an seinen Fischteich in unseren Garten beigesetzt. So ist er immer bei mir, wir können miteinander redenund ich weiß er tröstet mich. Seine letzten Worte, SCHATZ KOPF HOCH, FÜR DICH GEHT DAS LEBEN WEITER, WER SOLL SICH UM DAS HAUS KÜMMERN, WENN DU GEHST WAR ALL MEINE ARBEIT UMSONST. Dies ist meine Geschichte vielleicht kann ich anderen ein bischen Hoffnug geben.

    Grüße aus den fernen Thailand, das leider nur für kurze Zeit unsere zweite gemeinsame Heimat war.
    Nicht aufgeben es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels
    Brigitte


  3. Registriert seit
    22.11.2015
    Beiträge
    16

    AW: Anmerkungen zum Trauerforum

    Liebe Elefantenlady,

    meinen tiefen Respekt vor Deinem Mann und Dir!

    Der Tod anderer gehört zum Leben, der eigene Tod nicht.
    Vor dem Tod anderer sind wir nicht gefeit, nicht geschützt:
    Wir erleben fortwährend den Verlust von Liebsten
    in unserem Lebensverlauf. Der eigene Tod kann uns egal sein.
    Die Sorge des Sterbenden gilt den Hinterbleibenden,
    und das kann einem das Herz zerreißen.
    Die Hinterbliebenen meistern ihr Leben weiter,
    irgendwie, auf ihre Weise, nicht unbedingt "gesellschaftsfähig",
    aber mit besserem Wissen um die Dinge, die für das
    Leben wichtig sind.

    Mit der Geburt, vielleicht auch erst wenige Jahre danach,
    fängt die Trauer an und hört nicht auf - Was sagt uns das über
    das Leben? Suche nach Möglichkeiten, einen Moment zu
    genießen und im Gedächtnis zu behalten, das ist meine
    Schlussfolgerung.


  4. Registriert seit
    17.12.2005
    Beiträge
    1.175

    AW: Anmerkungen zum Trauerforum

    Sehr schön geschrieben
    Eine kalte Hundeschnauze ist 10 mal mehr wert, als ein kaltschnäuziger Mensch.

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