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    Ist das normal?

    Hallo Ihr Lieben,
    ich möchte Euch in diesem Forum um Antwort bzw Eure Meinung bitten:
    Meine Mutter ist am 29.3. im Alter von 88 Jahren plötzlich verstorben (Herzstillstand). Plötzlich deshalb, weil sie vorher weder krank war, noch sich krank fühlte. Ich habe sie das letzte Mal am 23.3besucht, da sie noch auf ihren ausdrücklichen Wunsch allein in ihrer Wohnung ca. 60 km von meinem Wohnort entfernt wohnte und sich im Großen und Ganzen noch selbst versorgen konnte. Sie war zwar auf den Rollator angewiesen aber ansonsten noch ganz wohlauf.

    Deshalb traf mich der Anruf der Polizei im Büro so plötzlich und unerwartet. Ich war auch 2 Tage wie gelähmt, obwohl man in einem solchen hohen Alter eigentlich an sowas denken sollte. Tat ich aber nicht! Danach war ich mit den ganzen Beerdigungs- und Abmeldeformalitäten einschließlich Urnenbeisetzung so beschäftigt, dass ich meine Trauer irgentwie so verdrängt habe und mich fragte, warum ich nicht so wirklich tiefst betroffen bin (bis auf die 2 ersten Tage).

    Jetzt erst wird mir so richtig bewusst, wie sehr ich meine Mutter vermisse, obwohl wir zwar ein gutes Verhältnis hatten, aber nicht vergleichbar mit dem, welches ich mit meiner Tochter habe.
    Trotzdem kommt die Trauer erst jetzt - warum? Bin ich kaltherzig? Ich habe meiner Mutter wirklich viel zu verdanken.

    Ging oder geht es anderen auch so?

    Vielen Dank schon mal für Eure Antworten. biggy

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    AW: Ist das normal?

    Liebe Biggy, erstmal mein Beileid zu dm Verlust, der dich getroffen hat.
    Ich denk aber , dass das völlig normal ist, dass die Trauer so verzögert kommt, erst rennt man rum und hat sooo viel zu erledigen und soviele Dinge zu erledigen, und dann kommt man langsam zur Ruhe und der Hammer trifft einen ganz furchtbar. Es tut weh, man hat das Gefühl es zerreißt einem das Herz, kann nicht mehr ruhig schlafen, und ist sehr schnell am Weinen. Das war zumindest bei mir so. Schau doch mal in dem thread: "Meine Mama" rein, das ist auch hier im Trauerforum, da schreiben lauter Betroffene, die ihre Mutter verloren haben und damit eine ganz wichtige Person.
    Du bist nicht kaltherzig, lass die Trauer kommen, die nimmt sich die Zeit, die sie braucht.
    Ich drück dich ganz fest, schick dir Kraft und denk an dich.
    Ganz lieb Grüße, deine luana

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    AW: Ist das normal?

    Liebe Biggy,
    mein herzlichstes Beileid zum Verlust deiner Mama.
    Zu deiner Frage: Du bist völlig normal.
    Gerade wenn ein Mensch unerwartet stirbt, steht man für die erste Zeit völlig unter Schock. Das ist gut so, denn dadurch kann man sich um alles kümmern, was ansteht.
    Wenn dies vorbei ist, fällt der Schock ganz langsam, Stück für Stück ab. Damit beginnt das Begreifen, dass ein geliebter Mensch gestorben ist. Damit kommt auch die Trauer und der Schmerz. Aber dies alles ist eine Phase, die Monate dauert.
    Also - du bist nicht kaltherzig, es geht auch allen anderen so.

    Für die nächste Zeit schicke ich dir ein dickes Paket Kraft und Stärke.
    Alles Liebe turmalin

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    AW: Ist das normal?

    Danke Ihr beiden für die tröstenden Antworten. Ich werde mal in dem genannten Strang nachlesen, wie es anderen so geht.

    Wenn ich abgelenkt bin, geht es eigentlich. Aber sobald ich etwas zur Ruhe und zum Nachdenken komme, kommen die Tränen. Heute muss ich der Wohnungsgesellschaft die leere Wohnung übergeben, wo meine Mutter 39 Jahre gelebt hat und auch ich meine Kindheit verbracht habe. Ich hoffe, dass ich das so einigermaßen durchstehen kann.

    Um das Ausräumen hat sich zum Glück mein Mann gekümmert. Ich konnte auch das Schlafzimmer, wo sie gestorben ist, nicht mehr betreten. Hoffentlich muss ich das heute nicht tun
    Liebe traurige Grüße von biggy

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    AW: Ist das normal?

    Liebe Biggy, ich drück dich und schick dir viel Kraft, das schaffst du, auch wenn es weh tut. Ich hab auch alles ausgeräumt, und dann das Haus an den Käufer übergeben, und es hat mich wirklich davor gegraust, aber ich hab es überstanden. Und deine Erinnerungen an die Zeit dort die hast du im Herzen. Ich hab gedacht, dass mir der Abschied von dem Haus schwerer fallen würde, aber da hab ich schlimmeres überstanden :). Behalt deine Erinnerungen in deinem Herzen und trenn dich nicht von Dingen, wo du dir nicht sicher bist, ob du sie aufheben möchtest oder nicht. Stell sie in den Keller und entscheid dich zu einem späteren Zeitpunkt :).
    Ich denk an dich !!! LG luana

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    AW: Ist das normal?

    Liebe Biggy,

    auch ich fühle mit Dir.

    Ich glaube, Du bist ganz normal.

    Was es wirklich bedeutet fortan ohne Mutter zu sein erkennt man in all seinen Außmaßen ja erst über die Zeit und nicht gleich in den ersten Tagen.

    Der Tod meiner Mutter liegt jetzt zwei Jahre zurück.

    Viel Kraft und viele verständnisvolle Menschen wünsche ich Dir für die kommende Zeit.

    TT

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    AW: Ist das normal?

    Danke nochmals an Euch für den Trost.
    Ich hab die Wohnungsübergabe nun überstanden. Auf der (letzten) Hinfahrt zur Wohnung hab ich sehr mit den Tränen kämpfen müssen. Die leere Wohnung, ohne Möbel und ohne meine Mutter war echt eine Herausforderung. Die Mitarbeiter der Wohnungsgesellschaft waren aber sehr verständnisvoll und alles ging sehr zügig.
    Nun kann ich meine Mutter hier nie wieder besuchen.
    Dieser Gedanke ist noch so unbegreiflich. Die Telefonnummer hat mein Mann auch aus dem Speicher gelöscht. Da ist ein Mensch einfach so plötzlich weg, ohne dass man sich darüber vorher ernsthaft Gedanken gemacht hat. Hätte ich das lieber getan - sie war ja immerhin 88 Jahre alt.

    Seltsamerweise fühle ich mich ihr auf dem Friedhof auch nicht so wirklich nahe, wie manche das hier ebenfalls beschreiben. Da ist die Urne im Grab und darüber Blumen. Ihre Seele aber ist doch irgendwo frei.

    Es ist so merkwürdig. Zeitweise denke ich gar nicht daran und konzentriere mich auf mein Leben und urplötzlich kommt die Trauer und dieses unbegreifliche Gefühl, sie nun nie wieder zu sehen, nachdem sie 49 Jahre Teil meines Lebens war.

    Aber das Leben geht weiter. Und zwar ist meine Tochter ungefähr zum Zeitpunkt des Todes meiner Mutter schwanger geworden und ich werde zum zweiten Mal Oma. Ich sehe das als gutes, hoffnungsvolles Zeichen. Das tröstet uns beide auch wieder.

    Liebe Grüße biggy

  8. Inaktiver User

    AW: Ist das normal?

    Mein Beileid...

    Trauere so lange du möchtest - dafür gibts keine zeitliche Begrenzung. Ich brauche immer unglaublich lange um so etwas zu verarbeiten. DAS ist aber nichts schlimmes. Kämpfe nicht mit den Tränen, laß sie raus - auch das hilft. Weinen ist auch ein Ventil!!

    Auf der anderen Seite - deine Mutter ist eingeschlafen ohne zuvor lange krank gewesen zu sein, dement zu werden im Heim zu landen, gepflegt werden zu müssen etc.pp

    DAS ist auch schön! Und 88 ist zudem ein schönes Alter. Ich freue mich für deine Mutter, dass sie es so leicht hatte.

    Und ja, ich glaube auch, dass unsere Seele weiter existiert. Wo und wie weiß ich nicht, aber dass es so ist, da bin ich sicher.

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