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  1. User Info Menu

    AW: Nun bin auch ich Witwe. Mit 42 Jahren...

    Liebe Wandermaus,

    Respekt, dass du dich mit deinen Freundinnen gestern getroffen hast. Ich weiß welche Überwindung und Kraft dies anfangs kostet. Mir kam es immer vor als sei ich in zwei Persönlichkeiten gespalten, die eine, mein wirkliches Ich, das trauert und dann noch so eine Art Schauspielerin, die funktioniert, ich habe mir quasi selbst zugehört.
    Aber es wird auf Dauer nicht das Leben sein, das du führen musst. Es wird sich ändern, aber das dauert einfach. Du wirst dich nicht für immer einsam unter Menschen finden.

    Weine um deinen Olli, es ist gut deine Trauer zuzulassen, zu weinen, zu schreien, zu hinterfragen, zu lieben und auf Sternschnuppen zu schimpfen. Ich bin überzeugt, dass Olli weiterlebt, wenn auch in einer anderen Dimension. Bei der starken Bindung, die ihr hattet, kannst du ihn sicher immer wieder spüren oder fühlen. Du kannst auch mit ihm sprechen, er wird dich hören.

    Diese Worte finde ich in sehr passend:

    Es gibt Momente im Leben eines jeden Menschen,
    da hört die Erde für einen Moment auf, sich zu drehen ...
    und wenn sie sich dann wieder dreht,
    wird nichts mehr sein wie vorher!

    Dies ist es wohl, was wir alle empfinden.

    Alles Liebe
    turmalin

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    AW: Nun bin auch ich Witwe. Mit 42 Jahren...

    Ja, turmalin,
    so fühle ich mich auch: Wie eine Schauspielerin, die sich selbst und anderen etwas vormacht und in Momenten, in denen ich meine Trauer zulasse (oder sie mich übermannt), kommt meine wahre Gefühlswelt an die Oberfläche.
    Das Leben ist unglaublich schwer ohne den lieben Partner an der Seite. So leer!

    Was mich leider sehr traurig macht ist, dass ich bis jetzt noch gar keine Zeichen von meinem Olli spüren oder sehen konnte, obwohl er es mir doch versprochen hat.
    Ich habe nur schon dreimal von ihm geträumt. Der erste Traum war ein Albtraum, in dem er mich um Hilfe anflehte und ich ihn nicht erreichen konnte. In den beiden anderen Träumen ging es ihm wieder gut, er war gesund und hatte sein bekanntes strahlendes Lächeln im Gesicht.
    Sind das vielleicht doch Zeichen gewesen? Ich weiß es nicht. Ich flehe ihn täglich an, sich bemerkbar zu machen, mir zu zeigen, dass für ihn nun alles ok ist, dass ich alles richtig gemacht habe in seinen letzten Tagen, die leider alles andere als schön waren. So viel Angst, so viel Qual. Immer und immer wieder habe ich diese Bilder vor Augen. Habe ich wirklich alles in seinem Sinne getan? Ich hoffe es!

    LG
    Wandermaus

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    AW: Nun bin auch ich Witwe. Mit 42 Jahren...

    Liebe Wandermaus,

    wie oft habe ich gefleht und gehofft - immer umsonst. Einfach schrecklich!

    Aber vertraue darauf, auf einmal wird er dir zulächeln oder dir ein anderes Zeichen senden. Leider dauert das immer nur weniger als eine Minute. Ich habe natürlich nie auf die Uhr geguckt, aber zu kurz ist es sowieso jedes Mal.

    Ich habe mir auch oft schreckliche Vorwürfe gemacht - bitte tu es nicht mehr.

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    AW: Nun bin auch ich Witwe. Mit 42 Jahren...

    Liebe Wandermaus,
    da man in Träumen seine Ängste und Gefühle verarbeitet, denke ich dass sich dein erster Traum von Olli darauf bezog, dass du evtl. nicht alles getan hast.
    Ich bin mir sicher, du hast alles richtig gemacht. So wie du Olli geliebt hast, weiß ich, dass du nichts unversucht gelassen hast. Es ist unglaublich schwer miterleben zu müssen, wie ein geliebter Mensch Stück für Stück stirbt. Man will es nicht glauben, auch wenn man es im Grunde wusste. Das heißt aber auch, dass ihr euch nach und nach verabschiedet habt, das war euch "erlaubt".
    Ich denke, dass Olli dir in deinem zweiten und dritten Traum mitteilen wollte, dass es ihm gut geht. In dieser kurzen Zeit schon drei Mal von ihm geträumt zu haben, finde ich sehr oft. Ich habe von meinem Sohn bisher auch nur drei Mal geträumt - und das innerhalb von 13 Monaten.
    Gehst du an das Grab von Olli? Bis zum Tod meines Sohnes war ich nie ein Friedhofgeher, doch seit er beerdigt wurde, bin ich jeden Tag an seinem Grab. Es ist das Einzige was ich noch für ihn tun kann, immer darauf achten, dass eine Kerze brennt, das Grab bepflanzen und gießen. Dort fühle ich auch manchmal seine Anwesenheit. Für mich ist dies der richtige Ort um meinen Tränen freien Lauf zu lassen, mit ihm zu sprechen etc. Anfangs bin ich oft Stunden im Friedhof spazieren gegangen, da es dort niemand störte, wenn ich weinte, einfach nur unglaublich traurig war - für mich war es der Ort, an dem ich meine Trauer leben konnte und doch noch die Verbindung mit meinem Kind spürte.
    Auch du wirst sicher noch den Ort finden, an dem du dich Olli nah fühlst.
    Alles Liebe
    turmalin

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    AW: Nun bin auch ich Witwe. Mit 42 Jahren...

    Ja, liebe Wandermaus,

    Sternschnuppen sind schnuppe...

    Ich erinnere mich an einen Sommerabend vor 4 Jahren. Wir waren in einem Ferienhaus in Frankreich.
    Auf einmal gab es (spät am Abend, es war schon dunkel) einen waren Regen von Sternschnuppen.
    Ich habe bei jeder immer nur gedacht: Ich wünsche mir, daß wir eine glückliche Familie bleiben.
    Nur dieser eine Wunsch.

    Das Schicksal hat es anders gewollt. Mein Mann ist vor 1 1/2 Jahren tödlich verunglückt. Mit 48 Jahren.

    Auch Neid, Zorn und Agressionen sind mir keine "Fremdwörter".

    Mir hat Schreien oft geholfen. Bin in den Wald gefahren und habe laut geschrien.

    Dann ging es wieder für eine kurze Zeit.

    Liebe Wandermaus, ich wünsche Dir viel Kraft für Deinen Weg.

    Man muß es leider aushalten, durchhalten. Es gibt kein Rezept mit dem es leichter wird.

    Die Zeit ist unser Freund.

    Herzlich.

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    AW: Nun bin auch ich Witwe. Mit 42 Jahren...

    Liebe Wandermaus,
    du hast bestimmt alles richtig gemacht, bist bestimmt von deinem Olli geleitet worden.
    Auch meiner Tochter ging es im letzten Traum gut. Glaube daran, ihr Leiden hat ein Ende genommen. Wir brauchen uns keine Sorgen mehr um sie zu machen.
    Tu dir viel Gutes.

    Liebe Golfball,
    schön, wieder etwas von dir zu lesen und zu sehen, dass es bergauf geht.
    Liebe Grüße an alle.
    Medusa

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    AW: Nun bin auch ich Witwe. Mit 42 Jahren...

    Hallo Ihr Lieben,

    ja, ich gehe täglich zu Ollis Grab. Auf seinem Grab brennt stets eine Kerze. Olli hat Kerzen geliebt. Außerdem hat er immer frische Rosen auf seinem Grab. Ein liebevoll gepflegtes Grab ist das einzige, was ich noch für Olli tun kann.
    Sein Grab ist aber gar nicht unbedingt die Stelle, an der mich ihm besonders nahe fühle. Das ist eher unsere Wohnung und unser Garten. Hier fühle ich mich ihm besonders nahe. Auch, weil ich noch gar nichts von seinen persönlichen Dingen wegräumen konnte.
    Seine Jacke hängt noch an der Garderobe, seine Schuhe stehen auch da. Sein Rasierzeug im Badezimmer.... alles, als wenn er gleich wiederkäme. Ich habe nicht die Kraft, etwas wegzuräumen. Ich käme mir so vor, als würde ich Olli aus meinem Leben entfernen.

    Wie war das bei euch? Wie lange habt ihr alles noch so belassen, als wenn euer lieber Partner noch leben würde?

    Ich habe noch eine andere Frage:
    Jetzt, wo der Frühling da ist und es überall blüht, denke ich ganz oft an einen der letzten Wünsche, die Olli geäußert hat: Er hatte sich gewünscht, wenigstens unseren Garten im Frühling nochmal sehen zu können. Es tut mir so weh, dass Olli all das nicht mehr erleben darf. Olli ist zuletzt so demütig und bescheiden gewesen. Es tut mir so unendlich leid, es schmerzt, es zerreißt mir das Herz. Wenn ich nun bei mir bemerke, dass der Frühling meiner Seele gut tut, habe ich aber sofort ein schlechtes Gewissen und bin sehr traurig, dass ich das alles sehen und spüren darf.
    Geht es euch aus so, dass ihr aus zwei Gründen trauert? Sozusagen einmal um den Verlust des geliebten Menschen trauert,darum dass man nun alleine ist. Aber auch für den geliebten Menschen trauert, dass dieser nicht mehr leben darf, das alles nicht mehr erleben kann, was er so gerne noch getan hätte?
    Ich hoffe, ihr könnt verstehen, was ich meine.

    LG
    Wandermaus
    Geändert von Wandermaus (30.03.2012 um 11:30 Uhr)

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    AW: Nun bin auch ich Witwe. Mit 42 Jahren...

    Liebe Wandermaus,

    ich bin 40 und mir geht es genauso wie Dir, mein Mann fiel am 01. Februar ins Koma und verließ mich am 16.
    Er galt als vom Krebs geheilt. Um so heftiger traf mich dann der Schlag, als er mit einem angeblichen Bandscheibenvorfall und versagen der Beine ins KH kam und am nächsten Tag einen Hirnkrampf bekam aus dem er nicht mehr erwachte. Wir konnten uns nicht mal verabschieden. Ich erfuhr dass sein ganzes Hirn voller Tumore war, die man angeblich nicht gesehen hatte, obwohl im Dezember untersucht worden ist.
    Unser Sohn kann es auch nicht glauben, es ist nun 6 Wochen her und er sagt, "Papa kommt bald wieder" Obwohl er mit zur Beerdigung war und schon 12 Jahre alt ist.
    Ja Wandermaus, auch ich habe so entsetzliche Wut, Wut dass er sterben musste, oder dass andere grantige eklige Leute leben dürfen, Wut darüber, dass dieses Jahr unser 20. Hochzeitstag ist... Diese ewige Frage "WIESO!" macht mich wahnsinnig. Manchmal denke ich, vielleicht bin ich gestorben oder ist das alles nur ein Traum? Ich habe auch schon geträumt, dass alles ein Traum ist und plötzlich wird man wach. Ich will ihn wiederhaben!Ich will dass alles wieder so ist wie es war, wir hatten noch so viel vor...

    Ich habe zum Teil ein paar Sachen von ihm wegräumen müssen, auch Fotos, ich hätte es nicht mehr aushalten können. Ich kann kein Bild von ihm angucken, dann kriege ich dermaßene Heulkrämpfe.
    Wenn mein Sohn mich beim weinen erwischt, sagt er immer "Ist doch alles gut, Papa will nicht dass du traurig bist!"
    Liebe Wandermaus, ich bin mir sicher sie sind nur vorraus gegangen. Wir müssen versuchen unser Leben neu zu gestalten, wenn man Freunde hat, ist dies eine gute Hilfe. Macht soviel wie möglich zusammen.

    Ich drücke Dich ganz fest!!!
    lg

  9. User Info Menu

    AW: Nun bin auch ich Witwe. Mit 42 Jahren...

    Liebe Wandermaus,

    ich kann dich so gut verstehen. Auch ich trauere auf zweierlei Weise. Da ist der Verlust der geliebten Menschen und dann eben, dass diese nicht mehr leben und nichts mehr erleben können. Mein Sohn z.B. wollte studieren und hat eine Zusage zu einem Studienplatz als Nachrücker erst nach seinem Tod erhalten. Er hätte sich so gefreut. Dass er das nicht mehr erleben durfte, tut mir fast noch mehr weh, als dass ich ihn verloren habe. Diese Gefühle sind glaube ich besonders stark, wenn ein Mensch vor seiner Zeit stirbt. Mein Vater wurde 87 und so sehr ich ihn auch vermisse und betrauert haben, es war nicht entfernt der Schmerz, den ich bei meinem Mann und meinem Sohn empfinde. Er hatte ein erfülltes Leben und ist im Endstadium einer Lungenkrebserkrankung freiwillig aus dem Leben geschieden. Er hatte es so beschlossen, wir hatten darüber gesprochen und ich konnte das akzeptieren. Er war eine starke Persönlichkeit. Aber wenn junge Menschen ohne Vorwarnung aus dem Leben gerissen werden, dann kommen all die anderen Gefühle über einen, Wut, Hass, Verzweiflung .... Ich glaube wir alle hatten schon diese Gefühle und das stärkste von allen ist die Sehnsucht.

    Liebe Grüße
    Rose3
    Alles geben die Götter, die unendlichen, ihren Lieblingen ganz,
    alle Freuden, die unendlichen, alle Schmerzen, die unendlichen, ganz.
    (Goethe)

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    AW: Nun bin auch ich Witwe. Mit 42 Jahren...

    Hallo,

    ich bin seit gestern mal wieder sehr sehr traurig. Das Leben ist so hart ohne Anlehnschulter, ohne die Nr. 1 für jemanden zu sein, ohne meinen Olli. Ich will dieses Leben nicht!

    Aber wem erzähle ich das? Euch geht es ja genau so.

    Liebe Grüße
    Wandermaus

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