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Thema: Freitod

  1. Inaktiver User

    AW: Freitod

    Ein Freitod ist immer zu respektieren.
    Es stellen sich dann aber doch Fragen, wenn für den Freitod die Hilfe von Dritten benötigt wird. Über die Rolle des Dritten.
    Hier in diesem Falle von "Exit".

    Exit halte ich aber schon für eine respektable Vereinigung.

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    AW: Freitod

    Es gibt aber doch Unterschiede.
    Wenn jemand wie das Ehepaar in dem verlinkten Artikel - schwer und unheilbar krank und vom Alter her am Ende des Lebens - den Freitod wählt, könnte ich mich als betroffener Angehöriger damit abfinden und würde die Entscheidung respektieren. Könnte auch meinen Frieden damit machen.

    Aber der Schmerz, die Trauer und diese Selbstvorwürfe, wenn jemand diese Lösung wählt, der jünger ist und dessen Leben ihm unlebbar scheint...

    Was ist mit den Kindern (oder Eltern) und Lebenspartnern? Wie soll jemand damit fertigwerden, dass das eigene Kind sich vor den Zug geworfen (wahlweise erhängt) hat? Bei Fällen in meinem Bekanntenkreis war es so, dass auch kein Abschiedsbrief hinterlassen wurde.

    Ich vermute, dass diejenigen nicht in der Lage sind, zu überlegen, was sie mit ihrem Handeln in den Überlebenden auslösen. Vielleicht sind sie zu verzweifelt und können nur noch sich selbst sehen.

    Aber ich lebe immer in Beziehung zu anderen Menschen (und so sterbe ich auch). Und wenn diese Menschen mir nicht mal eine Erklärung oder wenigstens eine Mitteilung wert sind, das finde ich sehr hart.
    Wie soll man weiterleben mit den vielen Fragen? Ich weiß es nicht.

    Und bei mir war es "nur" ein guter Bekannter. Fand ich schon sehr schwer, damit umzugehen. Wenn es das eigene Kind wäre, oder der Partner... Wie geht es da den Überlebenden?

    Z. B. Dir, Ellipell - Du musstest zusehen und miterleben. Wie geht es Dir jetzt? Oder wie geht es den ganzen traumatisierten Lokführern? Ich habe doch eine Verantwortung, und wenn es mir noch so scheisse geht und ich noch so verzweifelt bin. Auch wenn ich sterben will, mache ich das nicht als Egotrip ohne Gedanken an z.B. den Lokführer.




    Ich glaube, dass ich eine Verantwortung habe, und deswegen wäre der Freitod für mich keine Alternative.
    Wie gesagt, in Fällen wie bei dem Ehepaar Brauchitsch sehe ich das anders.
    Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
    Aber macht!


    ausgeborgt von Uli_F-2009

  3. Inaktiver User

    AW: Freitod

    Zitat Zitat von Utetiki Beitrag anzeigen
    ich sähe den Satz mit anderen Augen, wenn meíne Kinder und ich vom Selbstmord des Vaters betroffen wären.
    in irgendeiner weise betroffen sind immer menschen. freunde, verwandte.

    wenn jemand, wie sich auf den aktuellen fall brauchitsch beziehend, der/die menschen dazu entscheiden- dann ist es eine freie willensäusserung, die ich als angehöriger zu respektieren habe. wenn es nicht ersichtlich ist: warum? dann fällt mir dieses akzeptieren schwerer.
    aber auch hier bleibt nichts anderes übrig.

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    AW: Freitod

    ich sehe es genau wie brighid. für mich ist freitod quasi die ausnahme jeglicher verhandlungsmöglichkeit, die ultimative entscheidung des individuums. und wie kann es auch anders sein? nachdem er geschehen ist, gibt es nichts mehr zu verändern. was kann ich als hinterbliebene (ich bin auch eine) anderes tun als zu akzeptieren?


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    AW: Freitod

    Aber der Schmerz, die Trauer und diese Selbstvorwürfe, wenn jemand diese Lösung wählt, der jünger ist und dessen Leben ihm unlebbar scheint...
    Mir eröffnete gestern eine mir völlig fremde ca.Mitte 40 jährige Frau,sie sei schon seit Jahren alkoholkrank,ihre Ehe gerade geschieden, Sohn (18) lebt schon allein,und sie seit 7 Wochen trocken. Ihre letzte Hoffnung ist eine Therapie mit Tieren. Kommt sie damit nicht klar, beendet sie ihr Leben, weil ihr eine Perspektive fehlt. Wenn sie die Finger nicht vom Alk lassen kann, dann will sie gar nicht mehr.
    Und das mit den Worten: Ich habe zwar ein Recht auf Leben, aber nicht die Pflicht weiterzuleben.
    Das beschäftigt mich mehr, als mir lieb ist.
    simplemind
    _____________________________________

    Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte
    George Bernhard Shaw
    4.6.18

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    AW: Freitod

    simplemind, das klingt gar nicht gut! wie kommt es, dass dich das so sehr beschäftigt?


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    AW: Freitod

    Weil ich mich ja(auch berufsbedingt) viel mit dem Thema Tod auseinandersetze.

    Mit Freitod kann ich nicht so richtig gut umgehen.
    Ein Freund hat sich vor den Zug geworfen. Er hatte schwere Depressionen.
    Eine Schulkameradin hat sich vor den Zug geworfen; keine Anzeichen,kein Abschiedsbrief.
    Mein Cousin hat sich erhängt;ohne Anzeichen, ohne Abschiedsbrief.
    Ein Nachbar hat sich erhängt; ohne Anzeichen,ohne Abschiedsbrief.


    Ich habe die Frau inständig gebeten, jetzt, wo sie nüchtern ist, ihrem Sohn ein paar Zeilen für den "Fall" zu hinterlassen.
    simplemind
    _____________________________________

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    4.6.18

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    AW: Freitod

    Hallo lizzie,


    das:

    was kann ich als hinterbliebene (ich bin auch eine) anderes tun als zu akzeptieren?
    tut mir sehr leid.

    Letztendlich bleibt nur das akzeptieren, aber vielleicht kann das nicht jeder.
    Hadern, Selbstvorwürfe, Grübeln, Verdrängen... da gäbe es vermutlich noch so einiges an Reaktionen.

    Zu Deiner Frage an simplemind:

    Wäre ich simplemind, würde ich diese Mitteilung als eine große Bürde begreifen. Warum hat sie es mir gesagt?
    Damit habe ich eine Verantwortung, ob ich will oder nicht.
    Und wenn ich irgendwann über die Selbsttötung dieser Frau erfahren würde, und ich hätte nichts gemacht vorher, hätte ich massive Schuldgefühle.

    Das würde mich also auch beschäftigen. Nach meinem Verständnis ist das ein Hilferuf.
    Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
    Aber macht!


    ausgeborgt von Uli_F-2009

  9. User Info Menu

    AW: Freitod

    Oh, simple,

    gerade erst gelesen über Deine Erfahrungen , puh!
    Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
    Aber macht!


    ausgeborgt von Uli_F-2009

  10. User Info Menu

    AW: Freitod

    Nach meinem Verständnis ist das ein Hilferuf.
    Mmmh, Hilferuf würde ich das nichtmal unbedingt nennen, schon eher: wenn die Tiere mir auch nicht helfen können, dann kanns keiner.

    Sie hat schon alles andere an Therapien hinter sich. Sagt sie.

    Ich werde sie auch wohl nicht wieder sehen.
    simplemind
    _____________________________________

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    4.6.18

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