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Thema: Meine Mama

  1. User Info Menu

    AW: Meine Mama

    Ach ihr Lieben,
    ich weiß, dass ich mir so fest vorgenommen habe nicht mehr zu klagen, aber gerade kann ich schon wieder nicht schlafen, weil es so furchtbar weh tut. Was soll man denn nur machen mit so einem Schmerz, wohin denn bloß? Ich fühle mich so einsam damit und habe keine Idee wie es besser werden könnte.
    Traurige Grüße,
    Oline

  2. Inaktiver User

    AW: Meine Mama

    Liebe Oline,

    es "darf" dir schlecht gehen. Es "muss" dir nicht gut gehen. Du "darfst" jammern und traurig sein. Wenn du nicht einschlafen kannst, dann "musst du nicht schlafen. Du musst nicht "reibungslos" an dein altes Leben anknüpfen, denn es ist ein ganz neuer Abschnitt in deinem Leben eingetroffen. Die Wunden sind da. Pusten nützt nix. Lasse den Schmerz zu und unterdrücke ihn nicht.

    Du bist nicht alleine

    Liebe Grüße

    FS

  3. Inaktiver User

    AW: Meine Mama

    Zitat Zitat von Oline Beitrag anzeigen
    Was soll man denn nur machen mit so einem Schmerz, wohin denn bloß?
    Mir hat gut geholfen, den Schmerz da zu lassen, wo er nun mal war - in mir. Ihn willkommen zu heißen, ihn nicht zu verdrängen, sondern ihn zu erleben, mich auf ihn zu konzentrieren.
    Dadurch, dass er seine Daseinsberechtigung gefunden hat, musste er sich nicht mehr immer und überall in den Vordergrund drängen und versuchen, sich bemerkbar zu machen.
    Und dadurch wurde er immer sanfter und aushaltbarer.

    Er ist da, ja. Und seit fast einem Jahr gehören die Momente, in denen ich meine Mama vermisse, wo es wehtut, dass sie nicht mehr da ist, zu meinem Leben. Aber das macht nichts - Freude und Trauer haben beide ihren Platz in meinem Leben, und es gibt immer mal wieder Phasen, in denen das eine oder das andere überwiegt. Auch was Mama angeht - neben den traurigen gibt es auch viele Momente schöner Erinnerung oder Freude darüber, dass sie bestimmte Probleme oder Schwierigkeiten jetzt nicht mehr überwinden muss.

    Gillian

  4. User Info Menu

    AW: Meine Mama

    Euch allen hier sende ich einen lieben Gruß!

    Es hilft hier lesen zu können. Es tut mir unendlich leid, daß ich nicht alleine bin mit meinem Kummer, daß es anderen Menschen, Euch, auch so schlecht und traurig geht. Andererseits tut es auch gut nicht alleine zu sein. Für dieses Gefühl schäme ich mich immer noch - bedeutet es doch, daß es anderen, Euch, auch so schlecht geht wie mir. Ich schrieb es schon früher, es ist unverändert.

    Mit den längeren Nächten kommt die Angst vor noch längeren Nächten. Im Dunklen ist es schlimmer als wenn es hell ist.

    TT
    Geändert von TraurigeTochter (02.11.2010 um 17:09 Uhr)

  5. User Info Menu

    AW: Meine Mama

    Für dieses Gefühl schäme ich mich immer noch - bedeutet es doch, daß es anderen auch so schlecht geht wie mir.
    Liebe traurige Tochter,

    diese Worte bewegen mich, dir dringlich ans Herz zu legen, das du Hilfe brauchst. Bitte wende dich an deinen Hausarzt!
    simplemind
    _____________________________________

    Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte
    George Bernhard Shaw
    4.6.18

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    AW: Meine Mama

    Ich traue mich leider nicht hin. Ich weiß nicht wie ich meine Situation erklären soll. Mein Hausarzt ist ein Mann, juenger als ich. Ich wuerde sofort weinen und das will ich nicht vor Fremden. Und ja, ich weiß dass das doof ist und doch kann ich nichts gegen den inneren Widerstand tun. Die einzige Aerztin mit der ich mir vorstellen kann zu sprechen praktiziert dort wo meine Mutter starb. 500 km weg von meinem Wohnort. Mit ihr konnte ich zumindest einige Saetze sprechen. Im Maerz, als ich einige Wochen dort war.

  7. Inaktiver User

    AW: Meine Mama

    Zitat Zitat von TraurigeTochter Beitrag anzeigen
    Mit den längeren Nächten kommt die Angst vor noch längeren Nächten. Im Dunklen ist es schlimmer als wenn es hell ist.

    TT
    Liebe Traurige Tochter,

    ich kenne das Gefühl auch sehr gut. So geht es mir nach nun fast 3 Jahren noch, aber die Nächte werden besser.

    Aber nimm Simpleminds Rat an, such dir wirklich gute Hilfe.
    Es ist nicht schlimm, vor Fremden zu weinen, aber ich weiß, der innere Widerstand ist schlecht zu durchbrechen.
    Und schäme dich um Gottes Willen nicht für den tröstlichen Gedanken, nicht alleine mit deinem Kummer zu sein.
    Mir hat es auch vor Jahren sehr geholfen, hier einfach mitzulesen und zu sehen, wie es mit der Zeit bei allen etwas besser wird. Das hat mir geholfen und mich auch getröstet. Der Trost besteht auch darin, zu sehen, dass man nicht alleine ist. An diesem Gedanken ist absolut nichts verwerfliches.


  8. User Info Menu

    AW: Meine Mama

    Ihr Lieben,

    es tut wirklich gut nicht alleine zu sein und es hilft sehr, die Erfahrungen von anderen auch betroffenen Menschen lesen zu dürfen. Hier ist es offener und klarer als 'im richtigen' Leben. Das Thema wird schnell gewechselt wenn es kommt. Betretenes Schweigen.

    Alle (oder zumindest viele) glauben wohl, ich würde nicht daran denken und jeder Hinweis auf meine Mutter wäre fehl angebracht oder unfein. Weit gefehlt. Es fiele mir leichter, glaube ich, wenn es nicht zu einem großen weißen Fleck, zu einem nicht existierenden Garnichts gemacht würde. Es ist nicht mehr heile normale Welt in mir und nah um mich herum!!!! Auch wenn viele Menschen so tun. Mit mir ist Spaß haben im Moment ein bißchen schwieriger. Tut mir leid, ich hätte es auch gerne anders.

    Manchmal frage ich mich, ob die (meine) gesamte Wahrnehmung sich ändert? Sich geändert hat? Was mir früher wichtig war ist mir nicht mehr wichtig. Andere Dinge sind dafür wichtig geworden.

    Eine "Freundin", die mich anruft und sich über ihre Mutter beklagt, finde ich grob unhöflich und würde am liebsten auflegen. Und wenn ich dann nach minutenlangem verständnisvollen Zuhören wage zu äußern, sie solle doch einfach genießen, daß sie eine Mutter noch hat über die sie sich vortrefflich aufregen kann, dann ... siehe Absatz zwei ... Themenwechsel, heile Welt, nicht drüber reden.

    Aber unvermeidlich kommt der Anruf nach spätestens drei Wochen wieder. Unbelehrbar.

    Und wer hört mir zu??? Gute Frage. Damit mir jemand zuhört müsste ich ja mit jemandem offen sprechen. Das fühlt sich heute noch ziemlich unmöglich an.

    Ich sende Euch allen einen lieben Gruß und ich wünsche Euch allen von Herzen einen Sonnenstrahl.

    TT

  9. Inaktiver User

    AW: Meine Mama

    Liebe TT,

    den Sonnenstrahl zurück - möge er ein kleines wärmendes Licht in deinem Herzen anzünden, wenn auch nur ganz kurz

    Menschen tun sich schwer, mit Trauernden oder auch mit schwer Kranken, umzugehen.
    Ich hatte oft das Gefühl, sie wollten alles tun um zu vermeiden, dass das Gespräch auf meine Mama kommt.
    Wenn ich dann davon anfing, selbst wenn es nur eine kleine Bemerkung war, wie dass ihr das jetzt auch gefallen hätte, merkte ich, wie es allen unangenehm wurde.
    Ich denke sie haben ein Stück weit Angst vor den Emozionen, die da kommen könnten.
    Das mit den Beschwerden von "Freundinnen" über deren Mütter kenne ich auch. Ja, unbelehrbar und auch unmöglich.

    Ich habe mal den Spruch gelesen: für einen kleinen Augenblick stand die Welt still und als sie sich weiter drehte, war nichts mehr so wie es vorher war.
    Das hat es für mich bis heute getroffen. Es ist ein Stück mit gestorben, unwiederbringlich.
    Die Wunde wird nicht heilen, aber der Sonnenstrahl wird immer mehr ein kleines Stückchen weiter durchdringen können. Das wünsche ich dir von ganzem Herzen und allen anderen, die so traurig sind.

  10. User Info Menu

    AW: Meine Mama

    Hallo zusammen,

    tja, ich habe mir alles durchgelesen und muss feststellen, dass ich mich in vielen Dingen wiederfinde. Meine Mutter ist im Mai 2009 gestorben und bei ihrem Tod war ich bei Ihr - mit einer Krankenschwester die wirklich lieb war. Selbst nach 1 1/2 Jahren kommen mir die Tränen, wenn ich daran denke. Es gibt meiner Meinung keine Begrenzung für Trauer. Sie ist da und die Wunde heilt auch nicht. Es wird weniger heftig. Ich habe für mich festgestellt, dass ich oft nur an das Schöne denke. Meine Mama hatte 1997, 2001 und 2006 Krebs. Zum Schluß war es eine Erlösung für sie und auch für mich. Hört sich schlimm an, aber ich habe über 10 Jahre hautnah den Verfall einer sehr starken Frau miterlebt. Obwohl ich sehr liebe und gute Freundinnen habe, war ich die meiste Zeit alleine. Mein Bruder hat es nicht oder nur wenig gekümmert und so habe ich die volle Verantwortung für meine Mutter übernommen. Alles drehte sich um sie und plötzlich war ich GANZ ALLEINE. Es ist schon richtig, dass man mit seinen Schmerzen und seiner Trauer alleine ist.
    Trauer ist immer noch ein Tabuthema und ich finde jeder hat da sein eigenes Gefühl für. Ich habe weder Mann noch Kinder -also bin ich wirklich alleine und es hat lange gedauert bis ich wieder ein bißchen Freude empfinden konnte.
    Meine Mutter war meine beste Freundin, die mich liebte so wie ich bin und immer ein Mittel gefunden hat mich von der Palme runterzuholen, wenn mal wieder impertinente Menschen meinten mich belehren zu müssen. Am schlimmsten fand ich die, die meinten mir Ratschläge erteilen zu müssen, obwohl sie keine Ahnung von Trauer hatten und noch haben.
    Ich führe Tagebuch und schreibe auch an meine Mutter. Ich glaube nicht an die Institution Kirche (bin aber noch nicht ausgetreten), doch ich glaube an Gott. Als sie starb, war ich böse auf Gott, doch mittlerweile glaube ich, dass sie eine weitere Erkrankung nicht überlebt hätte und es war eine Erlösung für sie. Ich konnte mich von ihr verabschieden und ich hatte das Gefühl, obwohl sie in einer Art Koma lag, dass sie mich gehört hat. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass ich einen weiteren Schutzengel (neben meinem Vater) an meiner Seite habe. Sie sieht vom Himmel auf mich herab.
    Es ist schwer sein Leben nach so einem Verlust zu meistern. Im Job hat man zu funktionieren und für eine gewisse Zeit genießt man einen "Trauerschutz"", der aber schnell aufgebraucht ist. Trauer findet in einem selbst statt und in den eigenen 4 Wänden. Wenn ich bestimmte Musik höre oder was lese, dann kommen mir auch die Tränen und ich heule, aber es ist nicht mehr so heftig.
    Mich hat der Tod meiner Eltern stark verändert und auch meine Einstellung zu manchen Menschen. In solchen Situationen trennt sich der Spreu vom Weizen. Ich habe in meiner näheren Umgebung auch einen wirklich bösen Menschen kennengelernt, der nichts begriffen hat von dem was vorgefallen ist und dem ich auch sein Verhalten weder vergessen noch verzeihen kann. Aber da ist auch wieder jeder anders.
    Ich kann euren Schmerz verstehen und es tut mir in der Seele weh, wenn ich all das Leid lese. Ich für mich kann nur sagen, irgendwann wird es besser, nichts verschwindet ganz und jeder trauert anders.
    Darüber zu schreiben und zu wissen dass es anderen auch so geht tut gut und eins noch, egal vor wem oder wann WEINEN ist nicht blöde, sondern eine natürliche Reaktion auf das Erlebte. Mich hat mein Chef sogar in die Arme genommen und das ist ein sehr sehr rational denkender Mensch. Diese Geste hat mich für alles entschädigt, was er sonst nicht für mich getan hat und das werde ich nie vergessen.
    Ich wünsche Euch allen alles Liebe und Gute und sende euch viel Kraft.
    Eure Summer

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