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  1. Registriert seit
    15.02.2010
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    AW: Verlust eines Kindes durch Suizid

    Guten Abend!

    Ich danke Euch allen für Eure tröstenden Worte, die unterschielichen Kommentare und Meinungen. Es tut gut zu wissen, daß man mit seinem Problem nicht alleine ist. Und es ist auch hilfreich, seine Situation einmal aus einem anderen Blickwinkel vor Augen geführt zu bekommen.

    @ wasserfrau 6
    Ehrlich gesagt finde ich es auch schrecklich, daß man sich selbst innerhalb der Familie belügt. Und deswegen bin ich innerlich (ganz automatisch und unbeabsichtigt) auf Distanz zu den beiden Brüdern gegangen. Denn ich verachte sie und mich selbst für diese feige Lüge. Es war mir schon immer zuwider, Wahrheiten unter den Teppich zu kehren. Auf der anderen Seite möchte ich nicht Schuld sein, wenn die Großeletern evtl. an dieser Wahrheit zerbrechen, denn die Gesundheit meiner Großmutter ist ohnehin nicht die beste. Also denke ich widerum, sie sollen die Zeit, die sie noch haben, einigermaßen sorglos verbringen dürfen. Es ist nicht einfach zu entscheiden....

    @ schlamperl
    Du hast recht, vielleicht sollte ich einen eigenen Strang eröffnen. Ich muß mich nur erstmal einlesen, wie das funktioniert (bin erst seit gestern angemeldet)

    @alle
    Gestern Abend habe ich dem Roman "Beim Leben meiner Schwester" von Jodi Picoult folgenden Satz gelesen und musste an Euch denken:

    ["Mir kommt der Gedanke, daß man Kinder nie hat , man nimmt sie in Empfang. Und manchmal bleiben sie nicht so lange, wie wir gedacht oder gehofft haben. Aber das ist trotz allem noch viel besser, als wenn man sie nie gehabt hätte."]

    Vielleicht kann er Euch ein wenig Trost spenden.

    Ganz herzliche Grüße und viel Kraft an alle
    Ich-bin-kein-huhn

  2. Avatar von themir
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    AW: Verlust eines Kindes durch Suizid

    @ Ich_bin_kein_Huhn


    Zitat Zitat von Ich_bin_kein_Huhn Beitrag anzeigen

    Denn ich verachte sie und mich selbst für diese feige Lüge.

    ... Du hast jetzt noch die Möglichkeit - zu Lebzeiten Deiner Großeltern - dieses "aufzulösen" und ins Gespräch zu kommen (auch für Deine eigene Klarheit - und Zukunft) ...

  3. Avatar von Vielzuviel
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    6.837

    AW: Verlust eines Kindes durch Suizid

    Zitat Zitat von Ich_bin_kein_Huhn Beitrag anzeigen
    Ehrlich gesagt finde ich es auch schrecklich, daß man sich selbst innerhalb der Familie belügt. Und deswegen bin ich innerlich (ganz automatisch und unbeabsichtigt) auf Distanz zu den beiden Brüdern gegangen. Denn ich verachte sie und mich selbst für diese feige Lüge. Es war mir schon immer zuwider, Wahrheiten unter den Teppich zu kehren. Auf der anderen Seite möchte ich nicht Schuld sein, wenn die Großeletern evtl. an dieser Wahrheit zerbrechen, denn die Gesundheit meiner Großmutter ist ohnehin nicht die beste. Also denke ich widerum, sie sollen die Zeit, die sie noch haben, einigermaßen sorglos verbringen dürfen. Es ist nicht einfach zu entscheiden....
    Liebe Ich_bin_kein_Huhn!
    Ich habe lange hin und her überlegt, wie ich mich wohl an Deiner Stelle entscheiden würde und bin zu keinem endgültigen Ergebnis gekommen. Ich denke aber, auch Deine Großeltern haben ein Recht auf die Wahrheit - und wie vorher schon mal irgendwo erwähnt wurde - bist Du sicher, dass sie nichts ahnen? Sicher ist der Gesundheitszustand dieser alten Menschen ein Problem, aber wer weiß, vielleicht sind sie stärker, als Du glaubst? Ich denke auch nicht, dass Deine beiden Onkel das alleinige 'Recht' haben, darüber zu entscheiden. Es geht hier vor allem auch um DICH, und DU mußt - egal wie Du Dich entscheidest - damit weiterleben. Ob Du das mit dieser Lüge so gut kannst, wage ich zu bezweifeln.
    Ich wünsche Dir von Herzen die Kraft, eine Entscheidung zu treffen, mit der Du wirklich weiterleben kannst.
    Liebe Grüße
    Vielzuviel
    Jugend ist aus, aber Prosecco wär noch da!


  4. Registriert seit
    05.02.2010
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    12

    AW: Verlust eines Kindes durch Suizid

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Danke Euch 2.

    Meine Trauerzeit ist lange vorbei, aber mir fällt es hier immer wieder auf: oft kommen User in die Trauerstränge und drücken ihr Mitgefühl aus, trösten, fragen und reichen die Hand. Bei den Suizidsträngen wird viel mitgelesen und geschwiegen.

    Es ist mir auch so gegangen wie es Wasserfrau beschreibt. Meine Umgebung stand auch hilflos davor - so wie ich. Mir verschlug es für lange Zeit die Sprache, außer Tränen hatte ich in einer Unterhaltung kaum etwas beizutragen - irgendwann fehlte auch Anderen die Kraft, manchen ganz schnell, manche haben länger durchgehalten, wenige haben bis heute durchgehalten. Die "Neuen" waren oft froh, dass es schon so lange her ist, nur wenig Neue haben es zum Thema gemacht.

    Dabei wäre es doch hier in der bri einfacher. Hier kann man fragen, Befürchtungen formulieren oder auch eigene Ängste. Es ist immer schwierig mit Trauernden umzugehen, mit Selbstmordangehörigen viel mehr. Das ist bekannt - hier könnte man die Barrieren anfangen aufzulösen. Es wäre für Alle ein Gewinn, denn der Tod macht nirgends halt, und die Art des Todes wissen vorher nur diejenigen, die sich selbst das Leben nehmen.
    Hallo schlamperl, hallo ihr liebe anderen,

    genau das ist der Grund, warum ich hier ins Forum gekommen bin. Ich möchte, das über das Thema Suizid öffentlich gesprochen wird. Natürlich ist es nicht leicht, mit den Trauernden umzugehen, aber wenn wir es schaffen, dieses Thema mehr "ins Alltagasbewußtsein" zu integrieren, wäre ein wichtiger Schritt getan. Ich möchte mich nicht schämen müssen oder mich erklären müssen oder das Gefühl haben müssen, eine "Aussätzige" zu sein. Ich denke, das dadurch nicht nur den betroffenen Angehörigen geholfen wäre, sondern auch den unzähligen Menschen, die sich selbst mit Suizidgedanken quälen.
    Wasserfrau


  5. Registriert seit
    04.08.2008
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    50

    AW: Verlust eines Kindes durch Suizid

    Hallo!

    Ich will allen hier auch schreiben - ich habe früher öfter im Trauerforum geschrieben, bin aber inzwischen meistens eher "stille Mitleserin".

    Meine Schwester ist vor bald 2 Jahren gestorben, allerdings an einem sehr bösartigen Krebs - es ging alles sehr schnell.

    Seither hat sich viel geändert, ich habe mich mit anderen trauernden Geschwistern auseinander gesetzt, weil ich die selben Gefühle hat, die auch Vielzuviel beschreibt... ich weiß nicht wie oft ich gehört habe "Deine armen Eltern!" "Beileid an deine Eltern!" "Du musst für deine Eltern da sein, denen geht es sehr schlecht!"... stimmt alles natürlich, und ich weiß, dass meine Eltern sehr leiden - nur wird dadurch meine Trauer nicht weniger!

    Ich habe oft erfahren, dass der Tod an sich (vor allem, wenn er in jungen Jahren unerwartet eintritt) ein sehr tabuisiertes Thema ist... mir haben Leute kondoliert, die nicht mal aussprechen konnten, was los ist ("Ich habe gehört, dir ist etwas schlimmes passiert!") und bei vielen auf Abwehr stößt. Und ich fürchte, dass das bei Suizid noch ausgeprägter ist... deshalb möchte ich hier wieder besonders liebe Grüße und für alle da lassen.

    Liebe Grüße

    Lilo

  6. Inaktiver User

    AW: Verlust eines Kindes durch Suizid

    Noch eine bedingt-richtige hier. Meine 1. große Liebe hat sich vor 1,5 Jahren mit 29 Jahren das Leben genommen. Da ich vor einigen Jahren in eine andere Stadt zog konnte ich nicht zur Beerdigung kommen. Ich habe von seinem Tod erst am Tag der Beerdigung erfahren. Und das ist es, was ich mir bis heute vorwerfe.
    Wie es seinen Eltern geht vermag ich mir nicht vorzustellen, das sprengt meine Vorstellungskraft. Bis heute habe ich es nicht geschafft, ihnen zu schreiben oder mich in sonst irgendeiner Weise zu melden. Mir erschienen keine Worte passend, im letzten Moment hat mich immer der Mut verlassen.

    Dieses Ereignis hat mein Leben von Grund auf verändert. Auch deshalb, weil ich selbst zwei Suizidversuche hinter mir habe und das alles aus beiden Blickwinkeln betrachte: Täter und Opfer sozusagen. Nach seinem Suizid erscheinen meine zwei Versuche unglaublich egoistisch und überflüssig und ich bin unsagbar froh, dass sich trotz schwerer Depressionen ein Lebenswille eingestellt hat, der sich durch eine stabile "Grundtrotzigkeit" auszeichnet.

    Hoffentlich war das jetzt völlig am Thema vorbeigeschrieben


  7. Registriert seit
    15.02.2011
    Beiträge
    9

    AW: Verlust eines Kindes durch Suizid

    Hallo Wasserfrau,
    mein Sohn, 26 Jahre, hat sich im Dezember 2010 das Leben genommen. Es geht mir so, dass ich jeden Morgen den Wunsch habe, nicht mehr aufzuwachen. Ich frage mich, wie verzweifelt muss sich mein Sohn gefühlt haben, dass er nur noch diesen Ausweg sah, und ich nun noch immer lebe. Er war unser einziger Sohn. Wir dachten immer, ein tolles Verhältnis zu haben und dann ist es um so erschreckender, dass er diese quälenden Gedanken nicht mit uns geteilt hat.
    wir vermissen ihn so wahnsinnig.

  8. Inaktiver User

    AW: Verlust eines Kindes durch Suizid

    Hallo liebe Wasserfrau,

    das ist so schrecklich - mein tiefempfundenes Beileid für dich und deine Familie.

    Magst du eine Weile hier bleiben? Es schreiben bestimmt noch mehrere, die ähnliches ertragen mußten und noch ertragen. Wir sind hier eine gute Schicksalsgemeinschaft geworden, die immer ein offenes Ohr hat.

  9. Avatar von Russina
    Registriert seit
    25.03.2010
    Beiträge
    93

    AW: Verlust eines Kindes durch Suizid

    Liebe Zerbrochen,

    mir fehlen die Worte.

    Aber ich wünsche Dir viel Kraft für die nächsten Tage und Wochen.

    Eine liebe Umarmung
    Russina

  10. Avatar von Simplemind66
    Registriert seit
    02.02.2006
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    10.471

    AW: Verlust eines Kindes durch Suizid

    Liebe Zerbrochen,

    ich kann dich auch nur virtuell in den Arm nehmen , Worte des Trostes kann ich nicht finden....

    Ich hoffe und wünsche Dir, das die Trauer dich und deinen Partner nicht so lähmt, das ihr das Miteinander Reden verlernt.
    simplemind
    _____________________________________

    Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte
    George Bernhard Shaw
    4.6.18

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