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Thema: Todesahnung?

  1. Avatar von bonneya
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    Todesahnung?

    Ich bin ziemlich fertig.

    Meine Mutter hatte gestern ihren 85. Geburtstag. Schon seit Wochen bemerke ich eine Veränderung in ihr. Sie beteiligte sich wenig an Gesprächen. Körperlich schien sie aber fit zu sein.

    Gestern fiel mir auf, dass ihr rechter Arm und auch das rechte Bein eine Winzigkeit anders waren. Sie saß nur in der Ecke, machte ein verkrampft freundliches Gesicht.

    In mir begannen sämtliche Alarmglocken zu klingen, ich vermutete einen kleinen Schlaganfall. Ich besprach meine Beobachtung mit den anderen Anwesenden, wozu auch eine Krankenschwester gehörte, die die Vermutung bestätigte. Meine Mutter beharrte darauf, ihr ginge es gut. Sofortige oder überhaupt ärztliche Hilfe lehnte sie ab.

    Ich habe ihr gestern ein wenig Reiki gegeben und unter meinen Händen spürte ich ihre Zerbrechlichkeit und es war nicht wie sonst.

    Ich spürte, wie eine Veränderung da war. Ich glaube, meine Mutter möchte gehen. Sie hat den Geburtstag noch gefeiert, hat versucht vorzugeben, dass alles in Ordnung wäre. Aber in Wirklichkeit ging es ihr nicht gut. Noch nie habe ich es erlebt, dass sie so still war.

    Heute sollte mein Vater mit ihr zum Arzt gehen. Ich habe angerufen, aber sie lehnt es ab und mein Vater sagt, es wäre nicht gut, sie zu zwingen. Sie möchte einfach "Ruhe".

    In dem gesamten Zweig der mütterlichen Familie sind die Verwandten durch Gehirnblutungen - und das dann sehr schnell - gestorben. Alle auch in etwa in diesem Alter. Ich weiß, wenn so ein kleiner Schlaganfall hier in den letzten Tagen gewesen sein könnte, dass ein größerer folgen könnte.

    Sie in Behandlung zu zwingen, gegen ihren Willen, löst in mir auch kein gutes Gefühl aus. Wenn sie selbst spürt, dass es vielleicht zu Ende geht, sollte man dies nicht respektieren? Es als das betrachten, was es ist? Das Ende dieses DaSeins?

    Ich bin sehr traurig, aber eine innere Verbundenheit sagt mir, geschehen zu lassen, was kommen wird.

    Vor 3 Wochen sagte sie ohne inhaltlichen Zusammenhang heraus: ich möchte hier nicht weg. Und nie in ein Pflegeheim.

    Meine Mutter hatte immer schon eine feine Antenne für die Dinge...

    Trotzdem regt sich natürlich auch mein Gewissen. Könnte man etwas tun, etwas verhindern? Aber es wäre unter Zwang. Unter Ausschaltung ihres Willens. Sie ist ja nicht geistig behindert oder dement. Sie ist auch nicht wirklich stur, es ist einfach so, dass sie nicht mehr will - auf eine Art und Weise, die ich inneres Wissen nennen möchte.

    Sie hat sich gestern auch anders als sonst verabschiedet, mit langen Umarmungen und Ansichdrücken.

    Ich sitze hier und heule und spüre etwas, was ich nicht wahrhaben möchte.

    Ich weiß auch nicht, was ich jetzt tun soll. Ich wohne übrigens 300 km entfernt, kann nicht mal eben so vorbeischauen, zumal ich auch kein Auto besitze.

  2. Avatar von brighid
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    AW: Todesahnung?

    so wie du schreibst, bonneya, hat sie sich von euch verabschiedet.

    sie zieht sich zurück.


    ein sehr ähnliches verhalten habe ich vor jahren bei meiner grossmutter erlebt. sie sagte: ich will nicht mehr. ich bin nur müde. lasst mich bitte in ruhe.

    wir haben sie in ruhe und würde ihren weg gehen lassen.

    wenn du irgendwie kannst- fahre zu ihr. du weisst nicht, wie lange sie noch ist.

    und 85 jahre alt, den partner an der seite, geistig soweit fit---------------
    was für ein geschenk.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  3. Inaktiver User

    AW: Todesahnung?

    Hallo

    es ist immer schwer einen geliebten Menschen gehen zu lassen!

    Deine Mutter hat ein hohes Alter und ein (wie ich hoffe) erfülltes und glückliches Leben gelebt.

    Und ja, Menschen merken wenn ihre Zeit gekommen ist, ich habe das bei meiner Uroma und Oma erlebt.

    Traurig ist es nur für die, die zurück bleiben.

    Laß geschehen was geschehen muß - den Lauf der Natur können wir nicht aufhalten.

    Auch wenn es schwer ist

  4. Avatar von Simplemind66
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    AW: Todesahnung?

    Sie in Behandlung zu zwingen, gegen ihren Willen, löst in mir auch kein gutes Gefühl aus. Wenn sie selbst spürt, dass es vielleicht zu Ende geht, sollte man dies nicht respektieren? Es als das betrachten, was es ist? Das Ende dieses DaSeins?
    Ja, ich denke, es ist richtig, den Willen deiner Mutter zu respektieren. Für die Zurückgebliebenen ist es immer schwer, das Ende des DaSeins anzunehmen. Es bedeutet Verlust und Trauer.

    Ich sehe es als ein Geschenk, spüren zu können, wenn es zu Ende geht. So gibt es die Möglichkeit, seine Dinge zu regeln und sich zu verabschieden.

    Du scheinst die Antenne auch zu haben; gibt es dir doch die Möglichkeit dich intensiv zu verabschieden. Das bleibt den meisten Menschen verwehrt.

    Es hat halt alles seine Zeit.
    simplemind
    _____________________________________

    Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte
    George Bernhard Shaw
    4.6.18

  5. Avatar von themir
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    AW: Todesahnung?

    Zitat Zitat von bonneya Beitrag anzeigen

    Gestern fiel mir auf, dass ihr rechter Arm und auch das rechte Bein eine Winzigkeit anders waren. Sie saß nur in der Ecke, machte ein verkrampft freundliches Gesicht.


    Ich habe ihr gestern ein wenig Reiki gegeben

    Bei den vorhandenen "Auffälligkeiten" ist eine medizinische Abklärung notwendig (Reiki vielleicht zusätzlich ) !!



    Ich spürte, wie eine Veränderung da war. Ich glaube, meine Mutter möchte gehen.
    ... Du kannst es mit ihr vielleicht -sensibel- ansprechen ...




    Wenn sie selbst spürt, dass es vielleicht zu Ende geht
    ... Ist das so ?
    Es kann auch evtl. verbunden mit Angst vor Krankheit, Krankenhausaufenthalt (na ja, und natürlich dem Tod) sein.

    ... Manchmal ist es so, dass - wenn früh genug gehandelt wird, Schlimmeres verhindert (oder gemildert) werden kann.

    (Bei z.B. einer beginnenden Demenz ist es so, dass Menschen sich langsam innerlich verändern, und es äusserlich nicht erkennbar ist.)





    Vor 3 Wochen sagte sie ohne inhaltlichen Zusammenhang heraus: ich möchte hier nicht weg. Und nie in ein Pflegeheim.
    Menschen in dem Alter Deiner Mutter machen sich über dieses Thema einfach auch Gedanken; normal ... .



    Trotzdem regt sich natürlich auch mein Gewissen.
    Erstmal würde ich mit der Mutter nochmal sprechen ... .

    Ansonsten: ... Könntest Du mit dem Hausarzt Deiner Mutter sprechen/telefonieren? ... Vielleicht hat er eine hilfreiche Idee, und macht evtl. einen Hausbesuch, oder führt in seiner Praxis verschiedene Untersuchungen/Tests durch ! ...



    .

  6. Avatar von MissPim
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    AW: Todesahnung?

    Liebe Bonneya,

    ich kann Dir nur den Tipp geben, sie - sofern es Dir irgendwie möglich ist - so oft es geht zu besuchen und versuchen, Abschied zu nehmen. Wenn Du schon das Gefühl hast, dass sie nicht mehr will und gehen wird, dann wirst Du sie wahrscheinlich nicht aufhalten können (und das willst Du ja letztlich auch nicht, siehe "Sie in Behandlung zu zwingen, gegen ihren Willen, löst in mir auch kein gutes Gefühl aus.")

    Aber Du hast - was viele andere nicht haben - die Möglichkeit, von ihr Abschied zu nehmen - zumindest für Dich und im Stillen; Du hast die Möglichkeit, es zu akzeptieren und wirst - vielleicht, ich hoffe es für Dich! - nicht irgendwann platschdich - vor plötzliche Tatsachen gestellt.

    Es ist immer schwer, wenn ein Mensch stirbt - egal, ob man sich verabschiedet hat oder nicht, aber ich finde die plötzlichen Todesfälle immer noch einen Tacken krasser als die, in denen man sich zumindest ein bischen, vorbereiten kann. Nutze die Zeit, die Dir bleibt - ich habe eine Alzheimerkranke Mum im letzten Stadium und obwohl wir alle wussten, wo es hinführen wird, habe ich (haben wir?) den Zeitpunkt, wo wir uns von ihr bewusst hätten verabschieden können, wohl verpasst.

    Ich wünsche Dir viel Kraft, für das, was - evtl. - auf Dich zukommt!

    Alles Gute für Dich!
    MissPim
    Jedes Abenteuer ist nur eine Entscheidung von Dir entfernt.

    Lisz Hirn


  7. Registriert seit
    01.09.2009
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    3

    AW: Todesahnung?

    Liebe Bonneya,

    ich schliesse mich einigen vorherigen Beiträgen an - die Seele deiner Mutter weiss schon, dass sie bald gehen muss und bereitet sich darauf vor.
    Du solltest versuchen, so viel Zeit wie möglich mit ihr zu verbringen, ihr die Möglichkeit zu geben, zu reden, Dir/Euch Dinge zu erzählen, über die vielleicht früher nicht gesprochen wurde.

    Ich habe vor einigen Monaten einen interessanten Text mit dem Titel "Vorbereitung der Seele auf den Übergang" gelesen, in dem ich das Verhalten meines Mannes vor seinem Tod stellenweise exakt wieder erkannt habe.
    Der gesamte Webauftritt hat die URL Psychowissenschaftliche Grenzgebiete (Psychowissenschaftliche Grenzgebiete), das Thema steht unter "Medialer Arbeitskreis".
    Der besagte Artikel (eine Channeling-Sitzung) ist unter der URL MAK - Die Vorbereitung der Seele auf den Übergang zu finden.

    Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Kraft - es ist nur für die Hinterbliebenen schwer, diejenigen, die gehen müssen oder dürfen, sind voller Frieden und haben keine Angst vor dem, was sie erwartet.

    Alles Liebe
    Biene

  8. AW: Todesahnung?

    Zitat Zitat von bonneya Beitrag anzeigen
    ...es ist einfach so, dass sie nicht mehr will - auf eine Art und Weise, die ich inneres Wissen nennen möchte.
    Liebe Bonneya,

    wenn das Herz und die Seele müde sind, verlangen sie nach Heimat - und vielleicht ist es in der Tat so, dass Deine Mutter sich von diesem Leben verabschiedet, um in das Leben jenseits der sichtbaren Grenze, das Leben in der ewigen Heimat, in den Himmel zurückzukehren ...

    Bei all dem, was Du geschrieben hast, was Dein empfindsames Herz wahrgenommen hat, habe ich gespürt, dass Deine Seele und die Seele Deiner Mutter sehr intensiv miteinander kommunizieren. Selbst wenn die Signale, die Dein Herz empfangen hat, andere sein mögen, so ist doch Dein Herz auch das Herz einer Tochter, die ihre Mama liebt und sich unendliche Sorgen macht. Und es gibt statistische Erhebungen aus stationären Einrichtungen, die belegen, dass sich Menschen in einem gehobenen Alter oder in einem schweren Krankheitsprozess sehr oft um ihren Geburtstag herum verabschieden.

    Vielleicht hat Deine Mama ein langes und erfülltes Leben gelebt und darf sich jetzt dem anderen, dem lichten Leben zuwenden. Doch wer von uns kann das beurteilen? Und schließlich, es ist und bleibt die Mama - und selbst wenn wir um das Wiedersehen im Himmel wissen, so tut jeder Abschied auch erst einmal unendlich weh ...

    Ja, es gibt sie, diese "Todesahnungen", ich bin sicher! Denn auch unser Töchterchen hat sich vor seinem plötzlichen Tod verabschiedet. Da waren einige Signale, die mein Herz und meine Seele empfangen haben. Und doch hat mein Verstand diese Signale und Botschaften voller Entsetzen und Selbstschutz beiseite geschoben, wollte sie (verständlicherweise) nicht zulassen. Aber mit dem Tod unseres Kindes wurde sehr schnell klar, dass seine zarte Seele den anstehenden Übergang tatsächlich erspürt hat - und dass sein herannahender Tod nicht zu verhindern gewesen wäre.

    Liebe Bonneya, was ich Dir damit sagen möchte:
    Mit Deiner Feinfühligkeit, mit Deinem Herzen voller Liebe wirst Du Deinen "richtigen" Weg finden, um mit Deiner Mutter auch über diese weite Entfernung zu kommunizieren. Können nicht auch Herzen Dialoge führen? Ich bin sicher, dass selbst Deine leisesten Worte, Deine innersten und tiefsten Gedanken, Fragen und Wünsche das Herz Deiner Mama erreichen werden.

    Und wenn dann alles doch ganz anders sein sollte, wenn sich Deine Mutter erholt und zu neuen Kräften zurückfindet, so wäre das wunderbar und ich würde mich riesig mit Dir freuen!

    Eine liebe Umarmung
    madame butterfly
    Ich habe eine Rose, die niemals verblüht, deren lieblicher Duft mich auf ewig umschließt ...
    Geändert von Madame_butterfly (02.09.2009 um 23:03 Uhr)

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