Antworten
Ergebnis 1 bis 7 von 7

Thema: Meine Mama

  1. Inaktiver User

    Stirnrunzeln Meine Mama

    Gestern vor 6 Monaten ist meine Mama ins Licht gegangen - nach fast 11 Wochen im künstlichen Koma. Sie wurde nur 69 Jahre alt. Ich weiß, daß der Tod für sie eine Erlösung war; die Ärzte hatten uns vorher darauf vorbereitet, daß selbst wenn sie aus dem Koma erwacht wäre, ein Schwerstpflegefall geblieben wäre. Aber man klammert sich ja an jeden StrohIn und hofft auf ein glückliches Ende.

    Ich war immer ein richtiges "Mamakind" und hatte eine sehr enge Bindung an meine Mutter. Nach außen hin habe ich den Verlust gut verkraftet, aber in den letzten paar Tagen ist die Trauer wieder wie eine Welle über mich geschwappt und seit gestern bin ich eigentlich fast ununterbrochen am Weinen. Ich weiß, es hat mit den nahenden Osterfeiertagen zu tun. Ein famileinfest, aber ich habe keine Familie mehr ...

    Es sind so Kleinigkeiten, die einem einfallen. Sie hat immer so wunderschöne pastellfarbene Ostereier gefärbt. Ich mag eigentlich keine hartgekochten Eier, hab das aber nicht übers Herz gebracht, die Eier abzulehnen (blöd für eine erwachsene Frau, oder?). Und jetzt die traurige Erkenntnis, daß es diese geschenkten Ostereier nicht mehr geben wird.

    Meine Mutter konnte auch die weltbesten Rouladen machen. Warum habe ich mir nie das Rezept geben lassen? Man denkt immer, man hat noch soviel Zeit dafür ...

    Ich fühl mich gerade so alleine. Mein Vater ist schon lange tot, meine Partnerschaft steht vor dem aus (wobei mein Freund für meine Trauer sowie kein Verständnis hat/hätte), meine beste Freundin frisch verliebt und schafft es nicht mal, zugesagte Anrufe einzuhalten. Alles Sch.... gerade.

    Danke fürs Zulesen, ich weiß gerade nicht wohin mit meiner Trauer.

    Traurige Grüße, ToffiFee

  2. User Info Menu

    AW: Meine Mama

    Nehme Dich gerade ganz fest in den Arm und drücke Dich!

    Lebe mit den schönen Erinnerungen, lass Sie Dich glücklich machen und lass sie Dir Kraft geben.

  3. User Info Menu

    AW: Meine Mama

    Liebe Toffifee,

    ich möchte Dir erstmal mein Mitgefühl ausdrücken. Deine Situation ist wirklich nicht leicht. Zum Glück habe ich meine Mutter noch, aber auch ohne sie verloren zu haben, kann ich mir vorstellen, wie Du Dich fühlst. Ich habe meinen Freund verloren, und ohne meine Mutter wäre ich vielleicht nicht mehr auf dieser Welt...

    All diese Erinnerungen, an die Kohlrouladen deiner Mutter, die Ostereier, das tut jetzt so schrecklich weh. Aber eines Tages, da wirst Du dich über diese Erinnerungen freuen können. All diese Dinge, die dich an sie erinnern sind auch die Verbindung zu ihr....

    Schade, dass Dein Freund dich nicht versteht und deine Freundin gerade mit dem Kopf in den Wolken steckt und keine Zeit für dich hat.

    Mein Rat ist, geh in die Natur, die gerade wieder zum Leben erwacht. Halte dein Gesicht in die Sonne und lass Dich wärmen. Die Sonne nicht nur deine Haut, sondern auch das Herz und die Seele.
    Mir fallen da ein paar Zeilen ein, die ich gelesen habe, kurz nachdem mein Freund gestorben war. Ich habe lange nicht mehr dran gedacht, aber jetzt bin ich froh, dass sie wieder in meinem Kopf sind:

    Ich bin der Wind, der weht,
    ich bin die Blume, die Du blühen siehst,
    ich bin die Luft, die Du atmest.
    Ich bin nicht vergangen,
    ich bin bei Dir alle Tage.....

    Alles Liebe,
    Haferflocke
    Wenn Mensch und Berg sich begegnen,
    ereignen sich große Dinge,
    die sich im Gedränge der Straßen
    nicht verwirklichen lassen

    William Blake

  4. Inaktiver User

    AW: Meine Mama

    Liebe Toffifee

    Laß dich auch von mir umarmen.
    Ich fühle mit dir.
    Meine Mama ist auch schon über 70 und wenn ich mir vorstelle, dass sie mal nicht mehr sein sollte, schnürt es meine Kehle zusammen.

    Man nimmt alles für so selbstverständlich.
    Ich ruf an und sie geht ans Telefon. Ich klingel bei ihr und sie öffnet die Tür.

    Wenn ich einen Rat brauche, dann ist sie da. Auch wenn ich keinen brauche, dann gibt sie mir einen...

    Als mein Schwiegervater starb sagte mein Mann auch ganz oft, was hätte Papa wohl in dieser oder jener Situation gemacht?
    Er fehlte überall...

    Aber die Zeit vergeht. Die Zeit läßt manches verheilen.

    Aber bestimmte Situationen bringen auch wieder die Erinnerungen, schöne und weniger schöne.

    Ich wünsche dir viel Kraft...

    Übrigens... Ich hatte auch vergessen, meine Oma nach einem bestimmten Rezept zu fragen.
    Nun ist sie schon lange tot und hat das mit ins Grab genommen...

    Ist doch komisch, dass ich gerade jetzt wieder daran denken muß...

  5. Inaktiver User

    AW: Meine Mama

    Ich danke Euch herzlich für Eure lieben Worte! Ich hab mich gestern auf der Arbeit krank gemeldet (so verheult und verquollen hätte ich eh nicht ins Büro gehen können) und bin nachmittags durch die Felder gegangen und hab langsam etwas mehr Stabilität bekommen. Ich bin ja bereits über 40, aber die Eltern zu verlieren ist auch in meinem Alter noch eine ganz einschneidende Erfahrung ...

  6. User Info Menu

    AW: Meine Mama

    Ich drück Dich auch einfach mal. Es ist immer zu früh eine Mutter zu verlieren. Man ist dann aufeinmal kein Kind mehr.
    Aber ich kann nur bestätigen was die anderen schon sagten, nach einiger Zeit zaubern einem die Erinnerungen ein Lächeln aufs Gesicht.
    Und die Erinnerungen kann einem keiner nehmen.
    Meine Mutter ist vor Jahren nach langer Krankheit gegangen, ich denke jeden Tag mindestens einmal an sie.

    Viel Kraft wünsche ich Dir
    Rainbow
    Leben und leben lassen

    ▬|████|▬

    für die besonders schwierigen Fälle

  7. User Info Menu

    AW: Meine Mama

    Ich möchte dich erst einmal ganz fest drücken. Ich kann deine Gefühle sehr gut nachvollziehen. Ich weine nach über vier Jahren immer noch manchmal weil meine Mama mir so fehlt. Auch mir sind Kleinigkeiten eingefallen die ich nicht mehr weiß wie ein bestimmter Kuchen, die sauren Nierchen, Fersen bei den Strümpfen stricken. Es ist entsetzlich. auch mein Papa ist schon sehr früh verstorben, sodass ich mit meiner Mama eine Einheit war. Sie fehlt mir an jeder Ecke. Ich habe beschlossen bei ihrem Geburtstag 28.04. einen Kuchen zu backen und alleine oder mit einer Freundin in mit einem Kaffee zu essen und Geschichten von und mit meiner Mama zu erzählen. Ich glaube sie würde sich darüber viel mehr freuen, als wenn ich weinend vor ihrem Grab stehen würde.
    Ich habe einen erwachsenen Sohn von 24 Jahren. ich will solange es möglich ist an seinem Leben teilnehmen. Ich möchte aber auch, dass er seine Trauer um mich durchsteht. Ich möchte nicht in Vergessenheit geraten, aber es soll ihn nicht lähmen. Ich muss mich daran oft selbst erinnern und mich an die Nase fassen.
    Du hast davon gesprochen, dass deine Mama ins Licht gegangen ist. Ich denke, dann glaubst/hoffst du an ein Leben nach dem Tod. Ich glaube das auch. Ich weiß, meiner Mama geht es jetzt viel besser. Sie ist mit ihrer Mama und Freunden, mit meinem Vater wieder vereint. Auch deine Mama ist jetzt dort und es geht ihr viel besser. Wir werden unsere Mütter wiedersehen. Wir haben sie in unseren Herzen und mehr brauchen wir nicht – doch, wir haben den Auftrag von unseren Müttern unser Leben zu genießen!!!

    Ich drücke dich fest!

    Gabrielle

Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •