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    Funktionierende Beziehungsmodelle oder: neue Wege zu denken, fühlen und erwarten?

    "Wenn Dich ein Mensch glücklich machen kann, kann er Dich auch unglücklich machen."

    Kann man etwas wie 'emotionale Autonomie' erlernen/erreichen? Und ist das ein erstrebenswerter Zustand?

    Ich bin jetzt 42 und ahne, dass ich mit meiner Art zu lieben und meinen Ansprüchen an die Liebe nicht glücklich werden werde.

    Die "Lust auf fremde Haut" scheint in den Bedürfnissen vieler Menschen tief verankert zu sein, und das werde ich wohl nicht ändern können. Und die Hoffnung, dass gerade ICH einen treuen Mann finden werde, habe ich aufgegeben (auch, weil die Männer, die mich anziehen, stets vielfältige Möglichkeiten rechts und links des Weges haben).

    Wie erreiche ich den Zustand, dass für mich nicht wichtig ist, was mein Partner sonst noch so treibt? Vorbeugen kann man ja anscheinend nicht. (Ich hatte eine Beziehung mit absolut großartigem Sex, sowohl qualitativ als auch quantitativ gabs für beide Seiten keine Defizite - und das ist keine Vermutung von mir. Ausserdem spielt ja nicht nur Sex eine Rolle beim Spiel mit dem Feuer).

    Ich denke nicht, dass man eine dauerhafte Beziehung haben kann, in der nicht irgendwann einer den anderen in welcher Form auch immer, verletzt. Wie schützt man sich davor, dass solche Verletzungen einem den Boden unter den Füßen weg ziehen und einen ins Unendliche fallen lassen?

    Wie erreicht man einen Zustand, der einen in die Lage versetzt, sich bei Ausbrüchen aus der Partnerschaft klarzumachen: es ist SEIN Leben, das hat mit MIR nur wenig zu tun. Nämlich nur insofern: Wollen wir das hier trotzdem noch? Wie können wir weiter machen?

    Leicht verwirrt, aber unglaublich gespannt auf Eure Meinungen


    OOO

  2. Inaktiver User

    AW: Funktionierende Beziehungsmodelle oder: neue Wege zu denken, fühlen und erwarten?

    Hallo OutofOrder,

    Wie erreiche ich den Zustand, dass für mich nicht wichtig ist, was mein Partner sonst noch so treibt?
    Ist das denn überhaupt sinnvoll?

    Willst Du denn nur Teile von ihm? Interessiert er Dich nicht ganz als Mensch?

    Wie erreiche ich den Zustand, dass für mich nicht wichtig ist, was mein Partner sonst noch so treibt?
    Wenn Du tot bist.

    'emotionale Autonomie'
    Würdest Du wollen, dass es Deinen Partner kalt läßt, wenn Du gegen Euren gemeinsam geschlossenen Vertrag verstößt?

    Gibt es Menschen, die unverletzbar sind?

    Wie erreicht man einen Zustand, der einen in die Lage versetzt, sich bei Ausbrüchen aus der Partnerschaft klarzumachen: es ist SEIN Leben, das hat mit MIR nur wenig zu tun.
    In einer Partnerschaft ist es EUER BEIDER leben. Eine Verbindung, die ihr beide eingeht und die Rechte und Pflichten beinhaltet, die von beiden abgeklärt worden sind. Vorab. Kontinuierlich.

    Ich zitiere hier nocheinmal Seawasp

    Zitat von Seawasp
    Fehler, Verletzungen werden immer wieder passieren. Vielleicht wird es auch weitere Vertrauensbrüche geben. All das ist kein Grund, JETZT nicht zu vertrauen. Mit Misstrauen verhindere ich keinen Betrug, sondern betrüge mich selbst um Lebendigkeit und Freude.
    Glaube ich an mich, weiss ich, dass ich im Fall des Falles adäquat reagieren und das für mich Beste tun werde. Wie das dann ausschaut, kann ich nicht wissen. Aber ich denke auch nicht an die Ewigkeit, ich denke an Hier und Jetzt. Und dafür reicht es allemal, das Vertrauen.
    Ganz liebe Grüße
    nathaliethor

  3. Inaktiver User

    AW: Funktionierende Beziehungsmodelle oder: neue Wege zu denken, fühlen und erwarten?

    Es scheint dir ja (primär) um die körperliche Treue zu gehen, lese ich das richtig zwischen den Zeilen raus?

    Abgesehen davon, dass ich schon das Konzept/den Sinn dahinter nicht verstehe, möchte ich so nicht (mehr) leben. In meiner Beziehung war das auch schon immer so akzeptiert, u.a. aufgrund extrem-Fernbeziehung. Wichtig sind mir/uns andere bonding factors; wenn diese nicht mehr gegeben wären, würde es mich wohl temporär sehr schmerzen.

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    AW: Funktionierende Beziehungsmodelle oder: neue Wege zu denken, fühlen und erwarten?

    "Wenn Dich ein Mensch glücklich machen kann, kann er Dich auch unglücklich machen."

    Das ist wohl richtig. Deshalb ist es aus meiner Sicht wichtig, zunächst erstmal mit sich selbst im Reinen zu sein und zu sehen, dass man auch allein glücklich sein kann und eine Menge auf die Reihe bekommt. Ich halte es auch nur für möglich, dass eine Beziehung dauerhaft glücklich sein kann, wenn beide Partner authentisch leben. Also, nicht dass einer dem anderen "zu Liebe" vieles aufgibt.

    Kann man etwas wie 'emotionale Autonomie' erlernen/erreichen? Und ist das ein erstrebenswerter Zustand?

    Emotionale Autonomie in einer Partnerschaft erreichen. Nein, das glaube ich nicht, das man das kann. Dazu ist man dann zu eng miteinander verbunden, um einfach für sich sagen zu können "Na, denn halt nicht....."
    Und das ist in einer Partnerschaft m. E. auch kein erstrebenswerter Zustand. Das würde für mich bedeuten, eine emotionale Kälte von vornherein fest zu schreiben.
    Wer will schon emotionale Kälte in einer Partnerschaft, um unverletzbar zu sein?

    Ich bin jetzt 42 und ahne, dass ich mit meiner Art zu lieben und meinen Ansprüchen an die Liebe nicht glücklich werden werde.

    Weshalb so pessimistisch? Es soll auch Männer geben, die hohe Ansprüche haben und auch bereit sind, Gleiches einzubringen. Ja, nur wo sind sie???

    Die "Lust auf fremde Haut" scheint in den Bedürfnissen vieler Menschen tief verankert zu sein, und das werde ich wohl nicht ändern können. Und die Hoffnung, dass gerade ICH einen treuen Mann finden werde, habe ich aufgegeben (auch, weil die Männer, die mich anziehen, stets vielfältige Möglichkeiten rechts und links des Weges haben).

    Eine wirkliche Beziehung zu haben, heißt doch, dass zwei Individuen freiwillig ihr Singledasein aufgeben, um zu zweit die Probleme zu schaffen, die man allein nicht hatte.......
    Scherz, Scherz, Scherz..........!!!!

    Nein, im Ernst: Wenn zwei sich einig sind und beide von so einer hohen emotionalen Intelligenz gesegnet sind, dass sie über alle Dinge, ja selbst Kleinigkeiten, die sich irgendwann einschleichen oder dem einen als Ärgernis immer mal wieder schlechte Gefühle bereiten, reden können - ohne sich Vorwürfe zu machen, ohne sich gegenseitig mit Worten anzugreifen, dann ist es durchaus möglich, dass so eine Beziehung auf Dauer glücklich bleibt.

    Dann sind auch die vielfältigen Möglichkeiten links und rechts des Weges kein Grund zur Besorgnis, denn der Partner kennt einen so gut, dass er es freiwillig und gern vermeiden wird, seiner Partnerin Anlass zur Eifersucht zu geben. Niemand, der liebt, tut einem anderen freiwillig weh.

    Wie erreiche ich den Zustand, dass für mich nicht wichtig ist, was mein Partner sonst noch so treibt? Vorbeugen kann man ja anscheinend nicht

    Du solltest Dir vor Augen führen, dass es für nichts menschliches im Leben eine Garantie gibt. Selbst wenn man eine Ehe eingeht, heißt es nicht, dass man sich dieser auf Dauer sicher sein kann. Siehe Scheidungsraten.
    Kühlschrank, Waschmaschine usw. da gibt es Garantien. Aber alles, was mit Menschen zu tun hat: LEIDER NICHT.
    Ich denke, diese Erkenntnis für sich zu haben, sollte schon einen Teil dazu beitragen, sich nicht auf Unmögliches zu versteifen. Wer die menschliche Natur kennt, weiß wie vielfältig und manchmal unberechenbar Menschen handeln. Selbst Ehen, die 40 Jahre bestanden werden geschieden.

    Ich denke nicht, dass man eine dauerhafte Beziehung haben kann, in der nicht irgendwann einer den anderen in welcher Form auch immer, verletzt. Wie schützt man sich davor, dass solche Verletzungen einem den Boden unter den Füßen weg ziehen und einen ins Unendliche fallen lassen?

    Das kommt auch in gut funktionierenden Beziehungen durchaus vor, dass man verletzt wird. Dann aber hat der Partner es meistens nicht aus Absicht/Vorsatz getan, sondern war sich nur der Lebensregeln des anderen nicht bewusst.

    Es ist doch so, wenn zwei Personen aufeinander treffen, haben sich bei jedem von beiden schon Lebensregeln manifestiert. Die sollte einer vom anderen kennen.

    Einfaches Beispiel: Mann kennt es aus vorheriger Beziehung bzw. von Mama, dass ihm alles nachgeräumt wird (muss nicht sein, kann aber). Selbstverständlich wird das in der neuen Beziehung so auch gehandhabt. Macht Frau das in der ersten Zeit noch mit, aus Liebe z. B. und um zu verwöhnen, platzt ihr wahrscheinlich irgendwann eines Tages der Kragen und der Krach ist da.
    Mann guckt und fragt sich entsetzt: WARUM???? Das war doch 100 Jahre so, wieso jetzt nicht mehr?

    Solche Lebensregeln hat man in allen Bereichen, ob es nun der Umgang miteinander, Kindererziehung, Geldangelegenheiten, Haushalt, Sex sind - jeder hat so seine Wünsche und Standpunkte. Und ohne intelligente Kommunikation, so dass einer den anderen versteht und man auf einen Standpunkt kommt, ist alles sowieso nur zum Scheitern verurteilt. Denn dann verstößt man wahrscheinlich unbewusst zu oft gegen die Regeln des anderen. Und wenn dieser dann immer noch nicht sagt "Du, ich empfinde das so und so.....", dann wächst da eine dicke Unzufriedenheit heran.

    Wie man sich davor schützt, damit einem der Boden nicht unter den Füßen weg gezogen werden kann? Immer sich vor Augen halten, dass es für nichts im Leben eine Garantie gibt. Und wenn echt die Kommunikation und somit der Rest in der Beziehung stimmt, wird einem der Boden auch nicht unter den Füßen weg gezogen. Geht irgendwie gar nicht. Jedenfalls kann es dann nicht vom Partner ausgehen, der dann wirklich Partner ist.

    Wie erreicht man einen Zustand, der einen in die Lage versetzt, sich bei Ausbrüchen aus der Partnerschaft klarzumachen: es ist SEIN Leben, das hat mit MIR nur wenig zu tun. Nämlich nur insofern: Wollen wir das hier trotzdem noch? Wie können wir weiter machen?

    Ausbrüche aus der Partnerschaft??? Wenn es eine PARTNERschaft war, passiert das eher weniger. Siehe Kommunikation. Dann kennt man sich in- und auswendig.

    Sicher, jeder bleibt auch in der Partnerschaft ein Idividuum. Es gibt aber auch für Partnerschaften doch allgemein gültige Regeln, oder?
    Wenn einer diese bricht und der andere sich überlegt, ob es noch Sinn hat, eine 2. Chance einzuräumen, sollte man sich doch fragen: Könnte mir das auch mal passieren? Oder bin ich vor allen Fehltritten im Leben gefeit?

    Für die 2. Chance gilt es m. E. immer abzuwägen, wie hoch das Risiko ist, dass Fehltritte wieder passieren und ob man bereit ist, sich vorsätzlich weh tun zu lassen. Wenn dieses Risiko hoch ist, dann kann man von Partnerschaft sowieso nicht sprechen. Dann ist es nur ein Festhalten an einem "Vielleicht wird's ja besser".

    Und dazu passt: "Hoffen und harren hält manchen zum narren."

    Ich sehe es so, dass es ein "Hauptgewinn" ist, auf einen Menschen zu treffen, den man nicht nur körperlich attraktiv findet, sondern wo man auch gleich merkt "Da stimmt die Chemie".

    Trifft man nicht auf so einen Hauptgewinn, sondern 2 finden sich sehr sympathisch, sehen aber auch hier und dort andere Standpunkte (Lebensregeln), sind aber so kommunikativ und bereit sich anzunähern, dann sind die Chancen ebenfalls gut, um lange Zeit glücklich zu sein. Dann mag daraus Liebe entstehen.

    Schützen vor menschlicher Enttäuschung kann man sich am besten, in dem man sich immer wieder vor Augen hält:

    Man selbst verliert nie seinen Wert, ganz gleich, ob man in einer Beziehung betrogen, durch ein Chefchen raus geschmissen, durch eine Verkäuferin schlecht behandelt, durch Freunde vernachlässigt usw. wurde.
    Es kann immer mal sein, dass viele Faktoren aufeinander treffen und man sich selbst in Frage stellt. Ich denke, dann sollte man Gefühlsduselei einfach bei Seite lassen und die Sache sachlich angehen.
    Was kann ich, wer bin ich, bin ich gewachsen in der Beziehung oder habe ich mich eher als Persönlichkeit verkleinert?

    Wenn mit so einer Beziehung, die dann in die Brüche geht, nicht wesentliche Persönlichkeitsveränderungen in negativer Hinsicht statt gefunden haben, hat man wohl einen Verlust des Partners zu bedauern, aber man selbst ist sich treu geblieben.

    Und das ist das, worauf man bauen kann:
    Die eigene Persönlichkeit.
    Denn man selbst ist der Mensch, dem man am meisten vertrauen und auf den man sich am besten verlassen kann.

    Alles andere, so lange es menschlich ist, dafür gibt es keine Garantie.
    Wer verstehen kann, kann alles verzeihen

    Ich bin bereit, überall hin zu gehen, wenn es nur vorwärts ist.

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    AW: Funktionierende Beziehungsmodelle oder: neue Wege zu denken, fühlen und erwarten?

    Hallo OutofOrder,

    ich kann Nathaliethor in all ihren Ausführungen nur Recht geben.

    Kann man etwas wie 'emotionale Autonomie' erlernen/erreichen? Und ist das ein erstrebenswerter Zustand?
    Ich weiß nicht, ob man emotionale Autonomie erlernen oder erreichen kann. Ich weiß nur, dass dies für mich kein wünschenswerter Zustand wäre. In einer "Autonomie" ist man nur auf sich selbst gestellt und das schmeckt und riecht für mich in allererster Linie nach Einsamkeit. Diese ist für mich kein wünschenswerter Zustand.

    Die "Lust auf fremde Haut" scheint in den Bedürfnissen vieler Menschen tief verankert zu sein, und das werde ich wohl nicht ändern können. Und die Hoffnung, dass gerade ICH einen treuen Mann finden werde, habe ich aufgegeben (auch, weil die Männer, die mich anziehen, stets vielfältige Möglichkeiten rechts und links des Weges haben).
    Das Problem scheint meines Erachtens darin zu liegen, dass du auf einen bestimmten Typ Mann fixiert bist, wahrscheinlich auf jenen, der für dich in erster Linie Erotik ausstrahlt. Ich glaube ("glauben" heißt, nicht "wissen"), dass es gerade bei diesem Typus häufiger vorkommt, dass ihm EINE Frau zur Befriedigung seiner sexuellen Vorstellungen auf Dauer nicht reicht (vorübergehend ist vieles möglich). Diese Aussage möchte ich nicht verallgemeinernd wissen, ich gehe nur davon aus, dass der Prozentsatz der treuen Männer die "stets vielfältige Möglichkeiten rechts und links des Weges haben" von vornherein sehr niedrig einzustufen ist. (Unmöglich ist natürlich nie etwas.)

    Sei dir im klaren darüber, was du willst. Ist es das jahrzehntelang andauernde sexuelle Abenteuer, das nicht nur niemals an Reiz verliert, sondern auch nach vielen Jahren noch täglich "wie neu" erlebt wird, oder ist es die dauerhafte glückliche Beziehung (natürlich mit einem guten Sexualleben, das aber möglicherweise nicht von einer nimmer endenden Aufregung gekennzeichnet ist) die jeder Gefahr von außen trotzt? Beim ersten Beispiel wirst du in der Mehrzahl der Fälle auf immer wieder neue Partnerschaften zurückgreifen und beim zweiten vielleicht auf den sexuellen Dauerkick verzichten müssen.

    (Ich hatte eine Beziehung mit absolut großartigem Sex, sowohl qualitativ als auch quantitativ gabs für beide Seiten keine Defizite - und das ist keine Vermutung von mir. Ausserdem spielt ja nicht nur Sex eine Rolle beim Spiel mit dem Feuer).
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie positiv man so etwas werten, wie überschwenglich (und körperlich befriedigend) man so etwas erleben kann. Für mich galt aber, dass diese Art des Erlebens ALLEIN eben nicht das ganze Leben ausmacht. Natürlich kann man das auch anders sehen, aber dann muss man auch mit den Konsequenzen leben, die sich daraus möglicherweise leichter ergeben als in einer Partnerschaft in der Sex zwar auch eine, aber nicht die oberste Rolle spielt.

    Ich denke nicht, dass man eine dauerhafte Beziehung haben kann, in der nicht irgendwann einer den anderen in welcher Form auch immer, verletzt. Wie schützt man sich davor, dass solche Verletzungen einem den Boden unter den Füßen weg ziehen und einen ins Unendliche fallen lassen?
    Eine Art "Verletzung" wird in keiner Partnerschaft gänzlich auszuschließen sein, aber es kommt darauf an, wie intensiv sie ist und ob der andere (oder die andere) hinterher eine solche Verletzung bereut, sich dafür entschuldigt oder nicht. Schützen kann man sich nicht wirklich davor, mit dem richtigen Partner an seiner Seite, werden aber die Folgen kaum die sein, dass einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Dass es eine eher schwierige (oder aber zufällige) Angelegenheit ist, "den richtigen Partner" zu finden, bezweifle ich nicht.

    Wie erreicht man einen Zustand, der einen in die Lage versetzt, sich bei Ausbrüchen aus der Partnerschaft klarzumachen: es ist SEIN Leben, das hat mit MIR nur wenig zu tun. Nämlich nur insofern: Wollen wir das hier trotzdem noch? Wie können wir weiter machen?
    Meine Antwort ist sehr nah an der von Nathaliethor. Eine Partnerschaft ist "EUER BEIDER Leben." Ist sie das nicht, kann man nicht von einer Partnerschaft sprechen. Wenn SEIN Leben mit DIR wenig zu tun hat, dann erübrigt sich eine Partnerschaft nach meinem Dafürhalten von vornherein.

    Ich wünsche dir viel Glück bei einem möglichen neuen Anlauf für eine dauerhafte Partnerschaft.

    Liebe Grüße,

    Anitra
    Mein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.

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    AW: Funktionierende Beziehungsmodelle oder: neue Wege zu denken, fühlen und erwarten?

    Ich muss ja heute keine Lösung mehr finden. Zum Glück.

    Im Moment bin ich nämlich irgendwas zwischen erleichtert und raddrehend. Ich hatte irgendwie damit gerechnet, dass es mir hier von den glücklich liierten entgegenschallt:

    Nur so kann man glücklich werden: es gibt ihn, mich und uns. Was ich/er in meinem/seinem Leben tue/tut ist Sache jedes einzelnen, das hat jeder für sich zu verantworten.

    ...

    Ich will keine emotionale Autonomie. *jammer* Ich wünsche mir eine Beziehung, die wirklich nah ist. Ohne, dass das bedeuten muss, dass man bis in den hintersten Winkel des anderen vordringt. Aber ein grundsätzliches Einvernehmen wünsche ich mir. Zusammenhalt. Offenheit. Pech und Schwefel. Aber ich will auch nicht mehr die Gelackmeierte sein.

    Ich glaube, durch das, was hier die letzten Wochen "abgeht", versuche ich grad ein bisschen krampfhaft, mich zu wappnen, zu schützen. Gegen das Leben oder so. Blödsinn.

    Trotzdem muss ich nachdenken, ich will nicht alles mehr nur aus dem Bauch raus machen. Heute Abend aber nicht mehr, hab grad mit einer lieben Nachbarin eine Flasche Roten geleert.

    Danke für Eure ausführlichen Antworten bis hierher, heute Abend kann ich dem nicht mehr gerecht werden.

    Liebe Grüße

  7. User Info Menu

    AW: Funktionierende Beziehungsmodelle oder: neue Wege zu denken, fühlen und erwarten?

    Puh liebe "out-of-order". Dein Beitrag hat mich sehr berührt. Mir geht es ähnlich, wenn auch nicht mit Partnern im allgemeinen, so doch des öfteren mit Menschen, die mir nahe stehen. Auch welche bei denen ich meine Hände ins Feuer gelegt hatte. Mein Fazit ist: Der Mensch an sich ist unberechenbar. Man muss es irgendwie schaffen, sich durch die Enttäuschungen der anderen weder in ein einsames Autonomie-Ich noch in eine durchweg verzweifelte Person zu verwandeln. Neulich hat mir jemand an einem dieser Abende, an denen man an allem zweifelt und sich ernsthaft fragt, ob man irgendwas einfach komplett falsch macht und damit sich selbst in Frage stellt gesagt: "Du hast nicht das Falsche gemacht - der andere war's. Du bist nicht dumm, weil du vertraust - der andere ist es, der das Vertrauen missbraucht. Du bist nicht naiv, weil du ein gutes Herz hast - der andere ist es, der das nicht wertschätzt. Du muss bleiben, wie du bist. Weiter vertrauen, weiter vom Guten im Menschen ausgehen, weiter optimistisch sein. Sonst haben die anderen gewonnen.
    Ähnlich hat es eine Vorrednerin vormuliert. Stell dich nicht selbst in Frage und lass dich nicht durch die Fehler der anderen in den Schmutz ziehen. Bleib stark und löse dich von Menschen, die dir wehtun. Das hat natürlich schon was mit Autonomie zu tun. Oder mit Wertschätzung - dir selbst gegenüber...

  8. User Info Menu

    AW: Funktionierende Beziehungsmodelle oder: neue Wege zu denken, fühlen und erwarten?

    Liebe OOO,
    solange wir leben im Sinn von Leben, fliegen wir auf die Nase.
    Sicher ist man nur im Elfenbeinturm.
    Ist manchmal schwer, immer wieder aufzustehen, sich die Nase zu putzen und weiter zu machen.
    Auf der anderen Seite: Es gibt keine Alternative.
    Und das Leben ist insgesamt doch sehr kurz. Viel zu kurz um es nicht in all seinen Tiefen und Höhen zu leben.
    Ruhe gibts, wenn der Deckel zuklappt.
    Sagt sich in zweifelnden Stunden:
    Bblume
    flying is the art of falling to the ground without touching

  9. Inaktiver User

    AW: Funktionierende Beziehungsmodelle oder: neue Wege zu denken, fühlen und erwarten?

    Zitat Zitat von Butterblume
    Ruhe gibts, wenn der Deckel zuklappt.


    Weißt Dus?

    nächtliches Grüßle

    nathaliethor

  10. Inaktiver User

    AW: Funktionierende Beziehungsmodelle oder: neue Wege zu denken, fühlen und erwarten?

    Zitat Zitat von Bilissima
    "Du hast nicht das Falsche gemacht - der andere war's. Du bist nicht dumm, weil du vertraust - der andere ist es, der das Vertrauen missbraucht. Du bist nicht naiv, weil du ein gutes Herz hast - der andere ist es, der das nicht wertschätzt. Du muss bleiben, wie du bist. Weiter vertrauen, weiter vom Guten im Menschen ausgehen, weiter optimistisch sein. Sonst haben die anderen gewonnen.
    Ähnlich hat es eine Vorrednerin vormuliert. Stell dich nicht selbst in Frage und lass dich nicht durch die Fehler der anderen in den Schmutz ziehen. Bleib stark und löse dich von Menschen, die dir wehtun. Das hat natürlich schon was mit Autonomie zu tun. Oder mit Wertschätzung - dir selbst gegenüber...
    Dem kann ich mich anschließen, Bilissima, wenn man diese Dinge befolgt, kann eigentlich nichts mehr "schiefgehen"....
    Wenn ich so lebe, bin ich nach meinem Empfinden (emotional) autonom, ich spreche aber nicht explizit von einem emotional autonomen Zustand in einer Beziehung, sondern ganz allgemein von allen Beziehungen, die wir zu unseren Freunden, der Familie und anderen Menschen haben, mit denen wir zu tun haben (freiwillig/unfreiwillig).
    Lebe ich so, wertschätze ich mich auch.
    Wenn ich das kann, habe ich eine Menge begriffen und gelernt und kann leichter durch's Leben gehen.
    Diese Dinge begegnen mir täglich.
    Danke Bilissima , schöne Worte!

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