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  1. Registriert seit
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    Neues altes Leben

    Hallo!

    wollte mal eure Meinung zu meinem Problem hören. Ich (27) bin vor 3 Jahren wegen meines Studiums in eine andere Stadt gezogen, die etwa 60 km von meiner Heimat entfernt ist. Dort habe ich meine große Liebe kennengelernt, leider ging es vor ein paar Monaten in die Brüche. Ich leide immer noch sehr darunter....Nach meinem Studium sind meine ganzen Freunde weggezogen. Mich hielt nichts mehr dort, also beschloss ich wieder nach Hause zu ziehen, da ich immer starkes Heimweh hatte.

    Nun wohne ich wieder zu Hause seit ein paar Wochen. Ich bin trotzdem unglücklich. Es ist nichts mehr so wie es war. Ich kann irgendwie nicht mehr an mein früheres Leben anknüpfen. Hier habe ich auch keine Freunde mehr und es ist sehr langweilig. Hier in diesem Dorf werde ich nie einen Mann kennenlernen und berufliche Chancen gibt es auch wenige. Ich wollte eigentlich nie wieder zurückkommen, da ich hier keine schöne Jugend hatte (Mobbing), aber meine Familie ist da. Zurzeit streiten wir uns aber oft.

    was soll ich nur tun, da ich trotz allem immer gleich Heimweh habe? Habt ihr ähnliches erlebt?

  2. Inaktiver User

    AW: Neues altes Leben

    "Heimweh"...

    Vielleicht hilft es ja, sich ein neues "Heim" aufzubauen?

    Man bekommt das "Zuhause" aus früheren Tagen, meist bei den Eltern, schlecht aus dem Kopf. Erst recht wenns nicht so ganz rund läuft. Aber dieses Zuhause bei den Eltern, im Kreis der Freunde... das gibt es halt auch nicht mehr so, wie es in Erinnerung geblieben ist. Konflikt, ick hör dir trapsen...

    Wo sind deine Freunde jetzt? Gibt es da eine Zukunft für dich? Falls nicht: In so ziemlich jeder größeren Stadt ist viel geboten, für so ziemlich jedes Interesse. Da findet man jedenfalls leichter Anschluss und neue Menschen, als in eher ländlicher Gegenden.

    Ich sags mal so, ohne es irgendwie böse zu meinen: Schule und Studium, das ist alles eher fun & play. Genau nach diesen Lebensabschnitten ist es aber sehr normal, dass sich Freundschaften zerlaufen und die Situation mit der Familie sich auch ändert.

    Willkommen in der Welt und im Leben! Und du bist noch ziemlich am Anfang und hast nen ordentlichen Weg vor dir, den es zu gestalten gilt!

    Also find raus wo dein Platz hier ist. Schaff dir einen! Das muss noch nichtmal in diesem Land sein. Was schwebt dir vor, so soll die Reise - dein Leben - hingehen? Manche brauchen ihr ganzes Leben, um darauf ne Antwort zu finden. Manche wissen das von Kindesbeinen an. Find raus wie das bei dir ist

    Um das zu wissen, muss man wohl erstmal mit sich selbst klarkommen. Mit sich alleine im reinen sein, Finde jedenfalls ich.

    Danach weiß man dann auch in etwa, wo es einen hinverschlägt. Oder: Wohin nicht, auch das hilft weiter.

    Und dann gilt es, sich selbst ein angenehmes Dasein zu ermöglichen - oft zählt dazu ein "Heim". Ob WG oder Landhaus spielt keine Rolle, es muss nur für dich und nur dir ein Zuhause sein, ein Ort des Wohlfühlens.

    ...und naja, das erledigt man weder über Nacht, noch im Vorbeigehen. Das mit dem Einleben (ob in der Nähe der Eltern oder ganz wo anders) und das mit den Mitmenschen hat sich bis dahin oft schon ganz beiläufig ergeben. Wünsch ich dir jedenfalls!

    Achja, und: Nach ner Trennung sieht die Welt immer etwas grauer, regnerischer und besch...eidener aus, als sie wirklich ist. Das ist einfach ne denkbar schlechte Stimmung, um sich den großen Fragen zu stellen. Je intensiver die Beziehung, desto heftiger der Trennungsschmerz - aber du weißt ja dass das auch wieder anders wird. Wird es nämlich. Echt jetzt!

    ...und dann ist womöglich ein besserer Moment, sich mal über diese Sache mit dem "Zuhause" und wo das sein soll Gedanken zu machen

  3. Moderation
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    20.08.2010
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    35.364

    AW: Neues altes Leben

    Zitat Zitat von Minkaxxx Beitrag anzeigen
    was soll ich nur tun, da ich trotz allem immer gleich Heimweh habe? Habt ihr ähnliches erlebt?
    Man kann nicht zweimal in den gleichen Fluß steigen. Wenn du in deine "Heimatstadt" zurückkommst, hat sie sich weiterbewegt, und du auch, und ist nur noch fragmentarisch heimatlich, hier eine Ecke, da eine Ecke, und in der Gesamtheit machen diese Ecken einen nur fremder, weil man weiß, was man verloren hat.

    Heimweh -- nicht die Sehnsucht nach vertrautem Bett, vertrauter Sprache und vertrautem Essen bei einer wochenlangen Trekkingtour oder bei einer monatelangen Dienstreise nach Ougadougou, sondern der Wunsch, da zu sein, wo das Leben einem paßt wie ein Paar alte Lieblingsjeans -- hat immer auch eine zeitliche Komponente. Man stellt sich ein von der Zeit nicht verändertes Selbst an einem von der Zeit nicht veränderten Ort vor. Und damit ist offensichtlich, daß Heimweh für Leute, die dazu neigen, es zu haben, unvermeidlich ist, egal, wo sie sind.

    Was unvermeidlich ist, kann man in seinen praktischen Entscheidungen ignorieren. Du neigst zu Heimweh. Du wirst immer Heimweh haben. Es ist besser, du hast es an einem Ort, wo du die anderen Sachen finden kannst, die du suchst, denn was das Heimweh sucht, findest du nirgends. Man kann an einem Ort glücklich oder zumindest grundzufrieden sein, und immer noch Heimweh haben. Dann sollte man vielleicht Gedichte schreiben.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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