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  1. Avatar von animosa
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    AW: Bruch mit Eltern nach über 60 Jahren

    Ja, so sehe ich das auch. Meine Eltern sind im zweiten Weltkrieg geboren worden. Gewalt war damals normal.

    Ich finde auch, dass man das nicht unberücksichtigt lassen sollte.
    Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn.

  2. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Bruch mit Eltern nach über 60 Jahren

    Zitat Zitat von animosa Beitrag anzeigen
    Ja, so sehe ich das auch. Meine Eltern sind im zweiten Weltkrieg geboren worden. Gewalt war damals normal.

    Ich finde auch, dass man das nicht unberücksichtigt lassen sollte.
    Der Krieg ist schon ein paar Jahre vorbei und es gab inzwischen zahlreiche Erziehungstrends, alle völlig frei von Gewalt. Genauer gesagt unterscheiden sich diese Trends, haben aber eines gemeinsam: Gewaltfreiheit.

    Ich behalte doch nur ein Verhalten bei, das ich gut finde. Weshalb manche Eltern ausgerechnet Gewalt als sinnvoll und gut erachten wird mir ein ewiges Rätsel bleiben.

    Ich habe gelernt, dieses Rätsel als gegeben hinzunehmen und halte größtmögliche Distanz.

    Mir geht es sehr gut damit.

  3. Avatar von schafwolle
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    AW: Bruch mit Eltern nach über 60 Jahren

    Zitat Zitat von Schillerlocke Beitrag anzeigen
    Bereits als Kleinkind musste ich erfahren, dass ich Störfaktor war. Man liess mich 2 Stunden im Kinderwagen schreien, bis die Stimme versagte.
    Nur eine Verständnisfrage:
    daran kannst Du Dich erinnern?


  4. Registriert seit
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    AW: Bruch mit Eltern nach über 60 Jahren

    Lieber Opelius,

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Dein Kontaktabbruch kommt in meinen Augen viel zu spät.
    Das werfe ich mir auch vor.
    Als Kind tu ich alles, um die Liebe meiner Eltern zu bekommen, um zu Überleben. Wird die Liebe gegeben, wirkt sie, wie ein Beruhigungsmittel, wie eine Rückversicherung. Wenn nicht, laufe ich dieser Liebe auch im Erwachsenenalter noch hinterher. Liebe ist nicht nur das warme Nest, sondern auch Anerkennung, Respekt.

    Dieser Beruhigungspille "Eltern", als Fallschirm, Auffangbecken, Sicherheit war ich hinterher, bis ich über 50 war. Dafür habe ich mich beleidigen, erniedrigen lassen. Heute brauche ich sie nicht mehr.
    Und damit bekamen die Verletzungen für mich ein grösseres Gewicht und ich die Stärke, Einhalt zu gebieten.


    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Und was ich überhaupt nicht verstehe, Du bestrafst auch Deine Mutter, die möglicherweise schon als junge Mutter unter Deinem Vater gelitten hat. Du lässt damit zu, dass der alte unzufriedene Mann immer noch Macht über Dich hat.
    Von Strafe würde ich hier überhaupt nicht sprechen, es sind Konsequenzen, die ich ziehe.
    Gruss Schiller


  5. Registriert seit
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    AW: Bruch mit Eltern nach über 60 Jahren

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Nur eine Verständnisfrage:
    daran kannst Du Dich erinnern?
    Nein, da war ich ein Baby, Sie erzählten es oft als "lustige Anektote".

  6. Avatar von Opelius
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    AW: Bruch mit Eltern nach über 60 Jahren

    Zitat Zitat von animosa Beitrag anzeigen
    Ja, so sehe ich das auch. Meine Eltern sind im zweiten Weltkrieg geboren worden. Gewalt war damals normal.

    Ich finde auch, dass man das nicht unberücksichtigt lassen sollte.
    Das hat nichts mit dem Weltkrieg zu tun, sondern mit den erbärmlichen Bedingungen, die Ausgebombte und Flüchtlinge erst in den Jahren nach dem Krieg erlebt haben. Woher Essen nehmen, wenn nicht stehlen? Wo Brennmaterial herbekommen, wenn nicht stehlen. Hoffnungslosigkeit bis in die 50er. Gescheiterte, schwer Traumatisierte, niemand hörte ihnen zu, weil alle ähnlich schlimmes erlebt haben.

    Väter die über ein Jahrzehnt in Kriegsgefangenschaft waren und zu Hause auf Kinder trafen, die sie natürlich nicht als Vater sondern als Fremdling erlebten. Ehefrauen, die am Anfang glücklich waren, dass ihr Mann noch lebte, aber der wurde zunehmend als störend empfunden wurde, denn diese Mütter hatten schwer gekämpft und das Großwerden ihrer Kinder organisiert - und da kommt einer, der macht die Position streitig, die die Frauen eigentlich nie gewollt haben, sondern notgedrungen erfüllt hatten.

    Und extreme Armut, tägliche Niederlagen,Zurückweisungen, weil nicht gebraucht: das ist der beste Nährboden für Gewalt. Bis Heute.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
    Geändert von Opelius (25.12.2019 um 17:47 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Bruch mit Eltern nach über 60 Jahren

    Zitat Zitat von Schillerlocke Beitrag anzeigen
    Liebe Forengemeinde,

    Ich suche Rat, wie ich mit meinen Eltern umgehen soll.

    Ich habe im Juni den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen. Ich bin 62, meine Eltern 88 und 90.
    Die Beziehung zu meinem Vater war nie gut und ich bereue es heute, den Kontakt nicht schon vor 40 Jahren abgebrochen zu haben.
    Der Eklat im Juni, der dazu führte, war eher lapidar, oder besser gesagt, eine Situation, die tausendmal schon stattfand, die ich immer ertragen habe, die dazu führrte, dass ich immer mit einem mulmigen Gefühl meine Eltern besuchte.

    Bereits als Kleinkind musste ich erfahren, dass ich Störfaktor war. Man liess mich 2 Stunden im Kinderwagen schreien, bis die Stimme versagte. Mit 2 Jahren wurde ich in einen schrecklichen Kindergarten abgeschoben, in dem ich grausame Erfahrungen machen musste. Erziehung fand durch teilweise sadistische Prügeleien meines Vater statt.

    [...]
    Wenn das so ist, hätte es dir gut getan, den Kontakt schon viel früher abzubrechen und dazu hast du ein Recht. Du bist nicht der Mülleimer deines Vaters. Leider gibt es solche Konstellationen.
    An deiner Stelle würde ich mich um die beiden überhaupt nicht mehr kümmern und wenn deine Mutter dich sehen will, soll sie zu dir kommen, oder Ihr trefft Euch irgendwo. Der Vater wäre Luft für mich und ja, deine psychischen Probleme haben ganz sicher damit zu tun, wie du aufgewachsen bist. Alles Gute dir!
    Geändert von Analuisa (25.12.2019 um 17:36 Uhr) Grund: Vollzitat gekürzt


  8. Registriert seit
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    AW: Bruch mit Eltern nach über 60 Jahren

    Was für dich "Konsequenzen" sind, ist für deine alte Mutter eine Bestrafung mit jahrzehntelangem Verzug, Ich finde es ihr gegenüber grausam.

    Kann ich nicht anders sagen.
    Wenn dein Vater schon kein Herz hatte, warum benimmst du dich deiner Mutter gegenüber auch ohne Herz?

    Wer weiß, was sie manches nur euch zuliebe ausgehalten und geschluckt hat. Sie hat auch sicher eine Menge mit diesem unsensiblen Mann durch, um euch Kindern ein Zuhause zu bieten, was in der damaligen Zeit als "anständig" galt, um euch die Schmach eines zerrütteten Elternhauses in der Gesellschaft zu ersparen. Das war damals der Grundstein eines respektablen Lebens.

    Und das ist nun dein Dank? Ihr die letzten Jahre bitter zu machen? Denk an alles Gute, was sie getan hat. Überlege gut.

    Wenn du zu ihr grausam bist, unterscheidest du dich darin nicht sehr von deinem Vater.

  9. Moderation Avatar von Analuisa
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    AW: Bruch mit Eltern nach über 60 Jahren

    Zitat Zitat von Ivonne2017 Beitrag anzeigen
    Der Krieg ist schon ein paar Jahre vorbei und es gab inzwischen zahlreiche Erziehungstrends, alle völlig frei von Gewalt. Genauer gesagt unterscheiden sich diese Trends, haben aber eines gemeinsam: Gewaltfreiheit.
    Das ist natürlich richtig, aber: Schillerlockes Kindheit liegt Jahrzehnte zurück. Er schreibt, er sei noch als 17jähriger geprügelt worden, aber auch das ist 45 Jahre her.

    @Schillerlocke, hat dein Vater dich denn danach noch weiterhin respektlos behandelt? Könnte es sein, dass er innerlich Abstand genommen hat von seinem damaligen Verhalten als Vater, ohne mit dir darüber zu sprechen? Immerhin schreibst du, er sei seinen Enkelkindern ein "guter Opa". Wäre er auch ihnen gegenüber ausfallend oder gar gewalttätig geworden, hättest du es sicher erwähnt.

    Alles, was ich schreibe, soll nicht heißen, du hättest kein Recht auf einen Kontaktabbruch. Ich will nur als Möglichkeit in den Raum stellen, dass dein Vater sein Verhalten von damals inzwischen selber kritisch sieht. Seine Worte gegenüber deinem Sohn
    Zitat Zitat von Schillerlocke Beitrag anzeigen
    "Er weiss ja, dass er viele Fehler gemacht hätte, aber ...."
    sprechen dafür. (Wie ging der Satz eigentlich weiter? Also, was folgte nach dem "aber"?)

    Es war üblich, dass man Babys und Kleinkinder in den 50er Jahren hat schreien lassen. Die Rechtfertigung meiner Mutter dafür war später: "Das haben Kinderärzte damals so gesagt, dass man Kinder schreien lassen soll. Wir haben uns danach gerichtet, denn das war damals so. Man ging davon aus, dass es für das Kind nicht gut sei, wenn es immer seinen Willen bekommt." Immerhin sagte sie dazu: "Heute würde ich das wohl nicht mehr so machen."

    Meist wird die Auseinandersetzung mit den Erziehungsmethoden der eigenen Eltern ja dann akut, wenn man selber kleine Kinder hat. Wie war das bei dir? Hast du deinen Vater/deine Eltern, als du selbst Babys hattest, mit ihrem damaligen Verhalten konfrontiert?
    Ich weiß noch, wie wir in Auschwitz in der Baracke saßen und uns überlegt haben,was wir den Deutschen antun würden. [...] es waren die schlimmsten Dinge, über die wir nachdachten. Aber dann sagten wir uns: Wenn wir das täten, dann wären wir genauso schlimm wie sie.
    Ruth Webber, geb. Rut Muszkies, zum Zeitpunkt ihrer Befreiung 9 Jahre alt


    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

  10. Avatar von Klecksfisch
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    AW: Bruch mit Eltern nach über 60 Jahren

    Juli 1986 das Schlagen von Schülern in staatlichen Schulen und 1998 für alle Schultypen verboten.

    Seit dem Jahr 2000 dürfen Eltern ihre Kinder nicht mehr schlagen.

    Schwarze Pädagogik
    Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.

    Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)

    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)


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