Ich arbeite in einem Unternehmen, wo regelmäßig Leute gehen und andere kommen, das ist auch so gewollt, das weiß man vorher.
Länger als 5 Jahre sind die wenigsten da.
Ich habe selbst auch schon ein paar Leute gehen sehen.
Normalerweise gibt es eine kleine Abschiedsparty - und das wars.
Der fehlende Part wird kaum mehr erwähnt, auch in Gesprächen eher seltener.
Hat mir sehr deutlich gemacht wie ersetzbar man ist und dass ich bloß niemals auf die Idee kommen sollte, irgendeinen ungeliebten Job aus Loyalität dem AG gegenüber zu behalten.
Mir ist allerdings aufgefallen dass das in der Freizeit teilweise auch nicht anders ist:
Studentenorganisationen, Lerngruppen, alles was ein bisschen loser ist - im Prinzip werden die, die gehen, nicht wirklich vermisst.
Ist das denn überall so?
Gibt es denn gar keine Gruppen (ich meine nicht so eng wie Familie oder so, eher so in Richtung "Ersatz für Dorf") mehr, in denen man sich mal zu Hause fühlen darf?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 61
Thema: Nicht vermisst
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12.09.2015, 11:24Inaktiver User
Nicht vermisst
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12.09.2015, 11:29Inaktiver User
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12.09.2015, 11:35Inaktiver User
AW: Nicht vermisst
Ab und zu mal, ja.
Aber es geht mehr darum: So lange sie da sind, kann sich keiner vorstellen, wie es ohne sie wird, sowohl leistungstechnisch kann sie angeblich keiner ersetzen, als auch menschlich wird man sie bestimmt sehr vermissen.
Das nicht nur dem gehenden Kollegen selbst gegenüber, auch untereinander: "er wird wirklich schwierig, wenn sie weg ist (fachlich)" oder "ich vermisse sie jetzt schon".
Und ist die Person dann weg, ist er oder sie nach 2 Wochen vergessen.
Diese Ambiguität fasziniert mich.
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12.09.2015, 11:39Inaktiver User
AW: Nicht vermisst
OK, ich finde, Du vermischt da den fachlichen zu sehr mit dem persönlichen Aspekt. Ich habe auch eine Weile gebraucht, um zu realisieren, dass wirklich jeder fachlich ersetzbar ist. Vielleicht nicht jeder von heute auf morgen, aber im Grunde jeder.
Von der menschlichen Seite her - da gibt es schon Kollegen von früher, die mir manchmal fehlen.
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12.09.2015, 11:43Inaktiver User
AW: Nicht vermisst
die leute haben in solchen zusammenhängen eben eine funktion, und sowas kann man immer ersetzen.
in der familie geht das nicht - eine tante oder oma lässt sich nicht austauschen.
in richtigen freundschaften geht das auch nicht.
bei der arbeit vermisse ich leute auch nie. wenn ich so sehr mit ihnen zusammengewachsen bin, dass sich eine freundschaft entwickelt, sehe ich sie weiterhin außerhalb der arbeit.
in allen anderen fällen ist es eine nette floskel, würde ich auch selbst nicht ernstnehmen (und es wär mir auch egal, ob mich in irgendeinem büro irgendwer vermisst oder nicht).
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12.09.2015, 11:45Inaktiver User
AW: Nicht vermisst
Ich meine durchaus beides.
Ich muss dazu sagen, es sind auch ein paar Leute gegangen die ihre Nachfolger extrem gut eingearbeitet haben, natürlich werden die da fachlich weniger vermisst.
Menschlich - es sind halt "nur" Kollegen, obwohl für viele hier Kollegenkreis und Freundeskreis fast deckungsgleich ist.
Aber irgendwie hätte ich mir mehr erhofft.
Ich selbst gehe demnächst auch, und ich gehe nicht davon aus, dass ich von vielen vermisst werde - war auch nur relativ kurz da, deutlich weniger als 5 Jahre.
Das ist auch ok, ich habe nur die Befürchtung, dass das immer so weiter geht, dass ich nie ein loses soziales Umfeld finden werde, in dem ich unersetzlich bin.
Wie gesagt, es geht ausdrücklich nicht um Partner oder sehr gute Freunde, es geht um ein weites, loses Umfeld, wie ein Dorf oder eine Kirchengemeinde.
Als nichtreligiöser Städter hatte ich die Hoffnung, sowas vielleicht am Arbeitsplatz oder in Vereinen zu finden, aber die Erwartung war wohl zu groß?
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12.09.2015, 11:48Inaktiver User
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12.09.2015, 11:55Inaktiver User
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12.09.2015, 11:57Inaktiver User
AW: Nicht vermisst
Gute Frage.
Nein an sich nicht, aber der Vorort wo ich groß geworden bin bestand hauptsächlich aus Leuten, die sich seit mindestens 5 Generationen kannten.
Also ja, es war ein Vorort einer Großstadt, der war auch gar nicht mal klein (10 000 Einwohner), und die Anbindung ans Stadtzentrum war wirklich gut.
Aber die ich sage mal 10 benachbarten Straßen bestanden halt fast ausschließlich aus Leuten die sich schon ewig kannten.
Wenn da jemand sich mit der Familie verkrachte und wegzog (egal wer), dann konnte meine Mutter noch erzählen, welcher Schwippschwager da wahrscheinlich irgendwie beteiligt war und dass der lang weggezogene Onkel der Cousine von.......ja nun auch in Köln wohne, da hätte sie ja Verwandtschaft.
Und an den Onkel der Cousine konnte sie sich tatsächlich noch erinnern!
Das Beispiel ist frei erfunden, aber das meine ich mit "so gut kannten sich die Leute".
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12.09.2015, 11:58Inaktiver User


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