Kurz:
Ich bin ein sogenanntes Arbeiterkind, meine Eltern haben beide weder Abitur noch studiert.
In letzter Zeit begegnen mir häufig Plakater von der entsprechenden Initiative, ebenso lese ich Artikel von erfolgreichen Arbeiterkindern, die von Fallstriken auf dem Weg zum Studium berichten, und wo sich offensichtlich bemüht wird, mehr Arbeiterkinder bis zum Studium zu führen.
Tja.
Ich selbst habe es ohne große Probleme bis zum Studium geschafft.
Die Studienwahl selbst war etwas verwachsen, würde heute einiges anders machen, Schwamm drüber.
Jedenfalls, hätte ich heute nochmal Abi, würde ich wahrscheinlich eine Ausbildung machen.
Warum?
Nun, es gibt ein paar wenige Studienfächer mit ordentlichen Erfolgsaussichten auch heute noch.
Ansonsten empfinde ich es eigentlich so, wenn ich mich bei Gleichaltrigen mit Ausbildung und Gleichaltrigen mit Studium so umschaue, dass die mit Studium die A****Karte haben.
Meistens absolut weniger Geld, späterer Berufseinstieg, selten ein Festvertrag und oft nur wenige Arbeitgeber in der Region, der Jobs im eigenen Bereich anbietet, so dass ein Wechsel ohne Umzug sehr schwierig ist.
Hätte ich heute Kinder, ich riete nicht zum Studium, ich riete zu
"was Anständigem".
Nun scheine ich mit der Ansicht aber unter Akademikern eher alleine dazustehen.
Wo ist mein Denkfehler, wenn denn einer da ist?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 492
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30.08.2014, 15:47
Studium vs. Ausbildung - nachträglich
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30.08.2014, 15:55Inaktiver User
AW: Studium vs. Ausbildung - nachträglich
ich sehe da keinen denkfehler- sondern deine erfahrungen mit deiner berufstätigkeit. und die sind eben ernüchternd.
studium ist kein allheilmittel und automatischer anspruch auf rosige zeiten im arbeitsleben.
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30.08.2014, 15:57
AW: Studium vs. Ausbildung - nachträglich
Das stimmt, aber mit der Denke scheine ich ja eher alleine zu stehen, das ist was mich wundert.
Und auch hier im Forum wurde mir schon unterstellt (vergessen worum es eigentlich ging), ich würde ja später bei eigenen Kindern bestimmt auch darauf achten dass die studieren - so als ob das ganz selbstverständlich etwas Besseres wäre.
Wenn ich keinen Denkfehler habe, warum gilt es dann als so selbstverständlich, dass man den eigenen Kindern ein Studium wünscht?
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30.08.2014, 16:02Inaktiver User
AW: Studium vs. Ausbildung - nachträglich
körperliche arbeit ist anstrengend- da möchte man/frau für die kinder was besseres- eben dass sie ihr geld mit dem kopf verdienen können.
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30.08.2014, 16:08Inaktiver User
AW: Studium vs. Ausbildung - nachträglich
Du stehst nicht alleine. Wenn ich mit meinem Wissen von heute noch mal jung wäre, würde ich auch nicht studieren. Ich würde mir einen Brotjob suchen und meine innere Befriedigung in anderen Bereichen suchen. Hab ich nicht, leb ich mit und ist auch in Ordnung so, wie es jetzt ist. Aber ich bin damals mancher idealisierter Vorstellung zum Opfer gefallen - das würde ich versuchen meinem (nicht vorhandenen) Kind zu ersparen: durch Praktika, durch intensive Recherche. Letztlich müsste es aber seine Entscheidung selber treffen und ich würde (fast) jede unterstützen.
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30.08.2014, 16:19
AW: Studium vs. Ausbildung - nachträglich
Ich und auch mein Mann haben Geisteswissenschaften studiert, haben inzwischen beide recht gute und sichere Jobs, aber auch einen langen und zähen Einstieg hinter uns.
Trotzdem würde ich immer wieder diesen Weg gehen, weil ich persönlich finde, dass ein Studium immer noch eher eine Garantie für selbständiges Arbeiten ist, die Chance auf eine erfüllende und spannende Tätigkeiten größer ist und die Gefahr, in Arbeitslosigkeit zu rutschen letztlich niedriger ist, auch und gerade im "Alter".
Ich wüsste bis heute nicht, mit welcher Ausbildung ich auch nur annähernd so glücklich wäre wie mit meinem Studium und jetzigen Job, der zwar studienfern ist, aber mit reiner Ausbildung wiederum nicht zu bekommen ist.
Daher würde ich meinem Kind auch immer zum Studium raten, wenn es denn will und die entsprechenden Schulleistungen hat.
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30.08.2014, 16:22Inaktiver User
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30.08.2014, 16:35
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30.08.2014, 16:36Inaktiver User
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30.08.2014, 16:38Inaktiver User


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