Liebe BriCom,
jetzt geht das schon seit drei Jahren. Wir leben auf dem Land, wohnen schön, arbeiten auch hier und würden aber unglaublich gerne wieder in der Stadt (30 km entfernt) leben.
Kultur hautnah, schöne Restaurants, Freunde treffen und uns von der Stadt inspirieren lassen. Wir lieben das sehr.
Dennoch, ich kann auch die Vorzüge des Lebens auf dem Land genießen. Kurzer Weg zur Arbeit, großes Haus etc. Außerdem lebt mein Sohn (19) noch bei mir und er müsste nach dem Abi ausziehen, was er eigentlich auch will... aber man weiß ja nie- vier Zimmer in der Stadt sind einfach zu teuer.
Und das ist die Krux: In der Stadt könnten wir uns nur wenig qm leisten - die Preise in Mainhatten steigen sekündlich - und ich müsste mich von 150 qm auf 85 qm reduzuieren. Mein Sohn könnte nicht mitziehen, meine Tochter hätte ein kleines Zimmer und ich und mein Partner müssten wieder eng zusammen rücken.
Jetzt haben wir ein Angebot erhalten, welches wirklich unschlagbar ist vom Preis und der Lage. Es war eher Zufall und ich muss mich schnell entscheiden. Und eigentlich hatte ich mich auch entschieden und wollte endlich Nägel mit Köpfen machen.
Aber...
So richtig gefällt es mir aber dann wieder doch nicht (Neubau, Erdgeschoss, ungünstige aber machbare Raumaufteilung) und so bin ich wieder am hadern. Mein Partner ist schon kurz vorm verzweifeln - seiner Meinung nach MUSS ich kompromissbereit sein. Die Stadt ist zu teuer für 150 qm Altbau und Sonnenterrasse
Es wird auch - das ist ganz klar - kein besseres Angebot mehr kommen.
Ich halte dieses ewige Hin und Her nicht mehr aus. Es macht mich totunglücklich.
Gibt es Möglichkeiten/Hilfen, wie ich endlich eine Entscheidung treffen kann und diese dann auch durchziehe?
Irgendwann können wir uns die Preise in der Stadt nämlich gar nicht mehr leisten.
![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 9 von 9
-
11.02.2013, 13:13
Ich kann mich nicht entscheiden...
OTTOS MOPS KOTZT...
-
11.02.2013, 21:52
AW: Ich kann mich nicht entscheiden...
Eine Pro- und Contra-Liste hast Du vermutlich schon gemacht?
Dir versucht auszumalen, wie sich das Leben in beiden Wohnsituationen wirklich anfühlt, jetzt, in ein paar Monaten, in ein paar Jahren?
Meine ganz persönliche Meinung zu der jetzigen Situation:
Obwohl ich auch ein Großstadtmensch bin, würde ich an Deiner Stelle nichts überstürzen und vermutlich (noch) nicht umziehen.
Mir persönlich ist auch eine schöne Wohnumgebung sehr wichtig.
Würdest Du Dich in dieser Wohnung auf Dauer wohlfühlen können?
Und mal ehrlich: Wie oft würdest Du denn wirklich die Vorteile der Großstadt nutzen, sprich ausgehen, Freunde treffen etc.?
Neben einem Vollzeitjob(?), Haushalt, Kind, Pendeln vermutlich nicht häufiger als 2 vielleicht 3 mal die Woche?
Dafür müsstest Du jeden Tag Pendeln in Kauf nehmen. Wie lange wärst Du unterwegs, ÖPNV oder Auto? Verspätungs- bzw. Staurisiko? Je nachdem hast Du dann abends vielleicht auch keine Zeit und Lust mehr groß in der Stadt etwas zu unternehmen?
Und wenn Du umgekehrt von Deinem jetzigen Wohnort aus in die Stadt möchtest, sind 30 km ja auch nicht wirklich viel. Von dem Geld das Ihr beim Pendeln "spart" könntet Ihr Euch vielleicht sogar ab und zu mal ein Taxi nehmen?
Wäre denn eigentlich die Großstadtwohnung genauso teuer wie das Haus?
Dem Vorteil "Leben in der Großstadt" sehe ich bei Euch nach Deiner Schilderung einige Nachteile gegenüber:
- kleine, unvorteilhafte Neubauwohnung im Erdgeschoss
- jeden Tag 30 km Pendeln kostet Zeit, Geld, Nerven (könntet Ihr eigentlich zusammen fahren?)
- der Sohn müsste auf alle Fälle ausziehen
- die Tochter müsste mit umziehen und ggf. die Schule wechseln? Was sagt sie eigentlich dazu?
Wie alt ist denn die Tochter? Wäre es eine Möglichkeit zu warten bis sie auch auszieht, dann könntet Ihr noch ein Zimmer sparen?
Und noch ein Gedanke zum Schluss: Wenn die Wohnung so ein exorbitant außergewöhnliches Schnäppchen in guter Lage ist, hat sie dann nicht vielleicht noch einen Haken außer Erdgeschoß und etwas ungünstiger Zimmeraufteilung? Wie sieht es z.B. mit Fluglärm aus?
Wie gesagt, nur meine persönliche Meinung, aber vielleicht waren ja ein paar Denkanstöße für Dich dabei.
-
13.02.2013, 13:03
AW: Ich kann mich nicht entscheiden...
Ich schließe mich Vampirias Post vollumfänglich an und würde ebenso den Tipp geben, nichts zu überstürzen, auch wenn Du endlich mal eine Entscheidung herbeiführen möchtest. Manche Entscheidungen müssen eben reifen und wenn es dann soweit ist, dann WEIß man einfach, dass man nun genau das jetzt möchte (oder auch nicht) und ist auch bereit, Unannehmlichkeiten dafür SEHENDEN AUGES in Kauf zu nehmen. Solange diese innere Klarheit aber nicht da ist - und sowas kann man nicht durch eine bloße Willensentscheidung herbeiführen - wäre ich gerade bei einer solch weitreichenden Entscheidung sehr vorsichtig. Und wenn eine Entscheidung einfach nicht reifen WILL, dann wird sie schon ihren Grund dafür haben.....
Mal 'ne Idee: Wie wärs, wenn ihr, Du und Dein Mann, Euch einfach öfters einen Kurztrip in die Stadt übers Wochenende (oder, falls das möglich ist, auch mal während der Woche) erlauben würdet? Morgens schon früh los, sich in der Stadt mit Freunden treffen, bummeln, shoppen, abends ins Theater o.Ä., in einem Hotel übernachten und am nächsten Tag nochmal schönes Programm, bevor es abends wieder Richtung Zuhause in der ruhigen Vorstadt (Land) ginge.
Das Geld, das ihr bei einem Umzug sparen würdet, könnte im ersten Jahr doch erst mal in solche Unternehmungen fließen?
Und noch eine Idee: Ich würde mich von dem Gedanken der stets steigenden Preise nicht verrückt machen lassen. Die Panik, die dabei erzeugt wird, nun DIE Wohnung zu verpassen und später nie mehr die Möglichkeit zu haben, eine Wohnung in der Stadt erwerben zu können, ist sehr ungut. In Panik und unter Druck werden selten gute Entscheidungen getroffen.
Aber wenn es tatsächlich euer liebster und erster Wunsch ist, wieder in die Stadt zu ziehen, dann bereitet das ganz solide, Schritt für Schritt vor und nehmt euch die Zeit dazu, die IHR braucht, um wirklich ALLE Bedenken aus dem Weg zu räumen.
-
13.02.2013, 13:30
AW: Ich kann mich nicht entscheiden...
@rummelpuppe, deinen Nick finde ich so süß

Du hattest doch schon einmal zu diesem Thema gepostet. Offenbar ist es also nicht nur eine vorübergehende Laune, sondern eine Sache, die Dich weiterhin beschäftigt. Daher würde ich propagieren, dass Ihr es probiert und das Wagnis eingeht.
Es ist 100% klar, dass Ihr in der Stadt für ähnliches Geld nicht den Wohnwert haben werdet, den Ihr auf dem Land genießt. Das ist so und darüber muss man nicht diskutieren.
Ihr habt dafür die Vorteile des Kulturangebotes und der kürzeren Wege, es gibt mehr Zerstreuung, Einkaufsmöglichkeiten sind einfacher zu erreichen etc. Und Deine Tochter wäre doch vermutlich froh, in die Stadt zu kommen, oder?
Die Kinder werden überdies in absehbarer Zeit sowieso aus dem Haus sein, das sollte nicht das Hindernis sein.
Und das Wichtigste aus meiner Sicht: Du würdest vielleicht hadern, wenn Ihr es jetzt nicht probiert. Dein Partner, wie Du es schilderst, sowieso.
Was wäre das Schlimmste, das passieren kann?
Ich verkleinere mich demnächst übrigens enorm (!), um zentraler zu wohnen und lebe auch in einer deutschen Großstadt, die für hohe Mietpreise bekannt ist. Aber das macht mir nichts aus, ich freue mich auf das belebte Umfeld und die neuen Möglichkeiten, schnell überall zu sein............und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. (Astrid Lindgren)
-
13.02.2013, 17:30
AW: Ich kann mich nicht entscheiden...
Ich schließe mich dem obigen Post an. Und sag, macht es!
Ich habe mich vor ca. 4 Jahren platzmäßig enorm verkleinert, hatte im Vorfeld keine Ahnung, wie ich in diese viel zu wenig Quadratmeter reinpassen sollte. Und siehe da, alles ist an seinem Ort (bei mir ging es auch noch um ein dringend benötigtes Arbeits-/Laborzimmer, ist alles drin jetzt, und zwar ohne große Probleme) und es lebt sich wunderbar so.
Freunde von mir haben es auch gewagt sich deutlich zu verkleinern, mit einem ausgewachsenen Sohn, der partout nicht auszieht, sondern stattdessen seine vielen Freune und seine Freundin in seinem 10 qm empfängt, bewirtet, und im Falle der Freundin auch übernachten lässt. Klagen von seiner Seite habe ich noch nie gehört, obwohl er vorher in einem Haus am Arsch der Welt viel mehr Platz hatte (aber da kam dann keiner).
Also nur Mut
-
14.02.2013, 12:16
AW: Ich kann mich nicht entscheiden...
Vielen Dank für eure lieben Antworten
Bin grippig und melde mich jetzt erst.
Wir haben uns dagegen entschieden und damit geht es mir gut. Es ist für mich keine Option gewesen, der ich nachtrauern muss. Zuviel hat einfach nicht gestimmt. Dunkles Erdgeschoss (im Schatten eines Hochhauses) mit kleinen Fenstern und der Platzverlust - dazu mein Sohn, für den ich schnell etwas Neues hätte finden müssen und der erst nächstes Jahr sein Abi macht... das macht mir wirklich Herzbluten
Dafür hätte es vielleicht auch noch eine Lösung gegeben. Man hätte die Wohnung für eine Zeit vermieten können. Aber auch dazu hat sie mir überhaupt nicht gefallen. Wir reden hier schon von 325.000 Euro zuzüglich Tiefgarage. Und das ist ein "Schnäppchen"
Nein! Druck ist ein schlechter Ratgeber. Natürlich verdichtet sich der Wohnungsmarkt in Mainhatten und es wird sicher nicht leichter. Wir haben da wirklich schon heftige Wohnungen zu heftigen Preisen gesehen oder, wenn die Wohnung gut war, hatten wir keine Chance. Ich glaube, im Moment kommen rund 100 Kauflustige auf eine Wohnung. Zumindest wurde uns das so von einem Verkäufer berichtet, dessen Mailfach übergelaufen ist.
Vielleicht sollte ich wirklich so lange warten, bis mein Sohn "in trockenen Tüchern" ist. Und meine Tochter ist auch in 4 Jahren fertig mit der Schule. Dann kann es wirklich eine kleine 3-Zimmer-Wohnung sein. Und wir können ruhigen Gewissens und gezielt danach suchen.
Und warum sollten wir kein Glück haben
?
Mein Partner (53) ist halt ziemlich unglücklich auf dem Land. Hat das Gefühl, etwas zu verpassen
und hält von Hotel, Taxi etc. leider auch ziemlich wenig. Meist ist es dann doch so, dass man noch zur letzten S-Bahn hechtet, während alle anderen noch ein Glas Wein bestellen.
Auf der anderen Seite beobachte ich natürlich auch, dass die Menschen in der Stadt sich auch nur um ihren kleinen Radius drehen und das Leben eher sehr unaufgeregt ist.
Trotzdem ist hier im Rhein-Main-Gebiet der Run auf Frankfurt ungebrochen. Es muss schon seine Gründe haben, warum immer mehr Menschen in die Stadt wollen


Danke für eure Antworten
OTTOS MOPS KOTZT...
-
17.02.2013, 16:56
AW: Ich kann mich nicht entscheiden...
@Rummelpuppe: dass Ihr gleich kaufen wollt, hatte ich so nicht verstanden. Wäre denn Mieten zunächst mal eine Option für Euch? Da könnte man die Entscheidung ggf. nochmals revidieren in einigen Jahren. Wenn Dein Partner unzufrieden auf dem Land ist, wird er das bleiben. Mich könnten auch keine zehn Pferde aufs Land treiben... genau das, was Du mit der "letzten S-Bahn" beschreibst, kenne ich von früher, als ich woanders wohnte, und das war nur fürchterlich und unentspannt.
Vielleicht könntet Ihr Euch ja das Jahr, in dem Dein Sohn noch zur Schule geht, geben und mal ohne Druck ein paar Mietwohnungen ansehen?...........und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. (Astrid Lindgren)
-
18.02.2013, 09:17
AW: Ich kann mich nicht entscheiden...
Hallo Rummelpuppe,
beim lesen Deiner Zeilen überkommt mich so ein Verdacht. Du hast Dich entschieden und zwar fürs Land. Da wird auch die nächste Wohnung nichts dran ändern. Dir reicht es auf dem Land zu wohnen und in die Stadt zu pendeln. Du findest auch genug Alternativen um die Rückwege nach dem Abendamüsement zu organisieren ... aber Dein Partner fühlt sich nicht wohl und Du möchtest ihm entgegen kommen. So entsteht natürlich ein Konflikt in Dir zwischen "ich will nicht", aber "ich will auch meinem Mann entgegen kommen".
Wäre jetzt so eine Idee von mir und natürlich hoch spekulativ, ich hoffe Dir hilft es trotzdem.
„Das Sinnen und Gedankenmachen hat keinen Wert, und man tut ja auch nicht, wie man denkt, sondern tut jeden Schritt eigentlich ganz unüberlegt so, wie das Herz gerade will.“
(Siddhartha)
„Man hat nur Angst, wenn man mit sich selber nicht einig ist.“
(Meine Erinnerung an Knulp)
„Schritte, die man getan hat, und Tode, die man gestorben ist, soll man nicht bereuen.“
(Heimat)
Hermann Hesse
-
08.03.2013, 14:09Inaktiver User
AW: Ich kann mich nicht entscheiden...
Wieso muss denn die Wohnortfrage mit "entweder ./. "oder" beantwortet werden?
Mach ein "Und" daraus. Ein : "wir leben auf dem Land UND in Frankfurt".
Wir haben früher in eine Großstadt in NRW gelebt, es zog uns jedoch in den freien Zeiten an die Ostsee.
Da das ewige Gesuche nach Hotels/Ferienwohnungen nervig war, haben wir uns erst eine kleine Wohnung
an der Ostsee gemietet.
Die Jahresmiete war niedriger als 3 Wochen Ferienhaus. Wir hatten unsere eigenen Möbel, brauchten kaum noch was zu packen. Konnten kommen und wieder wegfahren, wie wir es wollten. Unsere Eltern und engsten Freunde freuten sich auch, dort ab und an ihre Zeit zu verbringen.
Wir lernten neue Leute und die Gegebenheit kennen, zu jeder Jahreszeit. Wir wußten, wo "man" wohnen konnte und wo besser nicht. So z.B. erfuhren wir von einem geplanten Flughafen und warum in dessen Nähe die Immobilienpreise so günstig waren.
Daraus wurde dann eine größere Mietwohnung mit Riesengarten und dann ein eigenes Haus, das nun seit drei Jahren unser einziger und ständiger Wohnsitz ist. Mit anderen Worten: Wir gehören voll und ganz hier her, wussten worauf wir uns einließen und haben über die Jahre unserer kurzzeitigen Aufenthalte uns einen Freundeskreis aufgebaut. Kein Bedauern gegenüber der alten Großstadtheimat.
Nehmt Euch doch keine Chancen durch verhärtetes "entweder- oder".
Man darf auch "alles" im Leben haben


- vier Zimmer in der Stadt sind einfach zu teuer.
Zitieren
