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    verwirrt Mit Kindern zurück in die Heimat nach Trennung??? (Depressionen & Ängste)

    Hallo,

    das ist mein erster Post und ich hoffe, ein paar Tipps im Umgang mit folgendem Problem zu erhalten:

    Nach sieben Jahren Beziehung haben wir uns endgültig auseinandergelebt und getrennt.
    Probleme gab es schon länger, jedoch lag es nur an meinen starken Verlustängsten und Panikattacken, die ganze Sache nicht schon eher beendet zu haben.

    Wir sind als junges Paar vor ca. 5 Jahren aus meiner Heimatstadt, mit dem ersten Kind, in eine andere Stadt gezogen. Der Arbeit wegen. Und weil ich aus der alten Stadt raus wollte. Es ging mir schon damals sehr schlecht wg. einer Wochenbettpsychose, die sich über die Jahre hinzog.

    Neuer Versuch, neues Glück. So dachten wir.

    In der neuen Stadt war es die ersten Wochen und Monate natürlich sehr aufregend und alles lenkte von den eigentlichen Problemen ab. Dann kam die Depression und diese elenden Gefühle von Leere, Heimatlosigkeit und unendlicher Traurigkeit. Wir versuchten das Beste daraus zu machen, auch wenn ich hier nie wirklich angekommen bin, mich einfach verloren und nicht zugehörig fühle. Angst habe rauszugehen, da diese Stadt so riesig und irgendwie selbst in sich verloren ist. Viel zu viele Menschen...
    Ein permanenter innerer Konflikt macht mir mittlerweile Tag&Nacht das Leben noch ein wenig schwerer.
    Aber zurück wollte und konnte ich nicht.

    Warum nicht?

    - in der Heimat stand ich permanent unter der Fuchtel meiner dominanten Mutter (sie war alleinerziehend)
    - es war eine eher traurige Kindheit und sehr besch*** Jugend, an die ich mich tw. nicht gern erinnere
    - der heimatl. Dialekt, wurde durch unschöne Erlebnisse zu einer Art Trigger, Trigger gilt es zu meiden
    - durch meine starken Ängste, befürchte ich, die unangenehmen Menschen von früher zu treffen
    - wohne dann weiter weg vom Papa der Zwerge, weniger Besuchszeit - müssen diese dann darunter leiden?
    - der große Zwerg geht hier zur Schule, hat viele Freunde gefunden

    Warum viell. doch?

    - Es ist ein Ort meiner Kindheit, die trotz aller unschönen auch ihre schönen Momente hatte - Nostalgie?
    - dort kenne ich mich aus, bekanntes Gebiet welches die starke Agoraphobie in Grenzen hält
    - es gibt dort noch einige Freundinnen, die sich freuen würden wenn ich wieder dort leben würde
    - allg. ist es sicherer, übersichtlicher, gemütlicher, einfach kleiner und feiner eben
    - tu mich schwer damit, hier neue Freunde zu finden - in der Heimat gibt es sie aber
    - die innerstädtischen Fahrtwege sind viel viel kürzer, hier musste ich pro Arbeitstag ca 2,5h verbuchen
    - innerer Drang, wieder heimzukehren - es vefolgt mich elendig bis in meine Träume ...

    ...ABER...

    ...und dann geht die ganze Ja/Nein-Sache von vorn los.

    Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Bin ich zu egoistisch oder zu weich?
    Nicht fähig, mich dem Leben zu stellen wie es eben kommt?
    Hab solche Angst mich zu entscheiden - es könnte alles noch schlimmer machen.

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen oder Tipps?

    Vielen Dank im Voraus!
    Geändert von suboptimal (23.01.2013 um 01:11 Uhr)

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    AW: Mit Kindern zurück in die Heimat nach Trennung??? (Depressionen & Ängste)

    ich glaube nicht, dass es dir eine räumliche veränderung bringt, egal ob du bleibst oder wieder umziehst- so lange du nicht aktiv an einer veränderung deiner psychischen probleme arbeitest. mit andern worten: tue etwas für dich und deine depressionen, deine ängste und du kannst hingehen wo auch immer du willst.

    wenn du nichts tust- könntest du auf den mond ziehen- es würde nichts ändern. denn dich selbst nimmst du immer mit.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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    AW: Mit Kindern zurück in die Heimat nach Trennung??? (Depressionen & Ängste)

    Zitat Zitat von brighid Beitrag anzeigen
    mit andern worten: tue etwas für dich und deine depressionen, deine ängste und du kannst hingehen wo auch immer du willst.
    Mit dem ersten Teil deines Satzes gehe ich konform. Solange man nicht weiß, ob und wie sehr die Ängste und Depressionen Anteil an den Problemen haben, könnte es sein, dass man nur seinen Problemen davonläuft. Was natürlich nicht klappt und die einen dann wieder einholen, auch in der alten Heimat. Das gehört aufgearbeitet.

    Aber es gibt sehr wohl heimatverwurzelte Menschen. Ich habe mal den Versuch unternommen in München City zu leben. Ging gar nicht. Nach zwei Jahren war ich wieder zurück in meiner Gemeinde an der Peripherie Münchens (mit See und grünen Feldern außenrum) und keine 10 Pferde würden mich jemals in dieses Stadtviertel zurückbringen.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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    AW: Mit Kindern zurück in die Heimat nach Trennung??? (Depressionen & Ängste)

    Danke für eure Antworten!

    Ich bin mir eben nicht sicher inwieweit das wirkliche "Heimweh" seinen Teil zu der Depression beiträgt. Als ich kürzlich nach über zwei Jahren wieder einmal in die Heimat gereist bin, war es ein sehr zwiespältiges Gefühl. Einerseits kam mir alles so vor, als hätte sich nichts verändert, einfach nur Stillstand aber im negativen Sinne (was so natürlich nicht stimmt, es war nur meine Eindruck); andererseits war alles so vertraut, dass ich nicht wieder in mein chaotisches Leben in die andere Stadt zurückwollte. Es gab ja auch schöne Zeiten.

    Die Depression ist eine schwierige Sache. Hatte schon mehrere Therapien, auch medikamentös. Es bringt kaum etwas. Es ist einfach schon chronisch geworden. Der Grund für diese Krankheit wurde nie wirklich entdeckt, somit kann ich nicht viel mehr bzgl. der Heilung tun. Klar, eine neue Therapie... In der Hoffnung, danach endlich geheilt zu sein.

    Es ist wohl falsch, anzunehmen, dass ein Ortswechsel mir in der Hinsicht helfen kann.

  5. Inaktiver User

    AW: Mit Kindern zurück in die Heimat nach Trennung??? (Depressionen & Ängste)

    Du solltest mehr den Focus darauf haben, was du für dich verbessern kannst. Unabhängig vom Wohnort. Denn egal, wo du hinziehst, du nimmst deine Probleme mit, das sehe ich auch so.
    Und im alten Wohnort sehe ich noch die ungute Möglichkeit, wieder in alte Muster zu verfallen, gerade im Bezug auf deine Mutter.

    So oder so musst du Energie aufbringen, ob durch Umzug oder Veränderung der jetzigen Situation am aktuellen Wohnort, indem du für mehr Ruhe für dich sorgst.
    Alles Gute!

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    AW: Mit Kindern zurück in die Heimat nach Trennung??? (Depressionen & Ängste)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du solltest mehr den Focus darauf haben, was du für dich verbessern kannst. Unabhängig vom Wohnort. Denn egal, wo du hinziehst, du nimmst deine Probleme mit, das sehe ich auch so.
    Und im alten Wohnort sehe ich noch die ungute Möglichkeit, wieder in alte Muster zu verfallen, gerade im Bezug auf deine Mutter.
    Ja, ich werde mir wohl wieder eine Therapiemöglichkeit suchen. Die jahrelange (12J!) Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass es trotz Therapie einfach jedes Jahr aufs Neue bergab geht. Irgendwann hat man auch keine innere Motivation mehr etwas dagegen zu tun, es verändert sich nur kurzzeitig zum Positiven.

    Meine Mutter hat sich in den letzten Jahren sehr verändert aber ist immer noch etwas kalt und dominant, aber eben nicht mehr so schlimm wie früher. Ich hatte die Hoffnung, meine Kinder könnten in der Nähe ihrer Oma aufwachsen. Außerdem ist sie die einzige Person der Familie, zu der ich nach Jahren wieder Kontakt habe. Das möchte ich eigtl. nicht aufgeben. Auch wenn ihre Art mich manchmal spüren lässt, dass ich (wie früher) irgendwie zu blöd für alles bin und sie glaubt mir sagen zu müssen, wie gut sie das alles damals hinbekommen hat (ich soll mich nicht so anstellen). Also emotional ist sie nie eine Unterstützung gewesen und wird es auch nicht sein.

    Vielleicht verrenne ich mich auch einfach in diesen starken Wunsch, eine Familie zu haben und um meiner selbst willen geliebt zu werden.

    Hier habe ich auch niemanden außer meinem Ex, es ist sehr einsam.

    Ich möchte einfach nur nach Hause, weiß jedoch nicht wo es ist.

  7. Inaktiver User

    AW: Mit Kindern zurück in die Heimat nach Trennung??? (Depressionen & Ängste)

    Dann ist es die Frage, ob dir verstärkter Kontakt zu deiner Mutter hilft oder dich belastet.
    Dein Wunsch, in die alte Heimat zu ziehen, ist durchaus eine Überlegung wert: Nämlich die, ob du leider nur hoffst, dass sich deine Sehnsucht nach Akzeptanz erfüllt oder ob du tatsächlich reelle Chancen hast, diese auch zu bekommen. Wunsch oder Wirklichkeit, das solltest du dir gut überlegen.

    Sei dir dein eigenes Zuhause, dir und deinen Kindern. Vielleicht mangelt es dir auch an eigener Wertschätzung durch deine Krankheit? Selbstakzeptanz finde ich fast am wichtigsten für dich, dann wird die Meinung anderer oder die Wahl des Wohnortes zweitrangig.

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    AW: Mit Kindern zurück in die Heimat nach Trennung??? (Depressionen & Ängste)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dann ist es die Frage, ob dir verstärkter Kontakt zu deiner Mutter hilft oder dich belastet.
    Dein Wunsch, in die alte Heimat zu ziehen, ist durchaus eine Überlegung wert: Nämlich die, ob du leider nur hoffst, dass sich deine Sehnsucht nach Akzeptanz erfüllt oder ob du tatsächlich reelle Chancen hast, diese auch zu bekommen. Wunsch oder Wirklichkeit, das solltest du dir gut überlegen.
    Das frage ich mich natürlich auch: Ist es nur eine fixe Idee, die von den Tatsachen ablenkt? Oder gehöre ich wirklich dorthin und weigere mich innerlich das auch endlich einzusehen? Wie findet man das heraus?
    Mit den Kindern nur zu Testzwecken umziehen - etwas zu gewagt.

    Hier fühle ich mich jedenfalls sehr unwohl, allein die ganzen Menschen, die sich morgens/abends eng an eng in S- und U-Bahn quetschen; das ist die Hölle!

    Ein Mangel an Selbstbewusstsein und -akzeptanz ist vorhanden. Leider.
    Da hat mir bis jetzt auch keine Therapie geholfen, dieses Problem zu in den Griff zu bekommen.

    Es gibt sicherlich hilfreiche Mittel, die das ändern könnten, nur habe ich sie bis jetzt noch nicht entdeckt.

    Danke für deine Antworten! Das hilft mir noch einmal etwas besser zu reflektieren.

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    AW: Mit Kindern zurück in die Heimat nach Trennung??? (Depressionen & Ängste)

    Wie sieht es denn von der praktischen Seite aus?
    Hast du in der alten Heimat die Chance auf einen Arbeitsplatz? Ich würde nur umziehen, wenn ich einen neuen Vertrag in der Tasche hätte. Wie schaut es mit einer Wohnung aus? Schwierig oder leicht zu finden? Schule oder Kindergarten für die Kinder? Wie ist die Entfernung zwischen den Städten und wie kannst du das Besuchsrecht mit dem Vater regeln?

    Bist du dir absolut klar darüber, dass die Zeit auch in deiner Heimat nicht stehengeblieben ist? Deine Freundinnen von früher haben nicht auf dich gewartet, sondern eigene Interessen entwickelt oder andere Bekanntschaften geschlossen. Ich würde vorsichtshalber damit rechnen, dass sich so manch alte Freundschaft als Luftnummer erweist.

    Was den Umgang mit der Mutter angeht, kann ich nicht viel beitragen. Es macht Sinn sich von der Mutter ein gewisses Stück abzugrenzen. Allerdings wird deine Mutter älter und vielleicht später mal auf deine Hilfe pochen. Willst oder kannst du das leisten auch im Hinblick auf deine Kindheit? Bedenke, dass du dich weiter entfernt eher vor diesem Problem abschotten kannst.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

  10. Inaktiver User

    AW: Mit Kindern zurück in die Heimat nach Trennung??? (Depressionen & Ängste)

    Nocturna, die Rahmenbedingungen, die du ansprichst, finde ich auch absolut wichtig.

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