Liebe Userinnen, liebe User,
scheinbar alles im Leben ist erreicht - und Sie sind doch nicht glücklich? Viele Menschen ziehen trotz beruflichem und privatem Erfolg keine positive Zwischenbilanz aus ihrem Leben. Mit einem Mal beginnen sie alles zu hinterfragen. Bin ich wirklich glücklich? Will ich meinen Job bis an mein Lebensende ausüben? Möchte ich, dass alles so bleibt, wie es ist? Und vor allem: Wie kann ich etwas daran ändern?
Im Brigitte.de-Interview erklärt Tom Diesbrock, Psychologe aus Hamburg, dass diese Unsicherheit sehr verbreitet ist. Wenn auch Ihnen diese Fragen bekannt vorkommen, können Sie sich in diesem Forum zum Thema äußern. Ihre Fragen werden an Herrn Diesbrock weitergeleitet und später hier von ihm beantwortet.
Freundliche Grüße
das Brigitte.de-Team
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Ergebnis 1 bis 10 von 71
Thema: Was will ich vom Leben?
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25.07.2006, 08:44
Was will ich vom Leben?
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25.07.2006, 11:16
Re: Was will ich vom Leben?
Das Interview war praktisch für mich gemacht. Ich bin 37, habe einen gut bezahlten 30h Job, eine wunderbare Tochter (2) einen tollen Ehemann, eine Eigentumswohnung in München, bin einigermassen gesund und im Moment richtig unzufrieden. Warum nur, frage ich mich, mein Leben ist doch schön, objektiv betrachtet. Subjektiv gesehen macht mir mein job nicht soviel Spaß wie er könnte und ich habe das Gefühl, dass ich nichts wirklich sinnvolles mache und im Vergleich zu meinen (männlichen) Kollegen auch weder adäquat bezahlt werde noch die gleiche Anerkennung bekomme. Und auch privat trete ich auf der Stelle komme nicht so vorwärts. Ich würde gerne schreiben, Bücher, Artikel, ich habe verschiedene Sachen im Kopf, bringe sie aber nie zu Papier. Entweder fehlt die Zeit oder ich kann mich nicht aufraffen, liege lieber rum und lese. Jeden Tag denke ich, heute gehe ich es an, heute mach ich mir einen Plan und den setze ich dann Schritt für Schritt um und immer kommt was dazwischen. Geht es anderen ähnlich? Oder hat jemand die Phase schon überwunden?
Viele Grüße
Paulinchen37
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25.07.2006, 12:01
Re: Was will ich vom Leben?
Mir geht es ähnlich, oder auch nicht. Im beruflichen Bereich bin ich Vollzeit in einem Job, der mir zwar Spaß macht und mich auch weder über- noch unterfordert. Trotzdem denke ich, könnte ich was kreativeres, was "wichtigeres" machen. Bloß was?Habe eine schöne Wohnung, nette Freunde (nicht viele, aber gute)... Soweit alles ok - oder?
Außerdem bin ich momentan eh völlig orientierungslos nach dem Ende einer 10jährigen Partnerschaft, die ich (35 J.) beendet habe. Wenn ich mich frage: Was erwartest du eigentlich vom Leben? dann denke ich auch Haus, Mann, Kinder - oder doch nicht? Will ich das wirklich? Wäre mein Antrieb dann nicht größer? Und das ist der Knackpunkt: Ich bin völlig antriebslos. Gut, etwas faul war ich schon immer. Aber das ich so gar keine Ahnung habe, was ich mit mir anstellen soll (außer lesen) den lieben langen Tag, wenn ich mal frei oder Wochenende habe - das gabs noch nie. Ich krieg mich noch nicht mal aufgerafft, mal spazieren zu gehen oder bummeln in der City
Meine Freunde rufen mich auch kaum an, aber ich kann ja auch nicht erwarten, dass die mich aus meiner Lethargie rausziehen....
Frag mich, wo ich mich in 5 Jahren sehe - *schulterzuck* - Mit oder ohne Familie? Mal sehen. Immer noch in der gleichen Firma? Vermutlich... In der heutigen Zeit muss man eh beruflich sehen, wo man bleibt und arbeitslos? Nein danke (immerhin was, was ich genau weiß
).
Was mir fehlt ist Inspiration. Dinge, die mich interessieren, die mein Herz zum schlagen bringen. Ich komme mir vor wie im Winterschlaf
Das kann doch net sein??? Wie komm ich da wieder raus?
LG Tina
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25.07.2006, 12:08Inaktiver User
Re: Was will ich vom Leben?
Falsche Frage.
Nicht: Was will ich vom Leben?
Sondern: Was will das Leben von mir?
Sobald ich aufhöre, mich selbst, das eigene Ego ins Zentrum zu stellen, um das sich die Welt und das Leben gefälligst zu drehen hat, sondern stattdessen anfange, damit umzugehen, was auf mich zukommt, stehe ich mir selbst nicht mehr im Weg. Dann klappts aber plötzlich auch wieder mit dem Verwirklichen der Wünsche.
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25.07.2006, 12:26
Re: Was will ich vom Leben?
hallo horus,
Falsche Frage.
Nicht: Was will ich vom Leben?
Sondern: Was will das Leben von mir?
Sobald ich aufhöre, mich selbst, das eigene Ego ins Zentrum zu stellen, um das sich die Welt und das Leben gefälligst zu drehen hat, sondern stattdessen anfange, damit umzugehen, was auf mich zukommt, stehe ich mir selbst nicht mehr im Weg. Dann klappts aber plötzlich auch wieder mit dem Verwirklichen der Wünsche.
vielen dank dafür! ich wollte eine fast ähnliche antwort schreiben. aber nur fast:
ich finde nämlich, dass es keine "falschen fragen" gibt!
also hatte ich schon angefangen und geschrieben: "ich frage mich, was das leben von MIR will und nicht, was ICH vom leben will". dann wurde ich unterbrochen, musste erst einmal etwas anderes tun (schreibe - wie so viele hier - auch von der arbeitsstelle aus).
wenn man lernt, damit umzugehen, was auf einen zukommt, wird man dem leben gegenüber zuversichtlich, gelassen und man selbst glücklich!
zumindest gilt das für mich.
liebe grüße
alinaluna
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25.07.2006, 12:44
Re: Was will ich vom Leben?
Nein, die falschen Fragen gibt es wirklich nicht. So denke ich, daß das Leben ein Geschenk ist, das man für sich und seine Umwelt immer wieder neu und so gestalten kann, daß es einem auch nach vielen Jahren ...ja, bis zum Schluß gefällt.
Zwar hat jeder seine Höhen, Tiefen, Schicksalsschläge, Misserfolge, Glücksmomente, Erfolge usw. Doch das alles gehört eben dazu und macht das individuelle Lebensgeschenk letztendlich aus. Man ist, was man daraus macht.
Was will ich vom Leben? Komisch formuliert. Darf ich mir was wünschen, was "es" mir dann gibt? Nein, aber ich darf meine Wünsche verwirklichen und es immer wieder neu gestalten.
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25.07.2006, 12:45
Re: Was will ich vom Leben?
Zwar glaube ich an Schicksal, aber nicht daran, dass das Leben selbst Antworten für mich parat hält. Ich will auch gar nicht vom Leben gegängelt werden, sondern ich möchte es in der Hand haben und so gestalten, wie es mir gefällt. Na klar, es gibt immer wieder Zeiten, in denen funktioniert das und wieder welche, in denen funktioniert nichts, da muss man sich dem Leben beugen. Aber im Großen und Ganzen finde ich den Faktor Selbstbestimmung doch einen der wichtigsten im Leben.
Die Frage nach dem "Wieso, wofür und warum" finde ich überlebenswichtig. Denn sie bringt uns dazu, unser Handeln zu hinterfragen, Zweifel sind nicht immer etwas Schlechtes. Für mich ist das der erste Schritt dahin, etwas zu ändern und sich nicht einfach zufrieden zu geben, mit dem, was man sein Leben nennt.
Generell sehe ich den Überfluss als ein Problem an. Wir leben wie die Maden im Speck, die Dinge um uns herum häufen sich an, mehr, mehr, mehr... Warum fällt der Wechsel vom sicheren Job in einen sozialen Beruf so schwer? Weniger Anerkennung? Weniger Geld? Aber dafür mehr Mensch!
"Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins", das fällt mir zu diesem Thema noch ein. Wir haben es leicht. Wir haben alles. Wir leben in Frieden, wir leben in einem Sozialstaat, wir leben weitesgehend gleichberechtigt. Ist der Lohn all dieser Bemühungen, die Generationen vor uns angestrengt haben, unsere Lethargie? Wir sollten diese Chance nutzen und das Beste daraus machen: Schreiben, wenn uns danach ist, Lesen, wenn uns danach ist und das Leben aktiv in die Hände nehmen! Vielleicht haben wir mehrere davon, aber gehen wir mal davon aus, dieses ist das einzige, also mach was draus!

Liebe Grüße
Elenor75
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25.07.2006, 12:48
Re: Was will ich vom Leben?
Hallo an alle,
wie man es auch dreht, ob ich was vom Leben oder das Leben was von mir will, zurueck bleibt die Frage und damit verbunden Unsicherheit, Unzufriedenheit oder der Wunsch was aendern zu wollen. Mit Ende 30 bin ich mir zum ersten Mal meiner eigenen Sterblichkeit bewusst geworden und damit zu der Frage gekommen, was bleibt wenn ich gehe? Was habe ich der Welt gegeben, hinterlassen inwieweit meinen Stempel aufgedrueckt? Und was ist gluecklich sein? Damit sind wir bei den philosophischen Fragen angelangt, da der Mensch seit jeher sich diese Frage stellt, wenn er denn diue Moeglichkeit dazu hat. Wer im Elend lebt und sich ausschliesslich damit beschaeftigen muss wie er den morgigen Tag ueberleben kann, stellt sich solche Fragen nicht. Damit wird deutlich dass es uns wirklich gut geht. Und womit wir bei dem Thema Selbstverwirkling waeren. Nur so einfach wie in dem Brigitte Artikel geschrieben "nur Mut und dann klappte der Wechsel von dem Kuechenmaschinenvertreiberin zur Walddorfschulleiterin" ist es in diesem Lande sicher nicht. Quereinsteiger sind in Deutschland nicht gefragt. Da muss man seine Erfuellung eben anderswo suchen und die Arbeit als Mittel zum Zweck sehen, zB durch ehrenamtliche Arbeit in sozialen Bereichen.
Die Frage was ich vom Leben erwarte haengt immer damit zusammen was ich bereit bin zu geben!
lg, Sam
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25.07.2006, 13:12
Re: Was will ich vom Leben?
ich werde ja nicht vom "leben" gegängelt, wenn ich selbst aktiv bin! wenn ich meinen weg in diesem leben immer wieder neu verliere, wiederfinde usw... wenn du an "schicksal" glaubst - ich auch. und immer dann, wenn sich meine wünsche, vorstellungen usw. nicht erfüllen, sage ich mir: o.k., was soll's, war vielleicht doch nicht so wichtig für meine entwicklung. im rückblick kann ich sogar sagen: da, wo sich mir richtige probleme (natürlich auch "schmerzen" und "leiden") in den weg stellten, da ging es für mich weiter (wenn ich an ihnen gearbeitet habe). sie waren ein hinweis auf das, was für mich und meine entwicklung wichtig sein könnte.Zwar glaube ich an Schicksal, aber nicht daran, dass das Leben selbst Antworten für mich parat hält. Ich will auch gar nicht vom Leben gegängelt werden, sondern ich möchte es in der Hand haben und so gestalten, wie es mir gefällt. Na klar, es gibt immer wieder Zeiten, in denen funktioniert das und wieder welche, in denen funktioniert nichts, da muss man sich dem Leben beugen. Aber im Großen und Ganzen finde ich den Faktor Selbstbestimmung doch einen der wichtigsten im Leben.
lieben gruß
anlinaluna
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25.07.2006, 13:59
Re: Was will ich vom Leben?
hab jetzt das interview nicht gelesen,muss aber trotzdem meinen senf dazugeben.
ich will vom leben alles.ich will es mit dem grossen (dem groessten,der zu finden ist) loeffel geradezu fressen.
sollte ich es begruenden,oder naeher formulieren,geschweige denn praezisieren:
*schluck*
was habe ich im leben?:
ne eigentumswohnung mit fast blick auf den fjord
ne gute stelle
einen lieben freund
habe den traum vom leben im ausland realisiert
bin gesund
sehe nicht schlecht aus
habe vor 1/12 wochen mit dem rauchen aufgehoert
ich habe vieeell humor
ich bin einigermassen intelligent
was habe ich nicht?:
ich habe keine richtigen hobbies (interessen vorhanden,aber *schluck* weder motivation noch intention was draus zu machen)
ich habe kaum kontakte hier
ich wuensche mir kinder (am liebsten ne ganze fussballmannschaft)
eigentlich ist die neue wohnung viel zu klein und auch zu dunkel
mein arbeitsvertrag laeuft ende des jahre aus-was kommt danach?
ich wuensche mir nen hund
meine familie ist weit weg
mein freund versteht mich oft nicht
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bin ja mal gespannt,was der herr psychologe aus hamburg dazu sagt


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