Hallo BriCom,
ich weiß gar nicht so richtig, wie ich das hier formulieren soll.
Ich habe einen tollen Freund, wir ziehen bald zusammen und planen Kinder, einen tollen Job und bin Trainerin in meinem Lieblingssport. Aber irgendwie verliere ich meine Freunde. Und verzweifele so langsam.
Vor einem Jahr hat eine meiner besten Freundinnen mit mir "Schluss gemacht" weil ich Ihren Verlobten nicht mochte. Sie hatte sich wegen dieser Beziehung von allen Freunden gelöst und sich nur noch auf ihn bezogen. Weil ich ihr das mehrmals gesagt hatte, schrieb sie mir eine lange Mail und beendete die Freundschaft.
Dann gab es ein oder zwei Menschen, bei denen ich dachte, wir wären Freunde. Sobad ich mich aber nicht regelmäßig gemeldet habe (Stress, etc.), kam von denen gar nichts mehr.
Und im Moment kriselt es zwischen mir uns einer Freundin, weil Sie mich in betrunkenem Zustand verletzt hat und sagt, sie hätte einen schönen Abend gehabt und würde sich nicht entschuldigen wollen. (kurz gefasst)
Ich bin Anfang 30 und habe eine stressigen Job - da findet man Freunde nicht auf der Straße. Und ich habe jetzt einfach Angst, dass ich irgendwann völlig einsam bin (es sind schon nicht mehr so viele Freunde übrig).
Ich habe keinen Kontakt zu meiner Familie und Freunde waren und sind für mich extrem wichtig. Vielleicht definiere ich mich auch deshalb so darüber.
Aber ist es wirklich zu viel verlangt, sich zu wünschen, dass man ehrlich mit guten Freunden sprechen kann und sie sich auch mal zwischendurch von alleine melden?
Verwirrte Grüße
Sunny
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Ergebnis 1 bis 10 von 24
Thema: Freunde verlieren
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05.06.2012, 09:03
Freunde verlieren
Glück ist ein Stuhl, der plötzlich dasteht, wenn man sich zwischen zwei andere setzen will.
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05.06.2012, 09:09Inaktiver User
AW: Freunde verlieren
Es wird dir jetzt gerade kein Trost sein, aber es ist leider normal, dass viele Menschen, die man für Freunde gehalten hat, eben doch nur (gute) Bekannte waren.
Und: Es ist auch normal, dass man Menschen trifft, eine Zeitlang mit ihnen gemeinsam geht, und sich die Wege dann wieder trennen, ganz gleich, wie nahe man sich mal stand.
Und: Es kommen auch wieder neue liebe Menschen in dein Leben, so schnell vereinsamt man nicht.
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05.06.2012, 09:14
AW: Freunde verlieren
Das erlebt, fürchte ich, jeder früher oder später. Ich gebe tilbage Recht, lebenslange Freunde halte ich auch für die Ausnahme. Oftmals hat man Lebensabschnittsfreunde, mit denen einen ein gemeinsamer Background verbindet (Studium, gemeinsamer Liebeskummer, Nachbarn). Sobald sich hier was an der Balance ändert, merkt man, dass das das einzige verbindende Element der Freundschaft war.
Ich habe da in den letzten 2 Jahren bei mir Tabula Rasa gemacht, weil mir viele Kontakte nicht mehr gut taten. Sie kamen in einer Phase meines Lebens zustande, in der ich nicht stabil war. Als es mir besser ging, merkte ich, dass ich den Leuten nichts zu sagen hatte bzw. sie mir, wenn es nicht um das gemeinsame instabile Thema ging.
Ich bin da inzwischen ganz radikal, ich konzentriere mich auf meinen Partner, und alles andere sind für mich Bekannte. Keine Freunde.
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05.06.2012, 09:20
AW: Freunde verlieren
Hallo Ihr beiden und danke für Eure Antworten

Ein bißchen beruhigen tut mich das. Man hört immer überall von Menschen die sich ewig kennen und ich frage mich dann immer was ich falsch mache, wenn meine Freundschaften (nicht alle, aber viele) nicht länger als 2-3 Jahre gehalten haben. Ich habe in den letzten Monaten und Jahren endlich herausgefunden, wer ich bin und was ich brauche, deshalb kommt mir deine Aussage, Marga
ziemlich bekannt vor. Ich traue mich allerdings nicht, das so deutlich zu machen. Aber ja, es gibt doch einige Menschen, die mir nicht gut tun.
Allerdings frage ich mich doch immer mal, was denn ist, falls ich mich von meinem Freund trenne. Stehe ich dann ganz alleine da? Und solche Gedanken machen mir Angst.Glück ist ein Stuhl, der plötzlich dasteht, wenn man sich zwischen zwei andere setzen will.
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05.06.2012, 09:33
AW: Freunde verlieren
Hallo,
Ich gebe Euch recht, Freundschaften verändern sich wie auch jede Beziehung. Trotzdem finde ich sehr wichtig auch in einer Partnerschaft seine Freunden weiterhin zu treffen oder sich bei ihnen zu melden. eine Partnerschaft ersetzt keine Freundschaft und was passiert wenn der Freund plötzlich weg sein sollte? dann steht man alleine da...
Ich habe schon erlebt dass eine "Freundin" sich nicht mehr gemeldet hat weil sie glücklich verliebt war und als es nach ein paar monaten vorbei war hat sie sich wieder gemeldet. Das war aber zu spät für unsere Freundschaft.
Ich bin froh sehr gute Freunde zu haben, sie sind mir sehr wertvoll.
Saleya
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05.06.2012, 09:36
AW: Freunde verlieren
Hallo Saleya,
ich mache schon fast das Gegenteil von deiner Freundin: Wenn ich mit meinen Freunden verabredet bin, sage ich auch meinem Freund mal ab. Genau das was du schilderst, finde ich nämlich auch ganz gräßlich.
LG SunnyGlück ist ein Stuhl, der plötzlich dasteht, wenn man sich zwischen zwei andere setzen will.
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05.06.2012, 09:39Inaktiver User
AW: Freunde verlieren
Ja, das halte ich auch für absolut sinnvoll.
Allerdings sollte man m.M.n. auch von Freunden nicht zuviel erwarten (das Gleiche gilt natürlich auch für den Partner). Manche Menschen glauben, dass ein Freund/Partner einem alle Bedürfnisse nach Nähe erfüllen können muss, und das geht natürlich nicht gut.
Ich habe für verschiedene "Belange" durchaus auch verschiedene Freundinnen, das geht wunderbar.
Und zugunsten der Partnerschaft auf Freunde zu verzichten, finde ich fahrlässig.
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05.06.2012, 10:44
AW: Freunde verlieren
Natürlich sollte man seine Freundschaften nicht zugunsten der Beziehung aufgeben, da habt ihr völlig Recht. In meiner Ehe war es eher so, dass meinen Mann meine Freundinnen nie interessiert haben, der wollte mich lieber isoliert sehen. Irgendwann habe ich das normal gefunden und stand dann natürlich bei der Trennung allein da.
Danach habe ich mir einen Freundeskreis aufgebaut, denn langjährige Freunde gab es deshalb und aufgrund von mehreren Umzügen nicht. Als ich dann in meiner "Krise" steckte, ich, die immer die Rolle der "kopfgesteuerten, rationalen, mit der man so gut die Probleme analysieren kann", haben sich zwei meiner vermeintlich besten Freundinnen abgewandt. Sie kamen mit dem Rollenwechsel nicht klar. Mit einer habe ich mich inzwischen wieder angenähert. Aber eine echte, tiefe Freundschaft, eine, die man auch mal nachts im Notfall aus dem Bett klingeln könnte, ist das nicht. War es wohl auch nie.
Es spricht sicher auch Enttäuschung aus meiner Aussage, ich hätte nur noch Bekannte, keine Freunde. Im Moment fahre ich damit aber recht gut. Ich habe keine Lust mehr, Kontakte zu pflegen, deren Pflege anstrengend ist. Ich habe keine Lust mehr, Verabredungen zu treffen, weil man sich ja so lange kennt, und sich dann den ganzen Abend nichts zu sagen zu haben.
Und dann bleiben halt die Bekannten, bei denen die gegenseitige Anspruchshaltung gar nicht darüber hinaus geht.
Irgendwann mag ich das vielleicht wieder anders sehen. Aber ich musste ohnehin lernen, alles mit mir selbst auszumachen, habe also sowieso eine latent eigenbrötlerische Tendenz
und komme damit deswegen ganz gut klar.
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05.06.2012, 10:52
AW: Freunde verlieren
Ich finde es einfach nur so traurig.
Und frage mich woher das kommt, das manche Menschen plötzlich ein Verhalten an den Tag legen, das man nie von ihnen erwartet hätte. Vielleicht ist auch meine Menschenkenntnis einfach schlecht.
Glück ist ein Stuhl, der plötzlich dasteht, wenn man sich zwischen zwei andere setzen will.
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05.06.2012, 11:16
AW: Freunde verlieren
@Sunny, ja Freundschaften veraendern sich, manche bleiben aber auch Jahrzehnte, und die sind mir immer noch liebsten und schoensten Freundschaften, weil man im Zusammensein so wenig erklaeren muss.
Ich habe wirklich in meinem Erwachsenenleben nie Freundinnenmangel gehabt, habe diese Freundschaften aber auch gut gepflegt (das war stets beiderseitig), und diese Freundschaften haben mich durch zwei gescheiterte Ehen hindurchgetragen. Auch jetzt, da ich in einer gluecklichen Partnerschaft lebe, gibt es diese Freundschaften und sie haben einen festen Platz in meinem Leben. Das habe ich meinem Partner von Anfang an klar gemacht.
Orte, wo man Freunde finden kann (aus eigener Erfahrung) sind: das Buero - da habe ich durchaus Freundinnen im Kolleginnenkreis, VHS Kochkurse, ein grosser Chor, und es passiert auch einfach mal so. Z.B. habe ich eine langjaehrige Freundin, die ich auf gemeinsamen S-Bahn Fahrten kennen gelernt habe.
Gibt es denn in Deiner Sportgruppe keine potentiellen Freundinnen?
Mir wird es -ehrlich gesagt- manchmal zu viel, wenn sich noch weitere Frauen mit mir befreunden wollen, weil ich letztendlich garnicht die Zeit dafuer habe............und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. (Astrid Lindgren)


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