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09.07.2006, 13:53
Ich habe das Gefühl, den Fehler meines Lebens zu machen
Geändert von BRIGITTE Community-Team (21.03.2007 um 16:09 Uhr) Grund: Beitrag auf Wunsch gelöscht
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09.07.2006, 14:56Inaktiver User
Re: Ich habe das Gefühl, den Fehler meines Lebens zu machen
Hi, Salzrose,
ich denke nur mal ein bisschen laut vor mich hin, vielleicht ist ja was Brauchbares dabei.
Ich bin aus ner anderen Branche als Du, aber Dein Alter und lange mit nem Finanzdienstleister liiert gewesen, so dass mir das nicht unbekannt ist, was Du gemacht hast. Außerdem hatte auch ich (und habe ihn noch) den Wunsch, was anderes zu machen als die Jahre zuvor, wobei ich in meinem Job den Vorteil habe, dass ich einigermaßen authentisch sein kann.
Was Dir auf den Keks geht, scheint mir nicht so sehr der Job selbst zu sein, sondern mehr die äußerlichen Begleitumstände, richtig? Du schreibst nicht, dass Dir das Verkaufen schwer fällt oder das Reden oder dass Du nicht mit Provisionsabrechnungen zu tun haben willst, sondern das Business-Erscheinungsbild, die Hochsteckfrisur (Menno, ich hätt' so gern Locken!) und die Gelnägel gehen Dir auf die Nerven.
Könntest Du nicht vielleicht die Klientel wechseln und versuchen, ein Publikum anzusprechen, das total dankbar ist, wenn die Finanztante aussieht wie die Nachbarin und nicht wie die Karrierefrau aus der Bank? Mediziner sind da ja meiner Erfahrung nach die Konservativsten von allen. Vielleicht könntest Du auf Fischzug nach Geisteswissenschaftlern, Sozial-Leuten, Lehrern, Medienmenschen gehen? Kommt natürlich ein bisschen drauf an, wo Du wohnst.

Lanya
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09.07.2006, 15:04
Re: Ich habe das Gefühl, den Fehler meines Lebens zu machen
Uuiii, Frau Salzrose, das hört sich dezent danach an, als ob dein Leben Kopf stehen würde. Aber wirklich nur ein ganz kleines bisschen.

Zunächst:
Das hört sich für mich nicht nach "Zeit nicht nutzen" an, sondern nach - inniger Mutterliebe.Man kann mir sicher vorwerfen, dass ich die letzten 3 Jahre nicht optimal zur Selbstverwirklichung genutzt habe; meinem Kind einen optimalen Start zu bereiten, ging mir vor allem anderen.
Ich habe zwar selbst keine Kinder, aber von dem, was ich so aus meiner Umgebung mitbekomme, erzieht man Kinder mal nicht so eben nebenbei, schon gar nicht, wenn der Papa eventuell keine besonders große Hilfe dabei ist.
Und aus dem, was du schreibst, lese ich raus, dass du nicht nur mal so eben deinem Floh das vermutlich beste Leben der Welt bereitet hast, sondern auch "viel Neues" probiert hast.
Ja, Himmelarschundzwirngottverdammichnochamol!!!
Der Tag hat nur 24 Stunden!! Und schließlich hast du vorher 11 Jahre in einem ungebliebten Beruf gearbeitet, da wird es ja wohl erlaubt sein, mal ein bisschen das zu machen, was einem Spaß macht. Hm? *kampflustig guck*
So.
Wollt ich mal loswerden.
Der zweite Streich:
Ich habe für mich beschlossen, nie mehr eine langfristige, folgenreiche Sache anzufangen, nur weil es das "Vernünftigste" zu sein schein, sich aber innerlich bei mir alles dagegen sträubt. Es gibt immer eine andere Lösung. Wen man will. Und sich nicht davon ablenken lässt, was die anderen wohl denken werden.
Das Patent kann ich dir nicht dafür liefern, aber vielleicht könntest du überlegen, ob wirklich alles, alles miserabel war bei dem Job.
Kann ich mir fast nicht vorstellen.
Und dann sortieren:
Was hat dich richtig elendiglich angeödet? (Köstümchen tragen und manikürte Gelnägel (whatever it may be
), ständige Geschäftsreisen,... dir fällt bestimmt noch das eine oder andere ein)
Was war losgelöst vom Nervkram gut am Job? (schwierige Verhandlungen führen und gewinnen? Menschen helfen? Generell der Kundenkontakt? Aquise? Du weißt es besser als ich.)
Und dann guckst du dir an, was du an Dingen gelernt hast, die dir Spaß machen und die nicht branchenspezifisch sind. Das ist sicherlich ne Menge.
Und mit diesen Erkenntnissen kannst du weiterarbeiten.
Falls dich der finanzielle Schuh drückt, und du schlicht und einfach JETZT! GELD! verdienen musst - vielleicht lohnt es sich, für eine Zeitlang einen Job zu machen, und zwar wirklich nur einen Job. Telefonistin im Call Center oder so. Um Zeit zu gewinnen, dir über langfristige Entwicklungen in deinem Leben klar zu werden.
Ich kenne mich da nicht aus - aber es gibt doch bestimmt irgendwo Beratungsstellen für Menschen, die sich selbstständig machen wollen. IHK, Arbeitsamt, ich weiß es nicht. Die haben den Blick von außen, eventuell gibt es da die zündende Idee, was du mit all deinen Talenten und Verhandlungsgeschick und Energie machen kannst, OHNE wieder in nadelgestreiften Hosenanzügen ständig zu dick bebutterte Häppchen oder pappige Kekse auf langweiligen Meetings mit noch langweiligeren Menschen essen zu müssen.
Das ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Und von außen redet es sich immer sehr leicht, was für den der drinsteckt, gar nicht so einfach umzusetzen ist.
Im Zweifel geht nämlich genau dann, wenn man mal ein bisschen Ruhe braucht, die Waschmaschine kaputt. Und die dicke Stromnachzahlung flattert ins Haus. Der Kindergarten ruft an, weil dein Nachwuchs fiebernd in der Ecke liegt.
Soll ich mir noch mehr kleine und mittlere Katastrophen ausdenken?
Salzrose - du kriegst das hin.
Nimm dir Zeit. Leben umkrempeln dauert länger als Hosenbeine säumen
und 
regenpfeiferin
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09.07.2006, 19:30Inaktiver User
Re: Ich habe das Gefühl, den Fehler meines Lebens zu machen
Huiiiiii, Salzrose,
da deucht ich ja an Schlimmstes: Du bist gerade dabei, einen Alkoholiker zu heiraten, der Deine beste Freundin in der Hochzeitsnacht...
Du unterzeichnest einen Kreditvertrag als Bürgin für Deinen Freund...
Du willst ohne einen Pfennig Geld ein riskantes Vorhaben umsetzen.
Aber nanu: Du siehst einfach, dass gerade eine Flaute ist. Also machst Du erstmal das, was Du kannst.
So what? Du hast ein Kind, ist doch erstmal das Richtigste, was Du machen kannst. Hast Du Angst, für die nächsten 30 Jahre im alten Trott gefangen zu sein?! Warum? Was wäre das Schlimmste, was Du befürchtest?
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09.07.2006, 22:57
Re: Ich habe das Gefühl, den Fehler meines Lebens zu machen
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Geändert von BRIGITTE Community-Team (21.03.2007 um 16:10 Uhr) Grund: Beitrag auf Wunsch gelöscht
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13.07.2006, 10:03Inaktiver User
Re: Ich habe das Gefühl, den Fehler meines Lebens zu machen
Wenn das die Alternative ist:
dann ist das für mich ganz klar:Weil ich mit Kind sicher nicht so leicht nach... sagen wir 3 Jahren alles hinschmeisse und nach Vancouver ziehe, wenn ich die geeigneten Voraussetzungen geschaffen habe.
AUF NACH VANCOUVER!!!!!!!!!!!!!
Wunderschön, superfrei, du bist noch ungebunden, dein Kleiner wächst zweisprachig auf, ist noch jung genug. Wieso ziehst du nicht hin und arbeitest dort in einer Richtung, die deiner Begabung entspricht, aber anders? Tourismus-Controlling in Whistler. Natur-Touren in der Wildnis. Deutschunterricht an einer Schule in Burnaby.
AUF GEHTS!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!
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13.07.2006, 11:08
Re: Ich habe das Gefühl, den Fehler meines Lebens zu machen
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Geändert von BRIGITTE Community-Team (21.03.2007 um 16:10 Uhr) Grund: Beitrag auf Wunsch gelöscht
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13.07.2006, 20:15Inaktiver User
Re: Ich habe das Gefühl, den Fehler meines Lebens zu machen
Salzrose, war der Kanadier mit der Scheinehe zufällig blond???????? *lechz*
Wie man merkt bin ich leider nicht kanadischer Staatsbürger.
Aber ich wärs gern......
Ich hab eine Weile in Van gelebt und fands einfach nur gigantisch!!
Meinst du nicht, dass du versuchen kannst von hier aus einen Job zu finden (als irgendwas, für ein Jahr oder so) um dann rüber zu kommen und danach kannst du immer noch was finden? Oder du fragst mal dort an der Uni an ob die jemanden brauchen könnten... ich kenn leider deine Vorerfahrung nicht.
Sunshine Coast... hm ja. Also ich würd schon eher die Stadt nehmen, denn du brauchst innerhalb schon eine Stunde um irgendwo hinzukommen. Vor allem mit dem Bus *grins*
Wenn du Fortschritte machst mit dem Auswandern sag Bescheid!!!
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13.07.2006, 21:55
Re: Ich habe das Gefühl, den Fehler meines Lebens zu machen
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Geändert von BRIGITTE Community-Team (21.03.2007 um 16:11 Uhr) Grund: Beitrag auf Wunsch gelöscht
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14.07.2006, 07:59Inaktiver User
Re: Ich habe das Gefühl, den Fehler meines Lebens zu machen
Ich kann dir leider keine guten Kontakte bieten, weil ich halt hauptsächlich Studenten kenne bzw. ganz junge Leute. Wenn ich einen reichen Firmenbesitzer wüsste, der offene Jobs hätte, wär ich selbst schon dort!
Ich rate dir auch zu. Mach doch dein Projekt "Vancouver". Spar soviel Geld zusammen, dass du 3 Monate dort gut leben kannst. Dann buchst du den Flug (erstmal mit normaler Ausrüstung, ohne Möbel umziehen) schaust du von hier aus nach nem Job und wenn das nicht klappt fliegst du einfach so rüber und versuchst unterzukommen. Für das Kind könntest du versuchen eine deutsche Nanny zu finden oder einen Platz in einer Betreuung. Es gibt doch soviele Möglichkeiten. Und ich bin sicher, es gibt in Vancouver auch ein Forum für sowas....
Wie kommst du eigentlich auf die Stadt?
K.


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