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  1. User Info Menu

    Nicht Maß halten können - ist das Alkoholismus?

    Gestern Abend auf einer Party: Ich holte mir noch ein Glas Weißwein und fragte eine Freundin von uns, ob ich ihr auch eines bringen soll. Nein, sie bleibt bei Saftschorle. Ich nahm erst an, sie sei schwanger, ihr Mann und sie denken immer mal wieder laut über ein 3. Kind nach.

    Da sagte sie, sie könne bei Alkohol so schlecht Maß halten, sie lasse es lieber ganz. Und hat mir dann noch erklärt, manchmal wolle sie abends wenn die Kinder im Bett sind, nur ein Glas Wein trinken und am Ende sei die ganze Flasche leer. Oder sie könne es nicht bei einem Bier lassen sondern holt sich ein zweites, manchmal auch drittes. Obwohl sie wisse, dass sie das spätestens am nächsten Morgen bereut.

    Ich wusste gar nicht, was ich dazu sagen soll. Hab nur gesagt, ich finde es gut, dass sie dann lieber gar nichts Alkoholisches trinkt.

    Kennt sich jemand aus, ist das schon ein Zeichen für Alkoholismus? Mir geht das gar nicht mehr aus dem Kopf.

  2. Inaktiver User

    AW: Nicht Maß halten können - ist das Alkoholismus?

    Ich finde es wirklich lobenswert, das Deine Freundin dann garnichts trinkt!
    Würde ich auch gerne können, leider wirds bei mir dann auch mal schnell ne ganze Flasche....

  3. User Info Menu

    AW: Nicht Maß halten können - ist das Alkoholismus?

    ich finde das auch.
    Und vor allem auch finde ich, dass man das so nicht verallgemeinern oder pauschalisieren kann, ob jemand mit diesem Verhalten und dieser (sehr guten) Einstellung Alkoholiker ist. Ich würde sagen, sie ist eine Frau, die ihre Schwächen kennt und damit umgehen kann. Sie hat eine Lösung für die Schwäche gefunden, dass sie oft nicht Maß halten kann. Im Zweifelsfall dann gar nichts trinken. Ist doch gut! Aber da muss man doch nicht mehr draus machen als es ist.
    Umwege erhöhen die Ortskenntnis.

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    AW: Nicht Maß halten können - ist das Alkoholismus?

    Zitat Zitat von Elch
    Aber da muss man doch nicht mehr draus machen als es ist.
    Das kommt bei mir jetzt so an, als kristierst du, dass ich "deshalb" überhaupt an Alkoholismus denke.

    Meine Frage war ganz sachlich und keineswegs als Kritik an unserer Freundin gemeint: Ist nicht-Maß-halten-können ein Anzeichen, Indiz oder Vorbote von Alkoholismus?

  5. Inaktiver User

    AW: Nicht Maß halten können - ist das Alkoholismus?

    Zitat Zitat von Laufrad
    Gestern Abend auf einer Party: Ich holte mir noch ein Glas Weißwein und fragte eine Freundin von uns, ob ich ihr auch eines bringen soll. Nein, sie bleibt bei Saftschorle. Ich nahm erst an, sie sei schwanger, ihr Mann und sie denken immer mal wieder laut über ein 3. Kind nach.

    Da sagte sie, sie könne bei Alkohol so schlecht Maß halten, sie lasse es lieber ganz. Und hat mir dann noch erklärt, manchmal wolle sie abends wenn die Kinder im Bett sind, nur ein Glas Wein trinken und am Ende sei die ganze Flasche leer. Oder sie könne es nicht bei einem Bier lassen sondern holt sich ein zweites, manchmal auch drittes. Obwohl sie wisse, dass sie das spätestens am nächsten Morgen bereut.

    Ich wusste gar nicht, was ich dazu sagen soll. Hab nur gesagt, ich finde es gut, dass sie dann lieber gar nichts Alkoholisches trinkt.

    Kennt sich jemand aus, ist das schon ein Zeichen für Alkoholismus? Mir geht das gar nicht mehr aus dem Kopf.
    Ich finde nicht, dass sie wie eine Alkohlikerin klingt... Manchmal passiert mir das bei Gummibärchen, wahlweise auch Eiscreme. Da ist plötzlich mehr weg als ich essen wollte und am nächsten tag verkneife ich mir das auch schon mal ganz.

    Ich denke dadurch dass sie so offen mit dir darüber gesprochen hat, und "zugibt" dass sie manchmal ein bisschen über die Strenge schlägt (wer tut das nicht?) macht sie doch deutlich dass sie von ihrem "Problem" weiß und das klingt ja nicht sehr nach Alki, oder? :-)

    Das du dir um sie Gedanken machst finde ich aber sehr gut und auch wichtig! Und wenn es dich wirklich sehr belastet unbd ihr ein gutes Verhältnis habt sprich sie in einer tuhigen Minute mal an.

    Viel Erfolg!
    lavatria

  6. Inaktiver User

    AW: Nicht Maß halten können - ist das Alkoholismus?

    sucht wird im allgemeinen als 'unabweisbares verlangen' charakterisiert.

    so gesehen also: wenn jemand nach einem glas nicht mehr kontrollieren kann, ob er weitertrinkt, sondern es tut, weil er muss - wäre das alkoholismus.

    aber das ist jetzt sehr streng gedacht. ich würde es evtl. als ein anzeichen für gefährdung ansehen - undd as scheint deine freundin auch selbst so zu sehen, sonst würde sie ja nicht so darauf reagieren, oder?

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    AW: Nicht Maß halten können - ist das Alkoholismus?

    Zitat Zitat von Laufrad
    manchmal wolle sie abends wenn die Kinder im Bett sind, nur ein Glas Wein trinken und am Ende sei die ganze Flasche leer
    ...
    Kennt sich jemand aus, ist das schon ein Zeichen für Alkoholismus? Mir geht das gar nicht mehr aus dem Kopf.
    Laut der ICD (Internationale Krankheitsklassifikation) gibt es 6 Kriterien für eine Alkoholabhängigkeit, von denen mindestens 3 zutreffen müssen, damit man eine F10.2 (so die dazugehörige Ziffer) diagnostizieren kann.

    Eines der Kriterien hat Deine Bekannte beschrieben: Kontrollverlust. Man trinkt mehr, als man sich zunächst vorgenommen hat.

    Für die Diagnose Alkoholabhängigkeit allein reicht das nicht aus, denn es müssten ja mindestens 2 weitere Kriterien zutreffen (z.B. Entzugserscheinungen oder starkes Verlangen).

    Außerdem scheint mir die Offenheit und das Problembewusstsein Deiner Bekannten nicht typisch zu sein: wer wirklich abhängig ist (und noch nichts dagegen unternommen hat), geht eher leugnend und bagatellisierend mit dem Konsum um.

  8. User Info Menu

    AW: Nicht Maß halten können - ist das Alkoholismus?

    Zitat Zitat von Dachziegel
    Laut der ICD (Internationale Krankheitsklassifikation) gibt es 6 Kriterien für eine Alkoholabhängigkeit, von denen mindestens 3 zutreffen müssen, damit man eine F10.2 (so die dazugehörige Ziffer) diagnostizieren kann.
    Danke, das war ein sehr informativer Hinweis. Ich habe die Kriterien gesucht und setze sie hier rein für andere, die das interessiert.

    * Starkes Verlangen/Zwang, Alkohol zu konsumieren
    * Kontrollverlust
    * Körperliches Entzugssymptom oder Substanzkonsum, um Entzugssymptome zu mildern
    * Toleranzentwicklung
    * Vernachlässigung anderer Vergnügen/Interessen
    * Fortgesetzter Konsum trotz eindeutig schädlicher Folgen

    Ich habe auch einen online-Selbsttest gefunden. Da ist eine Passage in der Auswertung (ich hab das mal für mich ausgefüllt), die diesen Kontrollverlust ziemlich kritisch einschätzt.

    Ihr Alkoholkonsum liegt im risikoarmen, also unschädlichen Bereich.

    Das gilt aber NICHT:

    * bei Alkoholabhängigkeit
    * bei Unfähigkeit, den Alkoholkonsum zu kontrollieren
    * bei Krankheiten, die sich durch Alkoholkonsum verschlimmern
    * bei Einnahme von Medikamenten, die mit Alkohol interagieren
    * in der Schwangerschaft, während der Stillzeit oder bei Kinderwunsch

    In diesen Fällen können bereits geringste Mengen Alkohol schwere Folgen haben. Es gibt hier keinen risikoarmen Konsum. Vollständige Abstinenz ist notwendig.


    Unterstreichungen sind von mir.

  9. Inaktiver User

    AW: Nicht Maß halten können - ist das Alkoholismus?

    liebe laufrad,

    lieb, dass du dir gedanken machst, ich persönlich finde aber, dass die unterscheidung alkoholismus/nicht-alkoholimus schubladisiert.

    was wäre denn, wenn die antwort ja lauten würde? und was wenn nein?

    noch ein gedanke: alkohol ist ein rausch- und genussmittel, das stark dehydriert und die kotrollfähigkeit herabsetzt. viele menschen haben ein problem, die menge zu komtrollieren, auch wenn sie selten trinken.

    alkohol macht durstig, eben weil er dem körper wasser entzieht was, gerade wenn man die enthemmende wirkung schon spürt, dazu führt, dass man mehr trinkt, was wiederrum mehr dehydriert...

    mein rat an dich wäre: vergiss die grenzziehung zwischen alkoholismus und nicht-alkoholismus. wieso ist dir denn eine "diagnose" so wichtig?

    deine freundin scheint bemerkt zu haben, dass ihr die alkoholmenge, die sie meist trinkt, schlecht tut, und da will sie gegensteuern. ist doch klasse.


    ps: wenn du intuitiv bei ihrem alkoholgenuss ein schlechtes gefühl hast, wird man das trotzdem nicht unbedingt anhand äußerer kritierien veri- oder falsifizieren können.

  10. User Info Menu

    AW: Nicht Maß halten können - ist das Alkoholismus?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    lieb, dass du dir gedanken machst, ich persönlich finde aber, dass die unterscheidung alkoholismus/nicht-alkoholimus schubladisiert.

    was wäre denn, wenn die antwort ja lauten würde? und was wenn nein?
    Für mich bedeutet das den Unterschied zwischen krank und nichts Ernstes.

    Ich fand ihre "Trinkgewohnheiten", soweit ich sie beobachten kann, nie bedenklich oder besonders bemerkenswert.

    Ich war daher über ihr Eingeständnis, dass sie öfters zu viel trinkt, ohne das zu beabsichtigen, sehr überrascht. Das hätte ich nicht gedacht. Und ich wusste nicht, wie ich das einordnen soll. Ist das bedenklich oder nicht? Bin ich da als Freundin im "Zugzwang"?

    (Auch) dank der Infos hier sehe ich das inzwischen entspannter.

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