Vor 6 Jahren, im Alter von 24, wurde ich vergewaltigt. Fast schlimmer als die Vergewaltigung an sich war die Reaktion aus meinem damaligen Umfeld. Am Ende war ich ganz allein und hoch suizidgefährdet. Wie ich überlebt habe, weiß ich bis heute nicht (Kampfgeist?).
Seitdem trage ich einen selbstauferlegten Maulkorb. Ich kann nicht über das reden, was mit mir passierte. Es geht mir immer noch im Kopf herum. Ich habe auch ein paar Schwierigkeiten, kleine und große Ängste, Alpträume. Vor einem Dreivierteljahr fing ich wegen der Vergewaltigung eine Therapie an, die mir nichts gebracht hat. Verlängert wird auch nicht. Auch dort kann ich nicht sprechen.
Hat jemand so etwas erlebt, diese völlige Sprachbarriere? Wie habt ihr sie überwunden? Bitte ratet mir nicht zu noch einer Therapie bei jemand anderem; ich habe von Therapien die Nase voll...
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Thema: Vor 6 Jahren
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06.05.2008, 14:23
Vor 6 Jahren
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06.05.2008, 15:51
AW: Vor 6 Jahren
Hallo Weltschein,
lass dich mal umarmen und drücken
Mir ist das zwar selbst nicht passiert....aber ich kann dir sehr gerne anbieten dir "zuzulesen" - vielleicht fällt dir das ja leichter als sprechen (bei mir ist dass halt immer so)....bei Bedarf einfach drauf los schreiben....
Tut mir sehr leid dass dir sowas schreckliches widerfahren ist!
Grüße
DaraSeit dem 20.03.2009 zu dritt


Seit dem 19.08.2011 zu viert



Man sagt: alle guten Dinge sind Drei......oder???
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06.05.2008, 15:57
AW: Vor 6 Jahren
was für eine therapieform hast du damals gewählt - vielleicht war das eine unpassende form.
es gibt sprachbarrieren, gefühlsblockaden, weil das alles zu schwer udn zu schmerzhaft wäre, um verbalisiert zu werden.
hier bietet sich die körpertherapie an, welche wie der name schon sagt, den körper mit einbezieht, also nicht nur verstandesmässig gesteurt wird.
zudem - sofern du einen mediziner kennst, welcher begutachtet un d empfiehlt, dass deine threrapie fortzusetzen wäre, hast du gute chancen. manchmal ist ein dreiviertel jahr auch zu kurz, um voranzukommen.
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06.05.2008, 18:09Inaktiver User
AW: Vor 6 Jahren
weltschein,
ich denke, Du hast Pech gehabt mit der Wahl Deines Therapeuten.
Eine Vergewaltigung ist ein traumatisches Ereignis, und Du leidest möglicherweise unter eine Posttraumatischen Belastungsstörung. Einiges, was Du schreibst, spricht dafür - dies sollte diagnostisch abgeklärt werden.
Es gibt Therapeuten, die speziell für die Aufarbeitung von traumatischen Erfahrungen ausgebildet sind. Eine solche Therapie unterscheidet sich von anderen Therapieformen, weil es zunächst notwendig ist, den Klienten/die Klientin nach einer Orientierungsphase zu stabilisieren und ihm/ihr dazu zu verhelfen, über verschiedene Techniken eine Art "sicheren Raum" aufzubauen, der dabei hilft, sich von dem Erlebten zu distanzieren.
Auf diese Weise wird es möglich, es nach und nach und im Tempo des Klienten / der Klientin anzuschauen und schrittweise zu verarbeiten.
Bitte lass Dich durch Deine bisherigen Erfahrungen nicht entmutigen - es gibt Hilfe, und es kann Dir mittelfristig SEHR VIEL besser gehen.
Ich möchte Dir nahe legen, um Deinetwillen hartnäckig zu bleiben und Dir einen guten Traumatherapeuten zu suchen. Deine Krankenkasse wird eine Behandlung nicht ablehnen, wenn der Therapeut die Massnahme begründet, insbesondere dann nicht, wenn Du tatsächlich unter einer PTSD leidest.
Ich verlinke Dir hier eine Seite mit Informationen und links zu Therapieangeboten.
Weltschein, bleib am Ball, gib nicht auf - Du hast viel, viel zu gewinnen!
Liebe Grüssle
Seawasp
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07.05.2008, 22:39Inaktiver User
AW: Vor 6 Jahren
Liebe weltschein,
es tut mir sehr leid, was Dir passiert ist! Es ist sehr schwer, mit einer solchen Tat fertigzuwerden.
Es gibt in Frauennotruftelefone für vergewaltigte Mädchen und Frauen (völlig egal, wie lange die Vergewaltigung zurückliegt). Dort kannst Du anonym anrufen und Dich beraten lassen. Eine Übersicht findest Du hier.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft.
Liebe Grüße
violet_soul
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24.05.2008, 16:11
AW: Vor 6 Jahren
liebe weltschein!
es tut mir auch sehr leid was dir wiederfahren ist!ich kenne das gut denn ich bin auch vor 6 wochen durch k.o.tropfen vergewaltigt worden.das krasse an der sache ist bei mir,das meine freundin noch mit dabei war und kräftig mitgeholfen hat.seid 3 wochen bin ich jetzt auch in einer psychotherapie und da wurde mir geraten möglichst offen damit umzugehen,was ich auch mache.ich sage es allerdings auch nur menschen,denen ich vertraue und ich muß sagen das mir das gut tut.
ich wünsche dir auch viel kraft und hoffe das es dir bald wieder besser geht!
ganz liebe grüße
wolfsburgerin
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01.06.2008, 20:26
AW: Vor 6 Jahren
Hallo weltschein,
Ich selber wurde auch vor 25 Jahren vergewaltigt und körperlich gequält für mich brach auch eine welt zusammen. Ich hatte auch keinen halt , keiner so glaubte ich hat mir geklaubt meine Eltern nicht die ich in der zeit sehr gebraucht hätte .und so dachte ich wenn die mir nicht glauben wer soll es dann tun.
Am anfang habe ich auch alles in mich reingefressen ich bin damals in ein sehr größes loch gefallen zu einem psychater wollte ich nicht habe es dann aber trotzdem ausprobiert aber ich konnte absolut nicht darüber reden was mir wiederfahren ist.denke heute das es vielleicht auch der falsche war.
Dann habe mir gedacht wenn ich mit fremden Menschen dir ich wirklich nicht kenne rede das würde mich auch schon weiter bringen und so habe ich es gemacht.
Wenn ich die Gelegenheit hatte dann redete ich über meine Gefühle , Ängste und was mir angetan wurde und ich merkte mit der zeit das es immer einfacher und normaler wird darüber zu reden.
Natürlich ging das nicht von heut auf morgen aber ich denke hier im forum ist es ein guter anfang zu schreiben was in dir vorgeht vielleicht auch wie das ganze passiert ist.
Und ich hoffe von ganzem herzen das du es auch wieder lernst das du von herzen lachen kannst .
Vergessen wirst du das alles nie in deinem leben ,aber du lernst damit zu leben und sogar gut zu leben.
Kopf hoch und kämpfe weiter es lohnt sich das leben ist schön
Liebe grüße rhonja
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01.06.2008, 20:32Inaktiver User
AW: Vor 6 Jahren
ja. eines war ebenfalls eine missbrauchserfahrung, die andere eine anschlagserfahrung.
Zitat von weltschein
mir hat therapie was gebracht, weil ich zum ersten mal nicht das gefühl hatte, ich ersticke, wenn ich reden soll / will / nur daran denke. der trick war damals, in eine andere sprache zu wechseln - weg von der, in der es passiert ist in eine, die nichts mit dem erlebnis / den erlebnissen zu tun hatte.
wichtig war auch der therapeut. traumabehandlung kann eben nicht jeder.
ich denke, du solltest dir einen anderen therapeuten suchen.
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02.06.2008, 11:53
AW: Vor 6 Jahren
gute erfahrungen gibt es in speziellen trauma-kliniken!
die das ganze dann auch ganzheitlich behandeln, zb. auch (sehr wichtig) körpertherapie....
was du nicht sagen kannst oder noch nicht willlst, kann so ein ventil finden...
dort findest du dann auch auch betroffene und wenn du dich auf so einen gemeinsamen austausch einlassen kannst, ist das sehr hilfreich...
dort wirst du zeit und raum finden, dich zu öffnen und rauszulassen und ich denke, es wäre ein besserer weg es so anzugehen und dann eine evtl. ambulante therapie zu wählen...
lg und viel glück
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04.06.2008, 10:34Inaktiver User
AW: Vor 6 Jahren
Hallo Weltschein
Erstmal
Wenn Du nicht darüber reden kannst, kannst Du alles aufschreiben und das Geschriebene dann in den Reisswolf geben oder sonstwohin wo es garantiert niemand lesen kann?
Dann wäre die Sache irgendwie aus Dir raus und Du würdest Dich vielleicht/hoffentlich besser fühlen.
Oder...wenn Du eine neue Therapie versuchst?
Ich hab darin leider keine Erfahrung nur ... weil jetzt die erste nicht geklappt hat, würd ich mich nicht so schnell entmutigen lassen....
ist halt in Deiner Situation sicher noch eine zusätzliche Katastrophe, weil Du etwas bräuchtest, das Dich aufbaut und nicht noch mehr Rückschläge...
Auf der anderen Seite kann man auch nicht jetzt schon wissen, dass eine nächste Therapie nichts bringt.
Viel Kraft
Monsoon


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