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    Schuldgefühle, weil er depressiv und pleite ist

    Kann mir jemand helfen, die vielleicht Ähnliches erlebt hat oder auch nur mit einer Meinung, Tipps... weiss nämlich nicht mehr weiter. Bin seit bald vier Jahren mit einem Mann zusammen, der viele wunderbare Eigenschaften hat - humorvoll, geistreich, kreativ, liebevoll, zärtlich, verständnsivoll - der aber immer tiefer in eine Finanz- und Seelenkrise stürzt. Nach der Trennung von seiner Ex (ein Jahr bevor wir zusammen kamen) hat er beruflich neu anfangen müssen, sie hatten ein Restaurant, das pleite gegangen war. Er bekommt seitdem fast keine Aufträge (freiberuflicher Grafiker), macht keine Acquise (weil Antrieb und Geld fehlen), bekommt erst recht keine Aufträge, gerät in Depression, kann seine Miete nicht zahlen, hat Angst die Wohnung zu verlieren, die Depression wird schlimmer, die Kontakte (beruflich und privat) weniger, Aufträge noch unwahrscheinlicher.... Ich bin inzwischen so die Versorgerstation der Beziehung (wir wohnen nicht zusammen), wo es immer Essen und Ruhe gibt, habe ihm diverse Mieten geliehen, auch Geld geschenkt, Stromrechnungen bezahlt etc.
    Bis es mir zu viel wurde, auch finanziell, aber noch mehr, weil ich das Gefühl hatte, ich verliere den Respekt, mische mich zu sehr in sein Leben ein. Also habe ich seit ein paar Wochen das Leihen ganz eingestellt, das Schenken stark reduziert, Essen gibts noch klar, aber keine Stromrechnungen, PC-Ersatzteile etc. Seitdem rutscht er vollkommen ab. Bis zum aktuellen Tiefpunkt: 5 Euro in der Tasche, kein Auftrag, PC kaputt, Stromrechnung kommt dieser Tage, Miete am Ende des Monats fällig... und ich fühle mich so schuldig: Soll ich den Strom bezahlen? Die PC-Reparatur? Die Miete? Zusehen, was passiert, ohne was zu machen? Er redet nicht mehr wirklich mit mir darüber, denn es ist keine Lösung in Sicht (ich wüsste auch keine: Therapie kann er auch nicht bezahlen, wir wohnen am Ende der Welt in Südamerika und er hat keine Krankenversicherung... Was soll ich tun?

    vielen dank für alle Antworten!

  2. Inaktiver User

    AW: Schuldgefühle, weil er depressiv und pleite ist

    Zitat Zitat von oxumare
    Er bekommt seitdem fast keine Aufträge (freiberuflicher Grafiker), macht keine Acquise (weil Antrieb und Geld fehlen), bekommt erst recht keine Aufträge, gerät in Depression, kann seine Miete nicht zahlen, hat Angst die Wohnung zu verlieren, die Depression wird schlimmer, die Kontakte (beruflich und privat) weniger, Aufträge noch unwahrscheinlicher.... Ich bin inzwischen so die Versorgerstation der Beziehung
    Hallo, arme oxumare,

    könnte er sich denn einen "Brotjob" suchen, bis die ärgste Krise überwunden ist? Und er sich besser darüber klar werden kann, ob er vielleicht auf dem falschen Pferd sitzt?

    Ich denke, dass es Tätigkeiten gibt, zu denen wirklich ein Elan gehört, den ein deprimierter Mensch nicht auf bringen kann - und Tätigkeiten, für die eine "mittlere" Disziplin (und manchmal Zähneknirschen) ein bestimmtes Minimum sichern können.

    Nur: gibt es die bei Euch, die letzteren?

    Sein Weg wäre ja damit nicht ausgeträumt - vielleicht verbessert er ja durch sein Lebensgefühl sogar seine Chancen?

    Gruß, T.

  3. Inaktiver User

    AW: Schuldgefühle, weil er depressiv und pleite ist

    Warum du Schuldgefühle hast, verstehe ich nicht. Du bist weder für ihn noch für seine Misere verantwortlich. Wenn es bei ihm gar nicht mehr weiter geht, dann muss er Harz IV beantragen, damit erstmal seine Wohnung gesichert ist, bis er eine billigere gefunden hat.
    Dadurch, dass du ihn immer etwas zu steckst, verlängerst du nur seine prekäre Situation und hinderst ihn daran, endlich mal selbst etwas zu tun.

    ER muss etwas tun und nicht du.

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    AW: Schuldgefühle, weil er depressiv und pleite ist

    liebe ulina,

    ich weiss, dass die schuldgefühle dumm sind, aber das nimmt sie mir noch nicht, leider.
    hier gibt es kein hartz IV, sonst wäre das eine tolle lösung, und die wohnung ist schon billig.

    weil ich auch den verdacht hatte, es spiele sich eine hässliche routine des ich-helfe-er-muss-nichts-machen, habe ich ja aufgehört mit den leihgaben und geschenken. aber so zuzusehen, ist auch nicht gerade einfach, vor allem, da ich den mensch ja gern habe...
    hat niemand vergleichbare erfahrungen? das würde mich sehr interessieren!

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    AW: Schuldgefühle, weil er depressiv und pleite ist

    liebe t.,

    danke für dein mitgefühl!
    brotjob ist eine gute idee - ob er einen finden kann, ist für mich schwer zu beurteilen (er ist ende vierzig und damit nicht im leicht vermittelbaren alter und die lage ist hier im bundesstaat auch nicht so toll), fakt ist: er hat bislang nicht versucht, einen zu suchen... und ich habe das gefühl, meine ideen, anregungen etc. kommen bei ihm in seiner depression nur als noch mehr stress an, den er sich selbst schon macht (nein, er ist weder faul, noch gut eingerichtet in der situation aber - siehe depression - hat antriebsschwierigkeiten).

    das macht mich eben so ratlos...

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    AW: Schuldgefühle, weil er depressiv und pleite ist

    Könntest Du es Dir leisten ihm eine Therapie zu finanzieren? Das hätte zwei Vorteile: Er müßte sich damit auseinandersetzen und er käme wahrscheinlich eher wieder auf die Beine.
    Ihm sein Leben zu finanzieren finde ich nicht sinnvoll, so muß er nichts ändern.

  7. Inaktiver User

    AW: Schuldgefühle, weil er depressiv und pleite ist

    Zitat Zitat von Tatra
    Könntest Du es Dir leisten ihm eine Therapie zu finanzieren? Das hätte zwei Vorteile: Er müßte sich damit auseinandersetzen und er käme wahrscheinlich eher wieder auf die Beine.
    Ihm sein Leben zu finanzieren finde ich nicht sinnvoll, so muß er nichts ändern.
    Ob eine von der Partnerin finanzierte Therapie etwas bringt, bezweifle ich.
    Vielleicht wäre eine Paartherapie angebrachter, allein schon aus finanziellen Gründen.

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    AW: Schuldgefühle, weil er depressiv und pleite ist

    Wieso gibt es kein Hartz IV? Welches Land ist das? Gibt es dort keinerlei Hilfe für Brotlose?
    Hat er keine Familie, Freunde, die auch mal helfen könnten? Wie sieht es mit einem Arztbesuch aus - der Mann ist ja nun krank, wenn er so depressiv ist, daß er nicht arbeiten kann. Wie ist er versichert? Bekommt er ein Krankengeld oder Ähnliches?

    Insgesamt schließe ich mich Ulina an. Du hast viel Verantwortung übernommen, was so nicht richtig sein kann. Ihr seid nicht verheiratet. Dieses Ungleichgewicht wird auf Dauer der Beziehung schaden, es geht ja auch schon los.

    Eine Therapie, die die Partnerin anschiebt und bezahlt - ich glaube nicht, daß das etwas Sinnvolles ist. Der Mann muß zu einem Arzt, und dann die Wege selbst finden. Man kann so jemandem nicht abnehmen, seinen Weg zu finden. Denn der kann durchaus auch anders aussehen, als wir uns das vorstellen.

    Hast Du mal daran gedacht, Dich irgendwie abzusichern, was die Rückzahlung des geliehenen Geldes anbelangt? Im Zweifel siehst Du ohne Schuldscheine diese Scheine nie mehr wieder - das ist nicht so gut, finde ich. Du kannst im Zweifel immer noch auf die Rückzahlung verzichten, aber angenommen, ihr geht irgendwie im Bösen auseinander (man weiß ja nie...), wirst Du Deinem Geld vermutlich sehr hinterhertrauern. Es ist gut, es sich dann holen zu können (zumal es Dir ja zusteht).

    Ich frage mich ein wenig, was Du eigentlich von dieser Beziehung hast. Sicher, man will auch in schlechten Zeiten zueinander halten. Aber Du investierst schon Jahre mehr als er...wo ist denn da die Entwicklung erkennbar, so daß Du sehen kannst, daß da Licht am Ende des Tunnels kommt? Liebst Du ihn so über die Maßen? Oder bist Du da reingeschlittert und weißt nicht recht, wie Du wieder rauskommst?

    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: Schuldgefühle, weil er depressiv und pleite ist

    Zitat Zitat von oxumare
    (ich wüsste auch keine: Therapie kann er auch nicht bezahlen, wir wohnen am Ende der Welt in Südamerika und er hat keine Krankenversicherung... Was soll ich tun?

    vielen dank für alle Antworten!
    Zitat Zitat von Karla48
    Wieso gibt es kein Hartz IV? Welches Land ist das? Gibt es dort keinerlei Hilfe für Brotlose?
    Hat er keine Familie, Freunde, die auch mal helfen könnten? Wie sieht es mit einem Arztbesuch aus - der Mann ist ja nun krank, wenn er so depressiv ist, daß er nicht arbeiten kann. Wie ist er versichert? Bekommt er ein Krankengeld oder Ähnliches?
    Glaubst Du allen Ernstes in Südamerika gibt es Harz IV?
    Deine Fragen wurden alle schon im ersten Beitrag der TE beantwortet.

  10. Inaktiver User

    AW: Schuldgefühle, weil er depressiv und pleite ist

    Tara, ich habe es auch überlesen, sorry.

    Trotzdem ist es nicht oxumare Aufgabe ihn zu "retten".
    Wenn er noch die deutsche Staatsbürgerschaft hat, müsste er zurück nach Deutschland und sich hier behandeln lassen. Er muss es auch wollen, sonst hilft ihm keiner.

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