naja, ich hab schon ziemlich oft versucht mit dem rauchen aufzuhören. mit nikotin-kaugummis, einem 5-stunden-seminar, 3 verschiedenen büchern hab ichs bisher probiert, einmal hab ich sogar fast 3 wochen durchgehalten (damals aber auch noch abgelenkt durch die bulimie...).
mein letzter versuch erst vor ein paar tagen hat dann einige stunden gedauert![]()
und furchtbar wars. war vorher wieder sehr motiviert, aber gleich am anfang völlig neben mir. nervös, gereizt, bin in tränen ausgebrochen, als ob was schlimmes passiert wäre hab ich mich benommen. es ging gar nicht. und das hat mich dann wieder zum nachdenken gebracht, ob es eben irgendwie sein kann, dass ich diese "letzte" sucht nicht lassen kann (bzw. will) und was das heisst, so allgemein. und da ist mir wieder mal das mit dem suchtcharakter eingefallen, die idee hatte ich schon öfter.
ich war und bin so neugierig auf die meinungen anderer darüber, besonders jetzt, wo ich eigentlich der meinung bin, mein leben im griff zu haben und "aufgeräumt" zu haben mit der therapie, vor allem, weil ich keine reine verhaltenstherapie gemacht hab, wo man "nur" sein "verhalten zu essen und zum essen" (vereinfacht gesagt) analysiert und neu lernt. habe es ja auch ziemlich leicht wieder unter kontrolle bekommen, nicht übermäßig zu trinken (da gibts ja schließlich noch die zigarette...), aber eine sucht bleibt einfach und will nicht weg...
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Thema: Suchtcharakter?
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07.01.2008, 16:44Inaktiver User
AW: Suchtcharakter?
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07.01.2008, 16:57
AW: Suchtcharakter?
Ich halte mich auch für einen unverbesserlichen Suchtcharakter.
Nachdem ich die Zigaretten aufgegeben habe, waren es die Knabbersachen, pikant und salzig ist für mich suchterzeugend, nachdem sich das zusehends auf den Hüften bemerkbar machte, hab ich meine Ernährung umgestellt auf "vernünftig" und habe angefangen, Sport zu machen.
Ergebnis: ich glaube, ich bin sportsüchtig! Ich gebe immer mehr soziale Kontakte auf, um Sport machen zu können, ich spiele gegenüber meinem Partner und anderen Leuten das Ausmaß meiner sportlichen Aktivitäten herunter (z.T. mache ich "heimlich" Sport). Das klingt vielleicht lustig, aber ich finde das mittlerweile nicht mehr so lustig
Gestern fiel mir das wie Schuppen von den Augen.
Ich habe mich gezwungen, mal zwei Tage hintereinander keinen Sport zu machen (heute ist Tag zwei) und ich bin fast durchgedreht. Ich kann das kaum ausgehalten. Ich hab dann aus dem Internet Musik runtergeladen, die wir immer beim Sport hören und habe einen langen Spaziergang gemacht und auf dem iPod die Musik gehört.
Das hat mich ein bischen beruhigt, aber ich merke, dass ich die Stunden zähle, bis ich wieder Sport machen "darf". Es ist wirklich ein "Entzug".
Ich fahre am Freitag zwei Wochen weg (Arbeit und Urlaub) und ich habe jetzt schon Angst, dass ich mich dort nicht genug bewegen kann.
Das ist auch nicht normal. Und es ist keine stoffliche Abhängigkeit, oder? Oder doch vielleicht diese Stoffe, die im Körper erzeugt werden, wenn der Sport macht...
Kottan: "I rauch ned, i trink ned und i hob nix mit andere Frauen"
Elvira: "Gar koan Fehler?"
Kottan: "Doch, i liag manchmal"
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08.01.2008, 07:38Inaktiver User
AW: Suchtcharakter?
das mit der sportsucht ist auch interessant, hat sicherlich was mit den endorphinen zutun, die dabei ausgeschüttet werden?
und ich kann mir vorstellen, dass es ne blöde situation ist, vor allem, überhaupt dahinzukommen, zu sagen, es ist schon eine sucht. schadet ja erstmal grundsätzlich nicht, viel sport zu machen, aber das richtige maß sollte auch hier gefunden werden...
kappuziner, ich finde es jedenfalls wirklich stark von dir, dass du dir dessen so bewusst bist und dagegen angehst
lg juli
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08.01.2008, 10:19
AW: Suchtcharakter?
Hi Juli,
dagegen angehen tue ich nicht... es ist mir wirklich erst am Sonntag schlagartig bewußt geworden.
Im Augenblick zähle ich die Stunden bis 19 Uhr... bis ich wieder "darf".
Es klingt verrückt - aber auf mein Verhalten beim Sport treffen wirklich einige der Merkmale zu, die man sonst von Alkoholikern und so kennt. Ich habe gestern mal gegoogelt und mich erschrocken, weil da stand, dass das was mit Magersucht zu tun hat (wovon ich sehr lange kuriert bin). Das glaube ich bei mir auch nicht. Ich denke auch, es liegt an den Rauschstoffen, die dabei ausgeschüttet werden.
Interessanterweise habe ich am Sonntag, als ich mir den Sport selber verboten habe, statt dessen sehr viel Alkohol getrunken.
Um zurück zu deinem Ausgangsthema zu kommen: ich finde, das ist ein gutes Beispiel für eine Suchtpersönlichkeit. Ich glaube, ich kann alles nur exzessiv machen oder gar nicht.
Das wirft mir z.B. meine Chefin vor - die selber gar nicht merkt, dass sie auch süchtig ist - nach Arbeit.
Die geht keinen Schritt ohne UMTS und ich kriege emails von ihr von überall her, Wochenende, Urlaub, mitten in der Nacht. "Hallo ich stehe gerade auf der XY-Pyramide, haben wir eigentlich diesen Vertrag schon fertig verhandelt?....."
Wenn man so gestrickt ist, kann man nach fast allem süchtig werden.
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09.01.2008, 11:49
AW: Suchtcharakter?
so ging es mir nach meiner Trennung im Frühjahr. Ich hatte auch das Gefühl durchzudrehen, wenn ich nicht zum Sport konnte und war 7 Tage die Woche im Fitness-Studio. Das hatte verschiedende Gründe: währenddessen und vor allem nach dem Sport ging es mir immer sehr gut (geht´s mir jetzt nach Sport auch noch
Zitat von Kappuziner
), ich war beschäftigt und außerdem habe ich früher in der Regel nach einer Trennung immer zugenommen und das wollte ich auch unbedingt vermeiden.
Insgesamt ging das ein gutes halbes Jahr so. Mittlerweile habe ich meine Aktivitäten auf ein normales Maß reduziert, ich gehe weiterhin 3-4 mal die Woche zum Sport und das ist mir auch nach wie vor sehr wichtig, aber ich kann ohne Probleme auch mal nicht gehen.
Nächste Woche bin ich allerdings auch 4 Tage auf einem Kongress und werde nur rumsitzen und rumstehen und da sorge ich mich jetzt auch ein bißchen.
Ich halte mich aber nicht für einen (ausgeprägten) Suchtcharakter. Ich bemerke recht früh, wenn es bei mir in eine solche Richtung geht und kann dann recht leicht gegensteuern.
Lieben Gruß
Leeasa nisi masa
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11.01.2008, 14:38
AW: Suchtcharakter?
Liebe Kapuziner,
dein Eintag im Forum hat mich sehr berührt.
Auch ich treibe viel Sport und mache mir viele Gedanken über das Thema, weil ich mir vorstellen kann, durchaus sehr schnell in die Sucht zu verfallen.
Nebenbei bin ich aber auch noch Redakteurin und habe großes Interesse einen sensiblen Fernsehbeitrag zu diesem Thema zu machen. Mit allen Bedenken und alle Ängsten, die man so hat. Kurz: Ich suche einen Betroffenen, der sich mit mir zu diesem Thema unterhalten würde. Ersteinmal ganz unter uns und später überlegt man, ob man, vielleicht unkenntlich gemacht (so daß man die Person nicht erkennt) vor der Kamera darüber redet.
Ich würde mich über einen persönlichen Kontakt riesig freuen.
Hab keine Angst vor dem Kontakt, wir können wirklich ganz offen reden.
Herzliche GrüßeGeändert von BRIGITTE Community-Team (11.01.2008 um 15:29 Uhr) Grund: Bitte persönliche Daten per PN versenden und nicht öffentlich im Forum posten.
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11.01.2008, 14:55
AW: Suchtcharakter?
Hallo Sandra,
ich hab deine emailadresse und schreibe dir - lösch sie hier lieber schnell (wir können auch "PN"s austauschen).
Viele Grüße
Kappuziner
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Elvira: "Gar koan Fehler?"
Kottan: "Doch, i liag manchmal"
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15.01.2008, 09:55Inaktiver User
AW: Suchtcharakter?
nur ein kleines Klugscheisserle am Rande:
Zitat von Inaktiver User
Sucht kommt von "siech" = krank...
Dass Süchtige nach etwas suchen, irgendeinen Kick, um das Loch in der Seele zu stopfen ist eine andere Geschichte.
Das Nicht-Genug kenn ich als Suchtpersönlichkeit nur zu gut.. Ich schleppe mit rotem Kopf 15 Krimis aus der Bibliothek aus Angst, mir könnte der Lese-Stoff ausgehen.
An manchen Tagen kleb ich am Compi wie festgetackert, obwohl das Leben ruft, aber ich mag nicht aufhören, ich ess nix, ich kipp literweise kaffee in mich rein und rauch wie ein Schlot.
Das Verheimlichen gehört dazu, das Ausmass herunterspielen, sich rechtfertigen, Flaschen verstecken, heimlich kotzen, versuchen, die Kontrolle zu behalten, sich Fristen zu setzen (Sport erst nach 18 Uhr, saufen erst nach Feierabend, sonntags nie..).
Alkohol und Drogen machen die Endorphin-Produktion durcheinander, ich hab in der Therapie gelernt, das kriegt man mit Sport, Essen und Sex wieder hin.
Ist ja angeblich gesünder, aber es fühlt sich dennoch süchtig an...
Hauptsache, es knallt und man spürt das Loch in der Seele nicht
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15.01.2008, 12:04
AW: Suchtcharakter?
Ich denke, wenn du schreibst "an manchen Tagen kleb ich am Compi wie festgetackert..." , ist das sehr entscheidend. Ja, an manchen Tagen übertreibt es so mancher mit Sport, mit Lesen, mit Trinken, mit Essen, mit Arbeiten, mit Computerspielen...
Aber das Entscheidende ist doch: sind das Phasen oder wird da ein Dauerzustand draus bzw. besteht die Gefahr des Dauerzustands, des Chronischen, ja der Sucht?
Wer regelmäßig abends seinen Wein trinkt, aber ab und zu sagt: so, ein paar Wochen Abstinenz ist angesagt, der sorgt für sich, macht sich was bewusst und unterbricht dadurch die Routine, die leicht in die Sucht führt.
Wer tagelang spielt, kaum noch ausgehen mag, nach der Arbeit wieder am PC hockt - aber irgendwann auftaucht und sagt: frische Luft würde mir guttun und bewusst andere Dinge tut, der macht dasselbe.
Ebenso wie Sport - ab und zu das Schema durchbrechen, sich in die Badewanne legen, lesen und aushalten, nicht Sport zu treiben. Zu merken, auch dieses oder jenes andere kann mir gut tun.
All dies zeigt, dass die Leute verantwortungsvoll mit ihren - nennen wir es Schwächen oder Leidenschaften oder Hobbies oder Suchtpotenzialen umgehen und gezielt etwas dagegen tun, eben nicht süchtig zu werden.
Von daher würde ich sagen, wer sich tatsächlich die Fragen stellt, habe ich einen suchtcharakter, bin ich leicht anfällig? Treibe ich vielleicht übermäßig Sport, trinke ich zu oft, haue ich mir zu viel Süßigkeiten rein oder gibt es mir einen Kick, immer noch weiter abzunehmen? Ist es normal, sechs Stunden am Abend PC-Spiele zu machen? Neige ich zum Übertreiben?
- der ist auf jeden Fall schon mal eher so veranlagt, dass er selbst eingreifen würde und alles tun würde, nicht süchtig zu werden.
Nicht, sich vor sich selbst neue Entschuldigungen und Begründungen auszudenken, sondern zu sagen: ich glaub, das wird jetzt etwas zuviel, ich sollte dagegensteuern - das ist doch mit am Ehrlichsten und Verantwortungsvollsten, wie man mit sich umgehen kann.Umwege erhöhen die Ortskenntnis.
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15.01.2008, 20:04Inaktiver User
AW: Suchtcharakter?
Sag mal urban_solitude, kann es sein, dass Du vom Sternzeichen her Fische bist?
Ein Bekannter von mir schwimmt auch in mehreren Süchten hin und her und ich habe gelesen, dass Menschen, die im Zeichen Fische geboren wurden, sehr oft Suchtverhalten an den Tag legen.
Welches merkwürdigerweise durch das Verhalten eines weiteren Fisches in meiner Familie irgendwie belegt wird - wenn man von aussen beobachtet. Habe bisher nicht wirklich an solche Angaben geglaubt, aber scheint doch was dran zu sein.
Das mit dem Alkohol ist aber, denke ich, schon familiär vorgelebt worden und viele identifizieren sich leider damit.


) und was das heisst, so allgemein. und da ist mir wieder mal das mit dem suchtcharakter eingefallen, die idee hatte ich schon öfter.
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