Tanguera,
im Grunde ist es völlig egal, wonach ein Mensch süchtig ist. Ob man nun spielt, Sex hat, im Internet surft oder kifft, Alkohol trinkt, raucht, exzessiv Sport treibt, hungert - es gibt einen Zwang, das Verhalten zu zeigen, und dieser Zwang ist begleitet von psychischen und physischen Begleiterscheinungen, die sich wandeln, sobald das Verhalten/Suchtmittel ausgeübt/konsumiert wird.
Sowohl Stoffe als auch Aktivitäten lösen im Körper Reaktionen aus, und diese Reaktionen sind es, die letztlich in die Sucht führen, es ist also in gewisser Weise unerheblich, ob es sich um eine stoffliche oder nichtstoffliche "Droge" handelt.
Natürlich ist es ein Unterschied, ob ich exzessiv Sport treibe oder Koks schnupfe - zur Sucht kann jedoch beides führen, und die Ursache dafür kann in komplexen Abläufen liegen, bei denen die Biologie eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt.
Grüssle
Seawasp
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Thema: Suchtcharakter?
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03.01.2008, 14:53Inaktiver User
AW: Suchtcharakter?
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03.01.2008, 15:18Inaktiver User
AW: Suchtcharakter?
Ok - kapiert. Vielen Dank für die Klarstellung, Seawasp!
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03.01.2008, 18:33
AW: Suchtcharakter?
das lassen wir die eröffnerin des themas entscheiden!
Zitat von Inaktiver User
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04.01.2008, 08:37Inaktiver User
AW: Suchtcharakter?
hallo,
erstmal vielen dank für eure beiträge, ich lese sehr interessiert
und von mir aus kann der thread gerne ins suchtforum, hab wohl übersehen, dass es dort besser passen würde...ich weiss aber jetzt gar nicht, ob ich den dort hin"schieben" soll???
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04.01.2008, 17:36
AW: Suchtcharakter?
das können nur das brigitte-team oder die foren-moderatorin - in diesem falle ich
Zitat von Inaktiver User
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ich mach's dann mal.
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05.01.2008, 13:36Inaktiver User
AW: Suchtcharakter?
Das ist eine interessante Frage. Ich habe auch immer mehr den Eindruck, dass es Leute gibt, die mehr zu Süchten neigen, unabhängig davon, in welchem Maß sie psychisch im Gleichgewicht sind. Meine Schwiemu sagte immer: "Einmal Raucher - immer Raucher!" und wollte damit zum Ausdruck bringen, dass mein Mann und ich "eigentlich" immer noch nach Nikotin lechzen. Ich rauche seit 15 Jahren nicht mehr und finde es seitdem einfach nur eklig. Aber ich habe auch nicht so richtig süchtig geraucht - phasenweise nur am Wochenende, meistens erst am Nachmittag, und zwischendurch habe ich auch mehrfach aufgehört. Bei anderen Leuten sehe ich, es fällt ihnen schrecklich schwer, aufzuhören. Meine Schwiemu hat es nach ungefähr 60 Jahren auch noch geschafft, aber da blieb ihr schon nichts anderes mehr übrig.
Beim Alkohol ist es ja auch ganz ähnlich, manche Leute bleiben bei einem Maß, das der Gesundheit nicht oder bestenfalls ein wenig schadet, andere kennen kein Halten. Deshalb kann man nicht einfach sagen, einige haben irgendwie keine Disziplin und keinen Willen. Sie sind höchstens unehrlich, weil sie nicht zugeben, dass sie es einfach nicht schaffen, und stattdessen versuchen, sich ihre Sucht schönzureden. Aber wahrscheinlich gehört das mit dazu.
Nur - was macht man mit der Erkenntnis, dass man zum "Süchteln" neigt? Nun aufgeben ist ja auch keine Lösung. Sich seelisch ins Gleichgewicht bringen ist schon wichtig, aber das bedingt sich ja gegenseitig: Alkohol oder Bulimie bringen einen ja in jeder Hinsicht auf Abwege, da kann man nicht erst "ausgeglichen" werden, bevor man davon ablässt. Auch Leute, die erst eine stressfreie Zeit abwarten wollen, um mit dem Rauchen aufzuhören oder abzunehmen, warten oft vergeblich.
Ich denke, es ist harte Arbeit und oftmals wird man es nicht allein schaffen.
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05.01.2008, 16:26Inaktiver User
AW: Suchtcharakter?
Deshalb ja auch: Hilfe suchen, geplant vorgehen, an Psyche UND Biologie ansetzen, Umfeld nicht ausser Acht lassen.
Grüssle
Seawasp
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06.01.2008, 09:15
AW: Suchtcharakter?
Zitat von Inaktiver User
Vielleicht hilft ja die Erkenntnis sein Problem in den "Griff" zu bekommen. Jemand der nicht nur raucht, sondern Bulimie hatte und jetzt trinkt, würde ich sagen, dass damit etwas kompensiert werden soll bzw. es muss etwas "vorgefallen" sein, dass den Menschen dahin getrieben hat. Man wird ja nicht von heut auf morgen zur Trinkerin oder neigt zur bulimie. Ich kann mir ganz gut vorstellen, dass es mit der Psyche eines Menschen zusammen hängen kann. Und dann sollte auch der Grund gefunden werden.
Ob nun erst ein Entzug gemacht werden muss bevor das geschieht oder parallel oder erst das Problem finden und dann mit dem trinken und rauchen aufhören, dass weiß ich nicht. Ich bin keine Therapeutin. Da muss Hilfe ran.
Einen süchtigen Menschen würde ich nicht keinen Willen unterstellen. Trinken geht in die körperliche Abhängigkeit. Rauche ist eine psychische Sache. (hab schneller gedacht als geschrieben)Geändert von On_Ice (07.01.2008 um 14:53 Uhr)
Erfolg besteht darin, dass man genau die Fähigkeiten hat, die im Moment gefragt sind. (Henry Ford)
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Das Wesen wahrer Liebe lässt sich immer wieder mit der Kindheit vergleichen. Beide haben die Unüberlegtheit, die Unvorsichtigkeit, die Ausgelassenheit, das Lachen und das Weinen gemeinsam.
(Honore de Balzac)
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Grüße O_I
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07.01.2008, 07:53Inaktiver User
AW: Suchtcharakter?
sehr interessant, was ihr so schreibt.
rondella, deine ansicht teile ich total. sehe mich selbst als sehr suchtgefährdet (und auch süchtig) und denke aber manchmal, ich mache mir etwas vor und rede mir das ein, um meine sucht bzw. süchte zu rechtfertigen. das kann einen auch ziemlich runterziehen.
dass man professionelle hilfe braucht ist klar. ich habe wegen der bulimie 2 therapien hinter mir, die zweite war erfolgreich, die bulimie ist besiegt, endlich, nach 7 langen jahren. alkohol wurde kurz darauf ein thema, das war auch vorher schon phasenweise sehr schwierig, im moment aber sehr gut im griff. ich neige aber dazu, schnell in alte muster zu fallen und muss wahnsinnig aufpassen, egal, ob es um essen bzw. nicht- essen oder trinken (oder selbstverletzung usw.) geht. aber es geht.
eine weitere therapie würde mir nicht finanziert werden und halte ich im moment auch nicht für nötig, da die einzige derzeit existente sucht das rauchen ist, aber wie es in ein paar jahren aussieht weiss ich auch nicht.
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07.01.2008, 14:52
AW: Suchtcharakter?
ja, es ist nicht leichte aus alten Muster rauszukommen, ich wüßte jetzt auch nicht wie man das schaffen könnte
Zitat von Inaktiver User
Na wenn Rauche jetzt derzeitig dein einziges Problem ist, dann frage ich einfach mal nach wie du es bis jetzt immer versuchts hast aufzuhören?Erfolg besteht darin, dass man genau die Fähigkeiten hat, die im Moment gefragt sind. (Henry Ford)
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Das Wesen wahrer Liebe lässt sich immer wieder mit der Kindheit vergleichen. Beide haben die Unüberlegtheit, die Unvorsichtigkeit, die Ausgelassenheit, das Lachen und das Weinen gemeinsam.
(Honore de Balzac)
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Grüße O_I


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