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    Ich vermisse mein angetrunkenes Ich...

    Schon lange versuche ich mit dem Trinken aufzuhören. Noch nie habe ich es länger als eine Woche geschafft.

    Ich fühle mich wie in zwei Welten.

    Wenn ich einige Tage hintereinander trinke, sehne ich mich nach der Ruhe im nüchternen Zustand. Danach, nicht komisch angeschaut zu werden. Danach, durchzuschlafen und nach dem Job auch noch aktiv zu sein. Nach einer besseren Figur, einem weniger aufgedunsenen Gesicht und vor allem nach weniger schlechtem Gewissen. Nach einem normalen Abend an den ich mich am nächsten Tag noch erinnern kann und danach, nicht sinnlos an meiner Gesundheit und meinem Äußeren zu arbeiten.

    Wenn ich dann einige Tage nüchtern bin, sehne ich mich nach meinem angetrunkenen Ich. Das ist so locker, hat immer was vor, hat einen guten Musikgeschmack. Weint, wenn es unglücklich ist und tanzt, wenn es glücklich ist. Irgendwie fühlt es sich an, als hätte dieses Ich mehr Lebensfreude.

    Ein paar Tage später sieht die Welt wieder anders aus.

    Wenn ich mich entscheiden muss, ist völlig klar, dass ich das nüchterne Ich wähle. Aber wie überwinde ich diese Sehnsucht?

    Ratlose Grüße und danke fürs Lesen,
    Sarah

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    AW: Ich vermisse mein angetrunkenes Ich...

    Zitat Zitat von sarah39 Beitrag anzeigen
    Aber wie überwinde ich diese Sehnsucht?
    Das "Sehn" kannst du wegstreichen. Wie überwindest du deine Sucht, ist die Frage.

    Hast du bereits einen Entzug und eine Therapie gemacht?

    Grüße zurück,
    auch von Sarah

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    AW: Ich vermisse mein angetrunkenes Ich...

    Macht das nicht die Sucht aus? Der Wunsch nach dieser Leichtigkeit? Nach dem Anderssein?

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    AW: Ich vermisse mein angetrunkenes Ich...

    Zitat Zitat von overknee Beitrag anzeigen
    Macht das nicht die Sucht aus? Der Wunsch nach dieser Leichtigkeit? Nach dem Anderssein?
    Das ist sicher so - die Suche nach einer Fluchtmöglichkeit aus ungeliebten Lebensumständen, Familie, Job etc.

    Dass das auf Dauer in eine Katastrophe mündet, ist leider Fakt, also keine Lösung.

    Meine "Flucht" war und ist lesen, lesen, lesen.
    Bücher sind etwas Wunderbares!

    Aber das Lesen allein ist es nicht. Ich meditiere täglich und komme oft in einen flow,
    den ich nicht missen möchte. Dann ist wirklich alles leicht!

    Das Gute an der Medi ist, dass ich dazu nichts und niemanden brauche, nur mich selbst.
    Selbst, wenn ich bettlägerig wäre, könnte ich meditieren .
    "Tell me: what is life all about?"
    "I haven't got a clue ..."

  5. Inaktiver User

    AW: Ich vermisse mein angetrunkenes Ich...

    Dazu muss man wohl sein Mindset ändern, also Alkohol und die daraus resultierenden Stimmungen nicht weiter positiv besetzen. Bzw. Nüchternsein nicht automatisch mit spaßbefreit und ausschließlich vernünftig verbinden.

    Spontan fällt mir dazu Nathalie Stüben ein, die war ein Party- und Spaßgirl, bis sie aufgehört hat mit dem Trinken,

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    AW: Ich vermisse mein angetrunkenes Ich...

    Zitat Zitat von sarah39 Beitrag anzeigen
    Wenn ich mich entscheiden muss, ist völlig klar, dass ich das nüchterne Ich wähle. Aber wie überwinde ich diese Sehnsucht?
    Hast du mal mit den anonymen Alkoholikern Kontakt aufgenommen?

    Das wäre eigentlich die naheliegendste Maßnahme, wenn auch durch die Corona Beschränkungen erschwert.
    Da findest du Menschen mit denselben Problemen und wenn auch nicht in direktem Kontakt, der natürlich am besten wäre, dann könntet ihr euch online austauschen.

    Hier in der Bricom gibt es imo keine Alkoholikerberatung.
    "Tell me: what is life all about?"
    "I haven't got a clue ..."

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