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    Ab wann spricht man von sexuellen Missbrauch?

    Liebe Community!

    Ab wann spricht man von sexuellen Missbrauch?
    Gibt es da nicht eine große Grauzone?

    Ich sehe da eine enorme Schwierigkeit eine ganz klare Grenze zu ziehen um zu beurteilen, ob es schon Mißbrauch ist, oder noch unter "normales" Verhalten fällt.

    Eure Meinung würde mich sehr interessieren.

    Liebe Grüße

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    AW: Ab wann spricht man von sexuellen Missbrauch?

    Interessant fände ich, wenn Du beschreiben würdest, wo Du die Grauzone siehst oder zumindest wie Du sie definierst.

  3. Inaktiver User

    AW: Ab wann spricht man von sexuellen Missbrauch?

    Ich persönlich würde sagen: Ab dem Zeitpunkt, ab dem es keine Handlung ist, die die Teilnehmenden einvernehmlich vornehmen und sich im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten befinden.

    Es gibt sexuelle Spielarten, die ich für mich persönlich als Mißbrauch definieren würde - die aber bei Menschen mit anderen sexuellen Präferenzen Teil ihrer Sexualität sind (BDSM gehört dazu). Würde jemand BDSM-Praktiken mit mir machen, würde ich sie als Mißbrauch empfinden - für andere Menschen ist das normaler Teil ihes Sexuallebens und sie empfinden dabei Glück und Erfüllung.

    Sexuelle Handlungen an Schutzbefohlenen sind in meinen Augen immer Mißbrauch, weil die Grenze nicht klar ist, wo der zu schützende Teil nur zustimmt, um zu gefallen - möglicherweise auch unbewußt. Manipulation kann es möglich machen, denjenigen zu Dingen zu bringen, deren Tragweite nicht klar sind oder die eigentlich unerwünscht sind.

    Es gibt gute Gründe, warum der Altersunterschied bei der Bewertung von Strafbarkeit zwischen sexuellen Partnern eine Rolle spielt, wenn ein Partner minderjährig ist.

    Aber es gibt so viele Grauzonen für Mißbrauch, es gibt ja auch Gründe, warum es für Gerichte so schwer zu bestimmen ist - war ein Einverständnis da oder nicht.

    Es kommt ja durchaus vor, daß Erwachsene einer Sache zustimmen, die sich dann im Laufe der Aktion doch als etwas herausstellt, für das sie sich im Nachgang schämen. Wenn dann Mißbrauch angezeigt wird, ist erstmal festzustellen - wurde irgendwann klar gemacht, daß die ursprüngliche Einwilligung zurückgezogen? Konnte der Partner wissen, daß ab Zeitpunkt XY kein Einverständnis mehr vorliegt?

    Noch schwerer ist es, wenn nach Jahren z.B. während einer Therapie alte Verletzungen aufbrechen - ist der Blick nach 10 Jahren noch klar oder hat die Psyche den Vorgang "bearbeitet" abgelegt?

    Erinnerung kann sehr täuschen. In beide Richtungen - in Richtung "verniedlichung, um den Mißbrauch zu überstehen" oder auch entgegengesetzt.

    Deswegen wird Dir ohne konkrete Angaben niemand eine Aussage machen können. Es gibt keine scharfe schwarze Trennlinie für die meisten Dinge.

    (Selbstverständlich gibt es für anderes ganz glasklare Regeln - aber zu denen würdest Du nicht fragen: Natürlich ist es Mißbrauch, wenn jemand gegen seinen Willen zu sexuellen Handlungen gezwungen wird, natürlich ist es Mißbrauch, wenn ein Kind zu sexuellen Handlungen von einem Erwachsenen gebracht wird etc. - da macht das Strafrecht klare Aussagen - da brauchen wir nicht drüber reden).

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    AW: Ab wann spricht man von sexuellen Missbrauch?

    Danke für deinen Beitrag, ich hätte es nicht besser formulieren können.

    Leider werden die Dunkelziffern viel höher sein als wir uns vorstellen können.
    Schlimm finde ich auch, dass Mißbrauchsfälle von Ehepartnern oft verschwiegen werden. Die Mutter weiß zwar, dass ihr Mann die Tochter mißbraucht, schweigt aber aus Scham dazu!

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