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    Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Guten morgen zusammen!

    Mir brennt ein Thema auf der Seele, von dem ich momentan nicht weiß, wie ich damit umgehen soll:

    Von 2008 bis 2012 hatte ich ein ernstes Alkoholproblem. Ich brauchte drei Entzüge und zunächst engmaschige Gespräche zur Aufarbeitung. Seitdem lebe ich weitgehend alkoholfrei. Einige Rückfälle in für mich schwierigen Situationen gab es jedoch.
    Mein ältester Sohn war zu dieser Zeit bereits ausgezogen, weil wir verschiedene Differenzen hatten. Über mehrere Jahre hatten wir nur zu Familienfeiern Kontakt.
    Der Jüngere, zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre, war übergangsweise in meiner kritischen Phase zu seinem Vater gezogen.
    Inzwischen haben beide eine eigene Wohnung, viele soziale Kontakte und einen Beruf, der sie ausfüllt.
    Mir ist heute bewusst, was ich ihnen damals angetan habe und mir tut es unendlich leid. Rückgängig machen kann ich es leider nicht.
    Ich versuche, Vieles wieder gut zu machen, indem ich sie viel unterstütze und versuche, Vertrauen aufzubauen. Wenn sie mich brauchen, bin ich für sie da.
    Leider macht mir der Ältere schwere Vorwürfe und gibt mir die Schuld, wenn er Probleme hat. Egal, über welches Thema wir reden, landen wir jedesmal bei meiner Sucht.
    Auch der Jüngere hat mir nach einem kleinen, nichtigen Streit meine damalige Sauferei heftigst vorgeworfen.
    Bis vor kurzem war ich der Meinung, in unserer kleinen Familie (es gibt nur uns drei) würde langsam ein wenig Harmonie einkehren, jedoch ist es und bleibt es sehr angespannt.
    Letztes Gespräch hat mich so umgehauen, dass ich einen Rückfall erlitt.
    Wie sehr Kinder unter der Alkoholsucht eines Elternteils leiden, war nie Thema in meiner Therapie. (leider)
    Inzwischen ist mir dies bewusst, weiss jedoch nicht, wie ich jetzt damit umgehen soll. Meinen Rückfall habe ich schnell weggesteckt und versuche jetzt den Kontakt vorerst zu vermeiden, bis ich mich wieder sicherer fühle.
    Eine Familientherapie wird bei den Jungen zeitlich nicht möglich sein.

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Ich grüße Euch und wünsche einen schönen Sonntag

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    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Liebe PEausDO,

    es scheint mir, dass deine erwachsenen Söhne es sich auch sehr bequem machen.

    Dass du damals Mist gebaut hast, ist die eine Sache. Sicher hat es sie verletzt, aber du hast auch offenbar dazu gestanden, deine Fehler eingesehen und etwas gegen deine Sucht getan. Allein deshalb solltest du dich nicht für alle Ewigkeit zum Sündenbock machen lassen.

    Zweitens haben deine Söhne heute selbst die Verantwortung für ihr Leben. Es ist einfach nur ungerecht und sehr armselig, wenn sie für all ihre Probleme nur dir die Schuld geben und anscheinend ihren eigenen Anteil übersehen.

    Hast du denn eine Familientherapie überhaupt mal vorgeschlagen?

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    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Schlage ihnen vor, das Thema in einer Familientherapie zu lösen. Das Thema wird sonst immer zwischen euch stehen.
    Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.

    Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)

    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)


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    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Zitat Zitat von Klecksfisch Beitrag anzeigen
    Schlage ihnen vor, das Thema in einer Familientherapie zu lösen. Das Thema wird sonst immer zwischen euch stehen.
    Und wenn den Söhnen eine Lösung wichtig ist, müssen eben auch SIE eine organisatorische Lösung finden, d.h. sich Zeit nehmen WOLLEN.

  5. Inaktiver User

    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Ich antworte mal als Kind eines Suchtkranken: Die Vorwürfe musst Du jetzt einfach mal aushalten. Es ist schade, dass das Thema Angehörige keine Rolle in der Therapie gespielt hat, vielleicht wäre für Dich die Teilnahme an einer Gesprächsgruppe sinnvoll. Deinen Kindern kannst Du ähnliche Angebote für Angehörige ans Herz legen, zwingen kannst Du sie aber nicht.

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    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Liebe Killeshandra,

    ich sehe es ähnlich wie Du. Mein damaliges Verhalten (ich war bestimmt manchmal unausstehlich und dann und wann ab 18.00 Uhr nicht mehr ansprechbar), aber Alles möchte ich mir nun auch nicht in die Schuhe schieben lassen.
    Außerdem komme ich mir manchmal ein wenig ausgenutzt vor, denn aus schlechtem Gewissen bin ich heutzutage für alle Gefälligkeiten da.
    Der Große hat von meinem Therapeuten, den er hinter meinem Rücken aufsuchte wegen Stimmungsschwankungen und Angszuständen für die ich verantwortlich sei, die Adresse von al-anon bekommen.
    Der Jüngere ist Wochentags nicht vor 22.00 Uhr zu Hause, suchte sich aber wegen Überlastung (Vollzeitarbeit, Technikerschule und Kauf einer Wohnung) bereits Hilfe bei einem Therapeuten.
    Ich finde es richtig und wichtig, dass die beiden versuchen, ihre Probleme aufzuarbeiten.
    Vorgeschlagen habe ich die Familientherapie bereits.
    Durch meinen Rückfall fühle ich mich jedoch noch nicht stabil genug.
    Wo will ich nun hin? Was kann ich für mich jetzt tun, damit es mir erstmal besser geht. Und will ich eigentlich, dass ich zwar immer für sie da bin, wenn es brennt und etwas zu erledigen ist? Oder lass ich erst einmal Zeit verstreichen und hoffe, dass sich das Mutterbild, was sie von mir haben, etwas relativiert.

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    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Zitat Zitat von PEausDO Beitrag anzeigen
    Der Große hat von meinem Therapeuten, den er hinter meinem Rücken aufsuchte wegen Stimmungsschwankungen und Angszuständen für die ich verantwortlich sei, die Adresse von al-anon bekommen.
    Woher weißt Du das denn?
    Und wieso hinter deinem Rücken?
    Dein Sohn kann doch zu einem Therapeuten gehen?
    Zu welchem ist doch ihm überlassen?

    Also ich kann mir schon vorstellen, dass Alkoholismus bei der Mutter auch schwerwiegende Folgen für die Kinder hat.

    Aber, irgendwie seid ihr in einer Spirale.
    Deine Kinder geben Dir die Schuld an ihrem Leid und Du gibst denen die Schuld an deinem Rückfall.

    Wie schafft es Dein Sohn zum Therapeuten, wenn er nie vor 22.00 Uhr zu Hause ist? Für mich ist manches nicht stimmig an der Beschreibung.

    Wie wäre es, wenn ihr mal Abstand voneinander bekommt?
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht

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    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Zitat Zitat von Loop1976 Beitrag anzeigen
    Dein Sohn kann doch zu einem Therapeuten gehen?
    Zu welchem ist doch ihm überlassen?
    Nur gilt unter (seriösen) Therapeuten der Grundsatz, dass Familienmitglieder nur im Rahmen einer Familientherapie behandelt werden. Eine andere Anlaufstelle zu nennen ist ok

  9. User Info Menu

    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Zitat Zitat von Blila1 Beitrag anzeigen
    Nur gilt unter (seriösen) Therapeuten der Grundsatz, dass Familienmitglieder nur im Rahmen einer Familientherapie behandelt werden. Eine andere Anlaufstelle zu nennen ist ok
    Darauf wollte ich nicht hinaus, sondern darauf,dass er es "hinter ihrem Rücken" getan hat.
    Der Sohn muss ja niemanden fragen.
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


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  10. Moderation

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    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Therapeuten nehmen doch keine Familienangehörigen an? Ich kenne das so, dass das abgelehnt wird, würde mich wundern, wenn da einer übergangen wird.
    Es müsste eine Familientherapie, also etwas Gemeinsames sein.
    Eine Therapeutin von mir früher hat die Behandlung meines Mannes abgelehnt, obwohl sein damaliges Problem gar nichts mit mir zu tun hatte.
    Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu suchen, sondern mit anderen Augen zu sehen.
    Marcel Proust

    Wir glauben Erfahrungen zu machen,
    aber die Erfahrungen machen uns. (Eugène Ionesco)
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    Moderation 60+, Kochen für Feinschmecker, BRIGITTE-Diät,
    Essen - Genuss oder Frust? Rücken

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