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    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Die Kinder werden anerkennen,
    wenn sie sehen, dass sich etwas tut
    und zwar in eine positive Richtung, nämlich Richtung Zukunft.
    Sobald sich die Klägerin den Respekt ihrer Kinder verdient hat
    (und sie hat jetzt die beste Gelegenheit dazu),
    wird sich das Verhältnis normalisieren, bessern usw.
    Das wünsche ich der TE, darauf kann man dann evtl. aufbauen.
    Wer damit spielt, dich zu verlieren, den solltest du gewinnen lassen.

    Ländlich, einfach strukturiert ...

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    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Ich habe momentan nicht viele Möglichkeiten, meine Probleme nochmals intensiver anzugehen, da wegen Corona nichts stattfindet.
    Nicht dass ihr jetzt denkt, ich will nur ein wenig jammern:
    Aber ich finde, für so "Wackelkandidaten" wie mich gibt es wenig Möglichkeiten. Es gibt in meiner Stadt nur Einen Therapeuten, der überhaupt Patienten mit Alkoholhintergrund annimmt. An die Suchtambulanz wende ich mich regelmäßig und bekomme dann jeweils ein 20-Minutengespräch mit dem Leiter der Abteilung.
    Natürlich ist mir bewusst, dass ein Patient, der mal höchstens einmal im Jahr rückfällig wird und in sein altes Verhaltensmuster zurückfällt, nicht so relevant ist, wie ein akuter Fall.
    Ich hatte in den letzten Tagen sehr viel Zeit, nachzudenken und die letzten 12 Jahre gedanklich nochmals durch zu gehen. Und oh ja, es gibt bestimmt noch Einiges aufzuarbeiten und eine andere Sichtweise zu erlernen.
    Ob meine Jungen, inzwischen 32 und 26 Jahre ihre Meinung über mich ändern, muss ich abwarten.
    Traurig macht mich, dass ich trotz meiner eigenen Probleme z.B. nach dem Tod ihres von mir getrennt lebenden Vaters die gesamte Wohnungsauflösung mit Renovierung und Verkauf alleine gemacht habe, grundsätzlich deren Steuererklärungen, und allen anderen Schriftkram ( Mama, du kannst das besser), mein eigenes Haus verkauft, alles alleine leergeräumt, renoviert, Umzug in meine jetzige Wohnung ebenfalls alleine. Den Umzug und Pflege nach einem Sportunfall für den Großen gerne übernommen habe. Um nur Einiges zu nennen. Und natürlich alles ohne Alkohol.
    Dachte ich hätte mir dadurch ein wenig Anerkennung verdient.
    Ich weiß aber, dass ich da nichts erwarten darf.

    Ich habe jetzt eine sehr ansprechende Internetseite zur Selbsthilfe bei Alkoholproblemen gefunden, auf der ich täglich lese, gefunden.

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    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Liebe TE,

    gefühlt mischen sich hier zwei Dinge: Einerseits eine gewisse Zurückhaltung/Ablehnung der Jungs Dir gegenüber, andererseits auch eine gewisse Bequemlichkeit/fehlendes Verantwortungsbewusstsein Deiner Söhne, sei es für sich selbst (Steuererklärung) sei es für andere (Hilfe beim Aufräumen der väterlichen Hinterlassenschaften).

    Bzgl. des ersten Punkten kannst du nichts erzwingen. Da kannst Du hoffen, an Dir arbeiten, vorleben, dass Du eine verlässliche Person bist. Ob das wieder geradegebogen werden kann, hängt von den Persönlichkeiten ab, davon, was damals gelaufen ist, wie stabil Deine Söhne sind, usw.

    Beim zweiten Punkt kannst Du schon noch etwas tun: Nicht durch Hau-Ruck-Ich mache jetzt nichts mehr für Euch, aber doch durch Erwachsenwerdenlassen. Also z.B. ankündigen, dass sie ihre Steuererklärung selbst machen müssen, aber anbieten, beim ersten Mal zu helfen.

    Dieses Nichthelfen der erwachsenen Kinder ist blöd, man stellt sich das in einer funktionierenden Familie anders vor. Nur seid Ihr eben noch keine normal funktionierende Familie. Ich habe meiner (stark) alkoholkranken Mutter rückblickend auch zu wenig geholfen. Der Grund war simpel: ich wusste nicht, wie man das tut. Wir mussten zu Hause wenig helfen, es ist uns nie beigebracht worden. Das fängt mit so simplen Dingen wie dem Bedienen der Waschmaschine oder dem Abräumen des Küchentisches nach dem Essen an. Das einzige, was wir konnten, war in brenzligen Situationen richtig zu handeln. Das waren wir ja gewöhnt.

    Ich habe recht lange gebraucht, um zu lernen, dass man sich in einer "normalen" Familie anders verhält und muss mir bis heute viele dieser Dinge recht mühsam erarbeiten. Dass man in solchen wie den von Dir beschriebenen Situationen hilft, habe ich mir erst bei anderen, funktionierenden Familien abschauen müssen. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis es das begriffen hatte, obwohl es rational eigentlich völlig klar ist. Meine Mutter hat das auch gestört, denn im Gegensatz zu uns Kindern kannte sie aus ihrer Herkunftsfamilie Unterstützung, d.h. für sie war Unterstützung eigentlich der Normalmodus, für uns erwachsene Kinder aber nicht.

    Ob das bei Euch ähnlich gelaufen ist, weiß ich natürlich nicht. Eines von uns Geschwistern hatte sich aufgrund der Sucht auch einfach so sehr distanziert, dass es keinen Kontakt mehr wollte. Das hätte nicht geholfen, obwohl es ansonsten zu einem netten, hilfsbereiten Menschen herangewachsen ist. Letztendlich ist dieses Geschwister am besten mit allem zurechtgekommen. Allerdings hat es auch keinerlei Leistungen mehr von meiner Mutter gefordert.

    Ihr habt noch Kontakt, also geh Deinen Weg weiter und hilf Deinen Söhnen noch ein wenig beim Erwachsenwerden. Was war ist, kannst Du nicht mehr ändern, aber die Zukunft könnte ich noch gestalten.

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    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Liebe Pia,
    meine Jungs sind schon sehr sozial erzogen und früher, als sie noch bei mir wohnten, ging es wohl ab wie in den meisten Familien. Lach, und selbstverständlich war es normal, dass Kinder sich dann auch mal gerne drücken. Haben wir wohl fast alle gemacht.
    Dass ich später im Erwachsenenalter der beiden über das normale Maß hinaus Dinge übernommen habe, hat auch damit zu tun, dass es mir wichtiger war, die beiden haben freie Bahn, was ihr Berufsleben betrifft und in diesem Alter musste auch Freizeit für die Freundin bleiben.
    Letzlich (ich bin ein kleiner workaholic) hat mir die Arbeit ja auch gut getan. Ich habe teilweise fast ohne Pause von morgens bis Abends durchgearbeitet. Vorteil: Ich hatte dann niemals den Gedanken an Alkohol.
    Also alles nicht so schlimm.
    Auch die Distanz der beiden ist für mich nachvollziehbar.
    Nur wenn in den wenigen Zusammentreffen mein Alkoholproblem von damals grundsätzlich in den Vordergrund gerät, auch wenn es um ganz banale Alltagssituationen im Hier und Jetzt geht, bin ich nach dem Besuch klein und niedergeschlagen.
    Ich hätte wohl die letzten Jahre nicht so viel geschaffft, wenn ich ein Daueralki wäre. Würde mich freuen, wenn die beiden auch diese Seite sehen würden.
    Ich freue mich, wenn wir uns als Familie irgentwann auf diesem Level begegnen können
    Momentan haben wir keinen Kontakt. Daran bin ich Schuld, weil mir die jüngste Situation aus dem Ruder lief und ich mit der Kritik und den Vorwürfen in dem Moment falsch umgegangen bin.
    Ich möchte auch noch ein wenig Zeit haben, zunächst an mir zu arbeiten, damit ich beim nächsten Mal besser damit fertig werde.....

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    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Hallo PE,
    es gibt zb von den Anonymen Alkoholikern auch Internet-Selbsthilfegruppen,
    wahrscheinlich auch von anderen,
    guhgle sie einfach mal,
    Gruß, s12

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    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Zitat Zitat von PEausDO Beitrag anzeigen
    Momentan haben wir keinen Kontakt.
    Daran bin ich Schuld, weil mir die jüngste Situation aus dem Ruder lief .....
    Wie haben das Deine Kinder denn überhaupt mitbekommen?

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    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Zitat Zitat von PEausDO Beitrag anzeigen
    Momentan haben wir keinen Kontakt. Daran bin ich Schuld, weil mir die jüngste Situation aus dem Ruder lief und ich mit der Kritik und den Vorwürfen in dem Moment falsch umgegangen bin.
    Ich finde, dass zeigt, dass dieses Thema noch für alle Beteiligten sehr schmerzhaft ist

    Du schreibst "falsch umgegangen bin"- und ich stelle in Frage, ob es ein "richtiges Verhalten" - gar ein perfektes? -gibt, wenn es um Vorwürfe geht?
    Wie wäre denn das "perfekte Verhalten"?- dazu muss man erst einmal wissen, was derjenige genau in dem Moment möchte, wenn er den Vorwurf ausspricht? Das ist nicht immer dasselbe und somit kann man nicht wissen, was JETZT perfekt wäre.

    Und natürlich gibt es Verhalten, was die Situation noch mehr eskalieren lässt- verschlimmern geht immer, das ist ja keine Frage
    Ob man aber in der Lage das "Richtige" in dem Moment zu machen- bleibt als Frage offen und damit muss der Anspruch- dieses erfüllen zu müssen- auch gar nicht vorhanden sein. (falls das bei dir so sein sollte- ich will dir das nicht unterstellen).

    Zitat Zitat von PEausDO Beitrag anzeigen
    Ich möchte auch noch ein wenig Zeit haben, zunächst an mir zu arbeiten, damit ich beim nächsten Mal besser damit fertig werde.....
    Super Haltung! Wie oben geschrieben- solange alle nur Verletzte sind- wie soll man da helfend agieren können?
    Es wäre halt schön, wenn das alle Beteiligte verstehen und einsehen könnten.

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    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen

    Es wäre halt schön, wenn das alle Beteiligte verstehen und einsehen könnten.
    Genau das ist bei Suchtfamilien echtes Wunschdenken.
    Helfen können sich die Betroffenen auch nur selbst ..(vielleicht mit Therapeuten oder auch Selbsthilfegruppen)
    der Trinkende sollte/müsste einsehen, dass er jederzeit wieder trinken könnte und das auch tut ...
    ein bisschen trinken ist wie ein bisschen schwanger ..gibt es das?
    Damit ist alles, was die Kinder sich wünschen würden, hinfällig und das, was sie wahrscheinlich zum Vorwurf machen,
    steht wieder vor ihnen ...immer zu , wenn auch unregelmässig
    es kann nicht heilen, es kann sich nicht auflösen.
    Es ist immer JETZT

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    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Hallo Schafwolle,

    ich hatte während der Weihnachtsfeiertage etwas getrunken und dies auch gesagt. Nach dem Besuch des Großen mit etlichen Vorwürfen habe ich eine Flasche Wein getrunken und ihn dann mit ungerechtfertigten Emotionen, Wut, Enttäuschung per Whatsapp kommuniziert.
    Dies ist so ein Problem bei mir: ich kann mir völlig ruhig Kritik anhören. Erst Stunden später kreisen dann meine Gedanken und die unmöglichsten Gefühle brechen aus mir heraus mit der Frage Warum Wieso Weshalb. Gedankenkarussel! Nach der Flasche Wein war ich natürlich völlig unsachlich.
    Seitdem haben mich die Jungs in Whatsapp gesperrt.
    Anrufen möchte ich sie noch nicht, denn ich habe Angst, dass ich auch diesmal nicht damit umgehen kann und in mein altes Verhaltensmuster zurück falle.
    Ich habe beiden eine email geschrieben, mich entschuldigt und erzählt, was ich mir vorgenommen habe.
    Ich habe eine gute Seite im Internet gefunden, in der es viel zu lesen gibt, viele Denkanstöße und Betrachtungsweisen.Dort lese ich täglich ein wenig und mache momentan den 7-Tage Schnupperkurs mit. Eventuell melde ich mich danach dort an.
    Bis jetzt hat es mir schon gut geholfen und wenn Druck entsteht, bin ich sinnvoll beschäftigt.

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    AW: Vorwürfe der Kinder zum Alkoholmissbrauch

    Ich kann Deine Kinder gut verstehen. Das geht gar nicht. Es ist richtig, dass Sie Dich gesperrt haben.

    Wenn Du etwas verändern willst, musst Du jetzt alleine Dein Ding machen.
    "Schau lange und genau auf die Dinge, die dich erfreuen - zumindest länger als auf die Dinge, die dich ärgern."
    Sinonie - Gabriele Colette


    Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt
    Aristoteles - Griechischer Philosoph

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