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  1. Registriert seit
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    Beitrag Es war einmal...

    ... ein Suchti.

    Hallo!

    Kurzfassung: ich höre mit dem Trinken auf.

    Langfassung:

    Ich möchte hier so eine Art Tagebuch schreiben. Ich weiß, dass es hier einen Thread gibt (ein sehr guter übrigens) der sich mit dem Thema beschäftigt, aber ich fühle mich da etwas überfordert immer am Ball zu bleiben und alles zu lesen. Besucher sind hier natürlich herzlich willkommen!

    Angefangen übermäßig zu trinken, habe ich in einer stressigen Phase in meinem Leben. Ich wusste mir nicht anders zu helfen, als zur Weinflasche zu greifen. Alkoholismus ist in meiner Familie verankert und ich hätte gewarnt sein müssen. Leider habe ich das Risiko selber abhängig zu werden unterschätzt, bzw. war mir das in der damaligen Situation egal.

    Vor einigen Jahren war ich schon mal 3 Jahre ohne Sprit unterwegs und das war eine gute Zeit. Immer wieder lege ich Pausen ein, aber diesmal soll es für immer sein. Für immer? Klingt noch sehr anstregend. Ich werde mir in der ersten Zeit sagen: nur für heute trinke ich nicht. Das klingt übersichtlicher.

    Ich habe eine Menge gelesen zu dem Thema. Es gibt einige gute Bücher die mich weitergebracht haben. Zu einer Selbsthilfegruppe werde ich nicht gehen. Ich habe das versucht, aber Rückfälle anderer triggern mich zu sehr.

    Auf die Zeit ohne Alkohol freue ich mich. Der kurze, gute Moment wo der Wein die Gehirnzellen flutet ist es nicht wert psychisch und physisch immer weiter abzubauen. Ich weiß ja aus Erfahrung, das nach einiger Zeit ein so gutes geistiges und körperliches Gefühl einsetzt, das hilft mir hoffentlich diesen Entschluss jetzt durch zu ziehen. Es gab auch ein paar Zwischenfälle, die nüchtern nicht passiert wären. Es waren peinliche Sachen dabei, aber auch lebensgefährliche. Ich habe eine stabiles soziales Umfeld, noch... bin nie betrunken Auto gefahren, aber mir war lange nicht bewusst, wie viel Restalkohol ich morgens noch hatte. Ich hatte Glück, das ich niemandem geschadet habe in dem Zustand.

    Die erste Woche ist am schlimmsten. Ich habe keine körperlichen Entzugserscheinungen, aber der "liebe" Kopf tanzt Tango. Mein Mann ist rund um die Uhr bei mir, falls es mir doch schlecht gehen sollte. Er wird auch aufhören, das hilft sehr und ich kann zu Hause mein Umfeld alkoholfrei gestalten.

    Also, ich muss - nein, ich will aufhören mit dem trinken!

    Habt eine gute Zeit! Ich trinke heute nicht!

    LG
    kkW


  2. Registriert seit
    06.01.2018
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    43

    AW: Es war einmal...

    Hallo und guten Morgen!

    Tag 3 ist angebrochen...

    Es ist in manchen Momenten schwierig und in anderen geht es leicht nicht zu trinken. Gestern hatten wir eine sehr stressige Situation und ich bin froh, danach nichts getrunken zu haben. Eines der wichtigsten Dinge für mich als Motivation im Moment ist, jederzeit klar im Kopf und handlungsfähig zu sein.

    Ich schlage ganz schön bei den Süßigkeiten zu - klare Suchtverlagerung, aber das ist jetzt egal. Alles erlaubt, nur nicht trinken!

    Mein Schlaf ist leider noch nicht wieder so tief und erholsam wie ich es mir wünsche, aber es sind ja erst zwei Nächte ohne Alkohol im Blut. Das kommt schon bald wieder.

    Mental bin ich noch arg gebeutelt. Dieses ständige Hin und Her im Kopf ist schwer unter Kontrolle zu bekommen. Ich weiß, das es mit jedem Tag besser wird, aber zu den geduldigsten Menschen gehöre ich nicht. Ich möchte psychisch wieder stabiler werden und mich selbst als gefestigt und stark empfinden. Im Moment fühle ich mich erschöpft, angreifbar und alles andere als belastbar. Ich muss auch aufpassen, das ich nicht überreagiere im Moment. Ich ziehe mich lieber etwas zurück, als auf andere Menschen unangemessen, unüberlegt zu reagieren.

    Heute werde ich einen langen Spaziergang machen und den Kopf durchlüften. Da ich auch mit Depressionen zu tun habe, bin ich immer froh, wenn ich die Natur bewundern kann und nicht alles im Dunkelgrau versinkt. Wenn ich im tiefen Loch sitze geht nicht mal ein kurzer Weg zu Fuß. Dann wird mir alles zu viel. Alkohol verstärkt das und ich bin froh, das es im Moment nicht grau in meinem Kopf ist, sondern hoffentlich bald wieder "bunter" wird.

    Auf die Zeit in der es normal wird nicht zu trinken freue ich mich. Diesen Teufelskreislauf aus Beschaffung, Konsum, Kater, Entsorgung zu durchbrechen ist eine Herausforderung.

    Ich wünsche Euch einen guten Wochenstart! Ich trinke heute nicht!

    LG
    kkW


  3. Registriert seit
    01.02.2017
    Beiträge
    700

    AW: Es war einmal...

    Ich wünsche Dir viel Kraft für diese Herausforderung.
    Es lohnt sich wirklich, damit aufzuhören.
    Gruß Nette1962
    Im Herzen bin ich ein Kind der 70er.

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