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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Zitat Zitat von Lyanna Beitrag anzeigen

    Ich trinke nicht, heute nicht!
    Und somit ist heute mein bester Tag ...es liegt an mir, dass er das morgen auch sein kann ...

    Ich bin immer tief gerührt, wenn ich solche Posts lesen darf ...danke dafür und ebenso dankbar und demütig, weil ich dadurch immer wieder erfahre:
    Alles hat seine Zeit!
    Und es ist wahr ...alles hängt wirklich mit allem zusammen ...
    es ist wie ein Schmetterlingsflügelschlag ...
    oh ja, danke Lyanna haargenau so war es … ist es

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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    yessai - meine (nicht ausgeprochene Bitte erhört )

    schön, dass Du Dich mal meldest, einen wundervollen Urlaub wünsche ich Dir.
    Weiß noch wie Du ganz am Anfang mal weg warst und abgereist bist, um Dich zu schützen. Das nenne ich Achtsamkeit 1. Klasse.
    Du hast Dich auch damals nicht versteckt und uns offen davon berichtet, es ist ja auch keine Schande zu sagen: das packe ich (noch) nicht.

    Mit der Zeit rutscht das ja alles in den Hintergrund.
    Heute früh war ich seit dem 1. Lockdown das erste mal wieder im Fitnessstudio.
    Nach der langen Zeit eine ziemliche Plackerei, aber es tut so gut sich zu spüren und den Körper mal wieder ein wenig auf Trapp zu bringen.

    Beim Training musste ich dran denken wie schlimm das war mit meinem - wirklich üblichen - Kater dort zum Training zu gehen.
    Am Abend vorher habe ich oft versucht weniger als sonst zu trinken ..... naja .... die meisten kennen das.

    Mein Mann hat mir heute morgen so eine wunderschöne Mail geschrieben, das hat dann mein Herz erwärmt und ich habe mich selbst mal wieder mit anderen Augen gesehen.
    Ja, ich mache mich oft immer noch klein und dabei KANN ich doch auch mal auf das gucken was ich alles geschafft habe.

    Gestern im Meeting sagte einer: die Glaubenssätze die wir seit 30 Jahren haben, sind halt auch nicht zack verschwunden, nur weil wir trocken sind. Aber: wir MERKEN es jetzt und wir sollten nicht alles glauben was wir selbst von uns denken

    Doch, mir geht es gut
    ich bin Dankbar für das was ich habe
    und dankbar dafür dass es noch Wünsche gibt

    machen wir uns auf den Weg
    das 1. Glas bleibt auch heute stehen
    Für den 1. Gedanken kann ich nichts,
    ab dem 2. Gedanken bin ich dafür verantwortlich.

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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Danke für eure verstehenden Worte. Es tut mir gut, immer wieder zu lesen,dass es machbar ist für immer auf Alkohol zu verzichten. Für mich ist es überwiegend gar kein klassischer Verzicht,im Sinne von: "Leider darf ich nicht trinken".

    Ich will nicht,weiß aber genau,sollte ich nur einmal ein Glas trinken,wäre das Verlangen wieder da.
    Und dieses Erste lass ich stehen.

    Gruppen sind nichts für mich. Ich möchte aber hier schreiben und lesen.

    Gruß Kerstin

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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Zitat Zitat von Kerstin345 Beitrag anzeigen
    Gruppen sind nichts für mich. Ich möchte aber hier schreiben und lesen.

    Gruß Kerstin
    Tu das bitte, liebe Kerstin, tu es wann und so oft du willst ...hier ist immer jemand, der dich liest,
    auch wenn er nicht gleich auf das Geschriebene antwortet.
    Schreib von dir, deinen Zweifeln, deinem Kummer, deinen Anstrengungen, deinen Erfolgen ..
    .und dazu gehören auch die Misserfolge.
    Bevor es alkoholtechnisch Misserfolge werden, schreib lieber hier ...10 Minuten Schreibzeit können vieles ändern...

    Ich weiss, dass das bei uns allen so war.
    Ich kann mich an keinen erinnern, bei dem das Trockensein sofort geklappt hat.

    Ich selbst hab auch jahrelang rumgeeiert ...länger als 4 Monate hat es allein nie geklappt.
    Es hat mich aber jedesmal dahin gebracht, dass ich dachte:
    siehste woll, es geht doch!
    Wenn ich 4 Monate nichts trinke, dann kann es ja nicht so schlimm sein ...
    Von wegen ...danach hab ich alles nachgeholt, was ich in den 4 Monaten nicht getrunken habe.
    Das ist mir aber damals nicht aufgefallen oder ich wollte es nicht sehen ...

    Wem erzähle ich das, ich glaube, diese Illusion kennt jeder selbst von sich?

    Schreib und lies, was das Zeug hält, frag, soviel du willst.
    Ich erinnere mich an Yessais Fragen ...die Fragen enthielten die Antwort meist schon selbst.
    Nach meinem Dafürhalten haben die Fragen sie enorm weitergepusht, ich glaube, bei Zombi war es so ähnlich?
    Auf alle Fälle ist es klasse, dass du nicht aufgibst udn weitermachen willst ...
    wie ich schon sagte: alles braucht seine Zeit!

    Deine Zeit ist vielleicht JETZT!

    Bei Mathilda sehe ich es ähnlich ...das, was du schreibst, Mathilda, finde ich einfach nur sehr erwachsen und heilsam!

    Yessai, du hier ...und nicht in Hollywood ...wie schön!
    Ich freue mich

    Eva, mir gefällt es ausserordentlich gut, dass du viele Dinge, die wir schreiben, aus eigener Erfahrung bestätigen kannst.
    Ich erlaube mir einfach mal, festzustellen, dass du viel gelassener und abgeklärter rüberkommst ...
    obwohl und gerade, weil du ja auch so einiges zu bewältigen hattest und vielleicht immer noch hast!

    Hier schreibt niemand, damit ich mich freue , aber ich freue mich, dass ihr schreibt!
    So nach dem Motto: alles raus, was keine Miete zahlt!
    Weg mit dem, was mich drückt ...

    In diesem Sinne:
    Heute trinke ich nicht!
    Das hat mir in besonders schwierigen Zeiten immer geholfen.
    Die schwierigen Zeiten kamen meist ganz unverhofft ...
    Geändert von Lyanna (20.07.2021 um 04:58 Uhr)
    Es ist immer JETZT

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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Ich muss es mal loswerden:

    Ich bin immer sehr berührt, wenn sich jemand auf den Weg machen will, mit dem Alkohol aufzuhören!

    Ich weiss, wie schwer und langwierig es sein KANN, denn es ist ein Prozess im Leben desjenigen, der nicht unbedingt gleich einsichtig macht, dass es notwendig ist, den Alkohol stehen zu lassen.

    Es berührt mich, wenn jemand neu hier mitschreibt, es berührt mich umso mehr, wenn jemand wiederkommt, es berührt mich, wenn jemand es unbedingt will, und es berührt mich ebenso, wenn es nicht gleich klappt...
    Ich sehe mich jedesmal selbst in dieser Situation!

    Damals hatte ich mich aufgegeben und um ehrlich zu sein, wartete ich nur noch auf den Tod, bloss der wollte nicht kommen ...ich war noch nicht dran!
    Es half mir auch keiner beim Sterben, nein, ich bekam Hilfe zum Leben, ob ich nun wollte oder nicht.
    Mir wurde Mut gemacht und mit Hilfe anderer schaffte ich es, die langwierige Entgiftung durchzustehen ...es war langwierig, weil ich nicht nur süchtig nach Alkohol war sondern auch nach Medikamenten.
    Während der Zeit schafften die Helfer es auch, mich zur Therapie zu überreden ..."eigentlich"
    wollte ich nicht, denn ich fühlte mich nach der Entgiftung so fit, dass ich dachte, mein Wille zum Nichttrinken würde ausreichen ...und Medikamente wollte ich sowieso nicht mehr nehmen, nicht wissend, dass ich auch in Zukunft nicht ohne Medikamente auskommen würde

    So, wie es gelaufen ist, war es genau richtig, das wusste ich aber auch nicht, als ich mitten in der Situation steckte.
    Erst im Nachhinein konnte ich sagen, dass mir ein neues, lebenswertes Leben geschenkt wurde, von dem ich niemals ahnte, dass es so sein konnte!

    Schwierigkeiten gab es auch danach, allerdings hatte ich dann Werkzeug an der Hand, mit dem ich mir über die grössten Schwierigkeiten hinweghelfen konnte.

    Die Sucht betraf ja nicht nur mich allein, es waren Kinder involviert und mein Umfeld schüttelte wohl auch unsichtbar den Kopf ......
    das war ja nicht gleich alles in Ordnung ...zumal keiner wusste, ob die Trockenheit auch anhalten würde?
    Ich selbst wusste es ja auch nicht!
    Oder ob es nur ein kurzer Ausflug in die trockene Welt war!
    Alles war/ ist möglich.

    Jetzt, nach vielen vielen Jahren kann ich sagen, dass ich zu allen ein normales Verhältnis habe, keiner kann so richtig glauben, dass es mit Entgiftung und einer Therapie gelungen ist, mich in ein halbwegs normales Leben zu katapultieren ..
    nein, so war es nicht ...es war eine Menge Arbeit an mir selbst.

    Therapie ist Hilfe zur Selbsthilfe!
    Ich komme zurecht in meinem Leben, ich kriege mit, was ich mitkriegen will, und ich nehme Anteil am Leben anderer, soweit es mich nicht allzu sehr belastet.
    Ich helfe insofern, wie ich es auf meine Weise kann, wenn ich drum gebeten werde ...sonst nicht!

    Dass ich hier schreibe ist nicht, um jemandem den Alkohol madig zu machen.
    Wer nur hin und wieder mal etwas trinkt, der wird hier nicht mitschreiben, nehme ich an.
    Ich will weder missionieren, noch versuchen, jemanden von etwas abzuhalten, was er denn unbedingt tun muss.
    Ich gebe das weiter, was ich für mich erfahren habe, ich bin sicher, dass manch einer sich davon nehmen konnte, was er für sein Leben brauchen kann ...den Rest lässt er liegen.
    Jeder nimmt sich dann, wenn es an der Zeit ist.
    Das betrifft nicht nur die Alkoholfreiheit, das betrifft das Leben an sich.

    Hier stehen so viele tolle Beiträge von vielen anderen Usern ...manchmal mache ich drauf aufmerksam, doch mal querzulesen, weil in all den vielen Beiträgen genau die Hilfe angesprochen sein kann, die jemand anderes genau in diesem Moment brauchen kann.

    Ich weiss aber auch, dass manch einer nur aufhören will mit dem Alkohol und "eigentlich" an Weiterentwicklung nicht so grosses Interesse hat.
    Ich denke mir, dass Weiterentwicklung auf alle Fälle stattfindet, weil im klaren Kopf viele Dinge anders sind, als sie vorher schienen ..

    Es macht mich froh, dass dieser Strang nicht irgendwie versandet, denn meiner Meinung nach ist er immer aktuell ...
    hier muss nicht um Nachwuchs geworben werden, der "Nachwuchs" ist ja da ...
    vielleicht mag er auch mitschreiben?
    Jedes Post hilft bei der Weiterentwicklung eines anderen
    Jedenfalls ist das meine Erfahrung.
    Es ist immer JETZT

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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Na klar, bin ich hier nur nicht immer so aktiv, wie früher. Ja, da hatte ich viele Fragen …und Eva, ja ich erinnere mich gut an meinen quasi wegschleichen damals … da war ich seit 5-6 Monate abstinent und doch hat die Situation mich damals sehr getriggert und als noch Alkohol dort frei zur Verfügung rumstand, wollte ich nur noch weg und habe die Ferien dort früher abgebrochen.
    Jetzt liegt hier im Kühlschrank eine Flasche Wein, Gastgeber Geschenk wie jedes Jahr, aber sie macht nichts mehr mit mir… sie kann da liegen, bis ich sie verschenken werde… wie jedes Jahr.

    Ich finde, für mich, ist es ist ein „bewusster Verzicht“, wenn man das so nennen will … oder anders ausgedrückt, es ist eine Entscheidung für die absolute Abstinenz, für mein Wohlsein, mein Wohlbefinden, weil ich mit Alkohol nicht umgehen kann, er mich krank macht. Ich kann ja nicht normal trinken, also lass ich es ganz sein. Habe lange genug versucht Kontrolle darüber zu bekommen, geht nicht. So, ganz ohne Alkohol, habe ich meine Ruhe. Ich denke, das wichtigste ist überhaupt diesen Schlussstrich zu ziehen und es dann durchziehen, ohne wenn und aber, ohne Ausnahmen.

    ich wünsche euch einen schönen Tag

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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Liebe 💕 Lyanna,

    ich trinke ab und an etwas alkoholisches. Ich poste hier aber trotzdem hin und wieder Mal. Du und Zombie habt ja bei mir, zu meinem Glück, auch vieles gepostet. Das hat mir sehr geholfen. Wie sehr, das kann ich gar nicht in Worte fassen. Es waren für mich, die richtigen Worte, zur richtigen Zeit, im richtigen Rahmen.

    Dadurch habe ich angefangen, hier Quer zu lesen. Nicht einfach nur so zum Spaß, sondern um mehr zu verstehen und von meinem Leben zu erzählen. Als Tochter eines Alkoholikers und als Ehepartnerin eines Alkoholikers, habe ich vieles aus einer anderen Perspektive erleben, erdulden, erleiden müssen. Meine Hilflosigkeit als Kind, war eine ganz andere, als die einer Ehefrau und Mutter. Die letztere, war die schlimmste für mich.

    Mein Vater hatte ja, Gott sei Dank, dem Alkohol entsagen können und dadurch konnte ich ihn ganz anders erleben. Somit habe ich Positive Erinnerungen an ihn. Das war für mich ein Geschenk. Dafür bin ich dankbar. Dankbarkeit ist für mich ein angenehmes Gefühl. Etwas, daß man mit noch so viel Geld, nicht kaufen kann.

    Mein Mann hat es bis zum heutigen Tag geschafft, ein Leben ohne Alkohol zu führen und zu gestalten. Er ist daran persönlich gewachsen und wir als Familie insgesamt. Er hat dramatische Ereignisse durchgestanden, die man eigentlich nicht aushalten kann, weil sie so schrecklich waren und immer noch sind. Wie schwer es ist, dann nicht zur Droge Alkohol zu greifen, kann ich wahrscheinlich nicht Mal ansatzweise erahnen. Aber du / ihr wisst es, wie das ist.

    Ich freue mich immer, wenn jemand es schafft, ein alkoholfreies Leben zu führen und zu gestalten. Dabei denke ich nicht nur an den Betroffenen selbst, sondern auch an die Angehörigen und Freunde. Die sind unweigerlich emotional belastet. Manche halten diese Belastung sehr, sehr lange aus, weil sie oft rat- und hilflos sind,. Im schlimmsten Fall, bis zum bitteren Ende. Oder diese Beziehungen zerbrechen, damit man selbst nicht daran zugrunde geht.

    Eine Entscheidung kann nur jeder für sich selbst treffen. Es gibt Hilfe. Für Betroffene und für Angehörige.

    Mein Mann hat sich Hilfe gesucht und ich ebenfalls. Mir ist das nicht leicht gefallen. Es wäre gelogen, würde ich dieses behaupten. Bereut habe ich es nicht.

    Liebe Grüße
    Lotte

    Mathilda_Miller:
    Wir sagen wirklich "Alles Gut". Das war mir gar nicht so bewusst.

    Kerstin345:
    Mein man war auch in keiner Selbsthilfegruppe. Aber zur Entgiftung und sechs Monate in stationärer Therapie.
    Geändert von Scherbenlotte67 (21.07.2021 um 00:54 Uhr)
    Jeder hat seine eigene Lebensgeschichte. Das Leben ist wie eine Reise. Jeder muss sich entscheiden, wieviel Gepäck er mitnehmen möchte. 🤔 Ich reise mit leichtem Gepäck.

    Bruce Darnell

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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Hallo an alle!

    @Lotte: das wusste ich gar nicht, dass du „nur“ Angehörige bist. Dabei hab ich ja schon viel von dir gelesen ;-)

    Ich denke meine Tochter hat so mit 10, 11 Jahren erkannt, dass mich Alkohol verändert. Obwohl, vorher hab ich ja auch nicht so viel getrunken... Meinen Sohn hab ich mal gefragt, was für ihn der Unterschied ist zwischen der Bier-trinkenden Mama und der jetzigen Mama. Er meinte „jetzt stinkst du nicht mehr beim Reden“... Ehrlich sind sie ja schon die Kinder ;-)

    So vom Gefühl her hat er aber tatsächlich nicht so viel mitbekommen, er hat ja meist schon geschlafen. Aber meiner Tochter habe ich schon sehr viel zugemutet/angetan. Ich hab vor einiger Zeit zwei Geschichten von ihr gefunden. Puh, wenn man das nüchtern liest, da gab es wirklich schlimme Momente. Keine physische Gewalt, aber Gewalt durch meine damaligen Worte. Beleidigend, unfair, … Alkohol war mir damals in einigen Situationen wirklich wichtiger als meine Kinder. Jeder „normale“ Mensch würde nach der ersten Situation sagen, dass so was nie wieder passieren darf, dass man nichts mehr trinken kann, wenn man so wird. Ich hab leider etwas länger für diese Erkenntnis gebraucht.

    @Kerstin: meine Tochter hat früher im Kühlschrank nachgeschaut, ob ich Alkohol eingekauft habe. Sie hatte einfach Angst, dass ihre Mutter wieder so unberechenbar/anders wird. Ich hab das ausgeblendet oder es als unzumutbar empfunden, dass meine Tochter mir sagen dürfte, ob ich was trinken darf oder nicht.

    Jetzt hat sie keine Angst mehr, dass ich was trinke. Wir haben darüber gesprochen. Wir schaffen es manchmal Witze über früher zu machen. Vielleicht rede ich mir aber auch nur ein, dass wir die Kurve noch rechtzeitig gekratzt haben. Ob und was ich angerichtet habe, wird erst die Zeit zeigen. Ich hab sie auch mal gefragt, ob sie mit jemanden, einer Psychologin oder Therapeutin, darüber reden möchte. Mag sie nicht. Wenn es so bleibt, wie es ist, dann passt es für sie.

    Vor ein paar Wochen war ein alter Freund bei mir zu Besuch. Er hat eine Flasche Wein und sechs Bier mitgenommen, obwohl ich ihm vorher gesagt habe, dass ich nichts mehr trinke. Er hat drei Bier getrunken, die restlichen drei hab ich in den Keller gestellt. Das war ok für meine Tochter. Im Kühlschrank wollte sie die Flaschen nicht haben. Ich aber auch nicht. Die Flasche Wein steht oben auf meinem Küchenregal. Die stört uns komischerweise nicht.

    Hätte ich mir vor einiger Zeit auch nicht gedacht, dass es das bei mir mal geben würde. Alkohol im Haus und der wird nicht noch am gleichen Tag getrunken.

    Aber bei mir ist es wie bei dir yessai. Es ist zu einem bewussten Verzicht geworden. Alkohol macht mich krank. Alkohol macht mich zu einem Menschen, der ich nicht sein will.

    @Lotte: mich würde noch so vieles interessieren, wie du es erlebt hast. Als Kind, als Ehefrau, als Mutter. Es muss ja ein enormes Gefühl der Hilflosigkeit und der Wut sein.

    @an alle anderen: danke für eure Beiträge und dass ihr schon so lange dabei seid und andere mit euren Geschichten unterstützt!

    Meine Tochter ist gerade von ihrer Freundin heim gekommen. Jetzt wird noch eine Folge unserer Serie gemeinsam geschaut und gekuschelt! Richtig gutes, ehrliches Kuscheln ohne Alkoholfahne!

    Mathilda

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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Ich finde es super, dass ihr so offen über den Alkoholmissbrauch schreibt und vor allem über das,
    was sich seitdem verändert hat ...grad in Bezug auf Kinder.
    Danke Mathilda.
    Ob rechtzeitig oder nicht ...wer kann das schon wissen, es wird sich zeigen.

    Ich habe auch immer gehofft, dass die Kinder nicht so viel mitbekommen haben, aber ...leider,
    jedes Kind hat es von Anfang an mitbekommen und sie dachten, es müsse so sein ...es wäre normal, bei allen so. (ich weiss es nur, weil sie es mir gesagt haben)

    An meinem Versagen den Kindern gegenüber hatte ich am allermeisten zu knacken, dabei hat mir meine Therapeutin sehr geholfen, denn ändern konnte ich es nicht mehr.
    Ich konnte es nur anders machen ...
    Meine Mittlere hat sehr vermisst, dass sie keine Grenzen aufgezeigt bekam von mir ...sie hat es mir gesagt!
    Ich hab sie machen lassen ...ich fühlte mich ihr auch nicht gewachsen
    Dadurch war sie der Meinung, dass ich sie überhaupt nicht gesehen habe und sie mir egal war ...
    Es hat fast bis heute gedauert, dass wir ein einigermassen gutes Verhältnis haben, mit dem es sich friedlich leben lässt.
    Meiner Meinung nach sind meine Kinder frühzeitig erwachsen geworden, manchmal sagen sie, es war eine harte Schule, dennoch können sie mit etlichen Dingen leichter umgehen als ihre gleichaltrigen Freunde, die nicht solche Erfahrungen leben mussten ...sagen sie.
    Unser Verhältnis heute ist liebevoll, besorgt und freundlich, manchmal ist es mir zu freundlich (weil ich ganz ganz innerlich manchmal denke ...ich habe das nicht verdient!)

    Ich bin froh, dass ich mich ändern konnte, und wenn ich lese, dass andere es auch können (auf welchem Weg ist mir egal ...so geht mir das Herz auf)
    "Eigentlich" bin ich ein glücklicher Mensch., dass ich damals den Mut hatte, um Hilfe zu bitten und Veränderung, vor allem anderes Denken, zuzulassen ...
    Ich habe einfach nicht gewusst, dass ganz vieles so einfach sein kann, wenn ich mich traue, alle vorgefassten, nie geprüften Denkmuster, die ich einfach so übernommen habe, mal zu hinterfragen und als unpassend auszusortieren!
    Es war nicht leicht, anders zu agieren, mir ging es auch nicht immer sofort gut dabei, doch es hat mich in meinem Trockensein sehr unterstützt!
    Ausserdem war ich nie allein in meinem neuen Leben ..ich hatte meinen Tommy, und dann seid ihr hier gewesen ...
    Nicht immer, aber sehr oft, ist Dankbarkeitallem und jedem gegenüber ein Teil von mir geworden ...
    Geändert von Lyanna (22.07.2021 um 04:49 Uhr)
    Es ist immer JETZT

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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Lottchen, wie immer kann ich auch nur bestätigen, dass es sehr wichtig ist, dass du hier schreibst!
    Erstens lese ich dich gerne, zweitens lerne ich von dir, weil du von der anderen Seite der Medaille erzählen kannst,
    jede Medaille hat ja zwei Seiten ..., wenn "man" wil, auch noch mehr
    Ausserdem freue ich mich immer, wenn du da bist ...viele Dinge seh ich wie du, nicht alles, aber das ist ja auch nicht wichtig.

    Obwohl ich meine Kinder sehr liebe, bin ich dennoch kein Familienmensch ...ich war sechs Jahre, als meine Eltern sich scheiden liessen ...
    danach gabs mehr oder weniger nur bösartigen Rosenkrieg, der auf meinem Rücken ausgetragen wurde ...och nö, sowas wollte ich auch nicht noch mal haben!

    Naja, ich glaube, dass wir so manche Sache beide erlebt haben ...mehr oder weniger damit fertig werdend.
    Ich muss es hier gar nicht schreiben, weil ich mir denke, wer es nicht selbst erlebt hat, kann auch kein Verständnis dafür aufbringen ...wie sollte er auch!
    Meine Erfahrung ist:
    ich muss es selbst erlebt haben, dann kann ich es nachfühlen oder auch ansatzweise wissen, wie es dem
    anderen damit geht.

    Da braucht es dann nicht viele Worte, da reicht oft ein offenes Ohr oder ein Händedruck ...so hab ich es erlebt.
    Doch von den meisten "unschönen Dingen" hab ich noch nie etwas erzählt ...die Therapeuten wissen auch beim ersten Ansatz eines "tieferen Gesprächs" was so alles unter Alkohol und auch so passieren kan.
    Aber wehe, wenn die Schleusen einmal offen sind ...
    dann kann ich meist auch nicht mehr aufhören ..so geschehen im letzten Jahr ...nicht hier, aber am Telefon

    Ich wollte dir schon lange mal danken, Lottchen
    es ist schön, dass du da bist!
    Es ist immer JETZT

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