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  1. Avatar von yessai
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Ich habe die Sendung auch angesehen, danke für den Hinweis Zombi !
    Ich erkannte in den Geschichten einige Parallelen im Verhalten, wie beim Loslassen vom Alkohol oder anderes ...
    wie sie sich einen neuen Sinn suchten, teils ganz neu angefangen haben, sich neuen Aufgaben stellten, ihr Leben umkrempelten, aber auch weiterleben und was nützliches tun wollten oder anderen zu helfen, die in ähnlichen Situationen waren. Die Leere die entstanden ist, wurde irgendwann aktiv mit neuem Sinn gefüllt... zumindest bei denen die ihre Geschichte da erzählt haben. Die Erinnerungen bleiben und der Schmerz des Verlustes auch. Beides kann gleichzeitig existieren, weiterleben, neuen Sinn finden und die Trauer des Verlustes. Alle haben sich Hilfe geholt, um es zu verarbeiten, um zu lernen weiterzuleben. Es sind viele andere Themen noch angesprochen worden, wie Schuldgefühle, Vertrauensverlust, Ängste, aber auch das schöne am Leben zu sein, zu würdigen, wo es nur geht ...



  2. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Danke Lyanna und Yessai, für eure Gedanken zu dem Thema.
    Kann ich alles gut nach vollziehen! ⚘


  3. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Ich denke ja, da JEDER irgendwann mal erlebt, dass ein geliebter Mensch stirbt, (das ist halt so vorgegeben schon bei der Geburt) wird auch jeder seinen eigenen Umgang damit finden müssen.
    Manch einer kann den Tod des anderen sofort annehmen, manch einer trauert ewig, manch einer verzweifelt daran, und manch einer stirbt auch daran oder dadurch.

    Ich hatte auch so meine Theorien zum Thema "Trauer" ...es waren viele Menschen um mich rum gestorben, auch innerhalb der Familie, aber was dann kam, nach Tommys Tod, passte in keine einzige meiner Theorienschubladen ...passt es heute noch nicht!
    Ich habe sehr viel gelesen, ich habe teilweise auch Hoffnung verspürt durch das Lesen, ich habe geweint bei all den Schicksalen und wusste, dass es andere noch schlimmer getroffen hatte als mich ...
    das nahm mir aber weder den Schmerz, noch die Verweiflung, noch den Kummer ...

    Irgendwann begann ich mich zu schämen, dass ich so gar nicht aus der Trauer rauskam, ich schämte mich auch wegen meiner Theorien, die alle insgesamt bei mir nicht zutrafen.
    Ich hatte so einige Menschen trösten wollen, was sollte ich auch sonst tun ...
    ich wollte mich entschuldigen ob meiner banalen Worte, doch allesamt bedankten sich bei mir ...
    ich hätte ihnen sehr geholfen und Mut zum Weiterleben gegeben ...
    ich war baff.
    Nun gut ...mir hat nichts von dem geholfen, nix, was ich gesagt hatte und nichts, was andere sagten ...

    Wie es mir jetzt geht?
    Ich vermute eher, dass es ein Gewöhnungszustand geworden ist und ich in irgendeiner Form gelernt habe, damit weiter zu existieren.

    Hin und wieder zeigt sich mal ein kleiner Lichtblick ...meist, wenn ich an Tommy denke ..
    Er hat es richtig gemacht ...schwere Krankheit?
    Nö, bloss nicht pflegebedürftig werden.
    Dann lieber gleich Nägel mit Köpfen ..adieu schöne Welt ...es war schön, hiergewesen sein zu dürfen,
    es hat Spass gemacht, noch die Frau fürs Leben zu treffen, die alles mitmachte und mich sein liess,
    wie ich sein wollte ...doch nun isses genug ...
    Ob er das so gedacht hat, weiss ich leider nicht, aber so, wie ich ihn kenne, wäre es durchaus möglich.
    Er hat es verdient, jeder hat es verdient, einen schnellen Tod zu haben, ohne noch gross Rücksicht auf die ganze Verwandschaft nehmen zu müssen ... so sehe ich das!

    DAS tröstet dann wieder mich ...

    "Bedenkt: den eigenen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der anderen muss man leben."
    Da steckt alles drin ...
    Es ist immer JETZT


  4. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    In der Rückschau ist der Alkoholismus leichter einzudämmen oder dem zu entsagen als der Trauer.
    Den Alkohol muss ich nur stehenlassen, eventuell traurig sein, dass mein sogenannter bester Freund mir nicht mehr zu Verfügung steht ...
    der Trauer kann ich leider nicht entfliehen ...das klappt nicht.
    Sie ist da, wenn sie da ist.
    Ich kann sie verdrängen (ich konnte nicht) ...doch dann stürmt sie irgendwann mit aller Macht um die Ecke ...und dann steht auch das nächte Glas nicht weit entfernt ...

    Dazu fällt mir noch ein:
    etwas wissen und etwas selbst erfahren sind zwei Paar Schuhe
    Ich weiss etwas erst, wenn ich es selbst erfahren habe...
    und dann weiss ich es auch nur für mich selber!
    Ich teile es trotzdem gern ...
    Es ist immer JETZT
    Geändert von Lyanna (25.05.2020 um 03:59 Uhr)


  5. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Ich erlebe diese Art von Trauer auch zum ersten Mal in meinem Leben. Hatte bis dahin Glück. Und bin immerhin schon Ende 50 J.
    Hab mir auch Gedanken gemacht, warum es mich so tief trifft.
    Ich glaube, dass es sehr "spezielle" Verluste gibt. Ein ganz naher, sehr, sehr wichtiger Mensch.

    Einmal in meinem Leben hatte ich ein ähnliches Gefühl, als ich etwas ganz wichtiges für mich aufgeben musste.
    Es war ähnlich intensiv, verging aber schneller wieder. Nach ca. 1 Jahr.
    Ist schon sehr individuell.
    Trotzdem gibt es ja ähnliche Gefühle bei den Menschen.
    Wie es dann weiter geht, was hilft und ob es hilft, das ist wohl sehr unterschiedlich. Wie Lyanna schon schreibt.

    Etwas geholfen hat mir schon, wenn ich gelesen habe, dass der Schmerz irgendwann nachlässt.
    Jetzt ist er nicht mehr so konstant.
    Kann auch wieder Positives sehen.
    Den Tod öfter (nicht in sehr traurigen Momenten) "integrieren" als Teil unserer Geschichte.
    Es ist das Vermissen, was meistens weh tut.
    Da muss ich noch weiter drüber nachdenken.

    Gute Nacht 🌌

  6. Avatar von yessai
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Lyanna, ich vergleiche nicht das eine mit dem anderen, ich sah nur ein paar Parallelen, emotionale wie auch praktische Veränderungen in der Gestaltung des Lebens danach ... sowohl nach einer Trauer um einen geliebten Menschen, wie auch nach dem aufhören mit dem Alkohol. Mein Leben hat sich sehr verändert, es war nicht mehr das Gleiche. Nur nicht mehr trinken, damit ist es ja nicht erledigt gewesen ... zumindest nicht bei mir. Ich musste mein Leben wie neu gestalten, während und nach dem Entzug.
    Ich meine wir erleben viele „kleine Tode“ im Laufe des Lebens .... im Sinn von jemand oder etwas zurücklassen, wo wir lieb haben, wo zu unserem Leben bis dahin dazu gehörte. Das kann vieles sein ... Für mich war es jedesmal eine Trauerarbeit, verbunden mit tiefen Schmerz und Rückzug. Vielleicht fiel mir auch das Loslassen besonders schwer.
    Wenn jemand nicht mehr da ist, vermissen wir, eine grosse Leere entsteht ... machen wir da nicht wie ein Entzug durch ... frage ich mich ?
    Der körperliche Entzug von Alkohol ist relativ schnell durch, aber psychisch dauert er auch sehr lange. Und die Rückfallquote ist hoch, die lebenslange Abstinenz ist für viele nicht leicht... aber was ist schon leicht ? Der Mensch gewöhnt sich an vielem im Leben, ist ein Gewohnheitstier .... und ist gut dran, wenn er akzeptiert, was er nicht mehr ändern kann und einen Weg findet, mit dem was ist, zu leben. Wenn wir erkennen, das wir was ändern können und es an uns liegt es zu ändern, machen wir es ... aber leicht fällt es uns meist nicht... da uns Gewohntes vertrauter ist. Und alles Neue auch beängstigend ist und sein kann. Vielleicht liegt es in unseren Genen, in unserer Evolution... gibt ja viele Möglichkeiten und Theorien dazu.

  7. Avatar von Bella-Marie
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Guten Abend ihr Lieben,danke für eure Gedanken zum Thema Tod. Ich glaube Alina dein Mensch ist ungefähr zur gleichen Zeit wie meine Schwester gestorben. Heute bin ich froh das ihr Tod nicht mehr so weh tut. Ich vermisse sie. Aber sie hat mir was Gutes zurück gelassen. Ich trinke nicht mehr. Das hätte sie froh gestimmt. Ich denke oft an sie .
    Lyanna ich bin froh das du hier bist und uns daran teilhaben lässt wie es für dich nach Thommys Tod weiter ging und geht.
    Yessai und Zombi danke auch für eure Beiträge.
    Eva wie geht es dir?


  8. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    O doch ...ich habe verglichen und verglichen, und irgendwann kam ich an den Punkt, dass ich mit dem, wie es war, weiterleben wollte ...
    Ich wusste nicht, was noch hätte schlimmer kommen können ...und somit hatte ich furchtbar viele Szenarien im Kopf,
    die alle "ausgelebt" und hinterfragt werden wollten.
    Ich versank in Scham und Schuld, bis ich erkannte, dass mein Kopfkino verrückt spielte ...
    irgendwann war auch das vorbei.

    Meines Erachtens nach hat das furchtbar viel Zeit beansprucht ...grad für mich passend, Yessai ...Zeit hatte ich ja dafür.
    Was für ein Segen für mich.
    Zu der Zeit habe ich mir dringend gewünscht, noch ein bisschen arbeiten zu können, um abgelenkt zu sein ... es ging aber nicht, beim besten Willen nicht.

    Und irgendwann durfte ich auch erkennen, dass ich immerzu vergleiche, ich wäge ab ...
    nur wenn ich mich mit jemandem vergleiche,
    dann hab ich verloren ...weil ich bin ich, der andere ist der andere, wir sind alle einzigartig und komplett ..
    so, wie wir sin , mit allem für und wider ...auch, wenn "uns" das nicht gefällt.
    Das, was ich beim anderen gerne mag und bewundere habe ich auch ...ich muss es nur noch erkennen ...
    und das, was ich beim anderen überhaupt nicht mag, hab ich auch ...es muss sich mir nur noch zu erkennen geben.
    Auf diese Art konnte ich auch das "Bewerten" anderen überlassen ...alles ist gleichwertig ...ich bewerte aber trotzdem ...
    Wenn sich ein Stück Stoff nicht gut anfasst, dann entscheide ich mich für etwas, was sich gut auf meiner Haut anfühlen wird.

    Bella, ich freue mich, dass es dir gut geht...du hast es dir wirklich "verdient", bravo

    Ich komme schon wieder von Höxken aufs Stöxken ...da sage ich lieber mal "Gute Nacht"
    Schlaft alle gut
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    Geändert von Lyanna (25.05.2020 um 04:00 Uhr)

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