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  1. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    HUHU, jetzt meld ich mich mal wieder, derzeit leider soooo sehr viel zu tun. Was Ihr schreibt, das ist so wahr in dem Sinne, dass ich einfach auch immer mehr erlebe, dass eine Er-Fahrung, wie du Lyanna schreibst, die Tür zur Erkenntnis öffnet,weshalb es ja auch meist nichts bringt "zu predigen", das weiß ich schon lange, habe es schon oft er-lebt, erlebe es aber jetzt besonders im Kontakt mit Kids. dem einen in USA und hier. Ich gehe viel mehr auf sie ein als frueher. [ Ich denke, eine Mutter hat mich nie wirklich gesehen und ich musste ein angepasstes SElbst entwickeln.,.. muss schlafen morgen frueh raus, alles Liebe fuer auch , hoffe immer, dass ich nicht vergessen werde... seufz herzlich ai

  2. Avatar von yessai
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Hallo, hier bin ich wieder .... ich ergänze meine Nachmittagspost

    Ich bin ja auch EKA und Co ... die Scham fing ja da schon an, als ich mich als kleines Kind, für das besoffene Verhalten meines Vaters schämte und ich aufgefordert wurde es nach aussen zu verbergen, also Scham wegen Alkohol (auch wenn Fremdscham) in die Wiege gelegt bekommen habe und dazu noch Verleugnen,, eine heile Welt den anderen vortäuschen.
    Wenn das alles sehr früh passiert, also in der Prägungsphase, ist es gespeichert im Unterbewusstsein auf meiner Festplatte und nicht mehr löschbar ... so erklärt es zumindest die Psychotherapie. Ebenso andere Ängste und Gefühle die damit zusammenhängen... nur werden sie lange verdrängt, manchmal ein Leben lang.
    Dafür gibt es Therapie Methoden diese alten Programme in "stand by" abzustellen, und neue "Programme" immer wieder trainieren und bewusst üben. Die alten tauchen immer wieder mal auf, dann heisst es diese erkennen, als das was sie sind ... nicht aktuell, nicht erwünscht, veraltet, usw. und die neuen eingeübten herausholen.

    Ich habe lange nichts getrunken, gar nichts bis zum 24/25 Lebensjahr, habe den Alk gehasst ... vielleicht hatte ich auch Angst davor. Dann bei Studentenpartys, ab und zu und schnell immer mehr, schon früh merkte ich das ich mehr vertrug und mehr trank als andere Frauen. Aber geschämt habe ich mich nicht ... und süchtig war ich auch (noch) nicht. Hatte dann auch Zeiten wo ich im Ausland war und nichts getrunken habe.
    Erst viele Jahre später nach dem abstillen des 2.ten Kindes begann ich wieder zu trinken, moderat aber stetig, bis es mehr und mehr wurde ... da begann ich mich langsam an meinem Vater zu erinnern und den Bildern von ihm in meinem Kopf. Ich verglich mich mit ihm und fand mich dagegen harmlos...

    Die eigene Scham weil ich trank, kam erst viel später .. erst als ich bemerkte dass mein Trinken anders ist, auffällig und ich anfing die Trinkmenge zu verstecken und die Pausen immer schwerer wurden. Also erst als ich selbst die Erfahrung machte, wie es ist süchtig zu trinken, entwickelte sich auch diese Scham oder tauchte wieder auf, in anderem Kleide.

    Hier sehe ich den Zusammenhang zwischen einer Erfahrung (süchtig zu trinken) und der Entwicklung der Scham.
    Hätte ich nicht süchtig getrunken, hätte ich auch keine Scham entwickelt. Plus dazu die alte Scham, ja nicht so zu werden und so zu enden wie mein Vater

    Nun gibt es aber viele die nicht EKA sind und trotzdem süchtig werden ...
    oder EKAs die nie, wirklich, nie trinken (habe eine Cousine, beide Eltern waren starke Trinker, sie hat nie getrunken ... ihre Kinder aber haben leider andere Tendenzen) ... so ist das alles bunt gemischt, finde ich. Ob ich jetzt süchtig geworden bin, weil ich EKA bin und eine Co ... oder aus anderen Gründen hilft mir nicht bei der Schamfrage. Ich habe verstanden, dass jeder der zuviel und regelmässig trinkt, und den Alkohol "benützt" für irgend etwas, kann theoretisch süchtig werden ... praktisch sind es aber nur etwa 5% laut Statistiken, wenn ich mich recht erinnere.

    Ich für mich sehe es als eine Krankheit die sich entwickelt hat ... wahrscheinlich hatte ich eine genetische Prädisposition, aber das spielt jetzt keine Rolle mehr... wieso, warum, weshalb. Kann es eh nicht mehr ändern. Mir genügt es zu wissen, dass ich Alkohol nicht mehr trinken kann, weil ich vom trinken süchtig geworden bin.

    Ich habe getrunken, obwohl ich es selbst erfahren habe als Kind, was für verheerende Folgen es haben kann ... es hat mich keiner als Erwachsener dazu gezwungen. Ich habe es nur nicht geglaubt, dass es mich treffen wird ... zu schleichend und heimtückisch breitete die Sucht sich aus... vielleicht war sie auch tief im Unterbewusstsein verwurzelt, wer weiss das schon?
    Wichtig ist ich habe es kapiert, es ist wie es ist und ich kann was dagegen tun: nicht mehr trinken.... nie, nie, nie wieder

  3. Avatar von yessai
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Zitat Zitat von Lyanna Beitrag anzeigen
    Es ist ein Unterschied, ob man den Weg nur kennt oder ihn beschreitet"

    Passt auch hier ganz gut.

    Die Erfahrungen muss "man" schon selber machen, um es irgendwann auch so zu fühlen können ....
    Lyanna, diese Zeilen von dir, da es ging um die Erfahrung, es zu fühlen, dass ich richtig bin und nicht nur es lesen, hören von aussen ... war ja eine Antwort auf meine post ...
    "An uns ist nichts falsch, alles komplett richtig."
    Das zu lesen oder gesagt bekommen ist eins .... , es wirklich so zu fühlen, also tief in mir zu verankern, ist bei mir zumindest ein langer Erkenntnis Weg, der mit „Arbeit“ verbunden ist. Ohne den bleiben es schöne Worte ... wisst ihr wie ich es meine?
    Und da meine ich, das auch Scham, Schuld, Misstrauen, Gier, Neid usw... also alle "negativ behafteten Eigenschaften, die ein Mensch so haben kann, egal ob er eine Sucht entwickelt hat oder ein Mönchsleben führt,
    zum Menschenleben dazu gehören und in dem Sinn auch richtig sind oder berechtigt ... "normal",
    je nachdem was wir erfahren haben im Leben, der eine hat mehr davon, der andere von was anderem ...
    dabei kann ich im Laufe des Lebens entscheiden, welche Werte, welches Leben ich für mich haben möchte, leben möchte/kann und an unerwünschtes arbeiten.

    Da finde ich deine Frage zur Liebe/ Selbstliebe auch sehr interessant, weil jeder versteht wohl ein bisschen was anderes darunter ... wie auch zu vielen anderen zwischenmenschlichen Techtelmechtels ...

    Auf einer anderen Ebene, einer die über dem Persönlichen steht, die nicht beschränkt ist auf unser Ego und dem kleinkarierten Mensch-Sein, sind wir als Seele vollkommen auf die Welt gekommen ... eins mit allem ... einfach ganz ...
    ich staune jedesmal wenn ich Baby's sehe, wie diese sich doch alle ähneln, der direkte, unverfälschte Blick, das Licht in den Augen, die Mimik, die Gesten, die Freude, das Weinen bei Unpässlichkeiten ....
    alles wird authentisch, sofort und unkonditioniert ausgedrückt ...

    Erst später geschieht was mit uns, wir werden (v)erzogen .... das gehört wohl zum Menschsein dazu ... warum auch immer, vielleicht sollte dass so sein, um Erfahrungen zu machen, zu lernen, sich entwickeln... und darum sind auch alle Erfahrungen die wir machen die Richtigen ... Um dann im Alter weiser zu sein, und zu wissen warum man gelebt hat, was alles erlebt und erfahren wurde .... Auch sehr alte Menschen ähneln sich und in vielen Augen strahlt etwas sehr junges, ja ewiges ... finde ich.

    So ungefähr erkläre ich mir das Unvollkommene und doch Vollkommene ...

    jetzt muss ich ins Bettchen, sonst bin ich morgens müde ... ist nichts mehr mit aufstehen wann ich will

  4. Avatar von Eva2
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    yessai, danke für Deine unermüdlichen Post.
    so goldig, wenn Du kurz schreibst das du nur kurz schreiben kannst - und dann kommst später nochmal.
    Ich nehme das mal als Kompliment an uns alle, wir sind wichtig.
    Du bist wichtig und Dir ist wichtig mit uns zu teilen. Danke

    Sturmi, ich konnte nachvollziehen was Du meinst, aber wusste auch wie Lyanna das gemeint hat.
    Alles geklärt denke ich. Ich habe früher sofort unwohlsein gespürt, wenn es irgendwo knisterte.
    Das kann ich jetzt sehr gut aushalten, ganz ehrlich, ich habe gelächelt und gedacht:
    Sturmi hat irgendwas "gebissen" (und ich glaubte nicht, dass es Lyanna direkt war)

    Aiaiai und Sylvestris, Danke - Euch hatte ich gemeint mit : wo sind sie denn
    jetzt frage ich mal: wo steckt Tunefischfish ?
    und einige andere die grade seltener hier sind, manche gar abgetaucht...

    ansonsten fahre ich nachher zu meinem Therapeuten - ich werde wohl auch keinen neuen Termin machen.
    Langsam wird das da zum Kaffeekränzchen, ich fühle mich ziemlich im reinen mit mir und weiß kaum noch was das ich dort besprechen möchte. Klar, ich bin ja Babbelschnut, also reden tun wir schon, wir kennen uns auch jetzt schon ewig.
    Das erste Mal war ich bei ihm, da war ich 33 und hatte meine erste große Panik (mit Notarzt und Krankenwagen) hinter mir.
    Er war ganz normaler allgemein Mediziner und hat damals grade seinen Facharzt für Psychotherapie gemacht.
    Ich war die erste Patientin bei die bei ihm Gespräche hatte, vergisst er auch nicht
    Bei ihm zu sein, ist aber auch heute noch wie Gruppe zu haben, irgendwas brauchbares ist immer dabei

    einen schönen Tag für alle
    heute trinke ich nix
    wenn Du in den Seilen hängst,
    schaukel einfach eine Weile


  5. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Zitat Zitat von Eva2 Beitrag anzeigen
    ansonsten fahre ich nachher zu meinem Therapeuten - ich werde wohl auch keinen neuen Termin machen.
    Langsam wird das da zum Kaffeekränzchen, ich fühle mich ziemlich im reinen mit mir und weiß kaum noch was das ich dort besprechen möchte. Klar, ich bin ja Babbelschnut, also reden tun wir schon, wir kennen uns auch jetzt schon ewig.

    Ich war die erste Patientin bei die bei ihm Gespräche hatte, vergisst er auch nicht
    Bei ihm zu sein, ist aber auch heute noch wie Gruppe zu haben, irgendwas brauchbares ist immer dabei


    heute trinke ich nix
    Halt ihn dir warm, Eva
    Wer weiss, ob du ihn noch mal brauchst ...und wann?

    Ich selbst finde es ausserordentlich beruhigend, zu wissen, da ist jemand, der sich um meine Psyche kümmert, wenn ich selbst nicht mehr weiter weiss.
    Es sind dann eigentlich nur ein paar Sätze, die mir enorme Kraft gegeben haben ...
    derzeit brauch ich auch keine Hilfe von aussen, aber es ist gut zu wissen, dass sie da wäre ...

    Heute trinke ich nicht!
    Es ist immer JETZT


  6. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    so, nun holt mich die realität ein.
    tag 9 ohne alkohol.
    und ich hätte große lust auf einen sekt. zur entspannung. hatte einen extrem blöden tag bis jetzt und mir tut alles weh.

    ABER: ich lass das erste glas stehen.
    und geh gleich in die badewanne.

    aber es zieht und zerrt an mir innerlich. das merke ich ganz deutlich.

  7. Avatar von Eva2
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Ronda, lass Dir versichern, der Druck legt sich auch wieder.
    Ist nicht schön, Dein Suchtgehirn startet einen Versuch und will Dich locken.
    Normal, das hatten einige und auch überstanden.

    Denk zu Ende: was passiert wenn Du EINS trinkst ?
    ICH trinke dann garantiert das zweite auch und das dritte...

    denn, mit EINEM Glas ??? was will ich denn mit einem Glas
    lenk Dich ab, Baden ist gut und gut das Du geschrieben hast.

    wenn Du das erste Glas stehen lässt, fühlst DU Dich morgen als hättest Du was gewonnen.
    und.... das hast Du dann auch, bist der Sieger über die Wein- oder Sekthexe geworden.


    Bin noch hier
    will noch was schreiben
    wenn Du in den Seilen hängst,
    schaukel einfach eine Weile


  8. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    hi eva, dank dir für die schnelle antwort...

    du hast natürlich vollkommen recht.
    bei einem glas bleibt es nicht,
    die illusion hatte ich in der letzten zeit immer wieder.

    "ach, EINS geht doch" und dann wurde es die ganze flasche....
    nein, ich bleib dabei und lass es sein.

    nur für heute.

    oder wie sagt ihr immer?

  9. Avatar von Eva2
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Lyanna, woher weißt Du ?
    genau das dachte ich auf der Fahrt zu ihm: den halte ich mir doch lieber warm, wer weiß was noch kommt.

    War dann natürlich doch wieder gut, einige Erkenntnisse nochmal zu meinem verstorbenen Mann beackert.
    Wobei ich dabei gar nicht mehr in Rage gerate oder gar weinen muss über mein "Elend"
    Es ficht mich einfach nicht mehr so arg an - ganz abgesehen davon, dass ich die Vergangenheit nicht ändern kann. Ich bin aber immer erleichtert, wenn ich kapiere warum es so war wie es war.
    Ohne jede Wertung sozusagen.

    Von unserer bevorstehenden Reise hatten wir es auch. Ich hatte ewig keine Panik mehr, aber auf dem Schiff...da war schon viel Unsicherheit wie ich das meistern kann.
    Immerhin: Klaustrophobie und Agoraphobie, also DAS Übungsfeld überhaupt, ich trau mich was
    Dafür hat er mir ein Rezept ausgestellt, mit Notfallmedikament bin ich jetzt ausgestattet.
    Wir haben sehr gelacht, er hat gemeint, er wettet ich komme mit der kompletten Schachtel zurück, es hilft schon "sowas " in der Tasche zu haben.
    Das ich meine Panik mit einem Schluck runtersauft, das wäre vielleicht eine kleine Sorge gewesen.
    Aber ich weiß ja halt: einer geht nicht mehr.

    Ansonsten ist für das Schiff das Getränkepaket "non-Alk" gebucht, kostet auch nur ein Drittel vom All-Drinks-included,

    wird schon ....
    wenn Du in den Seilen hängst,
    schaukel einfach eine Weile

  10. Avatar von Eva2
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Ja, nur für heute

    oder

    heute trinke ich nicht

    wenn Du in den Seilen hängst,
    schaukel einfach eine Weile

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