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  1. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Hallo

    ich hab's geschafft, aber ich bin auch geschafft.

    Sehr gutes Essen und eine muntere, herzliche kleine Truppe.

    Es wurde angesprochen und gewürdigt, dass die meisten von ihnen ja ihren Partner noch haben und wie gut und mutig meine Mutter ihr Leben allein meistert. Da ist allerdings was dran. Aber aus ähnlichen Gründen, wie Ihr gestern Abend besprochen hattet, musste ich mich in den letzten Jahren zurückziehen...Selbstschutz, tatsächlich auch ein Stück weit Bestrafung, Abgrenzung... im Gegenüber konnte ich ihr das nie normal klar machen, wenn sie sich übergriffig verhielt und bin so oft ausgerastet. Viele Wunden habe ich mir natürlich auch selbst zugefügt... aber unter anderem auch durch die Glaubenssätze, die sie mir vermittelt hat.
    Dennoch ist sie eine herzliche, großzügige Frau, und man hat richtig gemerkt, wie gern ihre Freunde sie haben, auch wenn Impulskontrolle noch immer nicht so ihr Ding ist. Ich war abends sehr dankbar, dass sie (noch) so ein gutes soziales Netz hat.
    Nach dem ersten Sekt musste sie dann unbedingt mit Blick auf meinen O-saft laut krähen: "Tuni will nämlich Abstinenzlerin werden!" und noch den einen oder anderen Kommentar drauf setzen. Das war mal wieder so überflüssig und abwertend, aber sie macht das, weil es sie verunsichert. Sie ist nämlich bei allen bekannt dafür, dass sie zu einem "guten Getränk" nicht nein sagt. Insofern konnte ich das diesmal relativ gelassen und nachsichtig wegstecken, und jemand sagte auch sehr süß: "Naja, Tuni, Du bist ja auch die Einzige von uns, die morgen früh aufstehen muss." (Muss ich gar nicht - hab mir heute frei genommen ).
    Später, nach Sekt, Wein und Espresso bot die Kellnerin noch "einen schönen Schnaps" an. Es hat mich nicht getriggert, ich habe mich nur im Stillen amüsiert über diese kleinen, verniedlichenden Kommentare jedes Einzelnen der Herren zu ihrem jeweiligen "Verteiler", "Absacker", etc.

    Soweit erstmal, und danke für Euer Mutmachen
    An und für sich.

  2. Avatar von Eva2
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Guten Morgen

    herzlich Willkommen lalorca - schön dass Du unsere Runde bereicherst.
    Ich habe bei Deiner "Vorstellung" wie es bei Dir ist/war sehr oft genickt.

    Bella, Du bekommst von mir auch ein Blümchen
    Kann ich auch gut verstehen, dass Du das nicht gefeiert sehen willst.
    Wirst lachen, ich hatte um den 1. Trockengeburtstag herum das Geühl, ich "könnte das ja mal feieren, und ich könnte mal gucken ob es mich wirklich wieder runter reisst, wenn ich mal 1 Glas trinke

    Ihr wisst aber auch schon: ICH kann mit EINEM Glas nix anfangen, ich will dann ALLes UND NOCH MEHR.
    Bevor ich richtig im Eimer bin, gebe ich keine Ruhe

    Tuni, ich habe auf Deinen Bericht von der Feier schon regelrecht gewartet. Komisch - gell
    das ist aber weil wir hier an die anderen auch denken.
    auch wenn ich nicht jede/n immer erwähne.
    Du wirst mit jedem Fest stärker werden, wenn es mal pikst gehst Du halt weg.
    MIR ist heute ziemlich egal ob wer tönt, dass ich nicht trinke.
    War am Anfang auch so, die mochten ja dass ich MIT trinke, schon um nicht aufzufallen

    btw. einen Mann haben wir momentan gar nicht hier ? macht nichts, ich hab ja auch noch im Meeting die Kerle
    Gestern war offenes Meeting, einige Frauen da, die aber Angehörige waren.
    Ich habe später zu meinem Freund gesagt: ich war heute die einzige SäuferIN in der Gruppe

    sagte er: ja und ? ich war der einzigste aus (Name seines Wohnorts)
    stimmt, es ist nämlich egal, eine/r so wie der ander/e

    Alle eine Gemeinsamkeit, denn auch die Angehörigen kamen mit dem Alkohol nicht mehr klar.
    Eine sagte: sie ist krank vom Alkohol geworden, obwohl sie nie getrunken hat.

    Dann hat einer gestern einen "neuen Ausdruck" geschaffen, er sagte er hat *parallel*getrunken
    wir alle so:

    er: ja zwei Gläser offiziell, oben beim Essen / TV was auch immer
    und ZICH Schlucke aus der Pulle im Keller

    wieder großes Nicken.

    ja, es ähneln sich die "Geschichten" halt sehr.

    UND, wir haben gestern festgestellt, je länger wir nüchtern sind, desto mehr erkennen wir, dass wir schon viel
    früher abhängig waren, als wir immer dachten.

    für MICH stimmt das.
    Nicht erst seit meinem Burnout, schon viel früher trank ich weil ich trinken musste.
    Ich habs nur nicht eingesehen.

    schönen Start in die Woche
    ich trinke heute nicht
    wenn Du in den Seilen hängst,
    schaukel einfach eine Weile


  3. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Mal kurz in die Runde:
    Ihr hattet doch mal von einer App die Rede, die einen unterstützt. Wie hieß die nochmal?

  4. Avatar von Eva2
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    EasyQuit ist eine kostenlose App
    die habe ich, es gibt sicher noch mehr und andere

    meine hat so ein Karatemännchen der die Pulle beim Sprung zertritt
    wenn Du in den Seilen hängst,
    schaukel einfach eine Weile


  5. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Danke Eva
    Ich Probier sie mal aus
    Ja gibt ganz viele, zu viele...


  6. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Klasse Tuni, wie du das hinbekommen hast!🦁 (das ist ein Löwe)
    Feierlichkeiten finde ich sowieso so schwierig, wenn alle durcheinander reden, und einige nur eine Rolle spielen.
    Ich gehe nur noch in Ausnahmefällen. Aber wenn es Sinn macht, ist es doch toll, wenn man das so hinbekommt.
    Und auch den Alkohol hast du stehenlassen 👍👍👍


  7. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Bibi, ich drücke dir alle Daumen, dass du für den Karneval einen guten Weg für dich findest!
    Ist bestimmt nicht leicht.
    Aber du hast mal geschrieben, dass feiern dir auch ohne Alkohol Spaß macht.


  8. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Stimmt alina
    Ich muss aber sehr sehr gut aufpassen...


  9. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Hallo,

    danke für die nette Aufnahme.

    @Tuni. Familie kann schwierig sein. Ich hatte eine behütete, aber teilweise "kalte" Kindheit. Meine Mutter war immer Perfektionistin. Ich erinnere mich, dass sie mich einmal zum weinen gebracht hat, weil ich den Herd nach dem kochen nicht sofort geputzt hatte. Oder ich zu spät zur Schule kam, weil die Decken auf der Couch nicht akkurat waren. Meinen Vater wollte sie auch immer ändern. Erst mit zunehmendem Alter haben wir wieder ein liebevolles Verhältnis und ich weiß, dass sie alles für mich tun würde. Aber es gibt viele Aspekte, die mich trotz allem stören. Ich bin aber zu der Erkenntnis gekommen, dass ich eben nur diese Familie habe.

    Unsere Geschichten ähneln sich mehr als ich dachte. Ich habe mich die letzten Jahre immer scherzhaft als "Genussalkoholiker" bezeichnet. Ich habe nur guten Wein gekauft. Ich habe nicht getrunken, weil ich das Gefühl so toll finde oder mein Körper es braucht, sondern weil es mir schmeckt. Da hat eher der Kopf gesagt: Mensch, jetzt ein gutes Glas. Blöd nur, wenn der Kopf das bereits morgens sagt und der Körper am Nachmittag seinen Rausch ausschläft. Natürlich nur, wenn ich zuhause war. Obwohl. Manchmal habe ich auch vor der Arbeit schon das eine oder andere Glas gefrühstückt.

    Heute ist Tag 7 ohne Rotwein. Habe es keine Sekunde vermisst. Im Gegenteil, irgendwie stößt mich der Gedanke daran ab. Aber ich überliste mich mit alkoholfreiem Sekt. Der von Mumm ist recht lecker, nicht zu süß. Ansonsten gibt es wie sonst auch Unmengen Tee. Ich hoffe auch, dass ich bald wieder einen guten Schlafrhythmus finde. Ich bin meist bis 1 Uhr wach und liege auch dann noch schlaflos im Bett.

    Gerade schaue ich nebenbei Goodbye Deutschland. Dort gibt es eine Geschichte über eine Frau (Carola), die auf Mallorca eine gute Karriere hatte. Sie war die beste Promoterin und hat recht gut verdient. Dann kam der Alkohol, ist abgestürzt und sie wurde überall rausgeschmissen. Selbst am Ballermann nicht gern auf der Arbeit gesehen. Jetzt lebt sie in einem dreckigen Wohnwagen, hat kaum Zähne im Mund und null Euro auf dem Konto. Das ist so traurig. Ich frage mich immer wie es so weit kommen kann. Zumindest in Deutschland gibt es ja ein soziales Netz, welches einen auffängt. Vorausgesetzt natürlich man kann noch um Hilfe bitten.

    Ich schaue mal weiter. Aber es macht mich schon nachdenklich.

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