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  1. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Zitat Zitat von Lyanna Beitrag anzeigen
    Mein Leben hat auch "neu" begonnen mit dem endgültigen Entschluss, in die Klinik zu gehen und mir helfen zu lassen, weil allein nichts geklappt hat ...schon gar nicht das Aufhören mit dem Alkohol.
    Ich wollte ja, aber immer wieder hat es mich hingerissen ...ich hatte unzählige Versuche, wie so viele andere hier ...auch wie Bibi ...es hat nix funktioniert und mein Leben oder das, was ich dafür hielt, ging immer mehr den Bach runter.
    Ich war schon ganz unten und dachte, tiefer gehts nicht ...da hatte ich mich geirrt
    Als die Krämpfe und die Verwirrheit da waren, wars fast schon zu spät ...
    später erfuhr ich:
    es ist nie zu spät, es zumindest zu versuchen.
    Ich bin mir bewusst, dass es auch ganz anders hätte ausgehen können
    Ich spüre noch den Schmerz, als ich meine Zunge fast abgebissen hatte ... das vergess ich auch nicht.
    Irgendjemand war sehr gnädig mit mir und hat dafür gesorgt, dass ich mir keinen weiteren Schaden zugefügt habe ...
    Ach liebe Lyanna, das tut mir schon weh beim lesen
    Ich hoffe, das kommt jetzt nicht unangebracht, wenn ich schreibe, dass mir solche Berichte wie deine, geholfen haben und mich wie überzeugt haben, aufzuhören, bevor es noch schlimmer mit mir wird.
    Ich empfand ja schon meinen Zustand als unerträglich und litt jedesmal, wenn ich wieder getrunken habe
    und dabei dies oder jenes peinliches gemacht habe ... ich weiss es noch, welch Wunder ... aber nicht alles, manches wurde mir im Nachhinein erzählt ... oh Scham und Schande über mich
    Morgens dachte ich dann, nie wieder ... 'ich will dich Alk nicht mehr trinken und gebrauchen',
    aber alles in mir schreite danach irgendwann bald ... ganz schön widersprüchlich

    Ich schreibe noch später was ... jetzt gibt es Abendessen

  2. Avatar von Kernobst
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Puh Yessai, wenn ich dein Post lese, dann kommen da ungute und oberpeinliche Gefühle hoch. Auch ich habe mich manchmal in Situationen gebracht......mag gar nicht mehr daran denken und habe das Gefühl, die Person, die da gesoffen hat, hat mit der, die ich heute bin ,nichts mehr zu tun. So soll es denn auch bleiben! Ich wusste manchmal am nächsten Morgen nicht mehr, wen ich wie verbal stark verletzt habe. Ich war ein vom Alkohol ferngesteuerter Zombie, ja besser kann man es nicht ausdrücken.
    Einen wunderbaren Abend, ich mag diese dunkle Zeit
    Kernobst

  3. Avatar von Kernobst
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Lyanna,
    Dein Tommie hatte recht. Soviel unruhige Betriebsamkeit hat natürlich mit zuwenig Liebe und Beachtung zu tun. Das habe ich auch schon gelernt. Um mich überhaupt wahrzunehmen und zu spüren, muss ich wie getrieben nicht einen Pullover, sondern gleich 10 Stricken. Ich hab’s gemacht, für diverse Babys, habe mich auf all das gestürzt, um nich t nachdenken zu müssen. Im Moment hocke ich an der Nähmaschine, heute Abend hab ich mir Nähverbot auferlegt. Alles so maßlos, wahrscheinlich auch eine Art von Suchtverlagerung. Und wenn ich dann gelobt werde, dann behaupte ich doch glatt, das mache doch jeder so und mach mich gleich wieder klein.
    Aber dank Therapie komme ich mir und meinen Mustern so ganz langsam auf die Schliche. Es ist nie und für nix zu spät lerne ich gerade, wenn ich das komisch finde, dass ich mich da noch mal so reinknie.


  4. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    bin beim TV und Musikvideos hängengeblieben, mit den Strickzeug ... geht beides gut miteinander zu machen, das finde ich schön, ich kann nebenbei noch was anderes machen. Ich kann es auch lassen, gestern habe ich gar nicht gestrickt, heut dann ein paar Reihen ... ich mach dann gerne wieder was anderes... da bemerke ich keine Maßlosigkeit, noch nicht ..

    Ich wollte ja noch was schreiben ... muss grad überlegen ..
    ja, genau, ich wäre dann auch in eine Klinik gegangen, hätte es nicht geklappt ... hatte mir schon überlegt wohin ich gehen konnte und im Internet gesucht. Als junges Mädchen hatte ich den Gedanken, abhängig zu werden oder so tun als ob, ohne Ahnung was das wirklich heisst, damit ich dann meinen Vater überrede mit mir einen Entzug zu machen ... manches sollte man sich lieber nicht wünschen. Und auch nicht Retter sein wollen ... ungefragt und wohl auch so nicht.

    Ich habe viele unschöne Bilder im Kopf, die sich mir als Kind eingeprägt haben, über stark Betrunkene und was dabei passieren kann. So wollte ich nie sein, wollte nie dahin kommen, aber es läuft irgendwann in die Richtung hinaus, wenn zu viel Alkohol im Spiel ist ... da war ich ausgeliefert .... das war auch ich, aber unter bewusstseinsverändernden Alkohol.... Matsch im Kopf ... so geht es ja jeden der sich betrinkt, über einen gewissen Mass hinaus. Ich sehe in diesen Erinnerungen jetzt ein Mahnzeichen. Was war ist vorbei, und kann mir nutzen, nicht zu vergessen, wo ich nicht mehr hin möchte. So viel Zeit verschwendet, um zu trinken und neben mir zu stehen, Blödsinn machen, fern von allen Sinnen sein .. wozu nur?
    War ja auch wieder in Therapie und habe viel erzählt, wie ich aufgewachsen bin, da kamen dann wieder die Gefühle und Bilder hoch, ein Kloss im Hals, enge in der Brust. Dachte ich wäre damit durch, aber nein. Der Therapeut fragte mich, wie es mir geht, ich erzähle scheint's, so gelassen nach aussen, dabei fühlte ich mich innerlich aufgewühlt, ängstlich und traurig. Ging um die ganze Familiengeschichte nicht nur um den Alkohol, es liefen ja mehrere Sachen gleichzeitig ab, über Jahre. Ist immer wieder belastend, ich hoffe es ist für irgendwas gut, die alten Geschichten erneut zu durchkauen.
    Jetzt schlafe ich erstmal darüber.


  5. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Zitat Zitat von Lyanna Beitrag anzeigen
    Ich denke, wir können alle stolz auf uns sein ..auch diejenigen, die es immer und immer wieder wenigstens versuchen ...
    bloss nicht aufgeben!
    Um irgendwann wie "Phönix aus der Asche" aufzustehen ...und zu fliegen ....frei, wie ein Vogel im Wind ...
    ich unterschreibe alles ... bloss nie aufgeben, ja ...
    es braucht fast immer mehrere Anläufe, bis der richtige Weg gefunden ist und der Zeitpunkt da ist ...
    war bei mir so und bei allen anderen auch die ich kenne....
    dranbleiben ist so wichtig, ist wie üben, üben, üben .. neue Pfade betreten, ohne Alk ...


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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Zitat Zitat von yessai Beitrag anzeigen
    Ich hoffe, das kommt jetzt nicht unangebracht, wenn ich schreibe, dass mir solche Berichte wie deine, geholfen haben und mich wie überzeugt haben, aufzuhören, bevor es noch schlimmer mit mir wird.
    Ich empfand ja schon meinen Zustand als unerträglich und litt jedesmal, wenn ich wieder getrunken habe
    und dabei dies oder jenes peinliches gemacht habe ... ich weiss es noch, welch Wunder ... aber nicht alles, manches wurde mir im Nachhinein erzählt ... oh Scham und Schande über mich

    :
    Nee, Yessai, das kommt nicht unangebracht ...mir ging es genau so ...mir ging erst ein Licht auf, als ich in der Therapie ähnliche Geschichten hörte wie meine ...teilweise noch schlimmer...
    Einige Menschen hatten Schwierigkeiten, sich zu artikulieren, das Elend war nicht in Worte zu fassen ...die Scham und Schuldgefühle übermannten fast jeden ...mich auch.

    Über Scham und Schuld habe ich viel im Vorgängerstrang geschrieben ...und auch wenn jemand sagt, dass diese Gefühle überflüssig wären ...sie waren doch da!
    Sie sind es auch manchmal noch ...dann überlege ich,ob ich dies und jenes als Wiedergutmachung tue oder ob es auch freiem Herzen kommt?
    Das merke ich dann daran, ob mein Herz singt oder sinkt
    Ich tue einiges dann trotzdem, weil ich es für angemessen halte ...
    jemand, der mit mir zu tun hatte während meiner "kranken Zeit", der hatte es nicht einfach mit mir ...
    das habe ich trotz aller Therapien und Gruppen nicht vergessen.
    Ich wundere mich sowieso, an was ich mich alles noch erinnern kann ...
    Wahrscheinlich muss es so sein, damit auch alles bewusst "verarbeitet" sein kann?

    Kerni, dieses Marathonstricken war während der Saufzeit, später , trocken, waren es wahrscheinlich nur noch die Ausläufer?
    Es ist auch niemals mehr ein Teil fertig geworden, weil es eigentlich nicht zu schaffen war, einen Pullover total zusammengesetzt und anziehfähig an einem Tag fertigzustellen, jedenfalls ich konnte das nicht ...im Normalzustand!

    Manchmal frage ich mich, ob ich überhaupt in meinem Leben jemals im "Normalzustand" war?
    Ich dachte, ich wärs, aber ...
    was ist schon "normal"?

    JEDER hat irgendetwas, was einen anderen stören kann oder für einen anderen nicht nachvollziehbar ist, meist jedenfalls ...ist es dann "nicht normal"?

    Ich war auch immer für alle da, ich stürzte mich auf alles, was meine "Hilfe" brauchen konnte ...heute weiss ich, dass ich das zum Teil gemacht habe, um mich von mir abzulenken, um Lob einzuheimsen und mich gut zu fühlen, dass ich "gebraucht" wurde ...ich hätte niemals daran gedacht, dass ich es "für mich" tue, für mein bisschen Wohlgefühl, für Anerkennung, dafür, etwas "Sinnvolles" ztun zu künnen.
    Auch das sehe ich heute ganz anders ...
    Sie einzigen, von denen ich weiss, dass sie meine Hilfe brauchen, sind kleine Kinder und Tiere, die sich nicht selbst helfen können, die immerzu vor "Selbstmordattacken" geschützt werden müssen ...

    Natürlich helfe ich, wenn tatsächlich meine Hilfe angefragt sein sollte ...ich habe meine Menschenfreundlichkeit ja nicht mit dem Trockenwerden abgeschüttelt ...ich tus in meinem geschützten Rahmen und so, wie ich kann ...
    meist fühl ich mich danach eher leer ... also ist meine Hilfe nicht mehr unbedingt "erfüllend",
    muss es auch nicht sein ...wenn ich es gern tue.
    Es hat aber keinen besonderen Anreiz mehr ...mein Ego scheint so zufrieden zu sein, wie es ist.

    Ach menno, ich sehe mich als Glückskind, dass ich soviel für mich erkennen durfte und heutzutage trocken überwiegend so leben darf, dass mich das Leben weitestgehendst NICHT belastet.
    Manchmal aber auch doch!
    Das gehört zum Menschsein halt dazu, oder?

    Ich freue mich immer, wenn einer auch unangenehme Dinge bezgl. des Alkohols von sich erzählt ...
    ich habe auch von diesen Geschichten am meisten gelernt.
    Ich würde auch von weiteren Erlebnissen und Episoden berichten, die mit Sicherheit noch mehr abschrecken könnten ....aus gutem Grund lasse ich es ...
    es soll auch nicht zu spannend sein ....
    aber mein gehabtes Leben wäre eine fast unglaubwürdige Romanvorlage
    Es ist immer JETZT


  7. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Grad gehört ...

    Vergebung ist der Duft,
    dem das Veilchen dem Absatz schenkt,
    nachdem er es zertreten hat.




    Mark Twain
    Es ist immer JETZT

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