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  1. Avatar von Eva2
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Ralf Schneider (Leiter der Salusklinik und Autor der "Suchtfibel") hat in einem Vortrag gesagt:
    (jetzt aus dem Gedächtnis, genaue Formulierung kann ich nachliefern wenn das Buch da ist)

    Abstinenz kann von niemandem eingefordert werden
    aber es ist eine Leistung die anzuerkennen ist


    Im Vortrag ging es Hauptsächlich darum das die Krankheit Alkoholismus erst seit 1952 Jahren anerkannt ist.
    Also erst seit dieser Zeit kümmern sich Krankenkassen um die Bezahlung der Entgiftung und die Rentenkasse ist dann bei der Reha der Leistungsgeber.
    Der Verbot von Alkohol (Prohibition USA) hat dazu geführt, das weniger Menschen erkrankten, aber die kranken tranken Fusel und viele starben dann halt noch schneller.

    Vor der Anerkennung als Kranker, galt der Trinker immer als charakterloser, willensschwacher, manchmal auch Irrer.
    Das spukt ja auch heute noch in manchen Köpfen rum - wie auch der vollkommen asoziale Obdachlose, verwahrloste Penner, das ist aber wirklich nicht DER Alkoholiker.

    DEN Alkoholiker, alkoholkranken Menschen, den genauen Sucht-Typus gibt es nicht .
    Es gibt in sich gekehrte und auch extrovertierte, wie überall.

    Vielen ist eine Entgiftung in einer Inneren Abt. "lieber" als in der Psychiatrie
    ich kann dazu persönlich gar nichts sagen, ich habe zuhause "geschwitzt und ...

    Nicht zu empfehlen, war aber so.

    Danke für die Wünsche
    ich mache es mir am PC und TV bequem

    trinke mit Euch Tee
    wenn Du in den Seilen hängst,
    schaukel einfach eine Weile


  2. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Zitat Zitat von Eva2 Beitrag anzeigen
    Ralf Schneider (Leiter der Salusklinik und Autor der "Suchtfibel") hat in einem Vortrag gesagt:
    (jetzt aus dem Gedächtnis, genaue Formulierung kann ich nachliefern wenn das Buch da ist)

    Abstinenz kann von niemandem eingefordert werden
    aber es ist eine Leistung die anzuerkennen ist




    DEN Alkoholiker, alkoholkranken Menschen, den genauen Sucht-Typus gibt es nicht .
    Es gibt in sich gekehrte und auch extrovertierte, wie überall.


    :
    DAs und auch noch vieles andere kann ich nur bestätigen ...
    es kann auch NUR klappen, wenn der Trinkende es selbst will ...und dann ist das auch nicht unbedingt sicher ...

    Im Übrigen ist es egal, ob jemand trinkt oder nicht ...deshalb ist derjenige genauso ein Mensch wie du und ich ...
    mir ist es auch egal, ob jemand versucht, trocken zu werden oder was er dafür bereit ist zu tun ,....oder auch nicht.

    Ich biete nur Unterstützung und Begleitung zum/beim Trockenwerden an, indem ...
    ich berichte, wie es bei mir war, was so geschah, dass ich den Absprung machen MUSSTE (damit halte ich mich ansonsten weitestgehendst zurück, ich habe aber ähnliches hier schon gelesen und würde das bis in die letzte Konsequenz beschreiben, aber besser nicht ...ist alles nicht für jedermanns Äugelein) ...
    und ich, die ich mein Leben verspielt meinte,(es war wirklich schlimm) ich hätte niemals auch nur halbwegs angenommen, dass ich aus dem Saufsumpf rauskommen und auch draussen bleiben könnte ...bis heute ...
    Die Erfahrungen die ich in vielen trockenen Jahren machen durfte, möchte ich nicht missen ...
    und letztlich möchte ich die Erfahrungen in meiner nassen Zeit auch nicht missen

    Alles zusammen hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin ...ein aufgeschlossenes ansonsten dankbares und demütiges Menschlein!


    Mir ist aber auch bewusst, dass das nicht bei Jedem so sein muss ...umso toller, wenn es vielen doch gelingt!
    Es ist immer JETZT
    Geändert von Lyanna (22.10.2019 um 21:11 Uhr)


  3. Registriert seit
    12.07.2007
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Bibi, wie geht es dir heute?
    Es ist immer JETZT


  4. Registriert seit
    13.06.2017
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    872

    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Liebe Yessai und Sturmi,
    ich wollte euch mal zurückmelden, dass ich eure Posts zum Thema Rückfall beide sehr gut verstehen und nachvollziehen konnte. Und daher eure Erklärungen sehr wertvoll fand.

    Ich kann von eigenen Erfahrungen ja nur bei den Essstörungen sprechen, und da war es so ähnlich wie Sturmi schrieb, dass mich Angst und Scham weiter runtergerissen haben. Ich besser aus der Spirale raus kam, wenn ich zum Beispiel nach Essattacken möglichst die Ruhe bewahrt habe,
    Es könnte sein, dass das manchmal auch auf Menschen mit Alkoholproblem zutreffen kann. Zumindest was Angst und Scham betrifft.

    Aber Yessai, (und natürlich auch Lyanna), ich habe auch genau verstanden, was ihr schreibt und wie wichtig und richtig dieses Vorgehen für euch ist. Und der Alkohol kommt- anders als bei Essstörungen - als suchtauslösender Stoff ins Spiel. Genau, wie ein dritter Protagonist.
    Eben eine Droge. Und das stelle ich mir sehr gefährlich vor und kann es auch nachfühlen, weil es in meinem Leben auch Dinge gibt, die ich gern anders machen würde, aber es nie oder kaum hinbekomme. Wenn dann auch noch so eine Droge " das Zepter" übernimmt...

    Ich fand alle eure Posts sehr gut, um das zu verstehen. Vielleicht ist da auch dieser Unterschied zwischen Missbrauch und Sucht, so wie Yessai es beschrieben hat.
    Wobei ich eben auch den Missbrauch für sehr gefährlich halte, denke, deshalb wollen an diesem Punkt ja auch so viele stoppen.

    Ich fand eure Diskussion viel fortgeschrittener und reifer als vor einem Jahr, als ich viel mehr Aggressivität gespürt hatte, die mich ja damals (als "Unwissende") verunsichert hatte.
    Jetzt kam das bei mir von allen Seiten sehr reflektiert an. Und gut zu verstehen.
    Und das hat auch auf mein Seelenleben positive Effekte.
    Weil dann mit schwierigen menschlichen Anliegen gut umgegangen wird. Das spendet Sicherheit, denke ich.
    ⚘⚘🌞


  5. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    oh Lyanna, wenn du von deinen Erfahrungen im Entzug und davor erzählst, danke ich hunderttausendmal dem Schicksal, Schöpfer, Engel, allen Mächten die ich nicht kenne, dass es nicht soweit gekommen ist bei mir....und hoffentlich nie kommen wird... es ist ja noch nicht vorbei, es fängt vielleicht grad erst so richtig an.
    Der Mensch hält schon so manches Leid aus, unglaublich, schon fast übermenschlich. Ich habe ja auch viel Leid gesehen bei anderen und miterlebt, aber wie schlimm es wirklich war kann ich nur erahnen... nicht mal wirklich mitfühlen kann ich, weil nicht selbst erfahren.
    Alle Erfahrungen sind nur persönlich wertvoll, auch die Leittragenden und manchmal die besonders, für die Entwicklung der Seele und noch viel mehr... so habe ich es erlebt, bei mir, in vielen, vielen Situationen. Aber erst hinterher erkannt, für was sie gut waren ... anders geht es gar nicht, glaube ich.

    Wünsche dir eine angenehme Rest Nacht und einen guten Schlaf, mit lieben Träumen

  6. Avatar von Sylvestris
    Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Zitat Zitat von Alina61 Beitrag anzeigen

    Ich kann von eigenen Erfahrungen ja nur bei den Essstörungen sprechen, und da war es so ähnlich wie Sturmi schrieb, dass mich Angst und Scham weiter runtergerissen haben. Ich besser aus der Spirale raus kam, wenn ich zum Beispiel nach Essattacken möglichst die Ruhe bewahrt habe,
    Es könnte sein, dass das manchmal auch auf Menschen mit Alkoholproblem zutreffen kann. Zumindest was Angst und Scham betrifft.
    Danke für deine Ausführung, liebe Alina

    genau diese Angst und Scham riss mich zu meiner schlimmsten Zeit in diesen Strudel. Als ich meine ersten Alkpausen eingelegt hatte, war ich noch voller Stolz, dass ich dachte - ui toll, was machst du dir eigentlich Sorgen?
    Doch irgendwann spürte ich so einen Druck, wenn ich mal einen Tag keinen Alkohol getrunken hatte, dass ich mich furchtbar schämte über meine Schwäche. Das ging richtig tief rein in mein Innerstes, es lähmte mich.

    Ich glaube, ich habe mich noch nie in meinem Erwachsenenleben so hilflos gefühlt. Fieberhaft wurden alle Spuren verwischt, die an meinen Alkkonsum erinnerten. In fast jedem Raum Eukalyptusbonbons gebunkert. Altglas in verschiedenen Containern versenkt. Und dieses Gefühl im Hinterkopf: Alle in meinem Umfeld können mit Alkohol umgehen (glaubte ich zumindest), nur ich nicht.
    Also trank ich weiter heimlich - funktionierte trotzdem wunderbar. Als ich auf der Suche nach Hilfe dieses Forum fand, las ich von Anfang an, jedes einzelne Post. Ich war nicht allein! Ihr glaubt gar nicht, welchen Druck mir das von der Seele nahm.
    Ich brauchte mich nicht zu schämen.
    Scham gehört zu den destruktivsten Gefühlen, die ein Mensch verspüren kann. Man sperrte sich gegen alles - gegen Hilfe - und auch gegen sein eigenes, besseres Wissen.

    All die Anregungen kaute ich innerlich durch - tue es noch immer, um mich zu vergewissern - und irgendwie löste sich ein Knoten in meiner Seele. Ich meldete mich allerdings erst an, als ich die ersten Wochen hinter mir hatte. Ich musste mich selbst sortieren, mein Fundament neu ordnen. Einer Auseinandersetzung in diesem Forum hätte ich mich nicht gewachsen gefühlt.

    Das ist nun mehr als fünf Jahre her. Und ich bin jedem dankbar, der hier schreibt (auch denen, die nicht mehr schreiben). Ich habe aus jedem Post gelernt.
    Sylvestris

    ..................... ...................


  7. Avatar von sturmfalke
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Danke für deine Rückmeldung, Alina, das freut mich wenn du aus meiner Art damit umzugehen etwas für dich mit nehmen kannst.

    Ich hab grad ziemlich an einem Kummer zu knapsen und bin deshalb nicht so ganz anwesend hier, kann gar nicht so richtig auf alles eingehen im Moment.
    Die Schatten in Deinem Leben sind ein sicheres Zeichen für Licht.

  8. Avatar von Sylvestris
    Registriert seit
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    716

    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Zitat Zitat von sturmfalke Beitrag anzeigen
    Ich hab grad ziemlich an einem Kummer zu knapsen und bin deshalb nicht so ganz anwesend hier, kann gar nicht so richtig auf alles eingehen im Moment.
    Das tut mir leid, liebe Sturmi.
    Fühl dich wenn du magst.
    Sylvestris

    ..................... ...................



  9. Registriert seit
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    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    guten morgen liebe alle

    Sturmi, alles Gute hoffentlich geht der Kummer bald vorbei!

    Alina und Syl, danke für eure Rückmeldungen, ich nehme da einiges mit ...
    dass wir uns entwickelt haben und wie sich das mit der Angst und Scham entwickelt.

    Missbrauch ist sehr gefährlich, schreibst du Alina, ja hier fängt so langsam die Angst vor der Suchtkrankheit an und die Trink Pausen werden eingelegt und eingehalten. Noch ist keine Scham da.... kann ja aufhören. Trinke ich weiter und gehe über den Punkt des Missbrauchs, bin ich in der Sucht drin, kann ich den Konsum nicht mehr kontrollieren und die Scham kommt dazu. Und weil der Alk ein Blender ist und mein Gehirn durcheinander wirbelte, blieb ich hilflos in dem Kreislauf von Scham ...
    ich glaube da habe ich auch keine Angst mehr gespürt .. ich betrank sie ja regelmässig.
    Mit dem aufhören zu trinken und verstehen was mit mir geschehen ist und der Einsicht, dass ich suchtkrank bin, mich über meine Krankheit informiere und sie Annehme, ist die Scham vorbei und auch die Angst. Ich weiss ja jetzt was ich tun muss.

    Ich wünsche euch einen leichten, guten Tag und vor allem trockenen Tag ... auch wenn es regnet, wie bei mir ... aber ich bin ja im trockenen, wird ein langer Arbeitstag heute


  10. Registriert seit
    29.05.2009
    Beiträge
    1.989

    AW: Ich muss aufhören mit dem Alkohol

    Danke Alina, für dieses Post und auch Sylvestris, Sturmi und yessai - es zeigt einfach, dass es so unterschiedliche Herangehenweisen gibt und die Erfahrung zu teilen, das ist so heilsam. Das Erlebe ich auch immer wieder in Gruppen. Wenn der Körper die Macht übernimmt, dann spüren wir die Eigenmacht des Körpers und sind ausgeliefert, ich finde es so wichtig, dass wir dieses liebevolle Beobachten von uns schulen und uns liebevoll be-eltern , ich rede mir oft innerlich zu - beschwichtige mich, auch jetzt wo ich persönlich wegen eines meiner Kinder große Sorgen habe und ich schalte dann auch den Verstand blitzklar ein und untersuche - was ist wirklich los?

    Erfahrungen macht jede von uns, Erfahrungen sind immer persönlich, aber sie können geteilt werden. Und das ist die Chance dieses Forums - und auch die Akzeptanz, dass es viele Wege nach Rom gibt.

    Medizinisch ist es einfach so, dass bei fortgeschrittener Alkoholkrankheit die Steuerungsmöglichkeiten einfach nicht mehr gegeben sind, der Körper "denkt" sein Überleben hänge vom Alkohol ab. eine an sich von der Natur als Lebensrettung gedachte StressReaktion verkehrt sich in ihr Gegenteil und wendet sich gegen das Leben.

    Ja - ich freue mich auch über diese so komplexe Schreibkultur hier - und Beste Wünsche an die Beginner, im Buddhismus gibt es den Ausdruck "Beginners Mind" und wir sind jeden Tag immer wieder Beginner.

    Alles Liebe Eure Ai

  11. 23.10.2019, 16:32


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