+ Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 10
  1. Avatar von schuhlos
    Registriert seit
    14.07.2017
    Beiträge
    62

    Rückfallprophylaxe

    Aus den Erfahrungen rückfälliger Patienten ist bekannt, dass Rückfälle nicht „aus heiterem Himmel“ kommen. Diese Erfahrungen sind besonders dazu nützlich, um rückfallgefährdende Verhaltensweisen und Situationen frühzeitig zu erkennen und somit rechtzeitig Maßnahmen zur Verhinderung eines Rückfalls ergreifen zu können.

    Im Folgenden soll der Prozess, der zum Rückfall führt, anhand eines Stufenmodells näher erläutert werden.
    Ausgangspunkt ist eine längerdauernde Phase der Suchtmittelabstinenz.

    1) Langfristige ungünstige Lebenssituation
    Ungünstige Lebenssituationen können zum Beispiel Arbeitslosigkeit (auch zu viel Arbeit), ein Mangel an unterstützenden sozialen Beziehungen (keine Familie, Freunde, Trennung) oder gesundheitliche Beeinträchtigungen sein. Auch positive Veränderungen können bezogen auf die Abstinenz negative Folgen haben (plötzlich viel Geld haben, neue Partnerschaft).

    2) Vorboten
    Unter Vorboten ist die Rückkehr zu süchtigen Verhaltensweisen oder süchtigem Denken zu verstehen, ohne dass es bereits zu einem erneuten Suchtmittelkonsum gekommen ist. Auf der Verhaltensebene können unter anderem sozialer Rückzug, ein unausgewogener Lebensstil, Selbstüberschätzung oder die Vernachlässigung von Nachsorgemöglichkeiten Vorboten eines Rückfalls sein. Gedankliche Vorboten (das sind noch keine Erlaubniserteilende Gedanken –siehe dazu 4) sind beispielsweise Zweifel an der Abstinenzentscheidung, Selbstmitleid oder vermehrte positive Gedanken an das Suchtmittel.

    3) Kurzfristige Auslösebedingungen
    Kurzfristige Auslösebedingungen finden sich in der Regel in Situationen, welche sich auch als Risikosituationen beschreiben lassen. Dies sind häufig kurzfristig auftretende emotionale Spannungen wie Ärger, Angst oder Hilflosigkeit, manchmal auch Euphorie (wieder kann scheinbar Positives letztlich Negativ sein). Weitere häufige Auslösebedingungen sind soziale Anlässe, bei denen Suchtmittel konsumiert werden und der Abhängige nicht durch Verzicht auffallen möchte.

    4) Erlaubniserteilende Gedanken
    Bevor es zum Rückfall kommt ist die Aufhebung der Abstinenzentscheidung erforderlich. Die Aufhebung wird durch die erlaubniserteilenden Gedanken gerechtfertigt. Viele solcher Gedanken verharmlosen den Konsum, indem sie ihn als „Ausnahme“ definieren („Morgen kann ich wieder aufhören“, „Ein Mal ist Kein Mal“…). Andere Gedanken beschreiben eher eine Selbstaufgabe („Es ist sowieso zu spät“, „mir kann ohnehin keiner helfen“, „jetzt ist alles egal“…).

    5) Konsum
    Bis zum Konsum des Suchtmittels kann der Rückfall noch verhindert werden. Mit dem ersten bewussten Suchtmittelkonsum nach der Abstinenz spricht man von einem Rückfall, unabhängig von der Konsummenge. Das heißt, auch der wissentliche Konsum einer Alkoholpraline oder das Ziehen an einem Joint kann den ersten Konsum nach der Abstinenz und somit den Rückfall definieren.

    Hilfreich ist es jetzt mit Hilfe der Risikoprophylaxe ein persönliches Risikoprofil zu erstellen, also an Hand der obigen Beispiele zu den Punkten 1 bis 4 sein eigenen „gefährlichen Punkte“ herausarbeiten.
    Dazu habe ich mir eine tabellarische Gegenüberstellung gemacht und ich schaue mir die Tabelle auch wirklich immer wieder mal an und ergänze oder ändere etwas wenn notwendig.

    Allgemein------------------------------------------------Ich
    1) Langfristige, ungünstige Lebensituation
    ---
    ---
    2) Vorboten
    ---
    ---
    3) Kurzfristige Auslösebedingungen
    ---
    ---
    4) Erlaubniserteilende Gedanken


  2. Registriert seit
    10.04.2018
    Beiträge
    267

    AW: Rückfallprophylaxe

    Hallo,
    ich finde das einen super informativen hilfreichen Text,
    und schlage hiermit vor, ihn oben festzuheften.
    Danke
    Silvia12

  3. gesperrt
    Registriert seit
    15.03.2017
    Beiträge
    542

    AW: Rückfallprophylaxe

    Hallo lieber Chris
    Du hast hier einen so wertvollen Beitrag eingestellt. Ich wundere mich trotzdem, dass das Feedback so gering ist. Warum ist das so? Interessiert es keinen? Ich hoffe, dir geht es gut, melde dich doch mal...am Wetter kann es ja nicht liegen...
    Bleibt oder werdet gesund

  4. Avatar von sturmfalke
    Registriert seit
    14.05.2011
    Beiträge
    1.082

    AW: Rückfallprophylaxe

    hochschups
    Die Schatten in Deinem Leben sind ein sicheres Zeichen für Licht.


  5. Registriert seit
    16.03.2018
    Beiträge
    1.697

    AW: Rückfallprophylaxe

    Danke für's reinstellen und hochschubsen! Ich habe den Beitrag nicht gesehen gehabt, werde mal öfters die Hauptseite besuchen.

  6. gesperrt
    Registriert seit
    15.03.2017
    Beiträge
    26

    AW: Rückfallprophylaxe

    Push Push! Finde den Text informativ - danke!


  7. Registriert seit
    01.02.2017
    Beiträge
    797

    AW: Rückfallprophylaxe

    Ein interessanter Text - auch für Angehörige.
    Dankeschön.
    Nette1962
    Im Herzen bin ich ein Kind der 70er.

  8. gesperrt
    Registriert seit
    24.08.2018
    Beiträge
    198

    AW: Rückfallprophylaxe

    Lieber Schuhlos,
    Danke für den so wichtigen Beitrag!
    Ich wünsche dir alles Liebe!


  9. Registriert seit
    16.03.2018
    Beiträge
    1.697

    AW: Rückfallprophylaxe

    Für alle ... schubs hoch ... weil so wichtig und klar geschrieben. Wüsste gar nicht was ich noch ergänzen könnte ...

    Immer wieder wichtig zum erinnern,

    danke schuhlos

  10. Avatar von Sylvestris
    Registriert seit
    29.08.2014
    Beiträge
    726

    AW: Rückfallprophylaxe

    Einmal im Monat gehört das nach oben geschoben

    Ich wünsche allen einen gemütlichen Tee-Kerzen-November
    Sylvestris

    ..................... ...................


+ Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •