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    Trennung Langzeitbeziehung wegen Kiffen??

    Hallo zusammen, (Achtung: lang)

    ich möchte euch heute gerne von meiner (w, 33) Situation erzählen und hoffe, dass es die ein oder andere gibt, die mir hier Rat oder einfach nur ihre Meinung geben kann, ich habe nämlich das Gefühl mit niemandem so richtig darüber reden zu können. Mein Freund (35 J., wir sind seit 5 Jahren zusammen) kifft. Bzw.: Hat letztes Jahr wieder angefangen zu kiffen, müsste ich genauer sagen.

    Und dadurch steht unsere Beziehung auf dem Spiel. Ich weiß nicht mehr, wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll, weiß nicht, ob ich das noch tolerieren kann und soll, weiß nicht, ob ich mich trennen soll usw. Sobald das Thema Cannabis aufkommt, sei es, weil ich riechen kann, dass er in der Wohnung wieder gekifft hat (fast TÄGLICH), oder dass etwas mit dem Bezug im Fernsehen kommt – es gibt sofort Streit.

    Ihr fragt euch jetzt wahrscheinlich: Hast du gewusst, dass er kifft, als ihr zusammengekommen seid? Jein. Er hat mir damals gesagt, dass er früher mal gekifft HAT und es jetzt nicht mehr tut (und das stimmte zu dem Zeitpunkt auch). Weil er genau wusste, wie ich zum Thema Kiffen stehe. Ich konnte/kann Kiffen und Kiffer absolut nicht leiden. Davon abgesehen, dass es eben einfach eine Droge ist, und es kann nicht gesund sein, über längeren Zeitraum eine bewusstseinsverändernde Substanz einzunehmen. Außerdem weiß mein Freund, dass mein Vater viele Jahre alkoholabhängig war, ich darunter sehr gelitten habe und es für mich eigentlich ein No-Go ist, mit jemandem zusammen zu sein, der Drogen nimmt bzw. dass mich das mehr belastet als jemanden, der nicht selber aus einer Sucht-Familie kommt. Ich hab auch ehrlich nie in Betracht gezogen, dass mein Freund mit Ü30 das Kiffen noch mal anfängt, nachdem er es eigentlich aufgegeben hatte!

    Er hat sich in den ersten Jahren unserer Beziehung auch daran gehalten, da studierte er noch bzw. war arbeitslos. Eigentlich fing das Kiffen wieder an, als er nach 2 Jahren Arbeitslosigkeit (in denen er kurioserweise nicht oder ganz selten mal gekifft hat > bei Freunden gezogen, aber nicht mehr) einen neuen Job bekam. Der sich dann aber als recht langweilig entpuppte und ihn nicht erfüllt. Das sagt er auch ganz klar. Er ist dort unterfordert. Hat aber einen auf 2 Jahre befristeten Vertrag und will den auch „zuende arbeiten“… jedenfalls fing die Kifferei wieder an, als er merkte, der Job zieht ihn runter. Ich kann das ja sogar verstehen, irgendwie.

    Aber ich kann nicht verstehen, warum man sich dann JEDEN ABEND zulöten muss. Nein, ich weiß nicht wieviel Gramm er pro Mal raucht, dazu kenne ich mich zu wenig aus und würde ich ihn fragen, er würde mir wohl nicht die ganze Wahrheit sagen. Wir haben nach ca. 1 Jahr Streitereien ausgehandelt, dass er 2 Tage pro Woche nicht kifft. Allerdings, und das bringt mich jetzt schon wieder auf die Palme, nimmt er sich dann an genau den kiff-freien Abenden ein Bier aus dem Kühlschrank (er trinkt sonst wenig). Er schafft es also nicht, einen einzigen Tag lang nüchtern bzw. mit nix im Blut zu sein.

    Ich habe das auch schon alles auf mich bezogen und ihn gefragt, ob er kifft, weil er unglücklich mit mir in der Beziehung ist. Er sagte, es ist nicht wegen mir.
    Ich hab ihn gebeten, mir zuliebe damit aufzuhören oder es stark zu reduzieren, „weil es mich eben traurig macht“. Er sagte, „traurig“ sei kein echtes Argument. Das hat mich SO verletzt. Er meinte, ein Argument sei so was wie „Es ist zu teuer / zu ungesund / riecht schlecht“. Ja, als ob er darauf jetzt noch hören würde … Er sagt immer, ich müsse ihn halt überzeugen, damit aufzuhören – so lange würde er weiter kiffen, denn wenn ich das nicht akzeptieren würde, würde ich ihn nicht respektieren, ich hätte ja auch meine Macken, die er akzeptieren würde (ja, habe ich ganz sicher, aber das sind halt Charaktermacken über die zu diskutieren ich immer bereit bin und das weiß er auch, es ist nichts, das ihn ängstigt, wie das Kiffen das bei mir tut). Er reagiert immer so, als wolle ich ihm etwas wegnehmen. Dabei macht mich das langsam einfach nur kaputt, es geht mir echt dreckig. Ich mache mir halt auch Sorgen um ihn. Er redet manchmal von Familie gründen und ich denke immer nur: Mit einem Kiffer mache ich doch kein Kind, egal wie sehr wir uns lieben!

    Es tut mir leid, dass das alles jetzt so lang geworden ist, aber ich kann irgendwie mit niemandem im Familien- oder Freundeskreis darüber reden. Die wenigen, die checken, dass mein Freund kifft, denken vermutlich, das wäre okay für mich, dabei will ich einfach immer nur schreien: Nein, ist es nicht! Ich schäme mich auch so dafür. Ich meine, ich bin 33, ich bin beruflich erfolgreich und sogar in Führungsposition … und komme mit so was privat nicht klar????

    Glaubt ihr, ich kann noch was tun, um ihn zu beeinflussen, damit er das Kiffen sein lässt? Ich weiß, dass nur er selbst sich ändern kann und auch nur, wenn ER das will … aber ich hab schon so viel versucht. Drohen, streiten, belohnen/loben … manchmal würde ich ihm gerne das Ultimatum stellen: Das Cannabis oder ich. Ich denke, er würde er sich für mich entscheiden, aber der Rest unseres gemeinsamen Lebens (wenn es das dann noch gäbe), wäre für mich die Hölle auf Erden, er würde es mir ewig vorhalten, das weiß ich. Was würdet ihr tun an meiner Stelle?

    Euer zirkuspony

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    AW: Trennung Langzeitbeziehung wegen Kiffen??

    Hallo Zirkuspony,

    hmmmm. Vertrackte Sache. Ich sehe da mehrere Themen, die ich an Deiner Stelle auseinanderhalten würde.

    Es ist natürlich NICHT die Sache Deines Freundes, dass Du in einer Suchtfamilie aufgewachsen bist und da einen wunden Punkt hast. Es ist normal, dass Du traurig bist - die Dinge entwickeln sich schlechter, als Du erwartet hast. Aber es ist NICHT seine Sache, Dir diese Traurigkeit zu nehmen. Du brauchst jetzt vor allem eine klare Haltung zu dem Thema und zu Eurer gemeinsamen Realität. Sonst verstrickt Ihr Euch da endlos.

    Es gibt solche und solche Kiffer, aber meine Erfahrung mit den regelmäßigen Kiffern, die sich vor allem selbst betäuben, ist eher negativ. Hinter dem Kiffen steckt dann ein ganzer Rattenschwanz an Problemen, bei denen Weed lediglich der Ausdruck ist. Oft sind das sehr schwache, passive Menschen, die ganz generell ein Problem damit haben, in ihrem Leben das Zepter zu übernehmen, Konflikte anzugehen, Entscheidungen zu treffen, für sich selber Verantwortung zu übernehmen. Das sind Kinder. Und die werden so ohne Weiteres auch nicht erwachsen. Das Kiffen nimmt ihnen ja den akuten Leidensdruck, mal den A*sch hochzukriegen.

    Ich hatte Freundschaften, die daran zerbrochen sind - nicht wegen des Kiffens an sich, sondern weil es irgendwann unangenehm war, mit Erwartungen und Ansprüchen konfrontiert zu sein, die aus dem ständigen Weglaufen resultierten und mit Freundschaftsdiensten gar nichts mehr zu tun hatten. Irgendwann war das einfach unverschämt, dass diese Menschen jeder Anstrengung in Bezug auf sich selbst ausgewichen sind - aber ganz selbstverständlich vorausgesetzt haben, dass ich diese Anstrengungen erbringe, um etwas für sie leichter zu machen. Es gab mal eine Zeit, da habe ich das gar nicht gemerkt, wie sehr ich mich da habe einspannen lassen. Irgendwann hatte ich gelernt zwischen deren Kram und meinem Kram zu unterscheiden. Und dann hatte ich keinen Bock mehr auf den Mist.

    Was Du über Deinen Freund schreibst, geht ja in die Richtung.Vielleicht solltest Du Dir mal überlegen, weshalb Du mit ihm zusammen bist. Und dabei ehrlich sein: Wie viel davon ist "nur" Potenzial, wie viel davon entfaltete Persönlichkeit? Wie viele seiner Eigenschaften kann er zuverlässig und bewusst abrufen, wie viele hängen von seiner Stimmungslage ab? Was tut er, wenn er damit konfrontiert ist, dass sein Lebensplan nicht aufgeht? Hat er überhaupt einen?

    Du kannst da nur bei Dir selber bleiben. Im Moment spiegelt er Dir ja immerhin Dein eigenes Thema zurück, dass da noch lauert. DA musst Du ran. Ihn würde ich lassen. Da kannst Du gar nix ändern. Das müsste er tun. Er will aber nicht. Das hat er Dir ja schon gesagt.

    Also kümmere Dich am Besten noch einmal liebevoll um Dein eigenes Vaterthema. Kann gut sein, dass Du dann in Bezug auf sein Kiffen gelassener wirst. Kann genauso gut oder besser sein, dass Du merkst, dass Dein Traummann in Wirklichkeit ein ziemlicher Schluffi ist.

    LG,
    Babette
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

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    AW: Trennung Langzeitbeziehung wegen Kiffen??

    Hallo Zirkuspony,

    ich verstehe Dich gut.

    Mein Exfreund hat mir damals erst gesagt dass er kifft, als wir schon zusammen waren. Und wenn der Himmel voller Geigen hängt, dann redet man sich erst einmal ein dass es nicht so schlimm ist weil es ja seine Sache ist.

    Das ist es aber nicht. Zum einen finde ich das Kiffen in der Wohnung furchtbar. Wobei ich auch "normales" Rauchen furchtbar finde, ich habe selbst auch mal geraucht und auch als aktiver Raucher nie in der eigenen Wohnung sondern nur auf dem Balko geraucht.

    Als wir dann irgendwann zusammengezogen sind, haben wir uns geeinigt, dass er in seinem Zimmer kiffen "darf" wenn die Tür zubleibt. Aber natürlich hat er auch mal die Tür aufstehen lassen und die ganze Herrlichkeit zog durch die Bude. Hier gab es auch immer mal wieder Streit. Er sagte zwar dann auch immer gern "du wusstest ja worauf Du Dich einlässt" aber begeistert hat es mich natürlich trotzdem nicht.

    Das für mich schlimmste war, dass er ein paar Freunden auch mal gern etwas verkauft hat. Mit einem Dealer zusammenzuleben fand ich noch hundertmal schlimmer als "nur" mit einem Kiffer. Ich habe ein ausgeprägtes Rechtsbewusstsein, und habe mich manchmal dabei erwischt dass ich mir gewünscht habe er würde erwischt werden.

    Ich hasse es auch wie Leute sind vom Verhalten her wenn sie gekifft haben. Dieses friedlich-beduselte, das finde ich persönlich sehr unangenehm. Zumal man sich ja auch immer ein bischen mit-süchtig macht indem man guckt dass keiner in die Wohnung kommt wenn es grad danach riecht zum Beispiel.

    Der Grund weshalb er jetzt mein Ex ist ist nicht nur rein das Kiffen gewesen.

    Letztendlich kann allein ein Mensch entscheiden ob er mit einem Kiffer zusammenleben will wie Deinem Freund: nur Du kannst das entscheiden. Und auch wenn andere Dinge an ihm vielleicht liebenswert sind - Diese Sache wird immer mit eine Rolle spielen...

    Wenn er schon sagt, dass es kein Argument für ihn ist wenn Dich sein Kiffen belastet wäre meine nächste Überlegung an welcher Stelle Du denn für ihn in der Beziehung kommst und welche Rolle Du für ihn spielst.

    Ich wünsche Dir jedenfalls viel Kraft mit der Situation umzugehen.

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    AW: Trennung Langzeitbeziehung wegen Kiffen??

    Liebe Babette,

    erst einmal danke, dass du so schnell und ausführlich und unheimlich klug geantwortet hast.

    Wahrscheinlich hast du Recht, wenn du sagst, dass ich das "Vaterthema" da raushalten und selbst angehen muss ... ich habe auch schon gedacht, dass ich meinen Freund wohl einfach "lassen" muss. Er ist erwachsen, ich kann ihn nicht erziehen (und habe da auch eigentlich keine Lust dazu).

    Du hast seinen Lebensplan angesprochen. Ich fürchte, damit hängt es zusammen. Bzw. häng ich da halt auch mit drin, denn, das habe ich oben nicht geschrieben, um nicht vom Hölzchen aufs Stöckchen zu kommen, er ist Ausländer und ist für mich bzw. zu mir nach Deutschland gezogen. Der Studienabschluss, den er hat, nützt ihm in Deutschland wenig. (Details würden jetzt zu viel Platz einnehmen.) Da sind wir etwas naiv rangegangen bzw. haben einfach nicht voraussehen können, dass es sooo schwierig wird. Er hat eine Menge Bewerbungen geschrieben, aber es passte nie, bis auf den befristeten Job, den er jetzt gerade macht, da waren aber schon etwa 100 Bewerbungen ins Land gegangen. Nochmal studieren will er nicht, dafür fühlt er sich zu alt, hat keine Lust und will v.a. mir nicht auf der Tasche liegen. Jetzt hat er es extrem schwer auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

    Ich denke, er hatte sich das alles anders vorgestellt. In seinem Heimatland hätte er seinen Traumjob finden können, aber er hat mir zuliebe seine Zelte dort abgebrochen. Nicht NUR für mich, er mag Deutschland als Ort zum Leben auch, spricht fließend Deutsch usw., hat es wohl eher als romantisches Abenteuer gesehen.

    Ich glaube, dass das Kiffen inzwischen ein Rückzugsort für ihn geworden ist. Um dem ganzen Frust zu entgehen. Ich merke, dass er einfach wenig Freude hat, dass es ihm fehlt, stolz auf sich sein zu können. Zwischenzeitlich arbeitet er zwar ehrenamtlich bei der Integration von Flüchtlingen, und immer, wenn er da gerade wieder etwas bewerkstelligen konnte, geht's ihm auch besser, aber langfristig "hilft" es nicht. So viel zum Thema: Entfaltet er sein Potenzial?
    Definitiv nein. Ich glaube, das Kiffen ist jetzt so ein Ding à la "dann will ich wenigstens DAS haben/machen dürfen" ... so erkläre ich es mir jedenfalls. Und finde es natürlich trotzdem beschissen.

    Es fällt mir schon sehr schwer, einfach rigoros meinen Kram von seinem zu trennen. Obwohl das sicher in der jetzigen Situation gut für mich wäre.
    Manchmal schaffe ich das zwar. Es gibt auch Phasen, da blende ich ganz radikal das Negative aus, tu das in die Schublade "so ist es eben" und fokussiere mich auf das Positive, das wir haben, denn das gibt es ja auch, und nicht wenig. Wir haben auch schon eine Menge Krisen zusammen durchgestanden und ich bin definitiv nicht der Typ, der 5 gemeinsame Jahre einfach so in die Tonne tritt. Er ist auch jemand, der mir z. B. sehr viele Freiräume lässt, was mir besonders wichtig ist. Wir leben sehr gleichberechtigt, ohne Kontrollwahn oder Eifersucht. Die Beziehung ist es mir wert, darum zu kämpfen.

    Das "Problem" (?) ist, es gibt halt auch nichts, das ihn wirklich so extrem an mir stört wie mich an ihm das Kiffen stört. Wenn - das wäre zwar auch nicht sooo toll - aber wenn, dann könnte man zumindest sagen: Dann sind wir quitt. Was ich unfair finde, ist, er dreht das dann immer so rum: Ich akzeptiere alles an dir, also musst du auch alles an mir akzeptieren. Diesen Umkehrschluss finde ich dämlich und falsch. Das weiß er auch, aber irgendwie ist er da verblendet oder bildet sich ein, ein Idealist sein zu müssen.

    Ein schwacher Mensch ist er nicht, auch nicht passiv. Er ist einer der gebildetsten Menschen, die ich kenne, und immer sehr konstruktiv und auch neugierig unterwegs. Das Kiffen passt eigentlich überhaupt nicht zu seinem Intellekt und seinen Fähigkeiten. Deswegen tue ich mich noch schwerer, das hinzunehmen. Wenn er "nur" ein Schluffi wäre ... aber er ist das und das und das andere und noch mehr ...

    Ich hab auch schon überlegt, einfach mit ihm in sein Heimatland zu ziehen. Jobtechnisch wäre es für mich dort schwer, aber nicht unmöglich. Die Sprache lerne ich auch seit einiger Zeit. Ich weiß aber nicht, ob ich das wirklich schaffe und wirklich machen soll. Es ist nicht nur, weil in der Stadt, in der wir wohnen, mein ganzes soziales Netzwerk ist (ich bin ein sehr sozialer Mensch und brauche eigentlich meine Freunde um mich herum). Es ist auch, weil ich das so "alles auf eine Karte"-mäßig finde und da schrillen bei mir dann schon wieder die Alarmglocken ... klar kann ich das nur für mich selbst beantworten, aber das Kiffen ist dann wiederum ein Faktor, der mich zutiefst verunsichert und auch das Vertrauen schädigt, so dass er und ich uns seit geraumer Zeit einfach nur im Kreis drehen...

    LG zirkuspony

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    AW: Trennung Langzeitbeziehung wegen Kiffen??

    Liebe Shelly82,

    danke für deine lieben Worte. Ich bin froh, dass ich das alles jetzt mal rauslassen konnte und siehe da, es gibt noch mehr Leute da draußen, denen es ähnlich geht oder ähnlich ging ... man denkt ja immer, man steht alleine mit dieser blöden Situation da. Dass du mit einem Dealer nicht zusammen sein wolltest, leuchtet mir total ein. Da wäre auch für mich die Grenze, das geht gar nicht. Ich finde es auch kacke, wenn so Sprüche kommen wie "du wusstest ja, worauf du dich einlässt".
    Als ob sich im Laufe einer Beziehung nicht auch Ansichten und Meinungen ändern dürfen. Und selbst wenn: Weiß man wirklich immer, worauf man sich einlässt? Man kann doch nicht in die Zukunft sehen.

    Mir fällt es so schwer mit meinem Freund, weil er eben auch mal eine Weile, in den ersten Jahren unserer Beziehung, nicht gekifft hat. Daher dachte ich auch, das Thema wäre passé. Aber er sieht das irgendwie jetzt als eine Art Persönlichkeitsrecht an, und wird biestig, wenn ich darauf zu sprechen komme.
    Er hat mich auch schon mal gefragt, ob ich ihm denn den Alkohol verbieten würde. Natürlich nicht, denn er trinkt ja total in Maßen. Und wenn er MAL betrunken ist, kann ich auch mit ihm umgehen (meistens sind wir dann eh auf Partys und ich bin selber nicht mehr ganz nüchtern). Aber grad das Bekifftsein, also das turnt mich echt ab, ich hab das noch nie gemocht, dieser Blick, dieses komische Sprechen, das vor sich hin Assoziieren und jeden Gedanken genial finden ... wobei das in dieser Extremform selten bei ihm ist. Was entweder heißt, er konsumiert nur kleine Mengen - oder dass er von der Menge, die er raucht, schon total abgestumpft ist und gar nicht mehr so richtig in den krassen Zustand kommt.

    Ich habe jetzt jedenfalls vor, in meiner Stadt in die Angehörigenberatung für Suchtkranke und Suchtgefährdete zu gehen und da jemand Professionellem von der Situation zu erzählen. Ich werde das meinem Freund natürlich sagen und ihm erklären, dass ich einfach jemanden brauche, der mir zuhört und mir Rat gibt. Ich kann mich hier nicht kampflos ergeben, ich muss irgendwas machen.

    Zum Thema, dass es ihn anscheinend nicht so schert, dass mich das Kiffen belastet: Ja, da schwanke ich auch täglich zwischen Wut und Resignation. Er ist halt der Meinung, in einer Beziehung muss man auch "unerwünschtes" Verhalten aushalten/tolerieren können ... irgendwie hat er da 'nen Schlag weg, weil, das kann man so allgemein doch nicht formulieren. Oder?

    LG zirkuspony

  6. Inaktiver User

    AW: Trennung Langzeitbeziehung wegen Kiffen??

    Er ist erwachsen und nur für sich verantwortlich.
    Du bist erwachsen und nur für Dich verantwortlich.

    Wir können niemandem etwas vorschreiben- und wenn die Bedürfnisse in einer Partnerschaft zu weit auseinander gehen, dann wird es schwierig.

    Es spielt - in meinen Augen- gar keine Rolle, was für einen Hintergrund Du mitbringst (also ob Dein Vater Alkoholiker war oder sonstiges)- wenn DIR ein Verhalten nicht gefällt, dann musst DU überlegen, ob Du so weiter leben möchtest oder nicht.

    Dass Du ihn überzeugen sollst- nur mit dem richtigen Argument kommst.......ist wirklich urkomisch- wäre es nicht so traurig!
    Es liest sich als ob Du das sogar ein Stück weit glaubst........bitte- bloß nicht!!

    "Den anderen so nehmen wie er ist" - das geht nunmal nur soweit, bis man gegen seine eigenen Werte verstößt.
    Dann geht es eben nicht zusammen. Punkt
    Wenn diese Aussage seine Begründung ist um zu kiffen- ok.....dann reicht es eben nicht für eine Beziehung, in der DU Dich auch wohl fühlen kannst.

    Ich könnte das übrigens auch nicht.

    Schau auf Dich- zieh nicht ihm hinterher, weil dann vielleicht alles gut wird- er schaut nicht auf Dich und Deine Bedürfnisse.......sei vorsichtig!
    Gerade beim Thema Sucht erleben die Angehörigen immer wieder Co-Abhängigkeit und so ein Folgen und sich-dem-anderen- beugen ist leider eine Richtung dazu.
    Es gibt ganz sicher Sucht-Telefon-Beratungsstellen- ruf dort an und rede mit denen.......auch das kann sicher helfen!

    alles Gute für Dich
    kenzia

  7. User Info Menu

    AW: Trennung Langzeitbeziehung wegen Kiffen??

    Hallo Zirkuspony,

    oh Mann, das kommt mir alles so bekannt vor, was Du da schreibst.

    Weiß er, wie Du Dich fühlst, wenn er sich in Deiner Anwesenheit wegbeamt?

    Dass Du verletzt bist, kann ich sehr gut nachvollziehen.

    Und ich habe auch noch nie von dem Gesetz gehört, dass man in einer Beziehung grundsätzlich immer alles tolerieren muss.

    Du musst es nicht tolerieren. Er will das Zeug konsumieren, deshalb wirft er Dir das wohl an den Kopf. Zu Kompromissen scheint er nicht willens oder fähig zu sein. Hm.

    Erzähl doch mal, was die Dir bei der Drogen- und Suchtberatung gesagt haben. Bin sehr neugierig.

    Alles Liebe!

  8. User Info Menu

    AW: Trennung Langzeitbeziehung wegen Kiffen??

    Ihr solltet Bücher schreiben.......So einen langen Text fange ich erst gar nicht an zu lesen
    Gruss
    Meagan

  9. Inaktiver User

    AW: Trennung Langzeitbeziehung wegen Kiffen??

    Suchtnotruf Köln: rund um die Uhr

    01805 - 31 30 31

    oder von 11 bis 21 Uhr unter: 0221 - 19 700

    ansonsten google doch mal, vielleicht findest Du sogar etwas in Deiner Nähe, wo du auch hingehen kannst und mit Beratern direkt sprechen.

  10. Inaktiver User

    AW: Trennung Langzeitbeziehung wegen Kiffen??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es gibt ganz sicher Sucht-Telefon-Beratungsstellen- ruf dort an und rede mit denen.......auch das kann sicher helfen!
    Inwiefern?

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