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    AW: Skin picking ...wer kennt das noch?

    Seit ich mich dem Thema gestellt habe, geht es mir in Bezug auf Hautdrücken etwas besser ...
    der wahnsinnige Drang, an meiner Haut rumzufummeln, hat nachgelassen.
    Ich hatte mich mit meiner Therapeutin darauf geeinigt, 1x am Tag zu drücken, wenn's geht, nicht zu quetschen.
    Morgens oder abends.
    Ich habe mich für abends entschieden, und es klappt soweit ganz gut.

    Wer mich etwas kennt oder von mir gelesen hat, weiss, dass gerade ich besonders vorsichtig und aufmerksam sein muss, bei dem, was so aussieht oder sich so anfühlt, als könnte es in eine "Sucht" übergleiten.
    Ich war sehr getriggert, als ich den Bericht über Skin picking gelesen habe ...
    ich hatte mir vorher schon Gedanken deswegen gemacht, hab aber nicht gewusst, wie ich das überhaupt ansprechen oder nennen sollte. Und hatte das auch eigentlich gar nicht vor ...
    Nun ja, ich hab's getan ...und hab vielleicht noch mal "Glück" gehabt?

    Hinter dieser Quetscherei stecken ja auch noch ganz andere Dinge als das Aussehen.
    Möglicherweise hab ichs getan, um mich überhaupt irgendwie zu spüren, obwohl ...Schmerzen hab ich genug.
    Aber das Quetschen war noch mal ein anderer Schnack.
    Der Drang und die Hingabe dabei ...fast ein bisschen blutrünstig ...
    Wer's kennt, weiss, wovon ich rede ...

    Möge es so bleiben und dahin gehen, dass ich eines Tages nix mehr mit Skin picking zu tun habe.
    Das wünsche ich mir und allen anderen "Drückern" auch.


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    AW: Skin picking ...wer kennt das noch?

    Hi, Lyanna!
    Ich hab deinen Thread gerade erst entdeckt - wie läuft es denn mittlerweile?
    Ich kenne / hatte das Problem auch, verstehe deine Schilderungen also sehr gut!
    Bei mir waren es kleine Pickelchen an Oberarmen und Oberschenkeln, die ich mit Fingern und Pinzetten bearbeitet habe, bis zur Narbenbildung. Auch das Haare-Zupfen mit der Pinzette habe ich früher gemacht... genau wie du sagst, irgendwie zwanghaft-blutrünstig-befriedigend.
    Ich hatte schon als Kind die Tendenz, "störende" oder "überflüssige" Körperteile destruktiv zu bearbeiten... Haare beißen, Nägel kauen, das Innere der Lippen und Wangen blutig beißen (das mache ich heute noch ganz unbewusst, wenn ich Stress habe oder mich sehr konzentriere). Es hatte für mich immer etwas reinigendes, als würde man sich häuten.
    Als ich dann (auch aus diversen anderen Gründen) eine Psychotherapie begonnen habe, konnte ich dieses Verhalten mit meinen anderen Themen in Verbindung bringen. So wie ich nicht anders konnte, als den einen kleinen Pickel auf meinem Arm aufzukratzen bis es blutete, so konnte ich auch mental nicht von den (an sich auch kleinen!) negativen Aspekten meines Lebens lassen, um die meine Gedanken oft wochenlang wie zwanghaft kreisten. Das Gefühl des physischen und psychischen selbstzestörerischen Grabens war für mich so ähnlich, dass es einfach zusammenhängen musste!
    Dank Therapie habe ich nun beides recht gut im Griff. Zwar wurde das Verhalten gar nicht konkret bearbeitet, aber eben die Auslöser dieser auf allen Ebenen "grabenden" Eigenart von mir generell besprochen (Kindheit etc.). Und dieser Sommer war der erste seit fast 10 Jahren, in dem ich mich wirklich sorgenfrei in kurzen Hosen und Shirts zeigen konnte, weil wirklich keine zerkratzten Stellen an mir waren!
    Ein wichtiger Faktor war Leerlauf und Langeweile - sowohl die elenden Gedankenspiralen als auch das doofe Kratzen und Zupfen kamen immer, wenn ich mit meinem Kopf alleine war. Seit ich darauf achte, einen geregelten, gut gefüllten Tagesablauf zu leben, kommt beides viel seltener vor! Und wenn ich mal garnicht weiß, wohin mit meinen Fingern und es mich schon wieder juckt, irgendwo zugange zu sein, beschäftige ich meine Hände einfach - Tetris heißt das Zauberwort (oder Klavier, oder Stricken, was immer du magst!).

    Hoffe, meine Geschichte hilft dir und anderen weiter!
    lg Radisi
    Du bist ein lebender Mensch, eine Frau, und kannst irren und zweifeln und gut sein. (Erich Fried)

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    AW: Skin picking ...wer kennt das noch?

    Zitat Zitat von Radisi Beitrag anzeigen
    Hi, Lyanna!
    Ich hab deinen Thread gerade erst entdeckt - wie läuft es denn mittlerweile?
    Ich kenne / hatte das Problem auch, verstehe deine Schilderungen also sehr gut!
    Es hatte für mich immer etwas reinigendes, als würde man sich häuten.

    Als ich dann (auch aus diversen anderen Gründen) eine Psychotherapie begonnen habe, konnte ich dieses Verhalten mit meinen anderen Themen in Verbindung bringen.

    Das Gefühl des physischen und psychischen selbstzestörerischen Grabens war für mich so ähnlich, dass es einfach zusammenhängen musste!
    Dank Therapie habe ich nun beides recht gut im Griff. Zwar wurde das Verhalten gar nicht konkret bearbeitet, aber eben die Auslöser dieser auf allen Ebenen "grabenden" Eigenart von mir generell besprochen (Kindheit etc.).

    Ein wichtiger Faktor war Leerlauf und Langeweile - sowohl die elenden Gedankenspiralen als auch das doofe Kratzen und Zupfen kamen immer, wenn ich mit meinem Kopf alleine war.

    Seit ich darauf achte, einen geregelten, gut gefüllten Tagesablauf zu leben, kommt beides viel seltener vor! Und wenn ich mal garnicht weiß, wohin mit meinen Fingern und es mich schon wieder juckt, irgendwo zugange zu sein, beschäftige ich meine Hände einfach - Tetris heißt das Zauberwort (oder Klavier, oder Stricken, was immer du magst!).

    Hoffe, meine Geschichte hilft dir und anderen weiter!
    lg Radisi
    Hallo Radisi

    Ja, deine Geschichte hilft mir weiter! ich danke dir sehr für deine Schilderung.

    Eines habe ich wieder mal festgestellt ...auch über dieses Thema, dass für mich als Betroffene oft sehr belastend ist, kann ich mich nur mit ebenfalls Betroffenen unterhalten.
    Das ist schon schwer genug ...
    Die meisten reden sowieso nicht gern darüber ...oder machen sich lustig ...um abzuwiegeln.
    Natürlich muss das Thema nicht aufgebauscht werden, dennoch ist es unumwunden einfach doof, damit behangelt zu sein.

    Mir geht's wie dir ...wenn ich beschäftigt bin, komme ich gar nicht auf die Idee, meine Haut zu bearbeiten.
    Mir ist bewusst, dass ich diese Drückerei erst seit dem Tod meines Mannes (vor knapp 10 Jahren) praktiziere ...immer, wenn ich kurz vor einer Panikattacke stehe, die Angst übermächtig wird, mein Herzrasen zunimmt ...dann ab vor den Spiegel und mit der Druckerei alles um mich rum vergessen ...
    (Möglicherweise bestrafe ich mich, weil ich übriggeblieben bin?)
    Ich bin allein, Ansprechpartner habe ich weiter nicht, und mein Tagesablauf ist auch zwangsläufig sehr eingeschränkt.

    Nun ja, nach meinem Therapeutenbesuch hatte ich noch 2x richtige Drückanfälle, ansonsten ist es sehr viel weniger geworden.

    Wenn ich schreibe, telefoniere oder eine mehr oder weniger interessante Beschäftigung habe, komme ich gar nicht dazu, zu quetschen.
    Aber manchmal reichen 5 Minuten, um all die guten Vorsätze zu vergessen ...dann muss es einfach sein, obwohl da gar nicht ist!
    Das ist ja das Blöde daran!

    Wenn es so bleibt, wie es jetzt ist, will ich nicht meckern, aber ich kann jetzt auch nicht sagen, was heute abend ist?
    Ich stehe durch Modernisierungsmassnahmen hier im Haus unter Dauerstress (war mir erst gar nicht so bewusst) und garantieren kann ich für gar nichts.

    Doch jeder Tipp, jede Geschichte hilft mir irgendwie weiter ...weil ich mich gegebenenfalls daran erinnere.

    Ich danke dir sehr für deine Offenheit. .

    Ganz liebe Grüsse und einen schönen Sonntag

    Lyanna

  4. Moderation

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    AW: Skin picking ...wer kennt das noch?

    Lyanna, ich kenne das auch aus der Zeit zwischen Mitte 20 und Ende 30. Bei mir war es auch so eine Art Druckablassen, ich bin immer dann vor den Spiegel gelaufen, wenn es irgendwo klemmte, ich mit einer Sache nicht weiterkam oder mich etwas fürcherlich nervte. Ich nehme an, das war so eine Art Übersprungreaktion.
    Heute geh ich ums Karree oder lenk mich mit anderen Dingen ab.

    Ich kenne eine Frau, die sich in Situationen, wenn sie nicht weiter weiss, mit einer Nagelschere die Haare schneidet. Sie trägt schon einen Meckischnitt. Das kann auch quälerisch sein.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

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    AW: Skin picking ...wer kennt das noch?

    Auch wenn der Strang hier schon älter ist, möchte ich etwas dazu beitragen.

    Ich quetsche nicht im Gesicht, weil (oder obwohl?) ich Rosazea habe. Mein Betätigungsfeld sind meine Arme und Beine. Dort lassen sich jederzeit irgendwelche Knübbelchen, halblose Hautschuppen o.ä. finden. An diesen "operiere" ich notfalls auch mit einem Nagelknipser rum.

    Ich muss dazusagen, dass ich extrem trockene und empfindliche Haut habe und Marcumar (Blutverdünner) nehme. Wenn endlich Blut fliesst, bin ich . . . keine Ahnung, wie ich es ausdrücken soll . . . zufrieden? Befriedigt? Erleichtert?

    Seit einigen Jahren bin ich wegen Depressionen in Therapie, aber ich traue mich nicht, meiner Therapeutin oder auch nur meiner Hausärztin davon zu erzählen.

    Mein Mann hat mir, als er mich mal beim "operieren" erwischt hat, gesagt, dass er Angst davor hat, dass ich irgendwann anfange, mich zu ritzen. Er weiss glücklicherweise nicht, dass ich danach oft Verlangen habe, aber wegen des Marcumars mit einiger Beherrschung darauf verzichte.
    lg Susi


    **************************************************
    Ich habe keine Macken.
    Das sind Special Effects


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    AW: Skin picking ...wer kennt das noch?

    Zitat Zitat von SusiausmSauerland Beitrag anzeigen
    Auch wenn der Strang hier schon älter ist, möchte ich etwas dazu beitragen.

    Seit einigen Jahren bin ich wegen Depressionen in Therapie, aber ich traue mich nicht, meiner Therapeutin oder auch nur meiner Hausärztin davon zu erzählen.

    Hallo SusiausmSauerland,

    herzlich willkommen hier in diesem Forum
    Mein Tipp für dich:
    unbedingt mit deiner Therapeutin darüber sprechen!

    Meine Therapeutin hat mir einiges dazu gesagt und mir die Angst genommen, dass es ausarten kann.
    Ich wusste gar nicht, dass dieses Skin picking eine behandlungsbedürftige Therapie erfordern kann ...weil ...da steckt ja was dahinter.(Das hatte ich ja auch vermutet ...)

    Also ganz weg ist es bei mir nicht, gelegentlich falle ich noch mal in die OP-Wut zurück, aber dabei bin ich viel sanfter und vorsichtiger als früher, doch es passiert sehr viel seltener als noch vor einem Jahr.
    MIR hat es genutzt, mit meiner Therapeutin darüber gesprochen zu haben.
    Sprich das Thema beim nächsten Termin doch mal an?
    "Schimpfen" wird sie auf keinen Fall ...
    möglicherweise bringt es dich auf deinem Therapieweg ein Stück vorwärts, wenn sie davon weiss?
    Es würde auch mich interessieren, was sie dazu zu sagen hätte?

    Alles Gute für dich und lieben Dank für deinen Beitrag

    Lyanna

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    AW: Skin picking ...wer kennt das noch?

    Hallo Lyanna,

    danke für den Denkanstoss. Meinen nächsten Termin habe ich erst gegen Mitte/Ende September wg. Urlaub Therapeutin und Urlaub meiner Wenigkeit.

    Werde mir dann ein Herz fassen, weil das wirklich Perverse an der Geschichte ist, dass ich das "Überflüssige" auch noch kaue und schlucke. Puh, das ist gerade das erste Mal, dass ich das erzähle . . . tut aber gut, es mal rauszulassen.
    lg Susi


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    Ich habe keine Macken.
    Das sind Special Effects


  8. Inaktiver User

    AW: Skin picking ...wer kennt das noch?

    Guckt auch mal unter Akne excorie! Darunter kenne ich das.

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