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    Allein aufhören?

    Hallo,

    auch ich will aufhören. Aber ich habe weder einen Hausarzt (bin ja nie krank, habe einen Zahnarzt und eine Gynäkologin) noch einen Psychotherapeuten. Ich muss das allein hinkriegen, idealerweise, ohne das andere das überhaupt mitbekommen (Firma, Ex-Ehemann). Ich funktioniere wunderbar, wie immer. Es läuft alles wie immer, (allein versorgtes) Kind ist so glücklich wie es das Kind eine Solo-Mum sein kann (glaub ich), Job wuppt, allet jut. Nur trinke ich jeden zweiten Abend echt viel (Flasche Wein +). Mir ist klar, dass das nicht gut ist und ich will aufhören. Aber wie kann das gehen, wenn es nur negative Folgen haben kann, dieses Alki-Problem zuzugeben? Bzw. es einfach nicht möglich ist, ein- oder sogar mehrmals die Woche zu AA-Treffen zu gehen? Wenn ich das öffentlich mache, ist sowohl Kind als auch Job in Gefahr. Dann doch lieber weiter funktionieren, oder? Oder geht das doch alleine?

    LG,
    Katatinka

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    AW: Allein aufhören?

    Hallo Katatinka - Du bist so mutig, hier einen neuen Strang mit diesem Thema aufzumachen. Wieso solltest Du nicht so mutig sein, Dich Deinem Problem zunächst ganz alleine zu stellen - in einem Zeitrahmen z.B. von 3 Monaten - und wenn es nicht gelingt, doch den Schritt zu den AAs zu machen.
    Du hast schon angefangen, mach doch einfach weiter.

    Ein Freund von mir hat es ganz alleine geschafft - in 4 Wochen - und das ist 15 Jahre her. Er hat deutlich mehr konsumiert und einen kalten Entzug in seiner Wohnung gemacht. Und heute steht in seinem Kühlschrank immer Rotwein ---- zum Kochen.
    Er würde nie mehr daran nippen.
    Und mit dem Rauchen hat er auch aufgehört vor Jahren.

    lg m

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    AW: Allein aufhören?

    Hallo katatinka,

    was hindert Dich zu einem Arzt zu gehen und Dein Problem zu schildern? Bisher hattest Du eben keine gesundheitlichen Probleme und daher auch keinen Hausarzt.

    Du könntest auch einen Termin beim Psychiater ausmachen oder eventuell die suchtmedizinische Ambulanz einer größeren (Uni) Klinik aufsuchen.
    Der Vorteil bei letzteren ist, dass sie auf diesem Gebiet tatsächlich Experten sind und sich mit Alkoholismus etc. und Therapieformen sehr gut auskennen.
    Sie haben deshalb auch mehr Verständnis als (manche) Allgemeinärzte.

    Kalter Entzug kann klappen, aber kann auch gefährlich werden (Entzugsdelir) und darum bin sehr für ärztliche Begleitung.
    nur weil Du bisher keinen Hausarzt hattest musst Du das nicht alleine lösen. Es ist auch nicht zwingend ein Entzugsdelir zu bekommen, aber kann durchaus der Fall sein.

    Ich finds wichtig, dass Du eine Person Deines Vertrauens hast, die Dir beisteht, gerade auch wel Du ein Kind hast.
    Und mit ärztlicher Hilfe ist es besser, suche Dir bitte einen tauglichen Arzt. Dein Arbeitgeber erfährt davon nichts ärztliche Schweigepflicht)

    Das "Alki" Problem geht die anderen ja nix an, die "negativen" Folgen sind allgemein die fehlende Akzeptanz von Krankheiten, die auch die Seele betreffen.

    Geht Leuten mit Depressionen leider auch oft so, dass sie nicht verstanden werden.

    Was mir gerade noch einfällt: Suchtberatungsstelle, die Beratung kostet Dich nichts, die haben oft Listen mit Ärzten die für Suchtprobleme Hilfe und Akzeptanz aufbringen.

    Hast Du noch jemanden im Freundeskreis, mit dem Du darüber sprechen könntest?
    Geändert von Elixia (14.10.2015 um 23:11 Uhr)

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    AW: Allein aufhören?

    Hallo Katatinka,

    folgenden Text schrieb ich mal jemandem, der die gleiche Frage stellte wie du:

    Da du fragst, möchte ich dir antworten, so gut ich es kann.

    Du fragst, ob du es ohne Hilfe schaffen könntest?
    Das kannst nur du selbst erfahren, bei den meisten, die aufhören wollen, klappt es nicht oder nur ganz kurzfristig.

    Ich weiss nicht, ob ich ohne SHG dauerhaft trocken gelebt haben würde, ich brauchte den Austausch und die Ansprache und auch den sicheren Raum.
    Ich habe nirgends soviel über mich gelernt und erfahren wie in meiner Gruppe ...
    ausser in der Therapie, aber das war dann doch noch mal was anderes.
    Das kann so ein Forum nicht leisten.
    Ein Forum wäre für mich nur ein Einstieg gewesen, wenn es damals die Möglichkeit gegeben hätte.

    Eine Selbsthilfegruppe unterstützt dich bei all deinen Fragen, und die Menschen, die du dort triffst, wissen alle,
    wie es dir geht und wie du dich fühlst ...
    denn sie erleben es genau so wie du und alle wissen, wovon du sprichst, wenn du sprichst!
    Du kannst ja auch erstmal nur zuhören und hast so die Möglichkeit, dich in etlichen Geschichten der anderen wiederzuerkennen.
    Fragen werden auch gerne beantwortet.

    Aus einer Shg dringt auch nichts nach draussen ...das ist oftmals die grösste Angst der Betroffenen ...
    was tu ich, wenn mich dort einer kennt?
    Der ist auch dort, um zu erfahren, was er tun kann, um sich selbst helfen zu können.

    Es gibt keine Garantie, dass du mit einer SHG trocken bleibst, aber die Chancen stehen allemal besser,
    als wenn du dich allein durchwurschtelst.
    Vielleicht kommst du dann sogar darauf, dass dir eventuell eine Suchttherapie gut tun würde?

    Alles Gute für dich


    Lyanna

  5. Inaktiver User

    AW: Allein aufhören?

    Hallo Katatinka

    deinem Post entnehme ich, dass du nicht jeden Tag trinkst - aber wenn du einmal angefangen hast, nicht mehr aufhören kannst.

    Hast du schon einmal versucht, für einen längeren Zeitraum keinen Alkohol zu trinken?
    Wie hast du dich dabei gefühlt?

    Mir hat vor anderthalb Jahren das Lesen in diesem Forum geholfen. Das Wissen, dass ich nicht die Einzige bin, war sehr erleichternd.
    Und es hat mich dazu animiert, über meine Trink-Karriere nachzudenken.
    Wie kam es, dass ich von Gelegentlich-ein-Glas zu Jeden-Abend-eine-Flasche gekommen bin?
    Wann wurde aus dem "Können" ein "Müssen"?

    Du schreibst, du wärst eine funktionierende Alleinerziehende.
    Heißt das, sobald dein Kind im Bett ist, bist du allein und du greifst zum Alkohol? Oder leistet die jemand Gesellschaft und bechert mit.

    Dass du hier schreibst, ist schon mal ein großer Schritt der nächste wäre vielleicht, heute das erste Glas stehen zu lassen.

    Liebe Grüße
    Sylvestris

  6. Inaktiver User

    AW: Allein aufhören?

    Hallo Katatinka,

    Musst du das Problem denn "öffentlich" machen?
    Bei mir wissen es die Menschen, denen ich vertraue.
    Gut, mein AG weiß auch Bescheid, aber das war kein Problem. Wir haben eine Suchtberatung und ich war auf Reha, also krank. Mein AG hat zu mir gehalten und tut es immer noch.

    Ich habe mal einen schönen Spruch in den Gruppen gehört: du schaffst es nur alleine, nur alleine schaffst du es nicht.
    Wo ein Wille ist, lässt sich auch einiges bewegen.
    Das Wichtigste ist, das erste Glas stehen zu lassen. Schaffst du das? Kannst du ein paar Tage ohne? Dann würde ich dir eine laaaange Durststrecke empfehlen. Wenn du das nicht schaffst, nimm unbedingt Hilfe in Anspruch.
    Anlaufstellen: siehe oben (meine Vorschreiberinnen.

    Alles Gute!

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    AW: Allein aufhören?

    Liebe katatinka,

    es ist ein erster Schritt und sehr mutig, dir einzugestehen, das ein Problem besteht.
    Deine Gedanken scheinen dir noch etwas im Wege zu stehen. Sicherlich kann es auch negative Folgen haben, wenn man offen mit einem Suchtproblem umgeht, aber nicht nur. Oft malen wir uns im Vorfeld Horrorszenarien aus, wie das Umfeld wohl reagieren und was uns alles Schreckliches blühen wird. Eher wenig davon bewahrheitet sich. Manchmal ist es auch ein Symptom der Sucht, die dem Betroffenen einflüstert, doch lieber weiter zu verheimlichen. So hält sie sich ein Hintertürchen offen.

    Ich begleite viele Alkohol-, Drogen- und Medikamentenabhängige Patienten (wenn ich mal grob ausrechne waren es bisher insgesamt fast 2300) und ein paar Sachen kann ich dir aus Erfahrung sagen:
    1. Kinder werden nicht leichtfertig "weggenommen". Ich kann deine Angst verstehen und ich kenne deine Lebensumstände nicht. Sicherlich haben deine Befürchtungen ihre Begründung. Aber die Vorstellung, es komme "mal eben" jemand um die Ecke (Jugendamt o.ä.) und könnte das Kind von der Mutter trennen, stimmt so nicht.

    2. Du kannst dich an jede Drogenberatungsstelle und an jeden Arzt oder an ein Krankenhaus wenden. Es muss nicht zwangsläufig der Hausarzt sein. Man wird dir weiterhelfen, ganz bestimmt. Ärzte und Beratungsstellenmitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht. Du kannst also bedenkenlos hingehen. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du zum Arzt Vertrauen fassen kannst, weil du ihn noch nicht kennst, mache zunächst einen Termin zur normalen Vorsorge aus oder sage ganz offen, dass du ihn/sie erst bei einem Termin kennen lernen möchtest. Dann kannst du in Ruhe schauen, ob du dich öffnen möchtest oder nicht. Vielleicht wäre ein erster Schritt auch die Telefonseelsorge. Die Nummer ist 0800/1110111 und 0800/1110222

    3. Es gibt solche und solche Arbeitgeber, du kannst am besten einschätzen, wie deiner "tickt". Ich arbeite in der beruflichen Reha und die Probleme am Arbeitsplatz entstanden bei dem allermeisten unserer Patienten durch den verdeckten Konsum und seine Folgen, nicht aber durch das "Offenlegen" der Erkrankung. Im Gegenteil: So mancher Arbeitgeber hat zuvor nicht verstanden, was mit seinem Mitarbeiter los ist, und war nach einem Arbeitgebergespräch erleichtert, endlich zu wissen, was nicht stimmt und helfen zu können. Viele Arbeitgeber sind sehr kooperativ, auch die, bei denen unser jeweiliger Patient dies nicht erwartet hätte.

    4. Ein kalter Entzug auf eigene Faust ist keine gute Idee und sehr gefährlich. Denke noch mal über einen qualifizierten Entzug nach... Gerade aktuell habe ich einen Patienten, der bei dem Versuch, eigenständig zu entziehen, schwere Krampfanfälle erlitt und zwei Wochen ins künstliche Koma gelegt werden musste. Es muss nicht so laufen, es kann auch gut gehen. Aber das weiß man eben im Vorfeld nicht.

    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und eine gute Entscheidung! Liebe Grüße, coquette

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    AW: Allein aufhören?

    Hey katarinka und auch die anderen die den großen, sehr vernünftigen schritt wagen. Großen respekt an euch und ich drück euch ma auch die daumen.

    Ich hatte letztes jahr ein halbes jahr lang nix getrunken. Ok anonyme alkoholiker würden sich jetzt vielleicht auf die schenkel klopfen aber ich habe einfach konsequent aufgehört (abgeturnt fürs erste vom alk da der abend davor einfach zu typisch war warum alkohol auch scheisse sein kann). Ich war auf geburtstagen und in clubs etc aber ich hab mir und meinen leuten immer wieder gesagt dass ich erst trinke wenn ich denke dass es vom zeitpunkt her verschmerzbar ist.

    Ich hatte dann meiner vernünftigen zeit nen cut gemacht als ich mit meinen nichten feiern war. Irgendwo schade klar aber ich war trotzdem stolz auf die 112 tage komplett ohne. Mitm rauchen und mitm trinken aufzuhörn ist meiner meinung nach gar net so unähnlich. Die sucht kommt so häufig wegen den gewohnten routinen (feierabendbierchen, zigarette nachm essen) und der körper schlägt alarm.

    Die ersten 1-2 wochen sind halt echt brutal sowohl beim trinken als auch beim rauchen aber mit viel ablenkung und vielen kaugummis gings dann eigentlich bei mir. Mir haben da 2 sachen geholfen:

    Die deutlich spürbaren erfolgserlebnisse (man spürt wie nach ner zeit der körper aufblüht und sich versucht zu erholen) und der wachsende berg kalendertagen an denen man stark geblieben ist (es ist schwieriger ne einjährige Abstinenz weg zuschmeißen als ne einwöchige).

    Ich kann jedem nur empfehlen mitm trinken aufzuhören (und mitm rauchen natürlich auch). Ich sag auch nix dagegen wenn jemand sich angewöhnt hat nur am wochenende oder in größeren abständen zu trinken. Allerdings gehör ich zb zu dem verein die ein glas (oder ne flasche) trinken und dann noch weiter trinken wollen. Da bin ich auch jetzt hier im thread wohl net der einzige.

    Klingt jetzt dumm und leichter gesagt als getan aber einfach probieren aufzuhören. Und vielleicht hilft es ja auch wenn man bereits anfängt vom eigenen gesunden zukunfts-ich zu schwärmen. Mir hats ein wenig geholfen denn egal wie besoffen man ist es liegt auf der hand das alkohol gift für den körper und für den geist ist.

    EDIT: sollte mans aber net auf die reihe kriegen alleine aufzuhören dann würde ich allerdings auch zu professioneller hilfe raten

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