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  1. Inaktiver User

    AW: Ich trinke zu viel und muss damit aufhören

    Ja, ich habe auch alkoholfreie Tage und ich trinke meistens nur am Abend.
    Es kam auch schon zwei/dreimal am Tag vor, wenn ich der Meinung war, etwas nicht auszuhalten. Dann habe ich aber am Abend nichts getrunken.

    @wilhelma, danke für Deinen Beitrag.

    Genau diesen nüchternen Blick will ich manchmal halt nicht. Dabei ist er gar nicht schlecht. Das ist ja das komische. Eigentlich ist alles gut und ich habe jeden Grund glücklich und zufrieden zu sein. Ich mache mir um Dinge Sorgen die es genau betrachtet nicht wert sind. Und da sehe ich ja den Ansatz. Ich habe es ja schon geschrieben, es ist viel passiert in den letzten Jahren, jetzt ist die Zeit wo irgendwie alles wieder gut ist, ich zur Ruhe kommen kann und es einfach nicht geniessen kann.

    Liebe Grüße

  2. Inaktiver User

    AW: Ich trinke zu viel und muss damit aufhören

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich habe heute den Tag genutzt viel darüber nachzudenken und das "hart erarbeiten" klingt gut. Ich bin jemand der sehr stark ist und sich alles erarbeitet. Nur hier fühle ich mich gerade so schwach. Mache ich es mir zu einfach? Einfach zu trinken, anstatt das Unglück auszuhalten und lieber mit klarem Kopf daran zu arbeiten? Und wenn ich nicht mehr genug Kraft habe nach den letzten Jahren?
    Ich habe nicht den Eindruck, dass du es dir zu einfach machst. Sondern ja offenbar gewohnt bist, hart zu arbeiten.

    Manchmal ist das Unglueck ja auch so gross, so dass der Schmerz kaum auszuhalten ist und betaeubt werden will. Den Schmerz anzunehmen bedeutet sich Zeit fuer sich zu nehmen. Ich habe den Eindruck, du bst sehr erschoepft.

    windless, was ich nicht verstehe, sind die Zusammenhaenge. Du schreibst einerseits, dass sich dein Leben in den vergangenen Jahren sehr veraendert habe - offenbar nach schweren Zeiten zum Guten. Und dann wieder beschreibst du einen Schmerz, den du nicht aushalten kannt. Auch schreibt du etwas von 14 Tagen, die das noch dauern werde.



    Es gibt in jeder halbwegs grossen Stadt Selbsthilfegruppen - da kannst du hin gehen.

    Und es gibt Therapeuten, die sich mit dir und deiner Sucht beschaeftigen koennen.

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    AW: Ich trinke zu viel und muss damit aufhören

    Hallo Windless,

    eine Depression ist nichts,
    wofür man sich schämen müsste.
    Auch eine Alkoholkrankheit ist kein Grund zur Scham, wohl aber dazu, sich Hilfe zu suchen.

    Zum Thema Medikamente:
    moderne Antidepressiva machen nicht süchtig, und sie sind auch keine Glücklichmacher.
    Sie können aber den Erkrankten in die Lage versetzen, Probleme mit klarem Blick anzugehen und wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

    Benzodiazepine bzw. Beruhigungsmittel machen sicher sowohl kurzfristig happy als auch süchtig, aber so ohne weiteres bekommst Du die heutzutage gar nicht verschrieben, und wenn, dann nur für sehr kurze Zeit (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel).

    Medikamente bekommst Du beim Psychiater/Neurologen.

    Beim Psychologen/Psychotherapeuten wird in der Regel gar nichts verschrieben, sondern geredet und aufgearbeitet.

    Ich persönlich halte die Kombi aus Antidepressiva und Therapie für einen regelrechten Segen und werde nie wieder aus falschem Stolz sinnlos vor mich hinleiden - ganz im Gegenteil, ich bin stolz darauf, mir Hilfe gesucht zu haben, und darauf, was ich damit erreicht habe.

    Und ich möchte Dich von ganzem Herzen ermutigen, das auch zu tun.
    Im Idealfall: nüchtern, aber notfalls auch erstmal einfach so.
    Alles Liebe und Gute für Dich!

  4. Inaktiver User

    AW: Ich trinke zu viel und muss damit aufhören

    Glueck auszuhalten ist nicht einfach. Insbesondere, wenn man es nicht gewohnt nicht und nach traumatischen Erfahrungen.


    Ich habe den Eindruck, dass du dich nicht spuerst, windless.

    Das heisst, es waere gut fuer dich, etwas fuer deinen Koerper zu tun. Ein Spaziergang am Abend und danach ein paar Seiten in einem schoenen Buch, koennte der Ansatz sein, dich selbst spueren zu lernen.

  5. Inaktiver User

    AW: Ich trinke zu viel und muss damit aufhören

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eine Psychotherapie zu beginnen ohne dein Suchtproblem im Griff zu haben ist, als würdest du an sich wirksame Hilfe hintenrum boykottieren, eben weil die dort erhofften Erkenntnisse dich nicht in voller Klarheit erreichen können.

    Hallo wilhelma .

    Ich schaetze dich sehr, doch hier muss ich energisch widersprechen. Eine Psychotherapie ist der Weg, um aus einer Suchtproblematik zu kommen. Was sonst? Auch in einer Suchtklinik arbeiten Therapeuten mit den Patienten. Wie sollte es denn auch anders funktionieren?

  6. Inaktiver User

    AW: Ich trinke zu viel und muss damit aufhören

    Hallo Julifrau,

    dass mir beim lesen Deiner Beiträge die Tränen kommen zeigt, wie sehr Du ins schwarze getroffen hast. Ich fühle mich wirklich erschöpft und der Alkohol macht es nicht besser. Wilhelma hat Recht: Der Alkohol raubt mir noch zusätzlich Kraft.
    Mich spüren, das habe ich auch schon für mich formuliert, versuche auch einiges zu machen. Wellness, Sport usw. aber irgendwie macht es nicht klick.

    Zu den Zusammenhängen: In den letzten Jahren habe ich mir sehr nahestehende Menschen verloren. Einer davon stand mir 15 Jahre so nah wie kein anderer. Später hatte ich eine Affäre mit meinem heutigen Mann. Das war eine furchtbare Zeit für alle, die seine Spuren hinterlassen hat und es mir unheimlich schwer macht damit umzugehen, dass der Kontakt zu seiner damaligen Freundin heute so gut ist. Ich unterstütze das voll, sie haben zwei Kinder und da ist das unheimlich wichtig.

    Liebe Grüße

  7. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Ich trinke zu viel und muss damit aufhören

    Opelius
    Du wirst sehen, sobald Du Deine Trinkgewohnheiten halbwegs in den Griff bekommen hast, kehrt Glück ein. Glück, das Du Dir dann hart erarbeitet hast.
    Ich finde den Ansatz von Opelius sehr wichtig und das stimmt allemal. Wenn du aufhörst mit dem Trinken, wirst du dich stolz fühlen mit der Zeit und auch wieder einen besseren Zugang zu deinen Glücksgefühlen bekommen. In Phasen nämlich wo man sich allabendlich die Birne zuknallt kommt am nächsten Tag sehr wenig Freude auf.

    Ich habe auch zeitweise meine Abende mit einer Flasche Wein verbracht, sagen wir aus Langeweile, Frust, Überdruss oder einfach nur um im Nebel zu hocken, wo die Sicht beschränkt ist und sich für die abendlichen Stunden Leichtigkeit und Unbeschwertheit VOR ZU GAUKELN.

    Hilft aber alles nichts, wird nicht besser davon, die Haut, die Figur, der Schlaf und die Selbstsicherheit leiden, das lohnt einfach nicht.

    Und hör unbedingt mit dem Schnaps auf; zumindest finde ich persönlich das sehr wichtig, da das Abhängigkeitspotential doch sehr, sehr hoch ist.

    Ich drücke dir die Daumen für eine trockene Zeit und wenn du mal umkippst nie aufgeben und wieder weiter machen und den Mut, wenn du das alleine nicht packst einen Entzug anzupeilen. Die Kliniken nehmen schnell auf wenn du eine Einweisung vom Arzt hast. Und vorab gleich montags Termine bei einem Therapeuten ausmachen, dafür brauchst du ein Rezept vom Hausarzt, denk dran, die Wartezeiten sind lange,

    Souvenir

  8. Inaktiver User

    AW: Ich trinke zu viel und muss damit aufhören

    Hallo Schmitti,

    auch Dir vielen Dank für Deine Worte. Sie machen mir Mut.
    Es fällt mir wirklich nicht leicht tätig zu werden, eben genau wegen der Scham. Heute hier zu schreiben war eine große Überwindung und im Eifer meines Gefechts habe ich mich ja direkt heute Morgen mit meinem Mann zum essen heute Abend verabredet und angekündigt etwas mit ihm besprechen zu wollen. Aber der Mut dazu schwindet und ich erwische mich dabei zu überlegen was das wichtige wohl sein kann.

    Liebe Grüße

  9. Inaktiver User

    AW: Ich trinke zu viel und muss damit aufhören

    Hallo Souvenir,

    ich nehme mir Deine Worte zu Herzen. Danke.

    Liebe grüße

  10. User Info Menu

    AW: Ich trinke zu viel und muss damit aufhören

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo wilhelma .

    Ich schaetze dich sehr, doch hier muss ich energisch widersprechen. Eine Psychotherapie ist der Weg, um aus einer Suchtproblematik zu kommen. Was sonst? Auch in einer Suchtklinik arbeiten Therapeuten mit den Patienten. Wie sollte es denn auch anders funktionieren?
    Eine Psychotherapie beginnen und das Suchtproblem (Alkohol) nebenbei zu eleminieren, ist meist nicht möglich!

    Ich hab's damals auch nicht gewusst ...aber als Erstes musste ich eine Suchttherapie machen, um dann später zur Psychotherapie übergehen zu können.
    Das passte mir gar nicht und ich konnte es auch seinerzeit nicht verstehen, warum das so sein musste ...im Nachhinein ist es mir total klar.

    Das grösste Problem ist der Alkohol!
    Um dem auf die Spur zu kommen, braucht es spezielle Therapeuten, die genau dafür zuständig sind.
    Unter Alkohol klappt nichts (mehr), und so ist es angemessen, die Gründe dafür zu finden, warum getrunken werden MUSS, weil ES sonst nicht zu ertragen oder auszuhalten ist!

    Ich hatte mir meine Gründe dafür zurechtgelegt ...und doch sind sie alle irgendwann in der Luft zerplatzt.
    Keiner hat sie mir zerplatzen lassen, das ist so nach und nach von selbst geschehen, durch "Arbeit und Erkennen" an mir selbst.

    Ich habe viele Menschen kennengelernt, die 10 oder mehr Jahre Psychotherapie machten und dann nach Hause gingen und sich besoffen ...bis zur nächsten Therapiestunde ...
    Als sie sich öffnen konnten und genau das Alkoholproblem ansprachen, konnte ganz langsam HEILUNG beginnen.
    Ob sie dauerhaft besteht, weiss ich nicht, aber der Heilungsprozess konnte einsetzen.

    Viel Glück, Ausdauer und Mut für den Weg der Trockenheit

    Lyanna

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