Ich möchte mal hier mein Problem schildern um mir eventuell selber über einiges klar zu werden. Bestenfalls könnt ihr mir vielleicht auch weiter helfen. Schon mal Danke fürs zuhören im Voraus.
Mein Mann (48) trinkt zuhause gar nichts, ausser es kommt mal Besuch. Allerdings ranken sich all seine Freizeitaktivitäten (insofern man da von Aktivitäten reden kann) um den Alkohol.
Er ist allgemein ein Genussmensch, auch übergewichtig. Essen und Trinken sind wohl sein Ding. Jede Zusammenkunft mit Freunden, jedes Treffen usw. endet mit zuviel Alkohol. Unter der Woche trifft man sich an bestimmten Tagen bei einem Freund zum "Männerabend". Da hält es sich in Grenzen, bzw. mein Mann trinkt auch mal alkoholfreies Bier.
Mit Schnaps darf er gar nicht erst anfangen, aber ich glaube das hat er endlich selber eingesehen. Beim Schnaps erfährt er eine schlimme Wesensveränderung und natürlich einen Vollrausch bei dem er sich am nächsten Tag auch an nichts mehr erinnert.
Am Wochenende gibt es meistens einen Anlass um einen über den Durst zu trinken. Ich weiss im voraus, dass bestimmte Aktivitäten mit den entsprechenden "Freunden" ausarten.
Es mag gar nicht mal so geplant sein und es kann sein, dass er mich um 18 Uhr noch anruft, sagt er esse nur noch schnell was und komme dann heim und das wars dann aber auch schon. Dann kommt wieder ein Bier zum andern und der Abend ist gelaufen.
Wir wohnen sehr ländlich. Irgendwo ist immer was los und wenn man in der Garage zusammenhockt.
Mein Problem ist, dass ich erstens mal die ganze Nacht nicht schlafen kann vor lauter dummen Gedanken die ich mir mache. Und zweitens meinen Mann nicht ertrage wenn er dann heimkommt.
Das ist für mich wirklich ganz schlimm. Diese Wesensveränderung, nichts von dem was man sagt erreicht ihn. Meistens ist die Kleidung dreckig, bzw. die Hose vorne nass (es fällt mir schwer das alles zu schreiben) und wenn er dann zuhause aufs Klo geht kann ich danach aufwischen. Mich widert das so an und mit jedem mal verliere ich mehr Respekt vor meinem Mann und die Liebe geht verständlicherweise immer mehr flöten.
Ich habe schon alles durch, was Betroffene ev. auch kennen. Drohen, streiten, heulen etc. Es fruchtet natürlich nichts, die Sucht ist stärker. Wobei ich gar nicht so von einer Sucht reden will, denn mein Mann braucht den Alkohol nicht so wie ein Alkoholiker. Bei ihm ist es nur so, dass sich alle Aktivitäten um das Thema drehen. Und wenn dann mal ein bestimmter Pegel erreicht ist, dann gibt es auch kein Zurück mehr und es wird weiter gesoffen.
Ich habe schon versucht einen anderen Freundeskreis aufzubauen, ihn für andere Hobbies zu begeistern, aber nichts funktioniert. Entweder passen ihm die Leute nicht, oder die Aktivitäten begeistern ihn herzlich wenig. Mehr oder weniger sind seine Freunde für ihn das Alibi trinken zu können. Wäre ja fad einen Freundeskreis zu haben wo mal gepflegt ein Glas Wein getrunken wird und mehr nicht.
Mittlerweile ist es so, dass ich keine Planungen für z.B. Sonntag mache (Einladungen, Kaffeetrinken usw.), wenn ich weiss am Vorabend geht mein Mann irgendwohin. Ich möchte auch nicht, dass Verwandtschaft oder andere Freunde das so mitbekommen, also gehe ich der Sache aus dem Weg indem ich Sonntags lieber allein bleibe.
Wir haben zwei Hunde und ich habe schon versucht ihn diesbzgl. in die Verantwortung zu nehmen, aber auch da ist es schon vorgekommen, dass er seine Pflicht aufgrund des Alkohols vernachlässigt.
Gestern war es wieder besonders schlimm und ich bin der Meinung jetzt muss ich mir Hilfe suchen, denn er läßt sich nicht helfen, bzw. sieht das Problem nicht als Problem an. Für ihn habe nur ich ein Problem damit, was ja auch stimmt.
Wir haben natürlich auch schöne Zeiten, reden auch über vieles, oder unternehmen auch was gemeinsam. Aber mehr oder weniger bekomme ich immer mehr den Eindruck, dass es sich nur noch um eine partnerschaftliche Zweckgemeinschaft handelt.
Und wo setze ich jetzt an? Therapie, Anonyme Alkoholiker? Wie kann ich etwas ändern, bzw. wie kann ich lernen für mich mit der Thematik umzugehen?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 15
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19.01.2015, 12:44Inaktiver User
Quartalssäufer und CoAbhängigkeit
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19.01.2015, 12:51Inaktiver User
AW: Quartalssäufer und CoAbhängigkeit
Ich würde an deiner Stelle zu einer Beratungsstelle für Angehörige gehen. Cariatas oder Anonyme Alkoholiker oder Blaues Kreuz haben dieses Angebot. Dann kannst du dich mal aussprechen.
Da dein Mann kein Problem sieht und sich nicht ändern möchte, musst du das wohl akzeptieren.
Doch du kannst für dich was verändern, damit du dich wieder wohler fühlst und dein Leben genießt,
Karla
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19.01.2015, 12:55Inaktiver User
AW: Quartalssäufer und CoAbhängigkeit
Danke für deine Antwort. Ich werde mich mal bzgl. der Stellen schlau machen.
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19.01.2015, 12:59Inaktiver User
AW: Quartalssäufer und CoAbhängigkeit
Zeichnet nicht einen "Quartalsäufer" aus, dass er nur alle paar Wochen trinkt? Jeder Samstag plus mehrere Abende unter der Woche passt dazu eigentlich nicht, oder?
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19.01.2015, 13:02Inaktiver User
AW: Quartalssäufer und CoAbhängigkeit
Na ja, es können schon auch mal 2 Wochen ohne was dazwischen sein. Wie es sich halt grad ergibt. Aber pro Monat ist mind. ein Vollrausch dabei!
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19.01.2015, 13:34Inaktiver User
AW: Quartalssäufer und CoAbhängigkeit
Ist es deinem Mann eigentlich nicht peinlich Laska, wenn du ihm im Nachhinein sagst, dass er sich in die Hosen pinkelt und das Clo versaut, wenn er betrunken ist?
Karla
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19.01.2015, 13:48Inaktiver User
AW: Quartalssäufer und CoAbhängigkeit
Klar ist es ihm peinlich........bis zum nächstenmal!
Das habe ich alles schon tausendfach durchgekaut. Es hilft nichts.
Ich muss jetzt wirklich nach mir schauen.
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19.01.2015, 13:59Inaktiver User
AW: Quartalssäufer und CoAbhängigkeit
Es gibt bei den Anonymen Alkoholikern eine Gruppe für Angehörige. Ich kann nur raten, da hinzugehen. Aber was die sagen werden wird dir nicht gefallen.
Dein Mann hat m.E. den Anfang zum Alkoholiker gemacht, vielleicht ist er auch schon einer. Das zeigt sich auch daran, dass er, wenn er in Gesellschaft seiner "Freunde" ist, nicht aufhören kann mit dem trinken. Das nennt man Kontrollverlust und diese Menschen sind krank.
Hat er schon mal versucht freiwillig 8 Wochen keinen Alkohol zu trinken? Hält er das ohne Probleme durch? Oder fehlt ihm da der Alkohol?
Ohne Alkohol geht das nicht? Dann ist er krank. Aber das wird ein sehr steiniger Weg, wenn er nicht selbst einsieht, dass er ein Problem hat. Aber auch wenn die Einsicht und der eigene Wille vorhanden ist, ist es sehr schwer. Und die Rückfallquote ist enorm hoch.
Ich habe mich vor über 20 Jahren gezwungener maßen mit dem Thema Alkoholismus beschäftigen müssen, weil ich dieses Problem in meinem Freundeskreis hatte. Glaube mir es ist sehr schwer, aber es geht. Dieser Freund hat es geschafft mit Hilfe der Anonymen Alkoholiker und er trinkt seit 1990 keinen Tropfen Alkohol mehr. Aber er ist sehr ehrlich und sagt auch zu Fremden, wenn ihm Alkohol angeboten wird, nein danke, ich bin trockener Alkoholiker.Geändert von Inaktiver User (19.01.2015 um 14:26 Uhr) Grund: Ergänzung
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19.01.2015, 14:18Inaktiver User
AW: Quartalssäufer und CoAbhängigkeit
Laska,
du beschönigst. Du schreibst, dein Mann bräuchte den Alk nicht "wie ein Alkoholiker".
Doch alles, was du beschreibst, beschreibt einen Alki. Einen Trinker. Einen Säufer. Alles.
Das solltest du zuerst einmal einsehen, bevor du dir irgend welche weiteren Aktionen startest und vor allem aufhören, sofort, ihm sein Alkileben auch noch schön zu machen durch Verstecken, Verleugnen und Wegputzen.
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19.01.2015, 14:26
AW: Quartalssäufer und CoAbhängigkeit
@ Laka, du bist die perfekte Frau für einen Alkoholiker. Das ist nicht böse gemeint
Du arangierst dein Leben um seinen Alkohol herum sogar die Tiere müssen mitmachen. Du versucht, ihn vom Alkohol wegzubekommen, das ist ein Zeichen für Co-Abhänigigkeit, du suchst Entschuldigungen für sein Verhalten, das ist auch ein Zeichen für Co-Abhängigkeit, du bügelst die Dinge aus, die passieren, wenn besoffen ist, dass ist ein Zeichen von Co-Abhängigkeit.
Besser wäre, laß ihn machen was er will und wenn er sich todsäuft ist es seine Angelegenheit. Wenn er alles vollpinkelt, soll er sich darum kümmern, nicht deine Sache. Wenn dir das jetzige Leben mit ihm nicht gefällt, dann kümmere dich darum, dass du ein anderes Leben führst, was dir gefällt.
So lange du nicht einsiehst, dass dein Mann ein Alkoholproblem hat, brauchst du gar nichts zu machen.Geändert von Klecksfisch (19.01.2015 um 14:42 Uhr)
Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.
Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)
Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)


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