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    häusliche Gewalt - was soll ich tun?

    Ich bin 30 Jahre alt, seit knapp 2 Monaten verheiratet.

    Das ist mir vor etwa einer Stunde widerfahren:

    Ich rufe meinen Mann von zuhause aus an. Er ist in einem Gasthaus. Bekannte von uns sitzen bei ihm.

    Einschub:
    Schon unzählige Male gab mein Mann mir einen Anruf weiter (sprich: gibt mir den Telefonhörer oder reicht mich, wenn wir telefonieren, weiter an andere Leute in der Runde, die bei ihm sind). ICH HASSE DAS!! Ich habe ihm schon diverse Male deutlich klar gemacht, dass ich es nicht möchte, UNGEFRAGT weitergereicht zu werden und mit irgendjemandem (auch wenn ich denjenigen kenne) ein Gespräch aufgedrängt zu bekommen.

    ...weiter im Text:
    Trotz des Vorwissens gibt er sein Handy an die Bekannten weiter. Ich sage ihm, dass ich es nicht möchte. Als er es tut, lege ich auf.
    Er ruft ein zweites Mal an. Nach kurzem Gespräch, in dem er ankündigt, dass er mich weitergeben würde, sage ich ihm erneut, dass er mich nicht weitergeben soll. Er tut es wiederholt. Ich lege auf, wiederholt, ohne ein Wort mit den Bekannten gewechselt zu haben.

    Es vergeht ca. eine Viertel Stunde. Er kommt wutschnaubend heim und beschimpft mich aufs Übelste, was mir einfiele, was ich glaubte, wer ich sei, ob man mir ins Hirn geschissen hätte.

    Ich will widersprechen, er wird lauter, schreit mich an. Ich werde ebenfalls laut, um meine Meinung äußern, mir Gehör verschaffen zu können. Dass ich es mir verbitte, dass er mich ungefragt weitergibt und ein Gespräch aufdrängt, das ich gar nicht führen will. Er schreit noch lauter, beschimpft mich zusätzlich, ob ich mich wohl im Recht fühlen würde. Ich bejahe.

    Er kommt körperlich drohend und schimpfend auf mich zu, verweist mich des Zimmers, ich will das nicht mit mir geschehen lassen, will es mir nicht gefallen lassen, seine Drohgebärden steigern sich weiter, er droht mir mündlich mit Schlägen („Ich werde Dich ohrfeigen und in den Arsch treten, dass Du Dich wunderst, Du dumme Sau“), drängt mich unter den Drohgebärden die Treppe hoch, ich schreie vor Angst, er schreit und droht noch lauter (ich solle mein Maul halten, damit die Nachbarn nichts mitbekommen), er rennt hinter mir her, ich flüchte, schlage die Badezimmertür hinter mir zu, schließe mich ein.

    Höre nichts mehr von draußen, das Unrechtsgefühl ist trotz aller Angst so groß, dass ich mein Recht vor ihm erklären möchte. Gehe nach draußen, er sitzt im Nebenraum, ich will mich beginnen zu erklären, er würgt mich wieder rigoros ab, die Drohungen beginnen erneut, diesmal kann ich mich nicht im Bad einschließen, er ist zu nah, ich kauere mich vor der Badewanne zusammen, halte schützend meine Hände über den Kopf, er tritt mich in den Oberschenkel, schlägt mich am Kopf, packt mich im Nacken und drückt fest zu, ich schreie, er schreit, ich solle aufhören zu schreien, geht, ich folge ihm hinunter, will mich wiederholt erklären, weil er immer wieder sagt, dass ich spinnen würde, mich fälschlicherweise im Recht fühlen würde, dass ich Scheiße gebaut hätte, ich Schuld daran wäre, dass ich die Bekannten vor den Kopf gestoßen hätte. Immer, wenn ich mich versuche zu rechtfertigen, weil ich die Anschuldigungen nicht hinnehmen möchte, unterbricht er mich mit seinen körperlichen Drohgebärden, schneidet mir lauthals das Wort ab, beschimpft mich laut, drängt mich wieder dir Treppe hoch, verweist mich des Raumes, in dem er sich aufhält und verweigert das Gespräch.

    Wegen der körperlichen Unterlegenheit und der absoluten Gesprächsverweigerung gehe ich in mein Zimmer.

    Soviel zu der heutigen Situation.

    Geschlagen wurde ich von meinem Mann vor dieser Situation einmal, körperlichen Drohungen und lautstarken Beschimpfungen war ich schon sehr oft ausgesetzt.

    Eigentlich lieben wir uns, führen eine liebevolle Beziehung – auch wenn sich das vielleicht lächerlich anhört.

    Was soll ich nur tun, dass ich in Situationen, in denen mein Mann meine Meinung nicht duldet/sie nicht anhören will und verärgert und aggressiv ist, meine mir zustehende gleichberechtigte Position einnehmen kann?

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    AW: häusliche Gewalt - was soll ich tun?

    Sorry, Jolie, aber ich kann nur sagen, geh, solange noch Zeit dazu ist. Irgendwann hat er Dich so klein gemacht, dass Du Dich nicht mehr traust.

    Ich habe im Bekanntenkreis des öfteren solche Beziehungen mit aggressiven Männern erlebt. Und noch nie erlebt, dass der Mann sich geändert hätte.

    aber verstehen tun das in der regel nur menschen, die erleben durften wie es sich anfühlt, wenn ein hund, eine katze, ein kanarienvogel oder oder oder.... einem durch die augen direkt ins herz gesehen hat.
    (Asisah_Amar)

    "Who's the freak now?"
    ("Ghosts")




  3. Inaktiver User

    AW: häusliche Gewalt - was soll ich tun?

    Liebe Jolie!
    Ich war noch nie in einer Situation wie Du sie beschreibst.
    Grundsätzlich sollte es niemals so weit kommen, dass Du Dir Fragen wie diese:
    Zitat Zitat von la_jolie
    Was soll ich nur tun, dass ich in Situationen, in denen mein Mann meine Meinung nicht duldet/sie nicht anhören will und verärgert und aggressiv ist, meine mir zustehende gleichberechtigte Position einnehmen kann?
    .. stellen musst.
    Dies ist eine Grundvoraussetzung für eine gleichberchtigte Partnerschaft.
    Für Gewalt ist da kein Platz.
    Ich wünschte ich könnte Dich trösten!
    Bitte denk darüber nach, Dich von kompetenten Menschen beraten zu lassen.
    Hier habe ich mal gegoogelt. Sicher ist etwas in Deiner Nähe dabei.
    Ein lieber Gruß von mir und fühl Dich gedrückt.

  4. Inaktiver User

    AW: häusliche Gewalt - was soll ich tun?

    Liebe Jolie,

    aus eigener Erfahrung hast Du genau zwei Möglichkeiten im Moment:

    gehen - und leiden, weil Du eine große Illusion aufgeben mußt
    (die von der Liebe und liebevollen Ehe mit Deinem Mann)

    bleiben - und leiden, weil es sich nicht ändert und immer
    schlimmer wird.

    Eine dritte Möglichkeit wäre - aber das dauert unter Umständen sehr lange - herauszufinden, warum Du ganz tief in Dir davon überzeugt bist, dass Du es eigentlich verdient hast. Ich habe drei Männer verschlissen, bis ich wußte, dass es was mit mir zu tun hat, dass ich geschlagen werde - mich schlagen lasse, mich bedrohen lasse, nicht aufhören kann, nicht gehen kann und auch auf die Eskalation "hinarbeite". Ich war nicht "schuld". Ich war so geprägt. Agression/Schreien/Bedrohung = Liebe.

    nathaliethor, die Dir viel Kraft wünscht!

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    AW: häusliche Gewalt - was soll ich tun?

    Zitat Zitat von la_jolie
    Was soll ich nur tun ...
    Gehen und lass dich scheiden lassen, ganz schnell.

    Seufz, ich habe nie verstanden, warum es Frauen gibt, die ihrem Mann auch noch die andere Wange zum Draufhauen hinhalten. Mag ja sein, dass es in anderen Kulturen an der Tagesordnung ist, sich unterbuttern zu lassen, aber doch nicht bei uns.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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    AW: häusliche Gewalt - was soll ich tun?

    Liebe Jolie,
    auch ich kann dir nur sagen, dass ich sofort gehen würde. Würde mir für dich wünschen, dass du eine liebe Freundin hast, zu der du heute noch gehen könntest.

    Es wird nicht besser werden. Zeige ihm DEINE Grenzen auf! Setze ihm ein Zeichen das er zu weit gegangen ist und gehe. Nein, sonst wird es niemals besser, sondern nur noch schlimmer werden. Setze dich nicht der Illusion aus, dass es nur heute war. Es wird schlimmer werden, wenn DU keine Zeichen setzt.

    Gehe. Und das am besten heute Abend noch (wenn möglich).

    Ach Mensch, würde dir auch lieber tröstende Worte schreiben, aber diese wären nur geheuchelt.

    Wünsche dir viel Kraft und Mut. Tue es für DICH. Setz ein Zeichen!!!

    Alles Liebe dir
    sissy

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    AW: häusliche Gewalt - was soll ich tun?

    Liebe Jolie,

    nicht zu fassen, nach 2 Monaten Ehe sitzt er mit seinen Kumpels in der Kneipe zusammen und Du allein zu Hause. Dann kommt er nach Hause, brüllt Dich an und schlägt Dich zusammen.

    Und Du sagst:

    Eigentlich lieben wir uns, führen eine liebevolle Beziehung – auch wenn sich das vielleicht lächerlich anhört.


    Ich frage mich, was Du eine schlechte Beziehung nennen würdest?

    Lg Jenny

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    AW: häusliche Gewalt - was soll ich tun?

    Liebe Jenny,

    zum besseren Verständnis (das konnte zugegebenermaßen nicht rauskommen): Wir sind selbständig und arbeiten von zuhause aus. Die Zeit für eine Mittagspause (die meist erst irgendwann am Nachmittag anfängt) legen wir selbst fest. Ich war nicht mehr dort, da ich zwischenzeitlich mit unserem Hund spazieren gewesen bin, er bleibt währenddessen meist noch dort und liest etwas (wenn sich nicht Bekannte - in diesem Fall ein älteres Ehepaar - zu ihm setzen).

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    AW: häusliche Gewalt - was soll ich tun?

    liebe la_jolie,

    lies dir das mal selber laut vor, als wenn es ein dir völlig fremder geschrieben hätte

    Zitat Zitat von la_jolie
    Einschub:
    Schon unzählige Male gab mein Mann mir einen Anruf weiter ICH HASSE DAS!! Ich habe ihm schon diverse Male deutlich klar gemacht, dass ich es nicht möchte,
    DU hat zwar gesagt, dass du es nicht möchtest, hast vielleicht sogar gesagt, dass du es hasst, wenn er so mit dir umgeht,
    aber du hast keine konsequenzen ergriffen.


    Zitat Zitat von la_jolie
    Trotz des Vorwissens gibt er sein Handy an die Bekannten weiter. Ich sage ihm, dass ich es nicht möchte. Als er es tut, lege ich auf.
    Er ruft ein zweites Mal an......
    versuch mal in dich zu horchen, warum du überhaupt erneut ans tel gegangen bist?
    was ging in dem moment in dir vor?
    doch der wunsch, er möge auf dich und deine wünsche eingehen?

    Zitat Zitat von la_jolie
    ...... beschimpft mich aufs Übelste, was mir einfiele, was ich glaubte, wer ich sei, ob man mir ins Hirn geschissen hätte.
    immer noch unter dem aspekt, dir würde jemand erzählen, das ein mann SO mit seiner frau spricht, was würdest du dieser frau raten?


    Zitat Zitat von la_jolie
    Ich will widersprechen, er wird lauter, schreit mich an. Ich werde ebenfalls laut, um meine Meinung äußern, mir Gehör verschaffen zu können. Dass ich es mir verbitte, dass er mich ungefragt weitergibt und ein Gespräch aufdrängt, das ich gar nicht führen will. Er schreit noch lauter, beschimpft mich zusätzlich, ob ich mich wohl im Recht fühlen würde. Ich bejahe.
    klingt, als ob man genau so, nämlich drohend, dich niederschreiend, gewaltandrohend in deiner kindheit mit dir umgegangen ist. und in dir steckt immer noch der wunsch, einmal zu "gewinnen"

    Zitat Zitat von la_jolie
    ich will das nicht mit mir geschehen lassen, will es mir nicht gefallen lassen,
    natürlich nicht, wer will das schon.......
    aber die konsequenzen ziehen und weggehen kannst nur du selber.
    nur du kannst etwas daran ändern.
    ihn und sein verhalten kannst du nicht verändern.

    Zitat Zitat von la_jolie
    .......„Ich werde Dich ohrfeigen und in den Arsch treten, dass Du Dich wunderst, Du dumme Sau“), drängt mich unter den Drohgebärden die Treppe hoch, ich schreie vor Angst,
    noch kannst weglaufen, nach oben, aber wielange noch?
    wann hat er dich soweit, dass du vor angst nicht einmal das mehr kannst?

    Zitat Zitat von la_jolie
    ....er schreit und droht noch lauter (ich solle mein Maul halten, damit die Nachbarn nichts mitbekommen), ......
    ein typisches verhalten solcher menschen in dieser sitaution, er will nicht, dass die nachbarn etwas mitbekommen, nur dir gegenüber fühlt er sich so mächtig, dass er dich bedrohen und angreifen kann.
    einer frau gegenüber? weil er zwangsläufig als mann der stärkere ist?
    den nachbarn gegenüber ist er feige.

    wie mit den bekannten im lokal, dadurch, dass du einfach das telefonat beendet hast, hast du eine sträke gezeigt, die er den anderen ggegenüber nich zulassen kann. er muss das gefühl haben, der starke, der mann zu sein. das erreicht er aber nur durch gewalt.


    Zitat Zitat von la_jolie
    ......, das Unrechtsgefühl ist trotz aller Angst so groß, dass ich mein Recht vor ihm erklären möchte. Gehe nach draußen, er sitzt im Nebenraum, ich will mich beginnen zu erklären, .....
    er respektiert weder dich noch deine wünsche....er wird es vermutlich nie tun.

    Zitat Zitat von la_jolie
    ..... er ist zu nah, ich kauere mich vor der Badewanne zusammen, halte schützend meine Hände über den Kopf, er tritt mich in den Oberschenkel, schlägt mich am Kopf, packt mich im Nacken und drückt fest zu,....
    und beim nächsten mal schlägt er noch mehr zu?
    was muss er noch machen, bevor du siehst, was da geschieht?


    Zitat Zitat von la_jolie
    dass ich spinnen würde, mich fälschlicherweise im Recht fühlen würde, dass ich Scheiße gebaut hätte, ich Schuld daran wäre, ......
    la_jolie, was denkst du, wie lange es noch dauert, bis er dich soweit hat, dass du wirklich davon überzeugt bist, dass du schuld hast. schuld an diesem, schuld an jenem, er schlägt dich und wird dich so weit bringen, dass du glaubst es verdient zu haben, weil du ja schuld hast.

    Zitat Zitat von la_jolie
    Geschlagen wurde ich von meinem Mann vor dieser Situation einmal,
    egal, was der anlass dafür war, niemnd hat das recht, so etwas zu tun.
    egal, warum du es zugelassen hast, aus deiner sicht zulassen musstest, weil er stärker ist, aber signale hast du damit gesetzt, dass du keine konsequenzen - sprich du bist weiter bei ihm geblieben- ergriffen hast.


    Zitat Zitat von la_jolie
    ......körperlichen Drohungen und lautstarken Beschimpfungen war ich schon sehr oft ausgesetzt.
    auch wenn es jetzt sehr hart für dich klingen mag: aber es gibt immer einen, der handelt, und einen, der es sich gefallen lässt.

    Zitat Zitat von la_jolie
    Eigentlich lieben wir uns, führen eine liebevolle Beziehung – auch wenn sich das vielleicht lächerlich anhört.
    das hört sich für mich absolut nicht lächerlich an, aber sehr gefährlich für dich und deine zukunft, denn was bitte ist "liebevoll" an den ausdrücken, die er dir an den kopf wirft?
    was ist "liebevoll" an tritten?
    was ist "liebevoll" an drohungen?

    horch mal in dich. ist es das, was du liebst?
    ist das liebe?

    oder liebst du das gefühl, dass du es irgendwann schaffen wirst, diesen mann dazu zu bringen, dich zu respektieren?
    wenn du nur lieb genug bist?
    wenn du nur oft genug die schuld auf dich nimmst?

    Zitat Zitat von la_jolie
    Was soll ich nur tun, dass ich in Situationen, in denen mein Mann meine Meinung nicht duldet/sie nicht anhören will und verärgert und aggressiv ist, meine mir zustehende gleichberechtigte Position einnehmen kann?
    wie hier schon gesagt wurde, ganz, ganz schnell weg aus dieser beziehung, aber die kraft wirst du noch nicht haben, daher:
    hol dir ganz schnell hilfe.
    es ist unheimlich gut für dich, dass du dich schon einmal hier her getraut hast, aber such dir bitte kompetente hilfe, am besten vor ort.
    wende dich an ein frauenhaus, die beraten, denn die erleben so etwas tag täglich.
    die helfen dir, einen weg daraus zu finden.

    ich wünsche dir ganz viel kraft dich schnell um hilfe zu bemühen.
    alles gute
    lachattenoire
    Geändert von Lachattenoire (05.12.2006 um 00:11 Uhr)

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    AW: häusliche Gewalt - was soll ich tun?

    la-jolie,

    GEH,

    bevor deine Angst zu groß wird.

    Vielleicht könnt Ihr danach über Therapie usw. Nochmal anfangen..................aber SO auf keinen Fall.

    Gruß
    Schamanin

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