+ Antworten
Seite 5 von 13 ErsteErste ... 34567 ... LetzteLetzte
Ergebnis 41 bis 50 von 126

  1. Registriert seit
    01.02.2017
    Beiträge
    712

    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen

    Schicksalsschläge können wirklich jeden aus der Bahn werfen, stimmt schon. Aber kein Mensch kommt ohne Schicksalsschläge davon.
    Das Grundproblem lösen kann er auch nur, wenn er trocken ist. Das Trockenwerden ist der Anfang.
    Mein Ex und ich hatten immer getrennte Wohnungen, das hat alles erleichtert.
    Was ich Dir noch schreiben wollte:
    Jeder Rückfall ist schlimmer als der vorherige. Mittlerweile trinkt er unheimlich viel und was er zugibt, ist evtl. nur die Spitze des Eisbergs. So war es jedenfalls das letzte Mal. Aufnahmebefund: 4 Promille. Er war wochenlang vorher nicht nüchtern und hat sich jeden Tag gesteigert. Das sind die Dinge, vor denen ich Angst habe.
    Einem Alkoholiker soll man möglichst keine Ultimaten stellen und wenn doch, nur solche, die man auch wirklich einhalten kann - das sagen die AA und auch Al-Anon.
    Wenn ein Alkoholiker einen Grund finden will (oder muss), schafft er das auch. Im schlimmsten Fall bist Du der Grund.
    Man fühlt sich dann so schuldig. Das hat mir schwer zu schaffen gemacht.
    Wenn Dein Freund so weitermachen will, lass ihn. Dann ist der Leidensdruck noch nicht groß genug.
    Irgendwann ist es dann so weit, dass er nachts aufsteht und eine halbe Flasche Wodka trinken muss, um keine Entzugskrämpfe zu bekommen - alles schon live erlebt.
    Lasse die Tür nicht zu weit offen stehen, so lange er noch trinkt.
    Was würdest Du tun, wenn Du ihm z. B. Alkohol besorgen sollst, weil er nicht mehr laufen kann vor lauter Trinken?
    Oder wenn er Dir versichert, sich langsam zu reduzieren, was so gut wie nie klappt. Alkoholiker können sehr überzeugend sein. Da kommt noch einiges auf Dich zu, leider.
    Gruß Nette1962
    Im Herzen bin ich ein Kind der 70er.


  2. Registriert seit
    18.06.2015
    Beiträge
    94

    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen

    Liebe Nette,
    das klingt wirklich gruselig. Mein Freund trinkt hauptsächlich Bier. Jedenfalls kriege ich das mit. Davon aber dann gerne mal einen Kasten.
    Ich glaube, die körperliche Abhängigkeit ist nicht so extrem bei ihm. Die findet eher im Kopf statt.

    Auf das langsame reduzieren lasse ich mich nicht mehr ein. Das klappt nicht, was auch logisch ist. Ausprobiert hat er es so oft. Alkohol habe ich ihm noch nie gekauft und würde es auch nicht tun. Wenn er vor Entzugserscheinungen nicht mehr laufen kann, würde ich einen Krankenwagen rufen.
    4 Promille ist echt krass.

    Ich muss sagen, dass ich meinen Unmut über die Trinkerei schon immer geäußert habe. Auch bei meinen Freunden und meiner Familie lüge ich nicht für ihn. Alle wissen, warum wir uns (wenigstens räumlich) trennen.
    Bei seinen Freunden und seiner Familie sieht es bisher anders aus, da sage ich nichts weil ich auch denke, dass mir das nicht zusteht.

    Zu mir kann er nur noch kommen, wenn er in Behandlung ist. Ich denke wirklich, dass er dann eine gute Chance hätte. Ob es wirklich noch für eine Liebesbeziehung reicht weiß ich nicht. Das Ganze fordert natürlich seinen Tribut. Aber das sehen wir dann. Wenn es überhaupt so weit kommt. Derzeit ist er einfach nur beleidigt.


  3. Registriert seit
    01.02.2017
    Beiträge
    712

    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen

    Hallo nochmal,
    ja, es war und ist wirklich gruselig. Vor allem, weil man ihm die 4 Promille kaum angemerkt hat.
    Davor, als er noch eine Flasche Wodka weniger hatte, hat man mehr gemerkt, zittern, Übelkeit usw.
    Er weiß, dass er wieder ins Krankenhaus muss und ihm graut davor, außerdem schämt er sich.
    Soweit kann ich ihn schon verstehen. Er erlebt sich als schwach und als Versager.
    Mit der Familie und den Freunden finde ich es richtig, wie Du das machst, alle Achtung.
    Irgendwann ist Dein Freund auch nicht mehr beleidigt, dann kann man vielleicht besser mit ihm reden.
    Vielleicht schafft er es auch, von einem Tag auf den anderen aufzuhören wie beim Rauchen. Ich nehme mal an, er war noch nicht auf Entzug im Krankenhaus. Manche schaffen es auch so, es kommt halt auch darauf an, wie lange sie schon trinken, was sie trinken, auf die Einstellung halt.
    Ein Bekannter von mir, der über Jahre auch sehr viel getrunken hat, hat sofort ganz damit aufgehört, als ihm seine Firma die fristlose Kündigung angedroht hat, nachdem er ein paar Mal auffällig geworden ist. Ob er Entzugserscheinungen hatte, weiß ich allerdings nicht.
    Gruß Annette
    Im Herzen bin ich ein Kind der 70er.


  4. Registriert seit
    01.02.2017
    Beiträge
    712

    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen

    Wenn ich ihn frage, warum er Anfang des Monats wieder angefangen hat zu trinken, weiß er es nicht.
    Es hat angeblich weder Schicksalsschläge noch sonstige Gründe gegeben.
    Wir haben uns nach unserer dreimonatigen "Auszeit" (von Anfang März bis Anfang Juni) getrennt und ich hatte nicht den Eindruck, dass ihn das so schwer belastet hat.
    Weißt Du, man wird dann selbst so unsicher und fragt sich auch öfter, ob man sich getäuscht hat usw.
    Man traut seiner Menschenkenntnis nicht mehr und das ist nicht gut.
    Im Herzen bin ich ein Kind der 70er.


  5. Registriert seit
    18.06.2015
    Beiträge
    94

    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen

    Ich drücke Deinem Freund alle Daumen, dass er den Schritt in die Klinik erneut schafft. So hartes Zeug zu trinken ist schon eine Hausnummer. Bei meinem Freund ist es "nur" Bier, soweit ich mitkriege. Aber ein Kasten am Tag, das sind 10 Liter. Das muss man erst mal reinkriegen.
    Er war noch nicht zum Entzug im Krankenhaus. Wenn er mal zeitweise nicht trinkt, sind die ersten Tage schon schlimm mit Übelkeit, Bauchschmerzen, Abgeschlagenheit, usw. Aber er packt es. Nur halt leider nicht für sehr lange. Wobei es letztes Jahr wirklich so gute 2 Monate waren. Ich habe damals absolut nicht verstanden, warum er plötzlich wieder losgelegt hat wie eh und je. Klar, die Ursprungsprobleme waren und sind da. Da müsste er sich wirklich helfen lassen. Dann könnte er vielleicht auch trocken werden und bleiben.
    Ganz alleine wird er es aber nicht schaffen.
    Die Einstellung macht mir am meisten Sorgen. Er WILL einfach nichts ändern. Er ist zu bequem/nicht in der Lage dazu, wie auch immer. Ist halt bequemer man schiebt die Schuld auf andere. Bringt einen halt bloß nicht weiter.
    Möglicherweise macht seine Exfrau auch Druck, wenn sie weiß was los ist. Ich hatte ihn zwar explizit danach gefragt, ob das auch damals schon ein Problem war, was er verneint hat. Aber wer weiß, ob das der Wahrheit entspricht.

    Sehr schwieriges Thema. Ich habe aber in meinen Augen alles getan, was ich kann. Und ich hoffe, ich kann dann meinen Frieden damit machen. Sehr schade und traurig finde ich es trotzdem. Aber ich kann und will mein Leben so nicht verbringen.


  6. Registriert seit
    01.02.2017
    Beiträge
    712

    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen

    Du hast das Leben verdient, das Du Dir wünschst.
    Das erste Mal, bevor er wieder angefangen hat zu trinken, war er weit über 12 Jahre trocken, deswegen habe ich auch gedacht, er würde nie wieder damit anfangen und es wäre nur vorübergehend. Damals bin ich aus allen Wolken gefallen.
    Er ist kein gesunder Mann, er hat Diabetes und noch andere chronische Krankheiten (Rheuma), gegen die er schon eine Menge Medikamente nehmen muss.
    Wenn er nicht in der nächsten Zeit aufhört, wird er sehr bald sterben, ich weiß das, er müsste es inzwischen auch verstanden haben. Beim vorherigen Entzug wurde ihm das gesagt.
    Wir werden sehen. Auf jeden Fall drücke ich Dir die Daumen.
    Es hat mir gut getan, hier zu schreiben.
    Danke und
    Gruß auch an Zeni, ich denke, sie liest hier vielleicht mit.
    Im Herzen bin ich ein Kind der 70er.

  7. Inaktiver User

    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen



  8. Registriert seit
    01.02.2017
    Beiträge
    712

    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen

    Danke fürs Blümchen.
    Anmerkung:
    Was ich besonders unerträglich finde ist, dass das Trinken immer wieder als Ausrede für alles benutzt wird. Wenn sich mein Ex unmöglich benommen hat, bekomme ich hinterher zu hören „Das darfst Du mir nicht übelnehmen, das habe ich gesagt/gemacht, als ich betrunken war“ oder „Wenn ich nichts getrunken hätte, ...“ und auch „Das hat der Alkohol gemacht“, „Da war ich nicht ich selbst“ usw.
    Es schlaucht mich und ich merke deutlich -auch wenn ich mir meine Posts nochmal durchlese- dass es wirklich Zeit ist, sich zurückzuziehen.
    Die Auszeit hat mir gut getan. Ich bin zur Ruhe gekommen. Die Co-Abhängigkeit macht die endgültige Trennung zwar schwieriger, aber seine Vorhaltungen, ich hätte ihn im Stich gelassen, fallen nicht mehr auf fruchtbaren Boden. Anfang Juni habe ich noch an einen Neuanfang gedacht, mittlerweile schließe ich das aus.
    Auch die Frage, ob ich zu schnell aufgebe, stelle ich mir nicht mehr. Wenn mir eine Beziehung über eine Zeitlang nicht gut tut, resigniere ich und beende das.
    Das Leben geht weiter und heute ist ein schöner Tag.
    Im Herzen bin ich ein Kind der 70er.


  9. Registriert seit
    18.06.2015
    Beiträge
    94

    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen

    Guten Morgen,

    Nette, was Dein Freund macht hört sich ja fast berechnend an. Wobei er das mit 4 Promille ganz sicher nicht mehr im Griff hat. Warum habt ihr Kontakt, wenn er trinkt? Kannst Du Dich nicht konsequent zurück ziehen wenn es wieder losgeht? Dann könntet ihr Euch momentan natürlich vermutlich gar nicht sehen, aber es ist doch besser, also sich diesem unmöglichen Verhalten auszusetzen. Stelle ich mir jedenfalls so vor.

    Mein Freund trinkt seit 2 Tagen scheinbar nichts mehr. Er ist wieder wie verwandelt und das macht es mir so unglaublich schwer. Ich bin froh, dass die Wohnung gekündigt ist. Momentan würde ich es sicher nicht durchziehen. Mir graut ehrlich gesagt ein bisschen vor dem Auszug. Dann ist er einfach weg..
    Natürlich weiß ich, dass es nur eine Momentaufnahme ist und es außerdem wirklich viele andere Dinge gibt, die geändert werden müssten, damit ich mir eine weitere Beziehung vorstellen kann. Was unrealistisch ist. Niemand ändert sich grundlegend. Nicht in unserem Alter. Leider.
    Ich könnte mir vorstellen, dass sich ein Teil dieser Probleme in Luft auflösen würde, wenn er dauerhaft trocken wäre. Beim Rest müsste ich dann überlegen, ob ich damit leben kann.

    Du klingst auf jeden Fall entschlossen, Dein Leben ohne ihn weiterzuleben. Was ich gut finde. Dein Freund steckt wirklich sehr tief drinnen, seine Vorhaltungen von wegen, Du hättest ihn im Stich gelassen, sind unfair.
    Ich beneide Dich ein bisschen, dass Du weißt, was Du willst. Ich weiß es gerade nicht.

  10. Avatar von _Beate_
    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    24.033

    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen

    Zitat Zitat von Showmeheaven Beitrag anzeigen
    .


    Ich beneide Dich ein bisschen, dass Du weißt, was Du willst. Ich weiß es gerade nicht.
    Ich kann mir vorstellen, dass es sehr verführerisch ist zu überlegen, sich doch nicht zu trennen, wenn der Partner auf einmal wieder wie ausgewechselt ist, weil er zwei Tage nicht getrunken hat, und der Mann zum Vorschein kommt, den man liebt. Aber er ist und bleibt (erst Mal) suchtkrank.

    Bleib bei dem, was du für dich (und für deine Tochter) entschieden hast: Ausziehen in eine eigene Wohnung ohne ihn.

    Er ist krank. Er muss einen eigenen Weg für sich finden.

+ Antworten
Seite 5 von 13 ErsteErste ... 34567 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •