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  1. Registriert seit
    01.02.2017
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    AW: Vor Co-Abhängigkeit schützen und einem Alkoholiker helfen?

    Hallo liebe Zeni und Danke für Deine Grüße,
    wie oben schon geschrieben bin ich mit meinem Freund nicht mehr zusammen.
    Da ich so am Rande schon noch einiges von ihm mitbekomme, weiß ich, dass ich das nicht bedauern muss.
    Der erste Monat nach der Trennung ging schon an die Substanz, inzwischen weiß ich aber zu schätzen, wie gut es mir geht ohne die Belastung und den ständigen Stress. Egal an was, ich war immer schuld.
    Und trotzdem hatte ich in den ersten Wochen immer den Drang, ihn anzurufen und mit ihm zu reden, eben versöhnlich zu sein - es hat nichts genutzt. Mittlerweile ist endlich Ruhe.
    Er weint mir schon lange keine Träne mehr nach und auch das hat sein Gutes.
    Liebe Grüße von Nette1962
    Im Herzen bin ich ein Kind der 70er.


  2. Registriert seit
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    AW: Vor Co-Abhängigkeit schützen und einem Alkoholiker helfen?

    Nochmal an Dich, liebe Showmeheaven,
    denke bitte daran, dass Du für Dein Kind und Dich verantwortlich bist und auch für Deine Tiere,
    aber auf keinen Fall für ihn. Mache Dir das zwischendurch immer mal klar.
    Du lässt ihn gerade nicht im Stich, wenn Du nicht hilfst.
    Ich habe es hinter mir und es ist noch gar nicht so lange her,
    die Gefühle und Erinnerungen sind noch da. Ich kann gut damit leben.
    Alles Liebe für Dich.
    Im Herzen bin ich ein Kind der 70er.


  3. Registriert seit
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    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen

    Vielen Lieben Dank für Eure Antworten. Sie helfen mir wirklich sehr. Heute geht es mir sehr gut, aber ich weiß, es wird auch wieder ein Tief kommen. Da muss ich dann eben durch, und da hilft es, hier reinzuschauen und Eure lieben Kommentare zu lesen .

    Ich habe gestern die Kündigung für unsere gemeinsame Wohnung zu den Vermietern gebracht. Und vorher natürlich endlich den neuen Mietvertrag unterschrieben. Es war schon aufwühlend, ich tue mir fast immer schwer mit Veränderungen, auch wenn ich sie selbst will. Aber jetzt bin ich sehr froh. Er ist freundlich/distanziert, was ich gut finde. Wir müssen ja doch noch Einiges klären.

    Ich werde seiner Exfrau bescheid geben. Ich denke auch, dass sie es bereits ahnt. Aber das Ausmaß wird sie sicher überraschen. Dann muss sie selbst entscheiden, was sie tut. Die Verantwortung liegt dann nicht mehr bei mir. Ich denke nicht, dass sie wirklich Konsequenzen darauf ziehen wird. Aber wie gesagt, dass liegt dann nicht mehr in meiner Macht.

    In den gemeinsam geplanten Urlaub fahren jetzt meine Eltern und Freunde mit. Ich bin wirklich froh, soviel Rückhalt zu haben. Ich pflege meine Freundschaften aber auch, ganz im Gegensatz zu ihm. Für ihn wird der Aufprall wirklich hart.

    Ehrlich gesagt bin ich mir auch relativ sicher, dass er nicht lange trauern wird. Ich bin jetzt halt die Böse, er der arme Verlassene und fertig. Na dann... Ich erwarte mir vom Leben jetzt wirklich keine großartigen Höhenflüge, aber doch mehr als jeden Abend neben einer schnarchenden Alkoholleiche zu liegen die nix mehr mitkriegt.


  4. Registriert seit
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    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen

    Hallo Showmeheaven,
    Du bist schon auf einem guten Weg, ja, Du nimmst Dein Leben in die Hand und solche Veränderungen tun gut. Freundlich/distanziert von ihm ist okay, kläre die Angelegenheiten sachlich, und bitte, sei nicht zu lieb. Wenn Du wirklich die Böse bist und er der arme Verlassene, dann lasse ihm seine Meinung - spielt es wirklich eine Rolle? Was er sagt, muss nicht das sein, was er denkt. Freue Dich lieber auf Deine Zukunft (z. B. den Urlaub) und was wird, davon hast Du selbst viel in der Hand. Rückhalt von Familie und Freunden ist sehr wertvoll.

    Ach ja, ich habe erst nach zwei Monaten gemerkt, dass mein Freund wieder trinkt und war geschockt. Zum einen habe ich nach so vielen Jahren Trockenheit damit überhaupt nicht gerechnet und zum anderen ist er schon nüchtern ein großartiger Lügner, Schauspieler und Märchenerzähler. Auch die vielen leeren Flaschen hat er gut versteckt, das aber nur, bis ich Bescheid wusste. Es war grausam, aber es ist vorbei.
    Alles Liebe von Annette
    Im Herzen bin ich ein Kind der 70er.


  5. Registriert seit
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    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen

    Da isser, der schlechte Tag
    Ich vermute mal normale Sentimentalität weil ich gerade meine Tage habe. Jedenfalls rede ich mir ein, dass es deswegen ist...

    Es ist schlimm für mich, ihn so zu sehen. Ich hab ja noch Gefühle für ihn. Er lässt sich komplett gehen, trinkt ohne Unterlass Alkohol und meldet sich dann krank. Hat auch am Wochenende seinen Kinder abgesagt. Gerade die Kleinere bräuchte ihn aber dringend, kommt derzeit überhaupt nicht mit Mama und Schwester klar. Sie hat daher gestern den Tag mit mir und meiner Tochter verbracht, was sehr harmonisch war. Sie darf gerne auch weiterhin zu uns kommen, was sie bestimmt auch annehmen wird. Ihre Mama hat mir gestern ihr Leid geklagt, wie schwierig alles ist zur Zeit. Was noch auf sie zukommt, weiß sie noch gar nicht.
    Ich werde ihn heute Abend mal fragen, wie er sich das jetzt die nächsten Wochen vorstellt. Mein Umzug ist am 28.7., der Nachmieter zieht am 15.8. ein. Er wollte ja schnellstmöglich ausziehen (seine Wohnung ist frei und frisch renoviert), aber das war wohl nur ein Lippenbekenntnis.
    Wenn das Chaos erst mal hinter uns liegt werden wir sehen wie es insgesamt weiter geht. Vor allem wegen der Kinder. Die haben sich in der Zeit des Zusammenlebens natürlich schon sehr aneinander gewöhnt. Ich fände es sehr schade, das jetzt auseinander zu reißen. Aber da ich soweit immer gut mit seiner Exfrau ausgekommen bin, wird es da hoffentlich keine Probleme geben.

    Mir war schon länger klar, dass der Alkoholkonsum meines Freundes zeitweise grenzwertig ist. Aber das Ausmaß und vor allem die Tageszeiten, zu denen er trinkt, haben mich echt eiskalt erwischt. Damit habe ich nicht gerechnet. Sonst wäre ich auch niemals mit ihm zusammen gezogen.

    In der Hoffnung auf bessere Tage


  6. Registriert seit
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    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen

    Hallo Showmeheaven,
    für mich war es auch immer schlimm, meinen (Ex-)Freund so zu sehen - er hat schon wieder angefangen, mehr denn je. Lieber sehe ich ihn gar nicht als so. Gefühle habe ich auch, aber auch für mich, und genau deshalb halte ich mich fern. Ob er sich krankmeldet oder nicht - sein Problem. Weißt Du denn, was da noch auf Dich zukommt? Ich wusste es nicht.
    Mir ist das schon ein bisschen zu hoch, Du kümmerst Dich so viel um seine Probleme und viel zu wenig um Dich, Deine Zukunft. Ich habe in dieser Beziehung lange gegen mich gekämpft - gerade weil ich co-abhängig bin. Und ich habe die Unterstützung meiner Therapeutin, die ich sehr schätze.
    Pass auf Dich auf, dann kommen die besseren Tage schneller als Du glaubst.
    Viele Grüße Nette
    Im Herzen bin ich ein Kind der 70er.


  7. Registriert seit
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    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen

    Liebe Anette, danke für Deine Nachricht.
    Gestern war einfach ein ganz blöder Tag. Gibt's manchmal. Ich bin dann zum Sport gegangen und habe danach einen lieben Freund besucht.
    Ich habe ihn gestern noch mal gefragt, was er vor hat wegen Auszug. Er habe ja gesagt, so schnell wie möglich. Ja gut, aber dann wäre er nach meiner Rechnung schon weg. Weil die Wohnung ist frei. Also was hält ihn? Ich hab ihm dann gesagt, dass wir ab 15.8. einen Nachmieter haben. Da war er schon platt. Ich glaube echt, er will es aussitzen. Aber wie soll das gehen? Der Mietvertrag ist zum Glück gekündigt.

    Ich kümmere mich auf jeden Fall um mich, tue Dinge, die mir gut tun. Treffe Freunde, bin extrem viel unterwegs. Und freue mich sehr auf den Urlaub. Ich kümmere mich um die neue Wohnung und besorge die wenigen Möbel, die ich noch brauche.
    Ich will es einfach so verträglich wie möglich für die Kinder machen. Ich denke, das zahlt sich auf die Dauer aus. Es würde mir wirklich leid tun, wenn der Kontakt jetzt sofort beendet wäre. Was auf lange Sicht ist, wird die Zeit zeigen.

    Dein Freund hat auch wieder angefangen? Trotz Entgiftung im Frühjahr? Das ging ja echt beängstigend schnell.
    Ich war ja ganz versessen drauf, meinen Freund dazu zu bringen, sich Hilfe zu suchen (Entgiftung, Therapie, usw.). Aber selbst wenn er es machen würde, wäre das noch lange keine Erfolgsgarantie. Uff.
    Nein, für diese Achterbahnfahrt habe ich gerade keine Kraft. Die brauche ich für meine Tochter, meinen Job und mich selbst.

    Die nächsten Tage werden hoffentlich etwas ruhiger. Es kommt mal ein Wochenende an dem ich GAR NIX vor habe. Außer eben schon ein bisschen den Umzug vorbereiten.


  8. Registriert seit
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    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen

    Hallo Du,
    so wie es aussieht, läuft es doch ganz gut für Dich, das freut mich ehrlich.
    Wenn Du Dich um Dich kümmerst, um die Kinder und um Deine Wohnung, gestaltest Du Deine Zukunft aktiv mit und das wird Erfolg haben. Mir hat es geholfen. Zwischendurch gibt's immer mal blöde Tage.
    Ja, mein Ex-Freund hat wieder angefangen, seit wann weiß ich gar nicht.
    Es ist das alte Spiel: ohne Entgiftung schafft er es nicht, er muss wieder ins Krankenhaus. Da die Sucht-Psychiatrie bei uns ortsgebunden ist, muss er wieder in das gleiche Krankenhaus - und sich da auch selbst anmelden.
    Ich bin froh, das ich mittlerweile eine gewisse Distanz habe und schon über drei Monate alleine bin. So komme ich ganz gut klar. Meine Psychologin sagt, ich würde bewusster als vorher leben und das täte mir gut. So empfinde ich das auch.
    Mein Ex tut mir sehr, sehr leid. Das wird bei Dir vermutlich auch so sein, oder?
    Das "ich muss ihn unbedingt helfen" bzw. "ich kann ihn nicht im Stich lassen" ist -für mich- schwer aus dem Kopf zu bekommen, ich arbeite aber daran.
    Du erscheinst mir lange nicht so co-abhängig wie ich mich empfinde.
    Gruß Nette
    Im Herzen bin ich ein Kind der 70er.


  9. Registriert seit
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    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen

    Liebe Nette,

    Ganz schlecht läuft es wirklich nicht, das stimmt. Das Herz macht manchmal nicht mit, aber das ist denke ich normal. Ich wollte die Situation so wie sie ist ja nicht, ich wollte mit ihm zusammen sein, mit ihm leben.
    Ich bin (zum Glück) durch meine Tochter gezwungen, das zu machen was für uns beide das Beste ist. Hätte ich sie nicht, würde ich sicher noch nicht aufgeben. Dann wäre es ungleich schwerer für mich.
    Mir tut mein Freund wirklich extrem leid. Er hatte einige Schicksalsschläge, die ihn zur Trinkerei gebracht haben. Ich kann das durchaus verstehen. Wenn ich den ganzen Mist am Hals gehabt hätte, würde ich jetzt wahrscheinlich auch trinken. Nur hilft ihm mein Verständnis ja mittel- bis langfristig nichts. Er muss sich helfen lassen, was er aber absolut ablehnt. Er müsste das Grundproblem lösen, dann hätte er meiner laienhaften Meinung nach auch gute Chancen, vom Alkohol wegzukommen. So lange er sich aber nur leidtun will und sich ungerecht behandelt fühlen will, wird es keinen Ausweg geben.
    Ich werde ihm auch sagen, dass meine Türe für ihn offen steht. Aber nur, wenn er sich in Behandlung begibt. Wenn wir nicht mehr gemeinsam wohnen, kann der Kontakt ja locker aufrecht erhalten bleiben. Der Druck ist für mich dann weg.
    Ich kann mir allerdings in Zukunft immer weniger ein Leben vorstellen, bei dem man immer auf Anspannung ist. Es könnte ja wieder was passieren, er könnte wieder trinken.
    Er war auch mal Kettenraucher und hat von heute auf morgen aufgehört. Einfach weil er es wollte. Das stimmt mich etwas positiv. Aber Alkohol ist schon noch mal eine andere Hausnummer, das ist mir klar. Im Moment will er aber gar nicht wirklich aufhören. Er will, dass sich was ändert, aber er will alles so weiter machen wie bisher. Eigentlich die reinste Form des Wahnsinns...


  10. Registriert seit
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    AW: Co-Abhängigkeit von Angehörigen

    Tut mir wirklich sehr leid mit Deinem Freund.

    Gibt es denn bei ihm einen Anlass, dass er nach so langer Zeit wieder angefangen hat? Oder dachte er, er wäre drüber weg und könnte sich wieder ab und zu ein Gläschen genehmigen?

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