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    Wie hilft man einem Süchtigen??

    Gibt es jemanden in einer ähnlichen Situation - bzw. der mir sagen kann wie wir uns weiter verhalten sollen???
    Mein Sohn ist 22 Jahre alt und kifft seit 6 Jahren regelmäßig.
    Zuerst haben wir (mein Mann und ich),es nicht gesehen, dann wollten wir wohl nichts sehen....
    Unser Sohn war bis 15 Jahre ein absolutes "Bilderbuchkind" keine Troubles - keine Probleme. Warum, wissen wir bis heute noch nicht, aber auf einmal ging es abwärts....
    Im Zeitraffer gesagt: Probleme in der Schule - mit der Polizei -Schule in der 7. Klasse Gymansium geschmissen - Bundesheer - dort wieder Probleme mit kiffen - Auszug aus unserer Wohnung - monatelang nur sporadisch arbeiten als Hilfsarbeiter - kiffen, kiffen, kiffen - bis das Wasser bis zum Hals stand (Schulden ....) - dann 8 Monate in Deutschland als Mitgliedswerber für karitative Organisationen - dann wieder "gekippt" - "Mama, bitte hol mich...." - hab ihn geholt und er ist wieder zu Hause eingezogen - mit der Auflage "Kein kiffen mehr - Du musst arbeiten - die Schule fertig machen oder eine Lehre... wir helfen Dir...." im November werden es jetzt 2 Jahre, dass er wieder bei uns wohnt - er hat in dieser Zeit ca. 20 verschiedene Jobs gehabt - es ist ein ewiges auf und ab. Im Frühjahr wollte er mit der Abendmatura anfangen - hatte super Erfolgserlebnisse - aber dann ist der Faden wieder gerissen.... er schafft nichts wirklich durchzustehen - weiss nicht was er tun will... er hat sich für Dutzende Lehrstellen beworben, aber bei seinem Lebenslauf - aussichtslos. Dazu kommt, dass wir auch nicht immer so super drauf sind - es gibt Streit und Eskalationen - ich weiss schon gar nicht mehr wie oft ich drauf und dran war, ihn einfach rauszuschmeissen....
    Mein Mann und ich sind überzeugt, dass er Depressionen hat - es ist ein Kreislauf aus dem er es nicht schafft herauszukommen. Was war zuerst - das Huhn oder das Ei?? Kifft er weil er Depressionen hat oder kriegt er Depressionen weil er kifft???
    Wenn er wieder mal "zusammenbricht" dann ist er ernstlich überzeugt, dass er sein Leben umkrempeln will und muss - nur - er glaubt es alleine zu schaffen - sämtliche sanfte oder weniger sanfte Aufforderungen sich Hilfe bei einem Psychologen oder irgendeiner Institution zu holen, wehrt er vehement ab. Wir glauben aber, dass er es nur so, wirklich schaffen kann!
    Vor 3 Jahren, als wir selber total am Boden waren, haben mein Mann und ich eine Selbsthilfegruppe gegründet - ohne diese Gruppe wären wir wohl selbst zugrunde gegangen - wir versuchen immer wieder "uns publik" zu machen - aber letztendlich sind wir ein kleiner Kreis geblieben - ich weiss, dass es ganz ganz viele Betroffene gibt - aber den Schritt zu einer Selbsthilfegruppe wagt kaum jemand - kann ich ja verstehen - man schämt sich so.....
    Zur Zeit ist mein Sohn auf einer Almhütte arbeiten - er ist auf 1.500m und hat so gut wie keine Chance "kurz mal weg" zu können. Ich bin wieder mal total begeistert, dass er das macht - er hat sich diesen Job selbst gesucht, und er meinte auch, dass er einfach weg müsse aus dieser Stadt, aus diesem "Freundeskreis".... ich hab solche Angst, dass er wieder scheitert. Wieviel scheitern hält ein Mensch aus? Es tut so weh zuschauen zu müssen, nicht zu wissen was man tun soll.....
    Das Einzige was man immer wieder hört ist "er muss tief fallen um wirklich etwas ändern zu können" Die Frage ist wie tief???? Er war schon so weit unten - aber er schafft den letzten großen Schritt einfach nicht. Dann hör ich immer wieder man darf sein Kind nicht fallen lassen - andererseits soll man es los lassen - wenn wir wirklich loslassen - fällt er dann nicht ins Bodenlose???? Wir sind doch der Einzige wirkliche Halt für ihn.....
    Was können wir tun, damit er endlich wirklich professionelle Hilfe annimmt??? Ich leb in andauernder Angst, dass wir wieder alles falsch machen....

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    AW: Wie hilft man einem Süchtigen??

    Hallo Relle,

    bei mir ist die Situation etwas anders gelagert,
    aber ich denke ich kann dir mit meiner Antwort trotzdem ein Stück weiterhelfen.

    Bei mir geht es nicht um mein kind, sondern um meine Mutter.

    Sie ist emotional und psychisch nicht nur schon immer instabil gewesen, sondern mittlerweile ein Wrack.
    Ihr Alkoholkonsum ist ebenfalls mehr als bedenklich.

    Würde jetzt total den Rahmen sprengen hier auf Einzelheiten einzugehen,
    Fakt ist jedenfalls, das meine beiden Schwestern und ich den Kontakt total abgebrochen haben und letzte Woche sogar beim Anwalt waren, um ihr per offiziellem Schreiben eine Unterlassungsklage anzudrohen, sollte sie uns nicht in Ruhe lassen.

    Meine jüngste Schwester, noch minderjährig, wohnt seit letztem Jahr bei meiner mittleren Schwester, da es mit meiner Mutter nur noch zu lautstarken, manchmal sogar blutigen Auseinandersetzungen kam.

    Meine Mutter trinkt, wird erst melancholisch, dann jähzornig, zum Schluss gewalttätig.
    Leidet unter diversen "Erkrankungen", die jedoch kein Arzt als organische, bzwe physiologische Ursache diagnostizieren kann.

    Hat mittlerweile diverse Verschwörungstheorien ausgebildet.

    Wir alle würden unter einer Decke stecken.

    Ihre Ex-Männer, die Ärzte, ihre Geschwister und jetzt auch noch die eigenen Kinder hätten es sich zur Aufgabe gestellt sie fertig zu machen.

    Jedwede psychologische/psychiatrische oder sonstwie fachärztliche Hilfe lehnt sie kategorisch ab.

    Wir sollten einsehen, wo unser Fehler liegt und sie endlich verstehen!!

    Jahre lang- sehr viel längere Jahre als du- haben wir all das mitgemacht.

    Immer wieder nach dem Prinzip "Die Hoffnung stirbt zuletzt!"

    Es ist schließlich unsere MUTTER!

    Man hat ja nur die eine.
    Und zu sehen, wie sie vor die Hunde geht, sie in ihrem Dreck und Elend und Leid allein zu lassen... egal was sie uns antut- aber das geht nicht, es ist widernatürlich.

    Und wir waren alles für sie- oder wollten alles für sie sein-
    Tochter, Freundin,
    Krankenschwester, Gesellschaftsdame, Tierpflegerin, Babysitter, Therapeutin, Kreditinstitut, Putzfrau---

    und doch landeten wir immer nur wieder bei einem:
    wir waren der verdammte Sündenbock!

    Was wir uns für Beschimpfungen, Beleidigungen, Vorwürfe, Schuldzuweisungen in den letzten zehn Jahren anhören mussten geht auf keine Kuhhaut.

    Was haben wir sie von Arzt zu Arzt kutschiert, die ja alle nur "unfähig" waren, immer wieder versucht ihr finanziell und durch unseren Beistand aus der Patsche zu hefen, unzählige Umzüge, Trennungen, Zusammenbrüche haben wir mit ihr durchexzerziert...

    ...um uns dann anschreien, beleidigen, drohen zu lassen..

    Jeder dezente Hinweis, das wir mittlerweile völlig überfordert sind, sie uns immer weiter von sich wegtreibt, wir bald nicht mehr können, sie sich bitte professionelle Hilfe suchen soll, wurde mit immer neuen, immer schärferen Vorwürfen und Selbstmorddrohungen quittiert.

    Meine mittlere Schwester wurde unter der ganzen Belastung, jetzt auch noch die elterlichen Pflichten für die jüngste zu übernehmen, die ja bei ihr wohnt, unter dem täglichen Telefonterror, den Beschimpfungen, den Beleidigungen, dem Kleinkrieg (kein Unterhalt, emotionale Erpressungen, Vorenthalten von Unterlagen usw...) schwer krank.

    Ihr Arzt rat uns, den Kontakt komplett abzubrechen.

    Solange wir unserer Mutter immer wieder Chancen geben, würde sie nie etwas ändern.
    Würde niemals einsehen, wie nötig sie professionelle Hilfe hätte.

    Warum auch?

    Sie hätte mittlerweile Mittel und Wege, ganze Systeme ausgebildet, mit denen sie sich immer wieder mit uns auseinandersetzen konnte--
    statt mit sich selbst und IHREM Problem.

    Immer wieder, nach mehr oder weniger langer Zeit würden wir sie doch wieder fangen.
    Erst würden wir resignieren- und sie würde immer härtere Geschütze auffahren- und schon hätte sie uns wieder.
    Darum könnte sie es sehr effektiv vermeiden sich wirklich mit sich selbst zu konfrontieren.
    Zu erkennen, dass sie an einem Punkt angelangt sei, wo wir ihr nicht mehr helfen könnten.

    Wo Ärzte zum Zuge kommen müssen, Spezialisten, Medikamente, Therapien.

    Und wirklich, nachhaltig helfen könnten wir ihr sowieso nicht.

    Man kann niemanden retten, der Hilfe verweigert und sich seinen wahren Problemen nicht stellt, sondern alles auf seine Umwelt abwälzt und seine eigenen Komplexe auf andere projeziert.

    Aber das ist soooo schwer.
    Es tut so unendlich weh.
    Wir gehen seit Wochen nicht ans Telefon, reagieren nicht auf ihre sms.

    Sie ruft bei uns an-- wir sehen die Nummer nicht immer im Display- und hören wie sie schluchzt und wieder auflegt.

    Und es wäre so einfach jetzt nachzugeben und es ist so schwer jetzt hart zu bleiben.

    Sie versucht euine Reaktion von uns durch die unglaublichsten Taten zu provozieren, ruft bei unserem Vater, unseren Verwandten an und bezichtigt uns der unglaublichsten Dinge, wir wären total abgerutscht, würden unsere Tiere vernachlässigen etc... Dinge, die so unglaublich erlogen sind und doch so unglaublich schmerzhaft.
    Aus dem Munde unserer eigenen Mutter noch dreimal mehr !

    Sie ruft bei Ex-Freunden an, mit den wir schon zehn Jahre keinen Kontakt mehr haben, behauptet wir wären total durchgedreht, würden erzählen, sie würden Drogen verkaufen und dergleichen mehr... woraufhin diese dann natürlich außer sich vor Wut bei uns anrufen.

    Aber die kennen ja unsere Mom.
    Jedenfalls nicht schwer, die Jungs von der Haltlosigkeit dieser Behauptungen zu überzeugen.

    Doch meine Mutter hofft, dass wir jetzt den Hörer in die Hand nehmen uns sie zur Rede stellen.

    Das einzige was wir taten war der Gang zum Anwalt.

    Denn mit jedem Gespräch, mit jeder Geste der Versöhnung, der Hilfestellung, der Kontaktaufnahme würden wir wieder auf unabsehbare Zeit den Punkt nach hinten schieben, an dem sie erkennt, dass sie am Ende ist.
    Das ihr keine Alternative bleibt, als unterzugehen oder ihr Leben jetzt selbst in die Hand zu nehmen.

    Und dieser Weg führt über fachärztliche Hilfe.

    Denn man selbst kann für diese Menschen ab einem gewissen stadium nichts tun.

    Dazu steht man ihnen emotional zu nah.
    Dazu geht man selbst viel zu sehr daran kaputt, ist viel zu involviert als wirklich Kraft dafür zu haben.

    Man kann niemals gleichzeitig Opfer, Betroffener und Retter sein.

    NIE !!

    Wenn du deinem Sohn wirklich helfen willst-

    lass ihn los !!!

    Kontaktabbruch.

    Lass ihn notfalls vor die Hunde gehen.
    Lass ihn auf dem harten, kalten, gnadenlosen Boden der Realität aufklatschen.

    Entweder der wacht von selbst auf, oder weder du noch alle Engel des Himmels können ihm noch helfen.

    Das klingt so logisch und so naheligend- und ist doch soviel schwerer, als immer wieder irgendwann nachzugeben und daran langsam aber sicher zu zu verzweifeln.

    Aber das hilft weder euch noch ihm.
    Es ist nur ein Aufschub des Unvermeidlichen.

    Mach dir und deinem Mann das bewusst.

    Stell ihm die Option den Kontakt wieder aufzunehmen, wenn er professionelle Hilfe attestiert bekommt.
    Er braucht ja ne Perspektive.

    Ich weiß, es ist wider die Natur.
    Darum fühlt es sich so unglaublich pervers an.

    Aber wenn überhaupt ist das die einzige Chance.

    Hoffe, meine Geschichte konnte dir ein wenig helfen.

    Viel Kraft und alles liebe für euch,

    Cassiopeia

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    AW: Wie hilft man einem Süchtigen??

    Ich denke, ein Kontaktabbruch ist wenig hilfreich für alle Beteiligten. Richtig ist, daß in diesem Falle die Eltern mehr Möglichkeiten haben, zu "schaden", und im Grunde nur indirekte Möglichkeiten, um zu helfen.

    Der der "Junge" nun 22 ist, sollte man ihn auch endlich so behandeln. Das bedeutet, daß man die eigene emotionale Befindlichkeit nicht mehr an das Kind koppeln sollte. Dieses "sonst gehen wir noch kaputt", was da von vielen Angehörigen/Partnern klischeehaft runtergebetet wird, bedeutet eigentlich nix anderes, als dann es keine emotionale Ablösung gegeben zu haben scheint, wie sie altersgemäß richtig gewesen wäre. Und solange die Eltern diese Ablösung nicht zulassen, kann der junge Mensch dieses nur über Konflikte und destruktive Kommunikation erreichen.

    Insofern denke ist es hilfreich, wenn man konsequenter wird. Euer Wunsch als Eltern ist wohl deutlich, ihr wollt keinen kiffenden Sohn (wer will das schon?). Dann müsst ihr aber auch glaubhaft handeln. Sohn hin oder her, wer keine Kiffer mag, der meidet den Kontakt zu diesen oder beschränkt diesen aufs unausweichliche, also auf Begegnungen an öffentlichen Plätzen etc.. Also den Sohnemann raus aus der elterlichen Wohnstätte und solange sich am Zustand nix ändert, Kontakte aufs minimalste runterschrauben bzw. an öffentliche Plätze (Restaurant/Cafe) verschieben. Abbrechen muss man garnix, aber man sollte die eigene Linie auch deutlich machen.

    Ansonsten wisst ihr im Grunde schon, was ihr noch tun könnt. Kontakt zu Hilfseinrichtungen suchen und eben eure Selbsthilfegruppe weiter besuchen, wenn sie euch gut tut. Und die Normalität vorleben, die ihr gerne hättet. Also wenn ihr ihn trefft, nicht dauernd (falls das so ist) alles um seine Drogensucht herum zelebrieren. Es gibt noch etliche andere Themen im Leben und die müssen auch wieder deutlich werden (für ihn wie für euch).

    Es bringt nix, sich täglich den Kopf über die Drogensucht zu zerbrechen, weder euch, noch ihm. Sinnvoller ist es, den Kopf mit lebenswerten Alternativen zu füllen. Der Drogensüchtige lässt erst dann von der Droge ab, wenn ihm irgendwas anderes wertvoller ist. Wie bei jeder Gewohnheit auch (hier kommt nur noch die Abhängigkeit hinzu).

    Und diese Bauernhofgeschichte, das wird nur eine Episode unter ferner liefen bleiben. Mehr als eine romantisierte Flucht ist das nicht. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Problem kann da garnicht erfolgen. Insofern auch nicht enttäuscht reagieren, wenns dann wieder nix wird.

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    AW: Wie hilft man einem Süchtigen??

    Hallo Cassiopeia, hallo MaxPower!

    Danke für Eure Antwort! Was Ihr schreibt läuft in beiden Fällen auf in etwa das gleiche raus - und genau das ist es was in unseren Köpfen schon recht lang rumgeistert er muss weg von uns - wir müssen weg von ihm - nur der entscheidende Schritt ist so unendlich schwer.....

    Liebe Cassiopeia - Deine Geschichte hat mich sehr betroffen gemacht - im ersten Moment dachte ich, dass Du die Tochter einer Freundin von mir bist..... Ihre "Geschichte" ist aber doch ein wenig anders gelagert - letztendlich kommt es aber aufs gleiche raus.

    Die Vernunft bzw. der Kopf kennen Lösungsschritte - nur der Bauch verhindert sie sehr lange....

    Mein Mann und ich waren vor ca. 1 Monat bei einer Psychologin - sie hat auf unsere Frage, wie wir unserem Sohn helfen können, gesagt: "Schauen sie auf SICH, bleiben SIE gesund - sie werden noch lange viel Kraft brauchen..." und außerdem, das es das Beste wäre, wenn unser Sohn auszieht - eventuell sogar mit finanzieller Unterstützung durch uns (kein Cash - sondern ev. Mietbeiträge, Essen....) - was haltet Ihr davon?????

    Es ist halt so schwer. Sowohl mein Mann als auch ich hatten eine eher schwierige bis "einigermaßen" normale Kindheit, es gab aber bei beiden von uns Dinge, die wir in unserem "jugendlichen Leichtsinn" ganz einfach anders, besser machen wollten.

    Ich war 20 und mein Mann 27 Jahre alt als wir unseren Sohn bekamen - er ist ein Einzelkind geblieben. Ich weiss, dass es sinnlos ist, Schuld an eigenem Fehlverhalten in der Erziehung zu suchen, aber man tut es ja trotzdem.

    Wir haben unzählige Bücher gelesen, mit Psychologen geredet...... die Fakten bzw. die Theorie wissen wir - nur die Praxis - da hapert es gewaltig.

    Nach unserem letzten Crash - das war kurz bevor mein Sohn auf diese Hütte ist, haben mein Mann und ich beschlossen, dass, wenn er wieder zurück kommt, der nächste Chrash der letzte in unserer gemeinsamen Wohnung sein soll.

    Wir bestärken uns beide, dass wir es "schaffen" - aber ich hab ganz einfach Angst davor.

    Wahrscheinlich hab ich diesen Beitrag in diesem Forum auch nur
    deshalb geschrieben, um von Leuten die nicht direkt involviert sind, eine Bestärkung zu bekommen - denn dass es über kurz oder lang keine andere Lösung gibt ist wahrscheinlich fix.

    Diesen Satz: "Loslassen aber nicht fallenlassen" würd ich für mich aber schon so interpretieren, dass ich den Kontakt nicht ganz abbrechen werde - neutrales Territorium klingt gut.

    Ich wär wirklich allen (auch Euch Beiden - MaxPower und Cassiopeia), dankbar, die mir noch ein paar "Tips" schreiben könnten - bzw. auf diesem Weg die Kraft geben - damit wir diesen "Schritt" wirklich wagen.......

    Bis dahin - alles Liebe Relle
    P.S. Alles Gute an Dich und Deine Schwestern Cassiopeia - und Deiner Mutter wünsch ich, dass es "weh genug tut" um ihr Leben wirklich ändern zu wollen und zu können! Alles Liebe und Danke!

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    AW: Wie hilft man einem Süchtigen??

    Hallo Relle,
    auch ich habe einen 23-jährigen Sohn mit ähnlichen Problemen (vielleicht hast du meinen Thread dazu auch gelesen). Vieles aus deiner Schilderung haben wir in unserer Familie in den letzten 8 Monaten so erlebt... Wahrscheinlich im Zeitraffer, da der Stoff, den unser Sohn konsumiert, eine noch heftigere Wirkung hat. Von verschiedenen Seiten wurde uns empfohlen, dass er so schnell wie möglich ausziehen muss, da er in unserem "sozialen Netz" keine Notwendigkeit sieht, damit aufzuhören. Er hat sich nun in einer nahegelegenen Stadt (ca. 45 km weg) ein Zimmer gemietet und hat vor, nächste Woche ein Studium zu beginnen. Mit Betäubingsmitteln ist er ganz sicher nicht in der Lage, den Vorlesungen zu folgen und bis jetzt hat er noch nicht damit aufgehört. Wir haben ihm gesagt, dass er uns erst wieder besuchen kann, wenn er "clean" ist. Einziehen darf er bei uns nicht mehr... Wir haben telefonischen Kontakt und warten nun ab und hoffen... Professionelle Hilfe lehnt er nach wie vor ab.
    Es ist sehr schwer, da die Gefahr besteht, dass er wirklich "abstürzt"...
    Ich wünsche dir viel Kraft, liebe Grüße Lavendel

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    AW: Wie hilft man einem Süchtigen??

    ich kenne die situation deines sohns von einem guten freund. er war ein lieber junge, ist dann aus faulheit sitzen geblieben. in der neuen klasse haben die meisten gekifft - zack bumm, aus wars. mittlerweile ist er seit einem jahr dauerbekifft und kriegt NIX mehr auf die reihe. seine eltern wissen das, sind aber auch hilflos, machen nichts. rat von uns, seinen "alten" freunden, nimmt er auch nicht an.
    das einzige was ihm helfen wird / würde, ist, wenn ALLE, die ihm was bedeuten, sich von ihm abwenden!!!!! das wird euch als eltern verdammt weh tun, aber anders gehts wohl nicht...

  7. Moderation

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    AW: Wie hilft man einem Süchtigen??

    liebe Relle,

    möglicherweise gibt es bei Ihnen in der Nähe eine Angehörigengruppe; mit Eltern, die ähnliches wie Sie erleben/erlebt haben. Ein Austausch mit anderen Betroffenen kann Sie stärken und Ihnen helfen, den Umgang mit Ihrem Sohn klar und deutlich zu machen. Außerdem kann es in so einer Gruppe Anregungen geben, was IHNEN guttun kann und Ihr Schuld- und Versagensgefühl lindert.
    Solche Gruppen werden manchmal von Beratern angeleitet oder sind selbstorganisiert. Informieren Sie sich bei Beratungsstellen oder entsprechenden Einrichtungen in Ihrer Nähe danach oder beim Hausarzt bzw. der Psychologin, die Ihnen schon einmal geholfen hat.
    Wir wünschen Ihnen alles Gute und viel Kraft !
    herzliche Grüße aus der Redaktion
    Nele Köhler (Dipl. Psychologin)

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    AW: Wie hilft man einem Süchtigen??

    Liebe Frau Köhler,
    danke für Ihren Rat - mein Mann und ich haben vor 3 Jahre eine Selbsthilfegruppe gegründet - dieser Gruppe verdanken wir es unter anderem, dass wir "nicht vollkommen durchgedreht sind" - es ist richtig, gerade der Austausch mit Gleichbetroffenen hilft...
    Wir haben auch schon Drogenbeauftragte vom Land zu Gast bei einem unserer Treffen gehabt. Ich weiss, dass es dämlich klingt - aber es ist ganz einfach nach wie vor so schwer, ihn einfach "in die Wüste" zu schicken. Wenn man davon ausgeht, dass Drogenabhängigkeit eine Krankheit ist, fällt es umso schwerer - wer lässt einen Kranken schon gern allein.
    Nichts desto trotz wird mir immer klarer, dass es wohl der einzige Weg sein wird - ihm zu helfen indem wir ihm nicht helfen...
    Nochmals Danke für Ihren Rat
    Liebe Grüße Relle

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    AW: Wie hilft man einem Süchtigen??

    Hallo Lavendel!
    Hab Deinen Thread gelesen - stimmt - es klingt sehr ähnlich...
    mir fällt es ja unter anderem auch so schwer, weil er die Schule abgebrochen hat, dass heisst er hat "nichts worauf er zurückgreifen kann bzw. sich stützen kann". Er war in der Schule eigentlich bis zum Anfang seines Drogenproblemes recht durchschnittlich unterwegs - "hat viel Potential ist aber faul..." sagten die Lehrer immer.
    Nun ist es halt nicht so einfach einen Job zu kriegen, der wirklich ok ist... und da beginnt oder endet die Spirale wieder. Kein Job, kein Geld, keine Wohnung - kiffen - Depression oder umgekehrt. Es ist ein Teufelskreis, und er ist ganz einfach SCHWACH!!! Er hat bis jetzt noch nie soviel Kraft bewiesen etwas wirklich durchzuziehen (möglicherweise aber eh deshalb, weil wir immer sein Netz waren....)
    Wie finanziert sich Dein Sohn sein Zimmer? Steuert ihr was bei????
    Leider blockt auch unser Sohn immer wieder total ab, wenn wir von professioneller Hilfe zu reden anfangen - aber ich weiss, dass es erst dann aufwärts geht wenn er diesen Schritt geht!
    Ich wünsch Dir und Deiner Family alles, alles Liebe!
    Lg. Relle

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    AW: Wie hilft man einem Süchtigen??

    Hallo Sahra - Du hast mit Deiner Einstellung sicher recht - ich glaub auch, dass es ziemlich weh tun wurde und ev. hilft, wenn sich die Freunde abwenden - aber das tun sie nicht - entweder ist mein Sohn ein so verdammt guter Schauspieler - oder aber es wird ganz einfach akzeptiert.....
    Wir als Eltern aber werden diesen Schritt wohl über kurz oder lang setzen müssen.....
    Danke Lg. Relle

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