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    Psychopathische Mutter? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Hallo, ich habe seit langem ein Problem mit meiner Mutter. Ich möchte gern ihre Grundzüge schildern und hoffe, dass mir jemand sagt, ob sie ein Problem hat, wenn ja welches, oder ob ich es falsch sehe. Ich muss darüber mit irgendjemandem reden und habe mich nun entschlossen, es zu posten. Das hier ist echt lang, bitte lest es nur, wenn es euch interessiert.

    Meine Mutter ist seit meiner Kindheit immer sehr sehr streng und hart mit mir umgegangen. Sie hat mir erzählt, dass sie mich als Säugling öfter mal "geschuckt" hätte, wenn ich geweint habe und sie dafür keinen Grund gesehen hat.

    Sie hat mich seit meiner frühesten Kindheit geohrfeigt, für praktisch jede Kleinigkeit. Sehr oft nur dann, wenn keiner dabei war und es sehen konnte. Sie hat oft so geschimpft und geschrien, dass ich geweint habe, und dann hat sie mir gedroht, wenn ich nicht sofort aufhören würde, würde es richtig was setzen. Ich sehe mich heute noch krampfhaft schlucken und mir auf den Mund beissen, weil sie mir solche Angst machte.

    Sie hat mich auch vor anderen Leute geohrfeigt, auch bereits als ich sehr klein war. Das mit den Ohrfeigen fing schon sehr früh an, vielleicht mit 2 oder 3 Jahren. Als ich fünf Jahre alt war, sassen wir mit Freunden zusammen und meine Mutter sass und lachte sich tot über irgendwas, und ich rüttelte meiner Mama am Arm, da holte sie aus und knallte mir eine vor allen Leuten ins Gesicht (ich sollte sie in Ruhe lassen).. und lachte lauthals weiter, während ein paar Leute geschockt schwiegen.

    Ich war ein sehr stilles Kind, sagen viele unserer Bekannten. Allein schon wohl aus Vorahnung von Strafe traute ich mich nichts.

    Wenn ich still war und mit irgendwas gespielt habe, war meine Mutter soweit gut und freundlich zu mir, aber sobald ich irgendwie "nicht lieb" war, verwandelte sie sich in eine Ausgeburt der Hölle, sie schrie mich an und wurde fuchsteufelswild, sie hat mich Strafe schreiben lassen, also hundertmal irgend einen Satz wie "Ich habe zu meiner Mutter nicht frech zu sein", sie hat mir einmal ein neues Spielzeug verbrannt, weil ich wohl was falsches gesagt habe. Auch eine Strafe war, mich als kleines Kind zu ignorieren, über mehrere Tage hinweg. Wenn ich zu ihr hinkam, schrie sie mich nur an und stiess mich weg. Ich musste dann buchstäblich weinend ankriechen und betteln "Bitte bitte Mama, sei doch wieder gut"...

    Einmal fing ich an zu stottern, da kam sie an und fauchte: "So du stotterst?" Und knallte mir eine ins Gesicht. Da war ich sieben.

    Einmal schlug sie mir wegen einer Kleinigkeit bei Bekannten so heftig ins Gesicht, dass ich rückwärts auf eine Steintreppe fiel. Die Bekannte bei uns bekam fast einen Herzanfall. Meine Eltern gingen danach sofort, und wir gingen nie wieder dorthin.

    Das ging so, bis ich in die Pubertät kam. Da verbot sie mir, Dinge zu tragen, die nicht über meinen Po reichten. Sie fing dann an zu sagen: "Du hast einen Hintern wie ein Pferd" "Du hast einen Hintern wie deine Tante, so richtig dick und alles.. du musst immer was über deinen Hintern haben, dass die Leute da nicht draufgucken" "Du siehst aus wie eine Hure" (Da hatte ich einmal einen Strich Kajalstift aufgetragen). Das war danach auch verboten. Sie verbot mir, meine Beine zu rasieren und mit offenen Haaren in die Schule zu gehen.

    Es gab Wochen, da verliess ich mein Zimmer gar nicht, ausser zur Schule zu gehen.

    Ich bekam mit 12 Jahren Migräneanfälle, so heftig, dass ich einige Male ins Krankenhaus musste, sie dauerten fast einen ganzen Tag. Sie sind zwar besser geworden, aber ich habe immer noch Migräne.

    Meine Mutter durchsuchte ständig mein Zimmer auf der Suche nach irgendwas, was sie mir "anhängen" konnte, um zu beweisen, was für ein schlechtes und hinterlistiges Ding ich sei. Sie suchte so lange, bis sie mein Tagebuch fand, wo ich schriftlich mein Leid geklagt hatte, das las sie dann alles meinem Vater vor und ich bekam eine sehr strenge Strafe, dass ich es gewagt hatte, Lügen über sie zu schreiben. Sie ging hinter mir die Dusche inspizieren, ob sie dort irgendwas finden würde, manchmal fand sie Haarstummel vom Rasieren und verfolgte mich dann zeternd und schreiend.. fragt nicht warum, ich hab keine Ahnung.

    Morgens wurde sie stinksauer, wenn ich gleich nach dem Aufstehen noch müde war am Frühstückstisch und nicht sofort redete und voller Energie war. "Hier ist nix los! Warum redest du nix?" Fast jeden Morgen vor der Schule gab es Theater. Ich war ständig gestresst und hochsensibel, war aber ein stiller und unauffälliger Schüler mit überdurchschnittlichen Noten.

    Es wirkt manchmal so, als ob meine Mutter Streit bewusst wollte. Oft provozierte sie mich so lange mit spitzen und beleidigenden Bemerkungen, bis ich die Beherrschung verlor und sie anschrie, sie solle mich doch endlich in Ruhe lassen, und dann war sie in ihrem Element, dann hatte sie mich da, wo sie mich haben wollte. Dann wenn mein Vater heimkam, überfiel sie ihn dann gleich an der Tür mit, was ich für ein freches Kind sei und was ich ihr alles Böses angetan hätte, und dann kam natürlich mein Vater mit schweren Schritten hoch zu meinem Zimmer, Tür auf, "was hast du wieder gemacht" - ich durfte nicht mal meine Version der Geschichte erzählen - und dann kriegte ich auch noch ne Tracht Prügel von ihm.. und so ging das mindestens einmal die Woche.

    Sie provozierte auch meinen Vater. Wenn sie Streit wollte, dann kriegte sie ihn. Sie schrie so herum, dass sie manchmal einen knallroten Kopf hatte und Schaum vorm Mund, über Stunden hinweg. Es war immer nur Stress und vor allem Geschrei bei uns im Haus, in Friedenszeiten war es angespannt.

    Sie fing dann an, mich mehr zu schlagen. Es gab Zeiten, da habe ich jeden Tag eine Ohrfeige bekommen. Als ich 17 war, jagte sie mich einmal durchs Haus, um mir eine zu knallen. Ich rannte dann nach draussen und sagte, wenn sie mich anrührte, würde ich den gesamten Ort zusammenschreien. Da liess sie dann von mir ab.

    Mit 17 zog ich dann von zu Hause aus, nur weg. Das Verhältnis beruhigte sich etwas, aber sobald ich nach Hause kam, ging es nach einem Tag wieder los. Sie durchsuchte meine Handtasche (!), sie schnüffelte in meinem Gepäck, sie war ständig mit meinem Verhalten unzufrieden, sie mochte meine Freunde nie, niemand war gut genug. Sie meckerte ständig an mir herum.. es reichte nur mal zu sagen, dies und das war auf der Arbeit gewesen, schon schoss sie Pfeile "Ja das hast du ja auch alles total falsch gemacht, du hättest das so und so machen sollen".. immer hatten die Anderen recht, selbst wenn es wildfremde Leute waren.

    Meine Mutter will immer alles wissen, sie fragt mich über alles aus "Wo warst du denn heute? Mit wem? Und wo? Und wer war noch dabei? Und was habt ihr gemacht? Worüber habt ihr geredet? Über was noch? Wie lange?" und wenn mir einmal etwas zu persönlich ist und ich nicht darauf antworten will, wird sie fuchsteufelswild, so von jetzt auf gleich, ohne Vorwarnung. Sie kann nicht sachlich über etwas diskutieren, sie fängt sofort an zu schreien oder laut zu werden, wenn sie mit etwas nicht weiterkommt. Oft gibt mein Vater dann auch nach, weil er keinen Bock auf die Folgen hat. Wenn man versucht, sachlich und freundlich mit ihr zu reden, geht sie darauf nicht ein, sondern schreit noch lauter. Sie will dann streiten und tut alles, damit es Streit wird. Danach beschuldigt sie uns, nicht gleich eingelenkt zu haben, weil es dann ja keinen Streit gegeben hätte.

    Als ich mitte Zwanzig war, versuchte ich einmal, sie mit ihrem Verhalten zu konfrontieren, speziell das aus der Kindheit. Sie stritt alles ab. Ich hätte mir das alles eingebildet. Ich gab erstmal nach, versuchte es allerdings später wieder. Wieder stritt sie alles ab und bezichtigte mich Lügen; ich solle bloss meinen Mund halten, sonst würde sie "Zeugen" bringen, die bezeugen könnten, dass nichts davon passiert sei. Manchmal frage ich mich, ob ich wirklich verrückt bin.

    Meine Mutter kommentiert jedesmal, wenn wir uns sehen, dass ich zugenommen habe, oder dass mein Hintern immer mehr wie der einer dicken Tante aussieht. Sie kommentiert die Grösse meiner Brüste und macht sich darüber lustig (teilweise vor anderen Leuten).

    Sie hat sich mit fast allen Leuten aus unserem Heimatort schon zerstritten, viele gehen ihr aus dem Weg. Meine Mutter erklärt das allerdings so, dass die Leute nichts taugen und alles dumme Idioten sind, die nur mit IHR streiten wollen. Meine Eltern haben kaum Freunde, und mein Vater darf nirgendwo allein ohne meine Mutter hingehen. Sie redet ständig schlecht über andere und zieht sie in den Dreck. Meine Mutter bringt es sogar fertig, wildfremde Leute auf der Strasse anzuschreien. Bei meinen Grosseltern hatte sie eine Zeitlang Hausverbot. Sie hat eine ungeheure Energie, Leute zu manipulieren und über andere Bemerkungen zu machen, um Unfrieden und Theater zu stiften. Manchmal hab ich das Gefühl, es geht ihr nur dann gut, wenn sie Streit provozieren kann. Mein Vater hat komplett aufgegeben und hält zu ihr, wenn es Probleme gibt. "Ja sie hat ja auch recht!"

    Meine Mutter hat sich noch nie (!) im Leben bei mir entschuldigt. Sie hat auch noch nie einen Fehler eingeräumt.

    Viele Leute, die uns nicht näher kennen, glauben nicht, dass meine Mutter so drauf ist. Sie ist mit Fremden immer sehr herzlich und energiegeladen, übernimmt sofort die "Leitung", sie muss die Situation "managen" und hat tausend Ideen und lacht viel.. Es ist, als ob sie manchmal einen Schalter umlegen kann.

    Man muss auch sagen, ich hatte immer genug zu essen und ein warmes und ordentliches Zuhause, und Spielzeug hatte ich auch. Ich wurde also nicht körperlich vernachlässigt. Sie hat mir auch zweimal ein 3stelliges Geldgeschenk gemacht.

    Ich bin mittlerweile 34 und habe grosse Probleme. Migräne, Depressionen, ein nicht vorhandenes Selbstwertgefühl, ich bin ständig erschöpft. Ich fühle mich in Gruppen von Menschen nicht wohl, denke immer, dass ich mich falsch verhalte. Ich hasse Familientreffen und -feste, alles mit Familie löst bei mir einen Widerwillen aus. Das Schlimmste von allen ist ihr ständiges Geschrei und ihre Wutausbrüche, die Erinnerung an das sitzt in mir fest und verfolgt mich bis in meine Alpträume. Ich habe vor einer Zeit den Kontakt mit ihr abgebrochen, weil ich sie nicht mehr ertragen kann. Die Erinnerungen an ihre Misshandlungen machen mein Leben kaputt, und ich werde ein zweites Mal bestraft, weil meine Mutter von all dem nichts wissen will und sich an gar nichts davon erinnern kann, das hätte ich mir doch eh alles eingebildet. Das einzige, was ich will, ist, sie mit diesen Vorkommnissen zu konfrontieren und sie zu fragen, warum sie das gemacht hat und ob sie vielleicht mit sich selbst ein Problem hatte. Man muss doch über Dinge reden können. Aber jedes Mal, wenn ich nur an das Thema rühre, gehen sie und mein Vater gleich in die Luft. Ob ich wolle, dass sie sich auf Knien entschuldigen solle. Nein, davon war nie die Rede, aber eine Entschuldigung für was auch immer gleich kategorisch abzulehnen, trägt auch nicht gerade zum Frieden bei.

    Danke fürs Lesen.


  2. Registriert seit
    12.07.2007
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    AW: Psychopathische Mutter? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Liebe Hulea

    Wie geht es dir jetzt, nachdem du das alles aufgeschrieben hast?
    Wie fühlst du dich grad jetzt im Moment?

    Ich habe leider grad nur wenig Zeit, um weiter auf das Geschriebene einzugehen,
    doch ich kann dir sagen: du bist mit dieser Geschichte ganz und gar nicht allein!

    Ich erkenne ein Teil meines Lebens darin, und es werden sich sicher viele hier darin wiedererkennen ...
    zumindest ansatzweise oder auch noch heftiger ...

    "Man muss doch über diese Dinge reden können" schreibst du.
    Ja, das ist richtig und auch unbedingt notwendig,
    damit nix mehr unter der Oberfläche oder irgendeinem Deckmäntelchen schwelen kann,
    gelingt aber kaum oder nur ganz selten mit den Eltern.
    Dazu braucht "man" andere Menschen", die nicht auf der persönlichen Ebene involviert waren oder sind,
    zB. Therapeuten, Gruppen für "misshandelte Kinder" etc.!
    Die Eltern (besonders Mütter) machen dicht, da sie mit dem Vorgefallenen nicht umgehen können und wissen,
    wenn sie ES zugeben, gehen sie daran kaputt.
    Sie denken nicht daran, dass sie das leben ihrer kinder auch "kaputt" gemacht haben könnten, denn mit dieser Last können sie (leider) nicht umgehen.

    Soviel erstmal auf die Schnelle von mir.

    Ganz lieben Gruss

    Lyanna

  3. Inaktiver User

    AW: Psychopathische Mutter? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Liebe hulea,

    druck Dir Deinen Post hier aus, nimm es mit und suche eine Beratungsstelle auf. Für erste reicht eine allgemeine Stelle, die Leute dort sind im jeden Fall nett und kompetent genug Dir mit entsprechend spezielleren Kontakten weiterzuhelfen.

    Ohne professionelle Hilfe von außen wirst Du das nicht auftröseln können bzw. noch ewig brauchen um die für Dich richtigen Entscheidungen zu treffen. Unter solchen Verhältnissen aufzuwachsen und dann später als Erwachsener sein Leben selbstbestimmt leben zu können ist mehr als schwer.

    Deine Eltern haben Dir eine schwere Last mitgegeben an der Du zu zerbrechen drohst wenn Du nicht gegensteuerst. Tief in Dir drin kennst Du wahrscheinlich schon die richtigen Antworten um glücklich zu sein. Die Umsetzung schaffst Du mit Unterstützung ganz bestimmt.

    Ich wünsch Dir viel Glück!

    Und hier zu schreiben ist schon mal der Anfang auf einem neuen Weg

  4. Inaktiver User

    AW: Psychopathische Mutter? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Liebe Hulea, mir stehen fast die Tränen in den Augen. Ich hab ähnliches erlebt, wenn auch in anderer Form.

    Ich bin davon überzeugt, dass meine Migräne durch die ständigen Schläge gegen den Kopf ausgelöst wurde.

    Ich bin auch mit 17 ausgezogen. Und der Terror in meinem Kopf hörte erst auf, als ich den Kontakt komplett abgebrochen habe. Nach 15 Jahren ohne Kontakt geht es mir heute gut. Ich habe vieles aufgearbeitet und kann mich selbst lieben. Ich bin richtig. Du bist richtig. Deine Mutter ist falsch.

    Was ich heute nicht verstehe: Keiner hat damals eingegriffen und alle wussten es. Wenn ich jemanden direkt darauf anspreche heißt es immer das wüsste man nicht, das hätte man nicht mitbekommen. Dabei hab ich noch die Worte im Ohr "Nicht immer gegen den Kopf".


  5. Registriert seit
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    9

    AW: Psychopathische Mutter? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Danke für die lieben Worte und eure Antworten. Ja vielleicht wäre eine Beratungsstelle gar nicht mal so ne dumme Idee. Mir geht es so relativ okay, aber ich habe halt täglichen Schuldgefühle, die schon morgens nach dem Aufstehen anfangen (für was???) und eine ganz negative Grundeinstellung (es klappt ja sowieso nichts usw.) und immer halt - also das hört sich jetzt ganz krank an, ich weiss - ihre hysterische Stimme in meinem Kopf, und ich kann sie nicht abschalten.
    Mein ganzes Leben fühlt sich nicht richtig an. Es ist, als ob ständig so ein Schleier über meinen Gefühlen liegt, so als ob ich Dinge nicht wirklich erlebe. Ich kann mich nicht wirklich an Dingen freuen, also richtig echte Freude empfinden. Es ist, als ob das Gehirn sagt "Du darfst nicht. Du hast es nicht verdient." Es ist - wenn das jemand irgendwie nachvollziehen kann - als ob ich nicht mein eigenes Leben lebe, sondern das Leben einer anderen Person.
    Genauso mit Entspannung. Ich kann mich nicht richtig entspannen, ich werde ganz schnell kribbelig und superunruhig. Das ist halt so ein Teufelskreis, der Körper und die Seele müssen immer irgendwie aktiv sein und bekommen nie Ruhe und Entspannung... manchmal denk ich, ich werd verrückt, gerade weil ich ja weiss, dass ich mit vermutlich einem einzigen ehrlichen Gespräch den Grossteil meiner Probleme los wäre. Aber das ist unmöglich. Und meiner Mutter gehts ja gut in ihrer Welt, die hat ja keine Probleme...


  6. Registriert seit
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    AW: Psychopathische Mutter? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

    OMG Ulla :( "Nicht immer gegen den Kopf!" ??? Da geht mir das Messer in der Tasche auf... Was denken sich solche kranken Menschen eigentlich dabei??
    Gut, dass du die Dinge aufarbeiten konntest, aber hast du denn deine Migräne noch? Oder ging die irgendwann weg?

  7. Inaktiver User

    AW: Psychopathische Mutter? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Ich weiß gar nicht wer da kränker war - der Schläger? Der Zuschauer?

    Meine Migräne hat sich heute auf eine erträgliche Frequenz eingependelt. Vielleicht 4x mal im Jahr.
    Damals war ich wegen der Migräne ständig beim Arzt, es wurde sogar untersucht, ob ich vielleicht einen Hirntumor hätte... warum hat der Neurologe sowas naheliegendes nicht abgefragt?

    Ich kenne auch Deine Schuldgefühle. Als Kind hab ich mich immer gefragt was ich falsch gemacht habe und wie ich denn endlich Liebe bekommen kann. Ich hab meinen Vater ja trotzdem geliebt.

    Heute bin ich soweit, dass ich gar nichts mehr für ihn empfinde, nicht mal Groll. ich bin mit mir im Reinen. Versuch für Dich schnell einen Weg zu finden. Du bist schon 32 und es wäre schade, wenn Dein Leben weiter so belastet ist. Alles Gute für Dich!


  8. Registriert seit
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    Kuss AW: Psychopathische Mutter? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Hallöchen

    Zuerst mal will ich sagen, dass ich selbst das Glück hatte, sowas nie der Form erleben zu müssen, aber jede Familie hat so seine Makel...

    Ich finde ganz furchtbar, was deine Mutter (und Vater?) dir angetan hat! Das Problem warst aber bestimmt nicht du. So wie du es erzählst hat sie ein ziemliches Problem mit sich selber, ist vielleicht einsam und auch eifersüchtig auf dich, die Aufmerksamkeit die du als Kind vielleicht bekommen hast von anderen und Vater und hat deshalb ihren Frust an dir ausgelassen...
    Aber dass sie einfach weitergemacht hat verstehe ich nicht, sie hätte Hilfe holen müssen, für sich selbst.

    Welche Rolle spielt hierbei dein Vater? Hat er dich nie in Schutz genommen, bzw. warum ist er noch mit deiner Mutter zusammen wenn sie ihn so unterdrückt? Konntest du mit ihm auch nie ein Gespräch führen?

    Es ist absolut das Richtige den Kontakt abzubrechen und Abstand zu gewinnen. Es ist schade, dass du dich nicht wertschätzt, ich bin sicher du bist ein Mensch, mit dem man gut reden kann =)
    Hast /hattest du einen Partner?
    Ich glaube, ein Partner kann einem so viel geben...

    Vergiss nicht, du bist toll und verdienst Liebe, egal was auch war!


  9. Registriert seit
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    9

    AW: Psychopathische Mutter? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Hallo, danke für deine Antwort :) Mein Vater hat sich eigentlich nie wirklich gegen meine Mutter "wehren" können. Er hat oftmals versucht, sie in die Schranken zu weisen, aber es war halt nie viel zu machen, wenn sie ihre Anfälle hatte und dabei regelrecht explodiert ist. Man konnte sie da gar nicht beruhigen oder so, sie ist nur brüllend und tobend herumgelaufen und er wusste nicht, was er machen sollte. Ich glaube, er hat irgendwann einfach aufgegeben, weil er seine Ruhe haben wollte.

    Wenn er nach Hause kam, hat meine Mutter ihn gleich an der Tür schon überfallen mit all dem, was ich angeblich alles gemacht hätte und wie frech ich doch war und alles. Nur hat er ja immer nur IHRE Seite gehört, ich wurde ja gar nicht erst gefragt. Er kam dann in mein Zimmer gestampft und hatte mich dann gleich am Schlafittchen für eine Tracht Prügel. Ohne dass ich überhaupt gefragt wurde, was gewesen sei. Einmal hatte ich solche Angst, dass ich die Tür abgeschlossen habe (das war streng verboten!) und mein Vater hat so an die Tür geschlagen, dass ich dachte, gleich tritt er sie ein. Als ich dann aufgemacht habe, gabs die Tracht Prügel meines Lebens. Als ich dann ein anderes Mal versucht habe, gegen das Geschrei und die Anschuldigungen meiner Mutter anzukommen, hat er mein Gesicht in eine Hand genommen und es zurecht gerückt, dass er die eine Hälfte vom Gesicht auch richtig mit seiner Hand trifft, als er ausgeholt hat...

    Mit ihm kann man generell kein Gespräch darüber führen, weil meine Mutter ihn erstens nicht allein lässt - sie sind immer irgendwo zusammen - und zweitens bekommt er immer Herzschmerzen, wenn man das Thema anspricht. Das ist kein Witz. Er muss sich dann ins Bett legen und lässt uns beide dann weiterstreiten. Jetzt hat sich das so verkehrt, dass er sagt, "was deine Mutter sagt, wird schon stimmen. Sie lügt ja nicht." Und damit ist das Gespräch dann beendet. Wenn ich weiterbohre, dreht er durch (fängt an laut zu werden und schneidet mir das Wort ab).

    Ich denke mal, er kann wohl auch von seiner Art her keine zivilisierten Diskussionen führen, aber ihm gefällt auch nicht, wie meine Mutter ist. Er hat ein einziges Mal von Trennung oder Auszug gesprochen, weil er sie damals auch nicht mehr ertragen hatte, aber dann hat sich das irgendwie wieder verlaufen. Er sagt halt ständig, dass ICH das alles in Ordnung bringen soll, ICH hätte ja das alles ruiniert, ICH wolle ihren Ruf ruinieren usw. Sie werfen immer mir den Ball zu.

    Ja ich habe einen Lebensgefährten, mit dem bin ich schon seit drei Jahren zusammen. Er kann mir den Schmerz auch nicht nehmen, aber durch ihn habe ich es wenigstens geschafft, den Kontakt abzubrechen. Dazu hatte ich früher nie den Mut.

    Danke für deine netten Worte, das tut gut

  10. Avatar von zio
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    10.01.2013
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    AW: Psychopathische Mutter? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Liebe Hulea!

    Als ebenfalls aus einer sehr gewalttätigen Kindheit Kommende kann ich Dir nur den Rat geben, zumindest für eine gewisse Zeit den Kontakt abzubrechen.

    Tat mir sehr gut und erst als ich selbst wieder stabiler war, wurde ein Kontakt wieder möglich. Heute habe ich zu meinen Eltern ein entspanntes Verhältnis, aber ich weiss, würde ich die Dinge ansprechen, so würden sie alles abstreiten.

    Es ist mir aber auch nicht (mehr) wichtig, dass sie sich daran erinnern. Ich brauche weder eine Entschuldigung noch eine Zurechtrückung des Bildes - es ist, wie es ist - es war, wie es war. Jeder hat seine Sichtweise dazu und für mich ist meine gültig, mehr brauch ich nicht zu wissen.

    Aber es war ein langer Weg bis hierhin - ich erinnere mich noch sehr gut an den Hass, den ich empfunden hatte, an die Angst, an die Wut, weil prinzipiell nach außen hin alles abgestritten wurde, selbst als mein Nasenbein angebrochen war.

    Ich hab irgendwann - NACH dem Kontaktabbruch - angefangen, eine Distanz zu den Ereignissen zu bekommen. Und heute sehe ich meine Eltern als schwache, alte Menschen, die ich sogar sehr liebe. Man kann die Vergangenheit nicht ungeschehen machen, auch nicht mit einer Entschuldigung. Und das wurde mir irgendwann mal klar.

    Viel wichtiger war mir später, dass sich diese Dinge niemals mehr wiederholen können und ich habe mich dann vor allem, als ich selbst Mutter wurde, daran erinnert, dass Schlagen eine Seele zerstören kann.

    Brich den Kontakt ab, schau, dass Du gesund wirst. Hol Dir Hilfe dazu.

    Liebe Grüße
    Zio

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